[ TEST ] LITTLE NIGHTMARES 2 – Schlaf, Kindlein schlaf

Nachdem großen Erfolg von Littele Nightmares präsentiere Tarsiers Studios und der Publisher Bandai Namco auf der gamescom 2019 den Nachfolger – Little Nightmares 2. Wir haben uns das Spiel natürlich zu Gemüte geführt und ausführlich durchgespielt.

Ersteindruck

Unsanftes Erwachen

Die mit Schlaf erfüllten Nächte haben ein Ende, denn die Entwickler aus dem Hause Tarsier Studios möchten unsere Spieleabende mit kleinen Alpträumen versüßen. Befürworter des Vorhabens ist der Publisher Bandai Namco Entertainment, diese sind für die Verbreitung dieser Schlafstörung verantwortlich – bereits zum zweiten Mal. Mit Little Nightmares 2 geht der skurrile Schrecken in die nächste Phase über. Wie es sich gehört, sind wir bevor wir das Ende erreicht haben, nicht aus dem Alptraum erwacht und können nun unsere Eindrücke mit euch teilen. Eingenistet hat sich das Hirngespenst auf unserer in die Jahre gekommenen PlayStation 4 Pro, seit nun mehr als eine Woche kann jeder für gut 30 Euro die gleiche „schmerzhafte“ Erfahrung machen.

Gameplay

Der Albtraum geht weiter

Ein Alptraum bedarf keiner Worte und noch viel weniger Erklärungen. Nur mit einer Papiertüte bewaffnet, stellen wir uns unseren personifizierten Ängsten. Wir erwachen an einem Ort, der wenig zum Verweilen einlädt und schreiten in die Dunkelheit. Wir haben keinerlei Vorerfahrung mit den vorangegangenen Alpträumen und können die gesamte Situation am besten auf uns wirken lassen. Ruhig, sehr ruhig, so waren unsere ersten Eindrücke von Little Nightmares 2, diese haben sich im gesamten Spieldurchgang größtenteils nicht geändert. Allerdings empfanden wir das als äußerst erfrischend und waren von dem angenehmen Spielfluss überrascht.

Natürlich wäre es kein wahrer Alptraum, wenn wir durch die Ruhe in einen tieferen Schlaf fallen würden. Mit unseren kleinen ja geradezu winzigen namenlosen Helden stapfen wir zielstrebig durch die wirklich sehr schön und detailliert ausgearbeiteten Level. Je tiefer wir in den jeweiligen Abschnitt eindringen, desto klarer wird uns Bild, was uns in den nächsten Minuten oder Stunden erwartet. Im Großen und Ganzen besteht Little Nightmares 2 aus fünf reibungslos zusammengeschweißten Leveln, die alle mit Ihren Eigenheiten zu überzeugen wissen. Jeder dieser Abschnitte sehen wir als einen alleinstehenden Alptraum an. Es haust auch immer eine groteske Kreatur in diesen Bereichen, die als Deckmantel den menschlichen Körper nachahmt und sich erstaunlicherweise sehr gut durch die heruntergekommenen Ruinen bewegen kann. Unser Ziel ist es, diese Ungestalt gezielt zu umgehen und im besten Fall zum Schluss irgendwie von Ihrem Leid zu erlösen.

Einfacher gesagt als getan, denn die Alptraumabschnitte sind mit allerhand Fallen, Rätseln und nicht weniger verdrehten Scheusalen besudelt. Wo es sich bei den Fallen noch um einfache Druckplatten oder Bärenfallen handelt, lassen die Rätsel schon mehr Ihre Muskeln spielen. Eine Erklärung gibt es für keins der genannten, auch mit welchem Gegenstand wir interagieren können, wird in keiner Form angezeigt. Wie wir finden, war dies eine sehr clevere Gameplayentscheidung und lässt uns besser in die gebotene Welt abtauchen. Eine Erläuterung wäre auch nie nötig gewesen, eine Lösung war durch einfaches ausprobieren stets schnell gefunden. Bis auf ein kleines Türrätsel, wo die lautere Musik den richtigen Weg anzeigt, hatten wir mit dem Vorankommen keine Probleme. Ungefähr die Hälfte dieses spielbaren Alptraumes bestreiten wir allein, in der anderen Hälfte erhalten wir tatkräftige Unterstützung – so klein diese auch ausfallen mag.

Im Vergleich zum überaus erfolgreichen Vorgänger ist es im zweiten Ableger auch endlich möglich, sich gegen die nicht freundlich gesinnte Belegschaft zu wehr zusetzen. In vorbestimmten Abschnitten wird uns regelmäßig eine Axt oder Suppenkelle vor die Füße geworfen. Sobald dieser Fall eintraf, wussten wir, dass wir mit unserer Combo wieder das richtige Zeitfenster erwischen müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Hier könnte der ein oder andere in die „try and error“-Schiene fallen. Ganz verschont geblieben sind wir davon leider auch nicht, doch durch die schnellen Ladezeiten, auch auf der alten PS4 Pro, konnten wir diese Schmach gut verkraften.

Lassen wir uns einmal nicht vom Flow mitreißen, gibt es auch den ein oder anderen Sammelgegenstand zu entdecken, wie neue Hüte oder Kinder, die die GEZ-Gebühr nicht bezahlt haben. Letzteres stellt unserer Ansicht den fragwürdigsten Punkt der erzählarmen Geschichte dar. Denn „erwiesenermaßen“ führt schlechtes TV-Programm zu Alpträumen, doch was genau damit auf sich hat, sollte wohl jeder selbst durch Little Nightmares 2 erfahren.

Grafik & Sound

Schauriger Trip in die Abgründe der Fantasie

Mit der grafischen Aufmachung gelingt es Little Nightmares 2 gleich zu Beginn, ordentlich Punkte zu sammeln. In der 2,5 D Präsentation, basierend auf der Unreal Engine 4, werden uns keine großen Grafikpatzer vor die Augen geworfen und eine stets flüssige Darstellung gewährleistet.

Das musikalische Gewandt, in dem sich der kleine Alptraum einkleidet, ist zu jedem Zeitpunkt gut gewählt und lässt stets leichten Grusel verspüren. Für wahre Schreckmomente hat es hier jedoch nie wirklich gereicht, tut der Atmosphäre jedoch keinen Abbruch. In den Musikarmen Abschnitten kommen die glaubhaft vertonten Umgebungsgeräusche besonders zu Geltung und lassen uns immer den Moment der Ruhe genießen.

Technik

Starker Auftritt mit kleinen Patzern

Auf technischer Ebene können wir den digitalisierten Schrecken nichts vor die winzigen Füße werfen. Allerdings ist die Steuerung in so manchen Bereichen nicht optimal umgesetzt. Gerade bei der ein oder anderen Sprungpassagen habe die kleinen Beine größere Probleme die Befehle der großen Tasten umzusetzen, dies ist auch gerne auf die teilweise ungünstige Blickrichtung zurückzuführen.

Fazit

Scheußlich-schön und in jedem Punkt besser als sein genialer Vorgänger

Was für ein scheußlich-schöner Alptraum uns da in den letzten sechs Stunden an die Konsole gefesselt hat. Wahrer Horror erwartet uns in Little Nightmares 2 zu keiner Zeit, denn die skurrilen Wesen, die uns in unseren Träumen heimsuchen wollten, sind einfach zu abgedreht, um für unsere Ängste greifbar zu sein.

Nichtsdestotrotz hatten wir mit unseren zwei kleinen Winzlingen eine gute Unterhaltung gefunden, die für rund drei gemächliche Feierspielabende uns bei Laune halten konnte. Der Wiederspielwert ist hier natürlich nicht der Allerhöchste, auch gewisse Try and Error Passagen können für kurze Frustmomente sorgen. Allerdings kennen wir nicht viele Spiele, die eine Geschichte so spannend ohne jegliche Erklärung vorantreiben können und doch so viel am Ende erklärt haben. Unserer Meinung nach sollte sich kein Spieler diesen außergewöhnlichen Horrortrip entgehen lassen.

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