[ TEST ] PATHFINDER: Wrath of the Righteous – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

In Pathfinder: Wrath of the Righteous reisen wir in den Abyss, um die bösartigen Schergen des Dämonenfürsten Deskari zu bekämpfen. Auf unserem Weg werden wir zu mythischen Helden, die es mit den größten Legenden aufnehmen können, die die Welt von Golarion je gesehen hat.  Nun ist der Rollenspiel-Hit auch für die Konsolen erschienen – höchste Zeit also, dass wir da einmal einen genauen Blick drauf werfen.   

Ersteindruck
Einleitung für Geduldige                                            

In Pathfinder wird uns ein schwieriger Einstieg geboten. Als Erstes werden wir mit einem sehr umfangreichen Klasseneditor erschlagen, mit dem wir bis ins kleinste Detail unseren Helden oder Heldin erschaffen können. Es gibt unzählige Klassen, die man nur selten in anderen Spielen vorfindet. Jede einzelne Klasse hat auch noch eine Bemerkung wie schwer sie sich spielt und für wen sie am besten geeignet sei. Von Herkunft über Rasse oder Spezialität lässt sich vieles kombinieren und am Ende wussten wir nicht, ob wir die richtige Wahl getroffen haben. Das äußerliche Erscheinungsbild ließ sich allerdings nicht stark beeinflussen und führte in unseren Augen zur Enttäuschung. Nach knapp 50 Minuten im Editor konnten wir dann endlich tödlich verwundete das Spiel starten.

Wer den Vorgänger Pathfinder:Kingmaker aus dem Jahr 2018 kannte, wird sich hier vermutlich besser zurechtfinden.

Wir, als blutige Anfänger der Reihe, hatten schon nach den ersten zahlreichen Dialogen keine Kraft mehr. Beim Vorgänger, der zuerst nur für PC erschien und dann später als Komplettversion für die Konsole produziert wurde, waren auch gleich alle DLCs mit am Start. In der Konsolenversion vom aktuellen Pathfinder: Warth of the Righteous, müssen wir nun pro DLC 12,99 Euro aus unseren Taschen quetschen. Ein Season Pass gibt es für 28,99 Euro. Da aber der Umfang der DLCs dem Hauptspiel nicht gerade unterlegen ist, kann sich die Investition für wahre Fans schon lohnen.

Gameplay
Von Käfern, Dialogen und Dämonen

Bevor wir auf das eigentliche Spielerlebnis kommen, reden wir kurz über Käfer. Denn im neuen Pathfinder gibt es die reichhaltige Eiweißquelle an vielen Stellen. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, hatte man schon im Vorgänger mit der Insektenplage zu kämpfen und hat nicht viel aus der Vergangenheit als Entwickler gelernt. Wir reden hier natürlich über Bugs, die den Spielfluss und Spaß stark beeinträchtigen können. Wir beziehen uns hier aber nur auf die Konsolenversion, mit der PC-Version haben wir uns nicht befasst. In den Foren des Entwicklers können begeisterte Entomologen sich austoben und erfahren, welche Art von Käfer es ins Spiel geschafft hat.

Wir hatten unter anderem mit den Bugs von zerstörten Spielständen oder nicht abschließbaren Quests zu kämpfen. Je weiter wir vorangeschritten sind, desto häufiger wurden wir von den kleinen Krabblern nicht in Ruhe gelassen, so kommt zu mindestens bei uns keine Freude auf.

Genug beschwert, gehen wir über ins eigentliche Spiel, obwohl spielen ist vielleicht etwas zu viel verlangt. Ein Großteil, mit dem wir uns in Pathfinder: Warth of the Righteous beschäftigt haben, ist das Lesen. Jeder Charakter, der auch nur ein bisschen Hintergrundgeschichte besitzt, ist nämlich ein ausgezeichneter Redner. Die Dialoge nehmen kein Ende und wecken in uns die Frage, warum eine uns fremde Person versucht uns tot zu quatschen. Der einzige Hoffnungsschimmer besteht darin, dass die Dialoge exzellent geschrieben sind. Ob einen das Gesagte interessiert, steht in einem anderen Buch.

Durch die vielen Gespräche wird uns immer eine Auswahl an Antwortmöglichkeiten geboten, dies kann das Verhalten anderer Charakter beeinflussen und hängt auch mit den gewählten Statusattributen unseres Avatars zusammen. Haben wir keine große Intelligenz, können wir auch nicht so viel in den Gesprächen beisteuern. Nicht zu erwähnen, dass wir sowieso stumm wie ein Baum sind und die Unterhaltung zu 99 Prozent von der anderen Partei geführt wird.

Heutzutage ist es selten, dass ein Dämonenkönig das Ziel unseres Feldzuges ist, doch hier in Pathfinder ist es endlich soweit zur legendären Heldenpartie zu werden und dem Bösen das Lachen aus dem Gesicht zu wischen. In einer anderen Medienform ist der Dämonenkönig ein häufig gewähltes Übel und diejenigen, die mit dem Wort „Isekai“ etwas anfangen können, wissen Bescheid, in Videospielen ist dies ziemlich selten geworden.

Unsere Reise wird aus der isometrischen Ansicht bestritten, wo wir volle Kontrolle über die Kamera erhalten. Die Übersicht ist so auf unserer Seite. Von dieser Höhe sieht das Spiel auch ganz ansehnlich aus, zu nah ran Zoomen sollten wir jedoch nicht.

Neben den Dialogen ist das andere Kernstück natürlich der gnadenlose Kampf, hier zeigt sich, ob wir überhaupt eine Bedrohung für den fiesen König darstellen. Wer es gerne realistischer mag, kann diese epischen Schlachten in Echtzeit betreiben und muss stetig auf der Hut sein, keinen Fehler zu begehen. Hier können wir aber jederzeit pausieren, um unsere Kommandos an unsere Pixelsoldaten zu verteilen, um die Schwächen der einzelnen Dämonen auszunutzen. Für die taktischen Strategen empfiehlt sich klar die rundenbasierte Kampfoption, um die Gefechte, wie die Dialoge in die Länge zu ziehen. Wer sich zu Anfang für einen der letzten drei Schwierigkeitsgraden entschieden hat, kann auch beispielsweise mit dem permanenten Ableben von Charakter belohnt werden. Bedeutet dieser Feldzug, kann sehr zermürbend ausfallen.

Auf unserer sehr langen Reise begegnen wir zahlreiche Charaktere oder Begleiter, von denen sich viele uns anschließen können, dies liegt aber auch öfters an unsere eigenen Entscheidungen.
Natürlich setzt so ein umfangreiches-Spiel wie Pathfinder: Warth of the Righteous auch stark auf den Charakterausbau, dies bezieht sich auf alle Gefährten, die sich uns in laufe, der Zeit anschließen. In den niedrigen Schwierigkeitsgraden kann das automatisch passieren, wenn gewollt, in den höheren müssen wir uns um die Verwaltung komplett selbst kümmern.

Dies hilft natürlich später fürs bessere Verständnis der einzelnen Figuren. Da wir eine Party voll aus Helden aufbauen wollen, bleibt es nicht aus, dass wir irgendwann auch mal etwas Overkill sein können, was unsere harte Arbeit belohnt. Da wir es hier mit dem Dämonenkönig zu tun haben, ist es auch klar, dass unsere mystischen Helden auch später besondere Fähigkeiten erhalten. Hier wird dann nach der gewählten Charakterklasse entschieden, was natürlich schwierig zu beschreiben ist, da es sehr viel Auswahl zum Anfang gab.

Wir sind nicht nur eine kleine Heldenparty, wir erhalten noch das mächtige Werkzeug namens Kreuzzug-System. Hier wird uns eine Strategie-Komponente in die Hand gedrückt, um unsere eigene Armee aufzubauen. Denn als Held beschäftigen wir uns nicht ewig mit den kleinen Dämonen, sondern lassen diesen Aufgabebereich in die Hände unseres fähigen Fußvolkes fallen. Wir haben nämlich die Generäle und den eigentlichen König im Visier. Sollten wir uns dafür entscheiden, diese Verwaltung zu automatisieren, gehen uns viele aussichtsreiche Chancen verloren. Deswegen empfiehlt es sich, unseren Kreuzzug immer selbst zu planen, auch wenn der ein oder andere das Gefühl der Arbeit verspüren könnte.


Fazit
Pathfinder richtet sich vor allem an Hardcore-Rollenspiel-Fans

Aus unserer Sicht ist Pathfinder: Wrath of the Righteous ein Spiel nur für eine bestimmte Zielgruppe und nicht was für die breite Masse. Wir waren schon nach der ersten Stunde bedient und hätten am liebsten auf einen Stromausfall gehofft. Nichtsdestoweniger haben wir den Kampf mit der Armee des Dämonenkönigs aufgenommen, weil die simple aber verständlich erzählte Geschichte, einem entspannt durchs Spielgeschehen leiten kann. Die endlosen Dialoge waren für uns jedoch immer wie Salz in den Augen und wollten einfach nicht aufhören.

Wir lesen dann lieber Bücher, weil wir dort wissen, auf was wir aus sind. In einem Spiel wollen wir spielen und nicht ewig an einer Stelle gefesselt sein. Die Charaktere sind natürlich interessant geschrieben und es fällt auch nicht schwer seine Favoriten aus der großen Auswahl zu bestimmen. Hier ist es so wie beim Vorgänger, derjenige, der sich in ein Spiel richtig hineinversetzen möchte und das optimal aus seiner Heldentruppe herauskitzeln will, ist hier sehr gut beraten, alle anderen sollten einen großen Bogen einschlagen. Die Insektenplage darf natürlich nicht außer Acht gelassen werden, zumindest zur aktuellen Zeit ist keine umfangreiche Schädlingsbekämpfung in Aussicht.

Top-Angebot
Pathfinder: Wrath of the Righteous Limited Edition (Playstation 4)
11 Bewertungen
Pathfinder: Wrath of the Righteous Limited Edition (Playstation 4)
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