Der größte Macho der Videospielgeschichte,  besser bekannt als Larry Laffer, darf seit kurzem sein neuestes Abenteuer mit  dem „unscheinbaren“ Namen Leisure Suit Larry – Wet Dreams Dry Twice bestehen. Was unser Held hier wieder für Geschichten mit dem weiblichen Geschlecht erleben darf, wird euch unser Test zeigen.

Die Leisure Suit Larry Adventure-Reihe findet ihren Anfang 1987 mit Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards das noch in „feinster“ EGA-Grafik auf dem PC veröffentlicht und nur mit der Tastatur spielbar war. Die nächsten Teile (insgesamt gibt es 15!) wurden dann unter anderem als Point-and-Click-Adventures veröffentlicht. Thema ist aber immer der namensgebende Larry Laffer und seine, sehr oft, peinlichen Versuche beim weiblichen Geschlecht zu landen. Der neueste Teil der Serie knüpft direkt an die Ereignisse des Vorgängers „Wet Dreams Don`t dry“ an, in dem unser „Held“ eine unfreiwillige Zeitreise unternahm und im Jahr 2018 landete.

Unsere Testversion haben wir auf dem PC über Steam gespielt. Nach einem recht schmalen Download von gerade einmal 1,1 Gigabyte und einer kurzen Installationsdauer, benötigt das Spiel auf unserer Festplatte vertretbare 4,71 Gigabyte. Das Spiel von Entwickler CrazyBunch und Publishers Assemble Entertainment gibt es auf Steam für 27,99€. Während es für Untertitel insgesamt 6 Sprachen zur Auswahl gibt, wurde das Spiel nur in Englisch und Deutsch vertont.


Ersteindruck
Larry wie er leibt und lebt

Wie schon beschrieben, knüpft dieser Teil storytechnisch an seinen Vorgänger an. Diesen muss man aber nicht unbedingt gespielt haben, uns wird am Anfang des Spieles die Story des Vorgängers nochmal erzählt. Grob geht es im aktuellen Teil darum, dass Larry seine eigentlich tot geglaubte geliebte Faith wiederfinden muss, die irgendwo im Kalau’a-Archipel in der Karibik verschwunden ist aber das ist noch nicht alles, es geht auch um Prophezeiungen, Mysterien und Larry als ungewollten Geheimagenten, insgesamt gesehen also eine Menge an Arbeit für unseren Helden. Am Anfang des Spiels startet man, sozusagen zum Aufwärmen, an einem Ort der nur wenig Möglichkeit gibt zu interagieren und in bester Point-and Click-Manier erforscht werden muss. Hier wird man mit der Spielmechanik vertraut gemacht und bereitet sich sozusagen vor, auf für die kommenden Adventure-Stunden. Im Laufe des Spiels schaltet man weitere Orte und Inseln frei, die liebevoll und voller Zweideutigkeiten gestaltet sind und zwischen denen man per Schnellreisefunktion hin und herreisen kann und muss.

Sehr hilfreich ist dabei unser PiPhone mit der virtuellen Assistentin Pi, die uns gerne und oft hilft aber auch gerne mit uns diskutiert und um keinen bissigen Kommentar verlegen ist. Das PiPhone hat natürlich auch Apps, zum Beispiel eine Art Tagebuch, in dem wir nachlesen können welche Aufgaben zu erfüllen sind, Zugriff auf seinen Instacrap Account und eine „Build-It-App“, mit der wir aus unseren gesammelten Dingen zum Beispiel ein Floß bauen können. Wie es sich für ein Adventure gehört, gibt es natürlich auch eine Inventarfunktion, die ausführlich genutzt werden sollte, denn auch wenn ein Objekt noch so absurd scheinen mag, es sich aber mitnehmen lässt – auf jeden Fall einstecken, irgendwann wird es gebraucht.
Damit man in den handgezeichneten, mit knalligen Farben gestalteten Orten nicht den Überblick verliert, gibt es eine kleine aber wichtige Hilfsfunktion, die auch schon im Vorgänger integriert war. Mit einem Druck auf die Leertaste lassen sich alle interaktiven Elemente anzeigen, so ist gewährleistet das man nichts Wichtiges übersieht.


Gameplay
Eigentlich alles beim Alten geblieben

Mit Leisure Suit Larry – Wet Dreams Dry Twice erwartet uns ein klassisches Point-and-Click-Adventure. Wie es sich für ein Spiel dieser Art gehört, klicken wir uns durch de verschiedenen Szenen und Orte, sammeln Items ein, kombinieren diese (manchmal) miteinander und versuchen Sie an passender Stelle wieder einzusetzen oder an Personen zu überbringen, um Rätsel zu lösen und in der Geschichte voranzukommen. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel variiert dabei zwischen „Kindergarten“ und „Wer hat sich das denn Einfallen lassen“. So Bock-schwer wie in den früheren Larry-Spielen wird es zwar nicht, aber manchmal muss man doch mehr als um die Ecke denken bzw. das logische Denken für einen Moment deaktivieren, um auf die Lösung zu kommen. Und wenn man gar nicht mehr weiter kommt, hat man ja immer noch die, bereits erwähnte, Leertaste die uns alle interaktiven Elemente anzeigt.

Auf den ganz speziellen Humor muss man bei einem Spiel der „Leisure Suit Larry“ Reihe früher oder später zu sprechen kommen. Dieser ist natürlich mehr als zweideutig, was man natürlich auch im Spiel sieht. So viele eindeutig-zweideutige Texte und Szenarien gehören einfach dazu, hier gibt es keine „Political-Correctness“, uns erwartet der typische, manchmal etwas flache aber typische Humor der Serie. Es werden Klischees bedient wie der Trekkie-Nerd oder die immer umsonst alles haben wollende Influencerin und viele weitere Stereotypen, die gehörig auf die Schippe genommen werden. Auch viele grafische Details aus anderen Spielen oder Filmen sind in Leisure Suit Larry – Wet Dreams Dry Twice zu finden (wer kennt noch den 3-köpfigen Affen?) aber damit werden nur die älteren Gamer unter uns noch etwas anzufangen wissen und sich darüber amüsieren.
Die Larry-Spiele mit ihrem Setting muss man kennen und mögen um mit ihnen warmzuwerden, Neulinge könnten abgeschreckt werden, Kenner der Serie wissen die Art von Spiel zu schätzen. Es ist wie bei so vielem im Leben, entweder man mag es oder eben nicht.


Grafik / Sound
Handgezeichnet und Detailverliebt

Im neusten Larry Teil erwarten uns handgezeichnete, bunte und mit viel Liebe zum Detail gemachte Szenerien, die mit zweideutigen Symbolen nur so voll gespickt sind. Wem das allerdings zu viel ist, sollte das Spiel links liegen lassen. Alle anderen erwarten einen sehr gut gestalteten Grafikstil, sowie viele weitere, natürlich auch von Hand gezeichnete Figuren.

In Sachen Sound gibt es auch keinen Grund zu meckern, da wäre zum einen Larry dessen Syncronstimme von „Owen Wilson/Ewan Mc Gregor“-Sprecher Philipp Moog auf deutsch vertont wurde.
Aber auch die restlichen Figuren haben eine gute deutsche Vertonung bekommen. Gut gelungen sind auch sämtliche Soundeffekte im Spiel sowie die musikalische Untermalung, die nie zu aufdringlich wirkt.


Umfang
Für ein Adventure genau richtig

Um gleich die Katze aus dem Sack zu lassen – ihr seit gut 18-20 Stunden in Leisure Suit Larry – Wet Dreams Dry Twice beschäftigt, der eine mehr, der andere weniger. Wie in Adventures üblich, kann man sich Zeit lassen und alles gründlich durchsuchen wobei die diversen Rätsel wohl auch ein wenig helfen die Spielzeit zu strecken, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Benutzt man hingegen oft die Hilfetaste zum Anzeigen der Objekte kann dies natürlich die Spielzeit dementsprechend verkürzen. Aber man sollte sich das Setting und all die Gespräche, Hinweise etc. in Ruhe zu Gemüte führen. Alles andere würde die „besondere“ Stimmung dieses Spieles vermiesen.


Fazit
Ein würdiger Nachfolger

Mit Leisure Suit Larry – Wet Dreams Dry Twice hab3n Entwickler CrazyBunch alles richtig gemacht. Sie haben, wie auch schon im Vorgänger, den typischen „Larry-Humor“, der seit 1987 funktioniert, sehr gut rübergebracht. Die Story ist wie auch schon im Vorgänger interessant, der Humor für manche ein zweischneidiges Schwert aber typisch für die Serie, die Präsentation ohne Fehl und Tadel, auch die Syncro kann voll und ganz überzeugen. Die Rätsel schwanken von zart bis hart, sind aber trotzdem fair, wenn man sich ein wenig anstrengt. Für Fans der Reihe auf jeden Fall ein Pflichtkauf, Neulinge können sich vom besonderen „Charme“ der Spielereihe gerne über die auf Steam erhältliche Demo überzeugen lassen.

Leisure Suit Larry - Wet Dreams Don't Dry [Playstation 4]
87 Bewertungen
Leisure Suit Larry - Wet Dreams Don't Dry [Playstation 4]
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