Hardware Test

[ TEST ] Logitech G635 LIGHTSYNC Gaming-Headset – etwas für Fans

Im Februar kündigte Logitech gleich vier neue Headsets an. Eines davon ist das G635 Lightsync. Das Logitech G635 ist ein Multiplattform-Headset und kann per USB, als auch mit 3,5 mm Klinke an vielen Geräten genutzt werden. Wir haben uns das Headset auf die Ohren gesetzt und vermitteln euch nun unsere Eindrücke.

Logitech wurde 1981 vom Schweizer Daniel Borel und einigen Kollegen, auf einem Bauernhof im schweizerischen Apples gegründet. Das Unternehmen  stellte im gleichen Jahr mit der P4 die erste Serienmaus vor. Bereits 1985 erschien die LogiMouse C7, die Strom direkt aus der RS-232-Schnittstelle bezog und keine externe Stromquelle mehr benötigte. Die mit ihr eingeführte Drei-Tasten-Funktion wurde ein Standard in der Branche. Damit hat Logitech die Entwicklung der Computer-Peripherie maßgeblich beeinflusst und ist nicht zuletzt einer der führenden Hersteller in diesem Bereich.  

Verarbeitung/ Komfort

ordentlich aber nicht mehr zeitgemäß

Das Logitech G635 präsentiert sich sehr artverwandt zu seinen vielen Brüdern und Schwestern und optische Unterschiede zum Vorgänger, dem G633 gibt es im ersten Augenschein nicht. Die Handhabung lässt das Headset doch sehr wackelig und flexibel erscheinen, da es hier viele Gelenke gibt. Leichtigkeit steht auch beim G635 im Vordergrund, denn mit 344 Gramm ordnet es sich im bekannten Gewichtsrahmen ein.

Das Erscheinungsbild ist uns allerdings viel zu bullig, da die Ohrmuscheln mit 65 mm dick auftragen. An ihnen befinden sich die Knöpfe für drei programmierbare Soundeinstellungen, die Stummschaltung, die Lautstärkeregelung und das „Lightsync“ RGB Licht. Ein weiterer Schalter lässt euch den Anschluss zwischen USB und Klinke definieren. Für die unterschiedliche Nutzung wurden gleich zwei Kabel beigelegt – ein 2,8 Meter langes USB-Kabel und ein 1,5 Meter langes Klinkenkabel. Für die Nutzung am PC steht euch kostenlos die Logitech Gaming-Software zur Verfügung.

Das G635 Headset ist komplett aus Kunststoff gefertigt und an den Gelenken mit Metall verstärkt worden. Dabei wirkt der Kunststoff leider nicht mehr zeitgemäß und lässt das Headset doch eher einfach und billig wirken. Der Kunststoff erinnert ein wenig an die Tage im Spielzimmer, da hier alles doch mit viel Hartplastik ausgestattet wurde. Auch wenn eine gewisse Flexibilität gegeben ist, würden wir von einem Frust-Wurf durch das Gaming-Zimmer abraten. Die Gefahr ist einfach gegeben, dass das Logitech G635 bei harter Handhabung entzwei bricht.

Für den Komfort setzt Logitech neben der Leichtigkeit, auf den beliebten Mesh-Stoff. Dieser sorgt für ein wohlwollendes Gefühl beim Tragen und lässt euch das Headset angenehm spüren. Im ersten Moment werden unsere Ohren gut umschlossen und auch der Kopfbügel drückt in keinster Weise. Nach einigen Stunden kommt jedoch ein unangenehmes Schwitzen auf. Dies ist wohl auf den Mesh-Stoff zurückzuführen, der eigentlich aus dem Sportbereich kommt. Nach 90 Minuten intensiven Tragens, wünschen wir uns ein neues und sauberes Trikot. Läuft der Sound einmal, macht sich die Handhabung bemerkbar. Zwar hat Logitech alle Knöpfe sauber auf der linken Ohrmuschel angeordnet, was uns dennoch viel zu fummelig erscheint. Will man einmal schnell die Stummschaltung aktivieren, kann man schnell auch die Lautstärke verändern oder auch den Soundmodus wechseln. Auch benötigen wir gute und spitze Finger, um das Mikrofon herausklappen zu können. Es ist nicht alles ideal und bedienerfreundlich beim neuen G635, hier setzt Logitech eher auf altbewährtes und traut sich wenig, etwas innovatives zu bieten.


Sound/ Klangbild

trumpft weiterhin auf 

Schon in der Vergangenheit konnte Logitech im Bereich Gaming-Sound ordentlich Feuer bieten. So auch beim neuen G635 – hier finden sich zwei 50 mm Treiber wieder. Diese bieten einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz bei einer Impedanz von 39 Ohm. Das ist im ersten Moment ausreichend und Logitech beweist, dass selbst mit einem Standard-Frequenzband ordentlicher Sound zum Vorschein kommt. Dieser liegt etwas über dem bekannten Spektrum vom Gaming-Sound und bietet ein fast filmreiches Erlebnis mit klaren Höhen und satten Mitten. Die Tiefen gehen in Richtung kraftvollen Basses, können aber je nach Einstellung die Höhen zu sehr überlagern. Hier darf gerne selber gewählt werden. Eine Möglichkeit, die nur am PC per USB geboten wird. Wer ganz und gar auf Klinke setzt, sollte mit einigen Abstrichen rechnen. Spieler an den Konsolen sollten eher auf Dolby Atmos Headphone an der Xbox setzen oder in verfügbaren Spielen den G-Sound aktivieren. Diesen findet ihr in Spielen wie Battlefield 1 und 5.

Seine wahre Entfaltung bringt das G635 nur am PC mit der kostenlosen Software und Konsolenspieler sollten dann doch eher auf verfügbare Soundmodis setzen oder eine externe Soundkarte nutzen. Im Schnitt ordnet sich das Klangbild fast bei einem Studiokopfhörer der unteren Preisklasse ein, kann aber bei Musik und Film über Klinke nur reines Stereo bieten. DTS-X Headphone funktioniert nur am PC über USB und kann selbst über USB an den Konsolen nicht genutzt werden.


Mikrofon/ Verständigung

hier besteht Nachholbedarf

Das Mikrofon befindet sich in der linken Ohrmuschel und kann mit einem spitzen Finger herausbewegt werden. Je nach Lust und Laune lässt sich das Mikrofon in seiner Armlänge um weitere 3 cm verlängern. Ist es einmal stumm geschaltet, leuchtet zudem das Ende rot. Hier wäre uns aber eine bessere Bedienung lieber gewesen, da alles uns doch viel zu unpraktisch durchdacht ist. Einen Pop-Schutz vermissen wir ebenfalls.

Die Klangqualität darf gerne als weniger ausreichend bezeichnet werden. Es zischt alles zu sehr und eine eher minderwertige Qualität unserer Sprachübertragung macht sich bemerkbar. So bietet das Mikrofon einen Frequenzbereich von 100 Hz bis 10 kHz, kann aber wohl weniger auf die komplette Bandbreite zurückgreifen. Dies zeigt sich in unserem Video sehr deutlich. Wir lispeln oder sprechen undeutlich. Vokale und Konsonanten werden gerne verschluckt und bilden kein gutes Bild. Vielleicht gerade ausreichend, um sich in einem Spiel zu verständigen, wenn man sich gerne unter Wasser bewegt oder einen Gang durch die Kanalisation bevorzugt. 


Fazit

Logitech muss in vielen Punkten nachlegen

Mit dem neuen G635 versucht Logitech seine Fans bei der Stange zu halten, kann aber wohl kaum neue dazu gewinnen. Die Auswahl der Materialen ist uns einfach zu einfach gehalten, die Form viel zu monströs, auch wenn die Verarbeitungqualität sich durchaus sehen lassen kann. Mit einem überragenden Soundbild überzeugt uns Logitech, muss aber Kritik beim Mikrofon und der allgemeinen Handhabung einstecken. Bei einer Investition von rund 150 Euro haben wir etwas mehr erwartet, da können diverse Spielereien wie das Lightsync unsere Bewertung nicht in die Höhe katapultieren. Logitech sollte aufpassen, nicht den Anschluss an die heutigen Ansprüche der Gamer zu verlieren. Wer schon immer Logitech mochte, darf zugreifen. Alle anderen sollten sich in dieser Preisklasse aber nach Alternativen umsehen. 

 

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