Fast genau drei Jahren mussten Anhänger des erfolgreichen Exklusiv-Titels NIOH auf eine Fortsetzung warten. Dieser konnte mit seinen knallharten Samurai-Künsten mehr als 3,5 Millionen PlayStation 4 – Besitzer in seinen Bann ziehen. Ob der Nachfolger NIOH 2 aus der Spieleschmiede Team Ninja genauso schonungslos und fordernde Momente sorgen wird, erfahrt Ihr in unserem Test.

Ersteindruck
Rachefeldzug mit Solid Snake

Der neue Ableger versteht sich als Pre-Sequel und spielt 50 Jahre vor dem Erstling. Zu dieser Zeit lebte Protagonist William aus NIOH noch nicht. Statt seiner finden wir einen sehr umfangreichen Charaktereditor vor. Auf dessen Einzelheiten einzugehen würde den Rahmen dieses Tests sprengen. Doch so viel sei gesagt: Der Editor ist Potent genug um ein genaues Abbild von Solid Snake aus Metal Gear Solid nachzustellen.

Allerdings kam es während der Zusammensetzungen unseres neuen Protagonisten zu Lieferengpässen bei den Stimmbändern. Unser zum Töten geborener Held, der den Spitznamen Hiddy trägt, verliert über die ganze Spielzeit nicht eine Silbe. Doch stille Wasser sind bekanntlich tief und dem Spielspaß tut es auf jeden Fall keinen Abbruch.  Auch der Serien-Erstling war bereits nicht dafür bekannt, mit seiner überragenden Story zu glänzen. Die Essenz des Spielspaßes liegt vielmehr im Looten, Sterben und leveln. NIOH 2 verhält sich nicht anders und setzt auf alte Stärken, die noch weiter ausgebaut wurden.

 NIOH 2 verfrachtet uns einmal mehr in das feudale Japan der Sengoku-Ära, in der sich groteske Dämonen breit machen. Unser Held muss ansehen wie seine Mutter von einem mächtigen Onmyo-Magier niedergesteckt wird. Vor ihrem letzten Atemzug vermacht uns unsere Mutter einen mystischen Dolch, der das eingravierte Familienwappen „Hide“ ziert. Dieser Dolch verkörpert eine tragende Rolle zur Herkunft unseres stummen Reckens. In den nachfolgenden Lebensjahren dienen wir verschiedenen Clans, immer unter der Befehlsgewalt hochrangigen Kriegsheeren, um das stärker werdende Yokai-Problem in den Griff zu bekommen.  Stets im Fokus stehen allerdings die mächtigen Geistersteine, diese werden Amrita genannt, und geben den Yokai, sowie allen die danach streben, unbeschreibliche Kraft.  Als Metamorph, dem die Macht der Kreaturen innewohnt, ziehen wir Hand in Hand mit unseren treuen Gefährten Tokichiro, von Mino aus in andere Gefilde, um gemeinsam mit unserem Clan die bevorstehenden Schlachten zu meistern. Ob diese nach Macht und Anerkennung strebende Reise Ihren Tribut wert ist, werden wir euch mit unseren erprobten Samurai-Skills auf schonungslose Weise näherbringen.

Auch wenn die Geschichte nicht immer verständlich erscheint, haben wir sie spätestens in der Illustration der umfangreichen Charaktere verstanden. Alles was wir im Spiel erleben, lässt sich akribisch nachlesen, denn zu jeder Kleinigkeit gibt NIOH2 eine detaillierte Informationsquelle.


Gameplay
Komplex, Anspruchsvoll und süchtig machend 

NIOH 2 bietet dabei eine fast schon erschlagende Dosis an Komplexität. Uns wird schon kurz nach Beginn klar, dass da ein wahres Monster der Optionsvielfalt lauert. Wir können genauste Einstellungen vornehmen, um das Spielerlebnis nach unseren Bedürfnissen anzupassen. Von eingeblendeten Schadensfaktoren bis hin zu der Farbe der Beute oder auch der bevorzugte Spielmodus, ist alles dabei, was das Samurai-Herz begehrt.

Das neue Werk von Team Ninja, schlägt wie sein Vorgänger und andere Vertreter, in die Kerbe des Soul-Like-Genres. Doch bereits beim zweiten Blick wird klar, dass NIOH 2 nicht viel mit dem Platzhirsch Dark Souls gemeinsam hat – außer vielleicht den für jeden Fehler bestrafenden Schwierigkeitsgrad. Ganz allein im Regen stehengelassen, werden wir aber nicht, für jede Winzigkeit gibt es ein umfangreiches Tutorial und Schritt für Schritt-Anleitungen, damit selbst der unerfahrenste Samurai im Nachgang weiß, wie der Hase läuft. Hier wird nichts kryptisch erklärt. Alles greift Stimmig ineinander, auch wenn dies schon am Anfang für Überforderung sorgen kann. Wir hatten hier keine Probleme und wurden wie gewohnt nach einer mehr oder weniger „Herzlichen Begrüßung“ ins vereiste Wasser geworfen.

Bereits beim zweiten Gegner, zeigt unser Recke sein wahres Gesicht und bietet einen Ausblick auf das, was noch kommen wird. Ein riesiger, in Raserei verfallender Stier-Dämon, versperrt unseren Weg auf die dahinter liegende Landschaft. Ein Gamer, der die Herausforderung sucht, nimmt sich der Sache unbeirrt an und vertreibt das Vieh vom Felde. Doch Neueinsteiger machen lieber erst einmal einen Bogen um den Keulenschwinger, sonst gesellt sich bald schon der eigene Grabstein zu den anderen verzweifelten Viehtreibern. Für den nicht unwahrscheinlichen Fall, dass wir auf unserer Mission sterben, hinterlassen wir nicht nur unser gesammeltes Amrita, wir hinterlassen auch ein rotes Rückkehrer-Grab in der Spielwelt eines anderen. Der sogenannte Rückkehrer kann dann von einem anderen Spieler beschworen und um seine Ruhmpunkte gebracht werden. Das erwähnte Amrita stellt das Gegenstück der Seelen aus den FormSoftware-Titeln da. Dient hier aber nicht als Währung, sondern als wichtigste Ressource um den Levelaufstieg zu ermöglichen. Sollte es passieren, dass wir zweimal hintereinander das Zeitliche segnen, ohne unser Grab zu erreichen, ist alles was gehortet wurde Vergangenheit.

Wieder mit dabei sind auch die abwechslungsreichen Schutzgeister, die zum Großteil an Tiere erinnern. Von diesen schalten wir im Laufe der Story durch Geisterteilung immer mehr frei und können später auch zwei Gleichzeitig in uns aufnehmen. Wie bei allem in NIOH 2, haben diese auch wieder verschiede Boni für unser Charakterbild und laden zum Optimieren ein. Die wohl größte Erneuerung, im Vergleich zum Vorgänger, sind ganz klar die abscheulichen Mächte. Jeder Yokai trägt einen Seelenkern inne. Mit etwas Glück wird er nach Beseitigung freigegeben und verleiht uns den mächtigsten Angriff seines früheren Besitzers. Haben wir einen davon erbeutet, müssen wir Ihn im Schrein reinigen. Um Ihn dann mit einen unserer Schutzgeister einzustimmen. Jeder hiervon kann Zwei gleichzeitig beherbergen. Wollen wir die Fähigkeit der Yokai im Kampf einsetzen, müssen wir dafür Sorge tragen, die zusätzliche Leiste Anima aufzufüllen. Anders als die KI-Leiste die sich von alleine auflädt und für alle Nahkampfaktionen benötigt wird, lädt sich die Anima-Liste nur durch erfolgreiche Konter oder Angriffe auf. Doch es Lohnt sich gewaltig, als wir den Dreh raushatten, konnten wir ganze Feindeshorden im Nu niedermähen. Ist unser KI verbraucht und wir sitzen in der Klemme, kann die Yokai-Fähigkeit auch im erschöpften Zustand zum Einsatz kommen und dabei die KI-Liste die benötigte Erholung verschaffen.  Doch die zu erbeutenden Seelenkerne stellen nur die Hälfte der Kraft aus dem dunklen Reich dar.

Insgesamt können wir uns, je nach Schutzgeist, in drei verschiedenen Yokaiformen verwandeln. Um hiervon gebrauch zumachen, müssen wir vorher aber erst genug Amrita gesammelt haben. Alle drei Formen bieten eine andere Herangehensweise an den bevorstehenden Einsatz. Der Erste im Bund, wäre der Brecher: Mit seiner Magmakeule und seinem Wuchtkonter schlägt er feindliche Angriffe nieder. Generell wird hier auf rohe Gewalt gesetzt, um die begrenzte Zeit im Nahkampf zu verbringen. Annehmbare Form Nummer zwei wäre das Phantom, der seinen Konter mit einem Schild paart und im Optimalfall eingesetzt wird, wenn der Wuchtangriff kurz vorm Einschlag steht. Hier setzen wir auf Fernkampfangriffe und können den Feind auf die nötige Distanz halten, um den Schaden zu maximieren. Zu guter Letzt: Die Form Wildling – schnell im Angriff, mit zwei Dolchen bewaffnet, teleportieren wir uns im richtigen Moment in den Rücken des Kontrahenten um verheerenden Schaden zu verursachen. Was die drei aber gemeinsam haben, ist ihre kurze Aufenthaltsdauer. Vor allem wenn wir Schaden nehmen, hat der Yokai-Wandel schnell sein Limit erreicht. Doch so wie alles in NIOH2, können wir mit dem richtigen Equipment und Fähigkeiten Abhilfe schaffen. Einmal mehr stehen wir vor der Qual der Wahl. Es gibt alleine neun verschiedene Waffenklassen, die auf den Nahkampf basieren. Im Fernkampf lässt es sich auch gut agieren, Kopftreffer sind in 90 Prozent der Fälle immer ein sicher Kill. Doch Munition ist für die drei Arten oftmals rar gesät. Uns besonders gefallen hat die neue Glefen-Klasse. Mit ihr fühlten wir uns wie der Tod höchstpersönlich und richteten mit seiner Sense gewaltigen Schaden an. Wie bereits im Vorgänger stehen für jedes Tötungswerkzeug drei Haltungen zur Auswahl bereit. Die unterste Haltung ist besonders gut geeignet um Gegner mit einem negativen Effekt zu belegen. Da in dieser Position Hiebe ausgeteilt werden, die mit dem Auge kaum zu verfolgen sind. Wechseln wir zur mittleren Haltung, teilen wir moderaten Schaden aus, welcher im Einklang mit der Perfekten Verteidigung steht. Unsere bevorzugte Haltung war jedoch die oberste von allen. Wie sollte es anders sein, trägt sie den Namen hohe Haltung und geht komplett auf die Schadenswerte, was natürlich leicht nach hinten losgehen kann. Da die Animationen hier besonders lange dauern können.

Jeder Waffentyp hat seine Vorzüge und kann auf der langen Reise nach Herzenslust variieren. Benutzen wir eine Waffe länger, steigt nicht nur die Vertrautheit mit dieser, was zur Folge hat, dass alle Attribute sich steigern. Auch schalten wir Fähigkeitspunkte für die im Gebrauch befindlichen Waffenklasse frei, dies bezieht sich auch wieder auf alle Bereiche. Benutzen wir zum Beispiel die Onmyo-Magie besonders häufig, können wir hier immer mehr Fähigkeiten und Statusverbesserungen freischalten. Allein dieser Skillbaum ist so umfangreich, dass es gut eine Stunde dauert sich dort alles durchzulesen.

Haben wir die perfekte Spielweise für uns entdeckt, kommt auch noch die Vielzahl an Rüstungsteilen und -Sets zum Vorschein. Auch hier hat wieder jedes Teil bis zu sechs unterschiedlichen Attributen und im besten Fall noch den Rüstungsbonus der zum Einsatz kommt, wenn wir mindestens zwei Teile vom selbigen Set tragen. Entscheidungen müssen in NIOH 2 viele getroffen werden, denn jeder der sich uns in den Weg stellt hat die Taschen voller Ausrüstungsgegenstände, die gerne den Besitzer wechseln möchten. Das Inventar umfasst nicht umsonst 500 Plätze. Das mag nach ausreichend klingen, doch bereits nach drei bis vier Missionen platzt unser Inventar aus allen Nähten. Vergleichen und Abwägen, welche Gegenstände für uns brauchbar sind, müssen wir daher ständig. Der Rest wird am Schrein in Amrita umgetauscht. Auf diese Weise hatten wir die beste Spielerfahrung, da die Verbesserung am größten ausgefallen ist und wir im Vorfeld nicht zu schnell zu mächtig wurden. Der Waffenschmied kam auch erst zum Schluss richtig zur Geltung.

Jeder der aufgeführten Punkte, wäre aber undenkbar, wenn das Kernstück eines jeden Levels in NIOH 2 fehlte.  Der bereits erwähnte Schrein findet sich mehrfach in einer Mission wieder, an diesem dürfen die hart erkämpften Amrita zum Einsatz kommen. Hier können wir dann auch die überflüssige Ausrüstung in die begehrten Geistersteine umwandeln, wenn wir sie nicht gerade beim Schmied für Geld oder für Schmiedematerial hergegeben haben. Auch unsere Schutzgeister und Seelenkerne finden im Schrein ihren Platz und können nach belieben von uns ausgetauscht werden. Die Stars eines jeden Schreins sind die kleinen aber hilfreiche Kodama. Von diesen tummeln sich dutzende auf jedem heiligen Schrein und müssen zuvor aber im Level von uns den Weg gezeigt bekommen. Mehr ist auch hier besser, da uns die kleinen grünen Kerle auch wieder gewisse Sonderboni verschaffen. Wie etwa eine erhöhte Chance heilender Elixiere zu finden. Natürlich gibt es auch noch die Sudama. Hier besteht besonderes Interesse an unseren wertvollen Gegenständen, gewähren wir Ihnen diesen Wunsch können wir mit etwas Glück noch bessere Beute erwarten. Mit etwas Pech, kann die kleine Interaktion ein böses Ende nehmen. Wer gerne mit Freunden zusammen das feudale Japan im Sturm erobern möchte, findet sich auch öfters am Schrein wieder. Dafür müssen Ochoko-Becher zum Opfer angeboten werden, damit bis zu zwei Fremde oder Freunde in der Schlacht aushelfen können. Beides funktionierte bei uns problemlos, machte aber den allgemeinen Kampf deutlich einfacher, stellt aber eine gute Option dar, für alle die sich sonst vom hohen Schwierigkeitsgrad abschrecken lassen würden. Eine andere Möglichkeit der Zusammenarbeit wird geboten, in dem wir freiwillig ein Segensgrab unseres Charakters an einer beliebigen Stelle in der Mission platzieren. Davon kann jeder Spieler selbst drei erschaffen und anderen unter die Arme greifen, mit einem KI-gesteuerten Abbild. Diese sind mehr oder weniger hilfreich, können aber für die gewisse Ablenkung sorgen, sind aber viel schwächer als die gefallen Rückkehrer.


Umfang
Tonnenweise Loot, unzählige Kämpfe und New Game Plus

Das in der Sengoku-Ära angesiedelte feudale Japan, erleben wir wie im 2017 erschienenen NIOH nicht in einer zusammenhängenden Welt, sondern unterteilt in großen Haupt- und kleinen Nebenmissionen. In den Hauptmissionen kämpfen wir uns immer durch unbekannte Gebiete, die clever verschachtelt mit genügend Abkürzungen den Weg zum Boss erleichtern. Bei den Nebenmission, werden gerne schon bekannte Areale verwendet, jedoch immer neugestaltet und mit eingegrenztem Umfang. Diese Missionen steuern meistens Informationen zu den Haupt- und Nebencharakteren der Geschichte bei und lassen uns hinter den Gedanken unserer Mitstreiter blicken. Kenner des ersten Teils werden die ein oder andere Lokation sicher widererkennen. Da diese sich aber durch die Gegnerverteilung und anderen leichten Veränderungen, wie den Startpunkt, dennoch anders spielen, störte uns dies zu keinem Zeitpunkt. Auch bekannte Gegnervarianten sind wieder mit am Bord, haben aber eine Überarbeitung der Angriffsmuster erhalten und fügen sich glaubhaft in die Spielwelt ein. Auch viele neue Yokai und menschliche Widersache stehen zum Schnetzeln bereit und bieten im Vergleich zum ersten Ableger die doppelte Menge an Gegnerarten. Besonders starke Varianten der Monster finden sich übrigens im dunklen Reich wieder, diese Bereiche sind fast in jeder Mission anzutreffen. Bieten aber auch die Besonderheit, wenn alle Dämonen in diesem schwarz-weißen Gebiet erledigt werden, taucht dort kein weiter Feinde mehr auf. Zu erwähnen wäre aber noch, dass unser Protagonist im Yokai-Reich einen Malus erhält, der die Gefechte deutlich erschweren kann.

Ein weiterer Höhepunkt eines jeden Levels ist natürlich der zu erwartende Bosskampf. Hier wird immer zwischen verschiedenen Phasen gewechselt. Setzten die menschlichen Schwergewichte auf die Macht ihrer Schutzgeister, die wir nach Erfolg durch die Geisterteilung erhalten. Weht bei den Yokai-Ungetümen ein ganz anderer Wind. In diesen kräftezerrenden Kämpfen, wird ständig zwischen dem „Hier und Jetzt“ und dem dunklen Reich gewechselt. Erfordert demzufolge eine ganz andere Herangehensweise. An die Sadisten wurde natürlich auch noch gedacht. Jede abgeschlossene Hauptmission und ausgewählte Nebenmissionen kann noch als Zwielicht-Mission erscheinen. In dieser wird das bekannte Areal wieder umstrukturiert und mit noch stärkeren Kreaturen bepflastert. Sollte dies noch immer nicht genug sein, gibt es nach Abschluss der Story einen New Game Plus Modus. Der wartet mit dem Unterschied auf, dass das Bekannte wieder in einer anderen Besetzung erlebt wird. Im Vorgänger konnte sich William bis zum Weg des NIOH hocharbeiten, was eine unglaubliche Herausforderung darstellen kann. Da viel aus dem erfolgreichen Erstableger übernommen wurde, gehen wir davon aus, dies ist auch hier wieder möglich. Natürlich konnten wir in der einen Woche die uns zur Verfügung stand, es noch nicht selbst erreichen.


Grafik & Sound
Tolle Performance mit wenigen Schwächen

Kommen wir zur technischen Umsetzung: Im direkten Vergleich müssen wir ehrlich sein und die Grafik hat sich kein Stück verändert. Auf der PS4 Pro haben wir wieder die Wahl zwischen drei verschiedenen Auflösungen. Unserer Meinung spielt es sich im Action-Modus bei stabilen 60 frames am besten, denn die Effektgewitter, die im Kampf auftreten, sollten schon im flüssigen Bild erlebt werden. Es gibt auch die Option, das Spiel mit schärferen Texturen bei 30 frames durchzustehen, allerding kommt es hier zu gelegentlichen Rucklern, die mit der Zeit für Störungen sorgen können. Sprinten wir mit unserem Protagonisten durch die Wälder, Gebirge und Geisterstein gibt es am Rand immer mal wieder leichte Pop-Ups. Besonders in Sonnendurchfluteten Gebiete ruckelte der Schatten stellenweise unschön über die Felsen, dies trat aber auch nur in einzelne Levelabschnitte auf. Zwar hat sich NIOH 2 in Sachen Grafik nur wenig weiterentwickelt, doch als ist es keineswegs.

Zwischen den einzelnen Hauptmissionen wird die Story mit zum Grafikstil passenden Zwischensequenzen vorangetragen. Schon wie im Teil davor, passt die Machart einfach zu den süchtig machendem Kampfsystem und den überquellenden Loot, der in jedem Abschnitt auf uns wartet.

Selbst wenn unser frischerschaffener Samurai kaum einen Ton von sich gibt, haben wir am Sound selbst nichts auszusetzten. Kraftvolle Hiebe gleiten durch das Fleisch unserer zum Tode geweihten Kontrahenten, auch uns steckt jeder Schlag spürbar in den Ohren. Anhand der Geräusche, die von den widerwertigen Kreaturen ausgehen, können wir gut erahnen, welcher Wicht uns entgegentritt. Ob nun das Schleifen der Messer der grauhaarigen Yamanba oder das sabbernde Schnaufen der verhungerten Gaki. Mit der nötigen Erfahrung, können wir jeden Yokai in der Nähe genaustens lokalisieren. Die Hintergrundmusik kommt in den Leveln selbst kaum auf Ihre Kosten, verleitet dann aber in den Bosskämpfen ungeahnte Motivation.


Fazit
Ein würdiger Nachfolger

Empfehlenswert AwardWer mit dem Namen Sunekosuri nichts anfangen kann, sollte unbedingt einen Abstecher in Reich der Yokai wagen, denn etwas Süßeres wurde vermutlich noch nie in einem Videospiel dargestellt.

NIOH 2 ist Gewiss einer der besten Ableger dieses Genres, auch wenn es sich nicht mit allen Punkten eines Dark Souls oder Sekiros messen kann, wirkt die schier unendliche Auswahl an Optimierungen des eigenen Charakters unglaublich süchtig machend. Immer auf der Suche nach dem perfekten Loot und der für einen selbst am besten passenden Kampfstrategie. Aus unserer Sicht ist NIOH 2 eines der komplexesten Spiele des hartumkämpften Marktes und kann für viel Stunden begeistern. Ob es auch zu den schwersten zählt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Wir selbst hatten öfters nicht die größten Probleme in den Missionen voranzukommen, wurden aber dann oftmals aufgrund unserer Überheblichkeit bestraft.

Wenn jede Fähigkeit benutzt wird, gibt es kein Halten mehr und die Gegner können in Windeseile zu Boden gehen. Benötigen aber selbst auch nur ein bis zwei Schläge um den Kampf für sich zu entscheiden. Verfechter des Vorgängers können bedenkenlos zugreifen, für diejenigen, die es noch werden möchten, gibt es die Onlinefunktionen um die Missionen gemeinsam zu überstehen. In Sachen Statistik fehlt es an nichts, denn wirklich an jede noch so kleine Berechnung wurde gedacht.

Auch wenn so einiges wiederverwertet wurde und die Grafik auf der Stelle tritt, macht uns NIOH 2 sehr viel Freude und bietet einfach mehr vom Bekannten.