Hardware Test

[ TEST ] Logitech G Pro X – Neues Headset mit DTS und Blue Voice Technologie

Nahezu jeder Hersteller im Bereich PC-Zubehör produziert eigene Headsets und leider haben die meisten die Geräte ein gewaltiges Manko – Das verbaute Mikrofon klingt einfach viel zu blechern und kaum natürlich. Damit soll nun Schluss sein, zumindest wenn man Logitech mit seinen neuen Headsets der G-Serie glauben mag. Wir haben das neue Logitech G Pro X mit Blue Voice Technik für euch getestet.

Das Logitech G Pro X wurde uns vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt.

Logitech wurde 1981 vom Schweizer Daniel Borel und einigen Kollegen auf einem Bauernhof im schweizerischen Apples gegründet. Das Unternehmen  stellte im gleichen Jahr mit der P4 die erste Serienmaus vor. Bereits 1985 erschien die LogiMouse C7, die Strom direkt aus der RS-232-Schnittstelle bezog und keine externe Stromquelle mehr benötigte. Die mit ihr eingeführte Drei-Tasten-Funktion wurde ein Standard in der Branche. Damit hat Logitech die Entwicklung der Computer-Peripherie maßgeblich beeinflusst und ist nicht zuletzt einer der führenden Hersteller in diesem Bereich.


Ausstattung und Verarbeitung

Da steckt ne Menge drin!

Das Design des Pro X ist schick und zeitlos. Die hochwertige Verarbeitung spricht für sich

Das Logitech G Pro X kommt in einem edlen schwarzen Karton, auf dem sich Bilder und Beschreibungen eher minimalistisch abzeichnen. Den ersten Platz  für die schickste Verpackung hat man damit sicher. Drinnen verzichtet man größtenteils auf Kunststoff, was wir in der aktuellen Debatte um Vermeidung von Kunststoffverpackungen sehr schätzen. Kommen wir aber zum Inhalt – Neben dem Headset liefert und Logitech eine Menge Zubehör. Zum einen wären da ein 2 Meter langes, mit Textil ummanteltes, Kabel. An diesem befindet sich eine Kabelfernbedienung mit Halteclip, um die Lautstärke zu verändern und das Mikrofon zu muten. Ein weiteres gummiertes, etwa 1,5 Meter langes Kabel, zum Anschluss an ein Smartphone oder MP3-Player. Auch hier ist eine kleine Fernbedienung vorhanden, mit der wir Gespräche annehmen und durch das zusätzlich darin verbaute Mikrofon sogar telefonieren können. Zu den Kabeln gesellen sich, ein Y-Splitter für den direkten Anschluss an die Klinkenbuchsen der PC-Soundkarte, das abnehmbare Mikrofon mit Schwanenhals und Popschutz, sowie eine externe USB-Soundkarte, die wir benötigen, um das Mikrofon über das G-Hub mit allen Einstellungen der Blue-Voice Technologie zu versorgen. Zusätzlich und ganz und gar nicht selbstverständlich, liefert Logitech einen Stoffbeutel und zwei weitere Ohrpolster aus Velours mit.  Natürlich finden sich auch eine Kurzanleitung, ein „G“-Aufkleber und eine mehrsprachige Garantieurkunde in der Verpackung.

Logitech lässt sich in Sachen Zubehör nicht lumpen

Nachdem wir also das Zubehör vor uns liegen haben, widmen wir uns dem Logitech G Pro X Headset. Kaum aus seiner Hülle befreit, fällt uns das Gewicht auf. Nicht, dass das Pro X schwer wäre, ein Leichtgewicht ist es aber mit seinen 320 Gramm auch nicht. Das muss an der sehr hochwertigen Verarbeitung liegen, die mit wenig Plastik auskommt. Offensichtlich hat man sich einige Ideen bei anderen Herstellern abgeschaut und gekonnt adaptiert. Der Kopfbügel mit Kunstlederpolster und geprägtem „Pro“-Logo ist aus stabilem Metall gefertigt und sehr flexibel. Auch die Halterungen der Ohrmuscheln sind aus schwarz lackiertem Aluminium und an den Aufnahmen zum Bügel verschraubt, wo sie sich auch fast Stufenlos verstellen lassen. Von hier führen kleine Spiralkabel in die schwarzen, gummierten Ohrmuscheln. Diese sind jeweils von außen mit einer runden Metallplatte versehen, die mit fein gefrästen Rillen und einem „G“-Logo verziert sind. Das ist sehr schick und wirkt sehr edel. In den Ohrmuscheln stecken die neuen PRO G Audiotreiber in einer Größe von 50 Millimetern. Laut Logitech wurde das gesamte Magnetdesign und Gehäusesystem um den neuen, größeren Treiber herum entwickelt, um ein komplettes System aus verzerrungsarmen Audiokomponenten zu bieten. Die austauschbaren Polster der geschlossenen Ohrmuscheln sind aus Memory-Foam, der mit Kunstleder überzogen ist. Wie schon erwähnt, können hier auch die zusätzlichen Polster mit Veloursbezug benutzt werden. An der Unterseite der linken Ohrmuschel sind zwei Öffnungen eingelassen. Hier werden Mikrofon und Audiokabel in die 3,5 Millimeter Klinkenbuchsen gesteckt.


Installation und Technik

Stecker rein, glücklich sein!

Die Inbetriebnahme des Pro X ist so simpel wie bei den meisten Headsets. Wir stecken das Hauptkabel in die linke Ohrmuschel und können uns entscheiden ob wir über den beiliegenden Splitter und damit direkt die Klinkenbuchsen unserer Soundkarte bedienen oder die USB-Soundkarte verwenden. Wichtig ist hierbei nochmals zu erwähnen, dass die gesamten Einstellungen des Headsets in der G-Hub Software, sowie die zusätzlichen Features der Blue Voice Technologie für alle Einstellungen des Mikrofons nur mit diesem digitalen USB-Audio-Konverter funktionieren. Da wir natürlich alle Features des Pro X nutzen wollen, wählen wir die USB-Soundkarte. Diese verbinden wir mit dem Kabel und unserem PC. Sofort wird das neue USB-Gerät erkannt und wir können mit der Installation der Software beginnen. Diese haben wir zuvor von der Herstellerseite heruntergeladen. Für die Benutzung an einem Smartphone oder Tablet, benötigen wir das zweite Kabel. In wenigen Sekunden ist das Logitech G Pro X einsatzbereit. Im G-Hub, so heißt die neue Steuersoftware von Logitech, können wir nun alle angeschlossenen Geräte des Herstellers sehen und anwählen. Klicken wir auf unser Headset öffnet sich eine Oberfläche mit drei Reitern für das Mikrofon, einen 5-Band Equalizer und für die Akustik. Da das Pro X über virtuellen 7.1 Surround-Sound verfügt und den neuen DTS Headphone: X2.0 unterstützt, finden sich hier umfangreiche Möglichkeiten den Sound anzupassen. Neben den Basiseinstellungen für Lautstärke, Mikrofonpegel und Monitoring, können wir hier Hintergrundrauschen entfernen, den Surround-Sound aktivieren und sogar Presets für den Raumklang wählen. Auch einen DTS-Super-Stereo-Modus können wir aktivieren und anpassen. Ganz besonders aber gefällt uns die Möglichkeit jeden einzelnen virtuellen Lautsprecher in der Lautstärke anpassen zu können. Das haben wir so noch nicht gesehen. Im Tab für den Equalizer können wir aus diversen Presets auswählen, die von einigen bekannten E-Sportlern definiert wurden. Auch Presets für unterschiedliche Spiele-Genres sind vorhanden. Natürlich lassen sich auch eigene Einstellungen vornehmen und speichern. Zu den umfangreichen Einstellungen des Mikrofons haben wir einen eigenen Abschnitt geschrieben.

Um die Blue Voice Technologie zu nutzen ist die USB-Soundkarte nötig


Der Sound

Wie klingt denn das?

Die neuen Pro G Treiber sorgen für den richtigen Klang

Ja, wie klingen denn nun die neuen PRO-G Audiotreiber im neuen Pro X? Wir haben den Ultimate-Headphones-Test benutzt, um Frequenzweite, Qualität im Bassbereich und den Dynamikumfang zu testen. Gerade im niederen Frequenzbereich trumpft das Logitech Pro X auf. Viele Gaming-Headsets nutzen Verzerrungen in niedrigen Frequenzen  um die Tatsache zu verschleiern, dass sie diese tiefen Frequenzen nicht auf natürliche Weise erzeugen können. Meist liegt das an der Verarbeitung und der Wahl der Treiber. So werden allerdings Töne erzeugt, die in Wirklichkeit nicht so in der Musik oder einem Spiel vorhanden sind. Der angegebene Frequenzbereich des Pro X liegt zwischen 20 und 20.000Hz bei 35 Ohm und zumindest der von unserem Autor noch hörbare Bereich bis  17.000Hz wird deutlich abgebildet. Alle Testtöne werden klar und sauber wiedergegeben und gerade im Tieftonbereich ist das Hören ein echter Genuss. Man kann sogar von Hi-Fi Qualität sprechen. Der Test des Dynamikbereiches stellt das Verhältnis zwischen dem lautesten und dem leisesten Signal , dass unser Autor hören kann, dar. Hier konnten wir einen sagenhaften Wert von 60 dBFS (Dezibel unter dem Skalenendwert) ermitteln.

Der Frequenzbereich im Vergleich zu Produkten der Konkurrenz

Schlecht gebaute oder stark abgenutzte Kopfhörer können bei der Wiedergabe von lauten oder tiefen Bassinhalten anfangen zu rasseln. Der Schwington blieb bei allen Frequenzen rein und klar, ohne dass in den Lautsprechern ein  Summen oder Rasseln auftrat. Lediglich beim Test des Stereobildes beider Treiber gab es im mittleren Frequenzbereich ein paar kleinere Ausreißer.  Dies beeinträchtigt das gesamte Stereobild allerdings kaum. Der Test mit biauralen Aufnahmen überzeugt uns, denn die Darstellung  dieser speziellen Geräusche kann kaum realistischer sein.  Natürlich haben wir auch Musik gehört und sind von der sauberen und ungemein klaren Abbildung dieses Gaming-Headsets begeistert.


Das Mikrofon und die Blue Voice Technologie

Wer sagt da was?

Das am Logitech G Pro X verwendete Mikrofon ist eine 6 Millimeter Elektret-Kondensatorkapsel mit Nierencharakteristik und einem Frequenzbereich von 100Hz-10KHz, der bei vielen Headsets die übliche Bandbreite darstellt. Ohne die Einstellungen von Blue Voice, klingt das Mikrofon aber sehr klar und natürlich. Schalten wir in den Tab der Mikrofoneinstellungen, können wir zuerst den Ein- und Ausgangspegel festlegen und aus vordefinierten Presets für das Mikrofon auswählen. Das wird vielen Usern sicher ausreichen um das Headset im normalen Gebrauch zu nutzen. Wer es aber auf die Spitze treiben will stell sich eigene Presets zusammen. Dabei stehe uns über Schieberegler diverse Effekte und Filter zur Verfügung die in vielen Studios immer noch durch analoge Geräte gewährleistet werden. Unter anderem steht uns ein High-Pass Filter zur Verfügung, mit dem wir hohe Frequenzen ungeschwächt passieren lassen und tiefere Frequenzen dämpfen können.  Auch eine Noise-Gate steht uns zur Verfügung, mit dem wir dauerhafte  Nebengeräusche verringern können. Auch der zusätzliche Expander funktioniert ähnlich. Er wird aber auch zur Klanggestaltung verwendet. Nützlich ist auch der De-Esser, der es erlaubt, die in Sprache oder Gesang enthaltenen Zischlaute, sogenannte Sibilanten, automatisch abzusenken. Ein wichtiges Tool in Punkto Audio und Klang ist der Kompressor. Auch in den Einstellungen für das Logitech Pro X, sorgt er die Begrenzung von Übersteuerungen durch plötzliche Lautstärkesprünge und setzt eine konstante Lautstärke. Der zusätzliche Limiter, sorgt ebenso, aber stärker als der Kompressor für eine Begrenzung von Übersteuerung. Wer es einfach mag, bewegt nur die einzelnen Schieberegler der jeweiligen Effekte. Wer sich aber intensiv mit den möglichen Einstellungen befassen will, kann bei jedem Effekt-Tool die expliziten Einstellungen sehr genau festlegen. Damit stehen den Nutzern im Software-Bereich ungeahnt umfangreiche Einstellungen zur Verfügung, die ihresgleichen suchen.

Über Logitechs G-Hub steuern wir alle Einstellungen und können diverse Effekte sehr präzise einstellen


Fazit

In dieser Preisklasse kaum zu übertreffen

In Punkto Verarbeitung, Zubehör und Leistung liefert Logitech hier ein absolutes Meisterstück ab. Hochwertige Materialien in zeitlosem Design, ein abnehmbares Mikrofon und die USB-Soundkarte, samt Blue Voice Technologie – Das bekommt man sonst nirgends für diesen Preis.  Gespart hat Logitech hier definitiv nicht. Dazu kommen ein hervorragendes Klangbild der Treiber und die umfangreichen Einstellmöglichkeiten des Mikrofons, die aber nur in Verbindung mit der USB-Soundkarte nutzbar sind. Die DTS Wiedergabe und die Anpassungsmöglichkeiten im Surround Sound sind umfangreich und so noch nicht gesehen. Schön wäre eine Variation der Ohrmuscheln mit offenem Design, da es in langen Spielesessions etwas warm werden kann. Möglicherweise würde das aber auch die tollen Klangeigenschaften negativ beeinflussen. Die leicht wechselbaren Velourspolster machen das Tragen aber etwas angenehmer. Die verbaute Mikrofonkapsel klingt clean sehr neutral und sorgt für eine natürliche Aufnahme der Stimme. Die Möglichkeiten durch die Blue Voice Technik sind umfangreich wie bei VST Plugins und bieten viel Spielraum zum Anpassen. Mit einer etwas größeren Kapsel könnte man sogar so manches Großmembran-Mikrofon ersetzen.

Damit sind  Umfang und  Qualität des Logitech G Pro X in der Preisklasse bis 130 Euro bisher nicht zu toppen. Wir sprechen eine absolute Empfehlung für dieses Headset aus.


 

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