Spiele Test

[ TEST ] Neo Atlas 1469 – Ein Großer Spaß für kleine Entdecker

Seit Kurzem dürfen Hobbyentdecker auf der Nintendo SWITCH die Welt des 15. Jahrhunderts entdecken und sich dort als Händler und Forscher versuchen. Ob sich die kleine Weltreise lohnt, erfahrt ihr im Testbericht.


Ersteindruck
Einsteigerfreundliche Begrüßung

Schon nach den ersten Minuten wird relativ schnell klar, dass sich Neo Atlas 1469 an Spieler richtet, die keine ultrakomplexe Wirtschafts- & Handelssimulation wollen. Das simple Handels- & Wirtschaftssystem und das einfache Erforschungssystem dürfte niemanden vor größere Probleme stellen. Für Einsteiger und Gelegenheitsspieler ist Neo Atlas 1469 also genau das richtige um gemütlich vor sich hinzocken zu können, ohne von zu komplexem und überforderndem Gameplay erschlagen zu werden.

Das optionale Tutorial zu Begin führt euch gut in die wichtigsten Schritte ein und wird im weiteren Verlauf immer wieder durch kleine Erinnerungen an bestimmte Punkte ins Gedächtnis zurück geholt, damit man nichts vergisst. Wer lieber nach dem Learning by Doing-Prinzip spielen will, kann das Tutorial aber auch ausschalten und einfach so drauf los spielen.


Gameplay
Einfach einfach.

Das Gameplay richtet sich vor allem an etwas jüngere Spieler und Einsteiger, die mit einem zu komplexen Wirtschaftssystem schnell überfordert wären. Die wichtigsten Aufgaben werden euch in den ersten Stunden Stück für Stück erklärt und anhand von Beispielaufgaben näher gebracht. Sowohl die Steuerung mit dem Gamepad, als auch über den Touchscreen im Mobilmodus ist simpel gehalten und nach ein paar Minuten erlernt. Selbst wenn man zwischendurch mal eine längere Pause macht, ist es kein Problem, danach wieder schnell ins Spiel zu finden.

Handel ist einer der wichtigsten Bestandteile im Spiel. / Neo Atlas 1469

Handel ist einer der wichtigsten Bestandteile im Spiel. / Neo Atlas 1469

Um in der Welt von Neo Atlas 1469 voran zu kommen, gilt es vor allem Handel zu treiben. Erschlossene Handelsrouten können genutzt werden um Waren per Schiff von einer Stadt in eine andere zu bringen und dort damit zu handeln. Dabei gibt es über das Handeln hinaus auch die Möglichkeit komplett neue Handelsgüter zu „erfinden“. Hat eine Stadt z.B. Perlen als Handelsware im Angebot und eine andere Stadt einfache Ringe, wird durch das festlegen einer Handelsroute zwischen diesen beiden Städten der Perlenring als Handelsware verfügbar. Die könnt ihr dann wiederum mit einer anderen Stadt handeln. Es gibt im Spiel diverse solcher Kombinationen, mit denen ihr neue Waren verfügbar machen könnt. Jeder Ort hat dabei natürlich bedarf für bestimmte Dinge, weshalb ihr hier und da auch einfach mal ein wenig rumprobieren müsst, um ertragreiche Routen zu finden. Wie viel eine solches Handelsabkommen euch einbringt, wird euch dabei jedoch immer vorher angezeigt, was langwieriges Experimentieren erspart. Das erstellen solcher Handelsrouten geht am einfachsten über das Hauptmenü. Menüpunkt auswählen, die zu handelnden Güter und die Städte wählen und anschließend nur noch ein passendes Schiff für die Rote kaufen und fertig.

Die Handelsabkommen haben neben dem finanziellen Gewinn aber noch einen weiteren Zweck. Neu entdeckte Orte, z.B. in Afrika, können als Heimathafen für eure Flotten festgelegt werden, damit ihr für die weitere Erforschung von unbekannten Gebieten keine zu langen Wege zurücklegen müsst. Um einen neuen Ort als Heimathafen nutzen zu können, müsst ihr allerdings erst das Vertrauen der dortigen Bevölkerung gewinnen. Und das schafft ihr nur, indem ihr Handel mit ihr treibt.
Habt ihr einen neuen Hafen für eine Flotte festgelegt, könnt ihr von dort aus zu neuen Expeditionen aufbrechen um unbekannte Gewässer und neue Länder zu erforschen und neue Orte zu entdecken. Da jeder Admiral mit seiner Flotte nur eine bestimmte Strecke für Erkundungen zurücklegen kann, ist das auch zwingend nötig, um weiter entfernte Ziele zu erreichen.

Eure Admirale Leveln durch das erfüllen von Aufgaben. / Neo Atlas 1469

Eure Admirale Leveln durch das erfüllen von Aufgaben. / Neo Atlas 1469

Auf euren Reisen über die Weltmeere werden eure Admiräle natürlich auch neue Erfahrungen sammeln und Stück für Stück im Level steigen. Das sorgt wiederum dafür, dass sie besser navigieren, Kämpfen und erforschen können. Jeder eurer Flottenführer kann dabei bis zu 4 Schiffe befehligen. Allerdings müsst ihr für neue Admiräle und Flotten erst vom König eine Flottenerlaubnis, bzw. Lizenz bekommen. Erst mit solche einer Erlaubnis seiner Majestät könnt ihr einen neuen Admiral einstellen und eine weitere Flotte gründen. Das geschieht im Spiel jedoch weitestgehend automatisch im Rahmen der Story. Je mehr Flotten euch zur Verfügung stehen, desto schneller könnt ihr die Welt erkunden und neue Orte und Geheimnisse entdecken. Einige davon können allerdings nur von bestimmten Befehlshabern erforscht werden. So können versunkene Schiffswracks z.B. nur von jemandem erforscht werden, der tauchen kann. Auch einige Orte an Land können Geheimnisse und Schätze enthalten, die von einem bestimmten Admiral gefunden werden können. Oft begegnet ihr dabei dann auch weiteren Charakteren, die in der Story eine Rolle spielen.

Wem das alles jetzt doch zu kompliziert erscheint, den kann ich beruhigen. Denn wie bereits erwähnt, ist das Spiel auf Einsteiger ausgelegt und spielt sich leichter, als es hier vielleicht klingen mag. Und wer mir das jetzt noch immer nicht glaubt, der kann sich im Video zum Test davon überzeugen.


Grafik/Sound/Technik
Wie für die SWITCH gemacht.

Optisch ist Neo Atlas 1469 eher niedlich gehalten und richtet sich daher auch mehr an ein jüngeres Publikum. Das passt zum Spiel, hat Charme und dürfte auch dem ein oder anderen Älteren gefallen. Die Story-Missionen werden außerdem von schönen Artworks untermalt. Insgesamt passt der Look und die Grafik perfekt zur Nintendo SWITCH und dem meist etwas jüngeren Publikum.

Überall in der Spielwelt sind Schätze und Geheimnisse versteckt. / Neo Atlas 1469

Überall in der Spielwelt sind Schätze und Geheimnisse versteckt. / Neo Atlas 1469

Der Sound passt zum Look und dem Feeling, das die Optik erzeugt. Vor allem die Musik ist dabei sehr abwechslungsreich. Von fröhlicher Musik, die fast etwas vom Zirkus hat, bis zu afrikanischen Stammesklängen ist so ziemlich alles dabei. Die einzelnen Musikstücke gilt es im Spiel jedoch erst freizuschalten. Ihr findet die Sie zufällig auf der Karte verteilt in Schatzkisten. Habt ihr einen der Titel in einer Kiste entdeckt, könnt ihr ihn ab da jederzeit als Hintergrundmusik einstellen. Eine Vertonung der Dialoge gibt es aber leider nicht. Die Soundeffekte wirken leider manchmal etwas unspektakulär und gehen hier und da ein wenig unter. In manchen Spielsituationen hätte ich mir da mehr Präsenz gewünscht, um die Atmosphäre zu unterstreichen und ein runderes Klangerlebnis zu haben.

Technisch gab es keinerlei Mängel. Keine Bugs, Glitches oder sonstigen Fehler, die als solche zu erkennen gewesen wären. Von daher gibt es hier nichts besonderes zu erwähnen.


Umfang/Inhalt
Immer wieder anders.

Im Kern ist Neo Atlas 1469 ein Mix aus Wirtschafts- & Handelssimulation und Entdecker-Spiel. Wobei es aber bei weitem nicht so tiefgreifend und Komplex ist, wie andere Genrevertreter. Ihr seid der Besitzer einer aufstrebenden Handelsorganisation im Portugal des 15. Jahrhunderts und müsst neue Handelsrouten erschließen, eure Flotte vergrößern und vor allem entdecken. Zur damaligen Zeit kannten die Menschen die Welt außerhalb Europas praktisch nicht. Es ist also an Euch, die Welt zu erforschen, die Wirtschaft anzukurbeln, Geheimnisse fremder Länder zu ergründen und nebenbei zu beweisen, dass die Welt eine Kugel ist. Das klingt einfacher als es ist, denn auf den Meeren der Welt warten so einige Gefahren. Piraten, die eure Handelsschiffe ausrauben, Seeungeheuer und auch der ein oder andere Sturm funken euch gelegentlich dazwischen.

Es gibt eine große, dynamisch generierte Welt zu entdecken. / Neo Atlas 1469

Es gibt eine große, dynamisch generierte Welt zu entdecken. / Neo Atlas 1469

Eine kleine Besonderheit stellt dabei die Weltkarte dar. Diese ist dynamisch und wird daher bei jedem Spieler und bei jedem neuen Spieldurchgang anders aussehen. Lediglich der Startbereich in Europa ist immer gleich. Der Rest der zu entdeckenden Welt verändert sich je nachdem, wie ihr bei der Erforschung vorgeht. Auch während des laufenden Spiels. Hier habt ihr die Möglichkeit nach jeder Erkundungsreise zu entscheiden, ob ihr das Ergebnis der Reise akzeptieren wollt, oder ob das Schiff die Fahrt wiederholen soll. Wählt ihr letzteres, wird sich der erkundete Bereich gegenüber dem ersten Mal teilweise komplett verändern. Das schafft Abwechslung und zwingt euch, bei der Erforschung immer wieder anders vorzugehen.

Um die komplette Welt aufzudecken und alle Geheimnisse und versteckten Schätze zu finden wird einiges an Zeit nötig sein. Circa 75 – 80 Stunden solltet ihr dafür schonmal einplanen. Wer nur die Hauptgeschichte spielen will, der kann mit etwa 50 Stunden rechnen. Die tatsächliche Spielzeit hängt letztendlich aber sehr von eurem Vorgehen ab.


FAZIT
Ein großer Spaß für kleine Entdecker.

Wer eine kleine aber feine Wirtschafts- oder Handelssimulation ohne zu komplexes Gameplay oder zu tiefgreifende Mechanik sucht, der kann mit Neo Atlas 1469 eigentlich nichts falsch machen. Für Genreneulinge ist es ein guter Einstieg und auch für ein kleines Ründchen zwischendurch bietet es sich bestens an. Fans von tiefgreifenden Wirtschaftssimulationen werden mit Neo Atlas 1469 allerdings eher weniger Spaß haben.

Neo Atlas 1469 ist erhältlich für Nintendo Switch.


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