Spiele Test

[ TEST ] Praetorians HD Remaster – Die Antike im neuen Gewand

Kalypso Media hat sich nach 17 Jahren an einer Neuauflage des Klassikers Praetorians probiert. Mit dem HD Remaster wurden ein paar Details etwas aufpoliert und an die heutige Zeit angepasst. Wir durften vorab die Vollversion testen und können somit erste Erfahrungen mit euch teilen.

Praetorians ist ein 3D-Echtzeit-Taktikspiel, das von Pyro Studios entwickelt und von Eidos Interactive veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zu den meisten Titeln über Echtzeitstrategie, konzentriert sich Praetorians auf Militär und Taktik und nicht auf den Bau oder das Ressourcenmanagement. Die Einheiten werden von einer Garnison ausgebildet, die auf einer Stadt oder einem Dorf gebaut wird und ein Kommandant dorthin geschickt werden muss. Praetorianes unterscheidet sich von anderen Spielen seines Genres dadurch, dass Ressourcen keine Rolle spielen. In den meisten Echtzeit-Strategiespielen müssen Gegenstände wie Holz, Nahrung, Gold, Stein und Ruhm gesammelt werden, die bei der Aufstellung von Truppen ausgegeben werden. Die einzige Ressource die man braucht, um stärkere Soldaten zu rekrutieren, sind Ehrenpunkte. Ehrenpunkte werden durch das Kämpfen und Töten feindlicher Truppen verdient.

Ersteindruck

Schlicht gehalten, ohne viel auffallen zu wollen

Das Spiel startet mit den üblichen Publisher Logos aber man kommt danach direkt in das Hauptmenü, ohne irgendwelche Spiele-Trailer. Die üblichen Optionen zu Grafik, Sound und Spiel bieten nicht viele Einstellmöglichkeiten. Man sollte sich kurz den V-Sync im Grafikbereich, der per Haken an- bzw. ausgeschaltet werden kann, ansehen.  Mit diesem kann man Bildfehler ausmerzen, wenn das Spiel mehr Bilder pro Sekunde generiert, als der eigene Monitor wiedergeben kann. Im Test hat dies leider eher mäßig bis kaum eine Wirkung gezeigt, dies ist aber bestimmt von Spieler zu Spieler unterschiedlich.

Es gibt einen Einzel- als auch Multiplayer Modus

Im Gefecht wird auf offener Karte über Sieg oder Niederlage entschieden

Es gibt folgende Spielmodi: Einzelspieler oder Multiplayer. Im Einzelspieler kann man zwischen der Kampagne und dem Gefechtmodus wählen, insgesamt sind 24 Missionen spielbar. In der Kampagne gibt es anfangs 4 Übungsszenarios und eine normale Mission, die bereits zur Verfügung steht und jeweils eine kurze Missionsbeschreibung enthält. Der Schwierigkeitsgrad ist bei diversen Missionen wählbar zwischen Leicht, Normal und Schwer.  Im Gefechtsmodus lassen sich verschiedene Karten gestaffelt nach Gegneranzahl auswählen, dort geht es ohne viel Story, einfach um den Sieg oder eben Verlust der Schlacht. Sobald eine Karte ausgewählt ist, können Einstellungen über Name des Teams, Farbe und den Völkern getroffen werden. Das gleiche gilt für den CPU. Da das Spiel noch nicht erschienen ist, gibt es natürlich keine offenen Multiplayer Karten, die dann genau so wie ein Gefecht ablaufen, allerdings mit anderen Spielern. Allerdings können auch eigene Karten erstellt werden und warten bis jemand dort teilnimmt.

 

 


Gameplay

Der Kampf steht an erster Stelle

Verschiedene Übungsszenarios erleichtern den Start

Die Missionen sind recht simpel aufgebaut, meist geht es darum von A nach B mit seinen Truppen zu marschieren und einen oder mehrere gegnerische Truppen auszuschalten. Dabei ist es möglich mit der linken Maustaste per ziehen, mehrere Truppen gleichzeitig anzuweisen, in eine Richtung zu laufen und den Gegner anzugreifen. Die Länder der Missionen sind auf der Karte immer eingezeichnet und diese führen uns zum Beispiel von Rom über gallische Provinzen und weiter über die Alpen Richtung Norden. Die eigenen Truppen unterteilen sich meist in Bogenschützen und Lanzenträger, mit denen man taktisch im Nah- als auch Fernkampf die Gegner in Schach halten muss. Des Weiteren sind in jeder Mission verschiedene Figuren wie zum Beispiel der Heiler zu spielen. Damit können verletzte Soldaten beispielsweise geheilt werden, sodass ein vorzeitiges Scheitern verhindert wird. Alle Bewegungen können auch mit Grafiken im unteren Bildschirmrand gesteuert werden. Dies bedeutet, dass eure Soldaten sich bewegen, patrouillieren, die Stellung halten oder etwa zum Angriff voranschreiten. Links daneben befindet sich auch die jeweilige Statistik deiner Soldaten. Dort erkennt man wie viel Befehlspunkte oder Truppenpunkte jeder Einzelne hat. Diese können durch Aktionen wie erfolgreiches Beschützen der Hauptfigur, bis zu einem festgelegten Maximalwert gesteigert werden und macht damit die Dynamik eurer Truppen insgesamt stärker. In den Übungsszenarios gibt es auch Tutorials, die euch Schritt für Schritt den Weg weisen.

Es ist auch eine kleine Übersichtskarte am linken Bildschirmrand eingebaut, womit ihr euren und den gegnerischen Standort sofort farblich erkennen oder direkt mit einem Klick ansehen könnt.

 


Grafik und Audio

Viele Konturen mit audiovisuellen Effekten

Es donnert und blitzt bei Dauerregen, mit entspannter Musik aus der Antike. Die Grafik lässt Wälder und Wiesen im satten Grün erstrahlen, auch wenn es sicher nicht mit heutigen Titeln zu vergleichen ist, denn dafür sieht es zu spielerisch aus. Die Stimmen heben sich eindeutig von der Melodie ab, allerdings sind nur einige wenige Sequenzen im Spiel enthalten. Die Bewegungen der Truppen sind einwandfrei und auch die Animation wirkt nicht übertrieben, sondern lässt das Spiel insgesamt recht lebendig auf den Spieler wirken.


Umfang/Langzeitmotivation

Ähnlicher Spielprinzip in jeder Mission

Eine gute Sache vorweg: Man stirbt nicht so schnell und hat einige Soldaten in der jeweiligen Truppe. Heißt also, dass das Spiel auch bei Neulingen keinen Frust auslöst. Allerdings sind die Missionen und Designs recht simpel gehalten, sodass der Reiz nach einiger Zeit relativ schnell flöten geht. Die größte Herausforderung, wie zum Beispiel ein paar Gegner zu erledigen oder Gebäude zu erobern, ist recht schnell verstanden und die Taktik kann nahezu durchweg beibehalten werden. Nach der Kampagne noch Gefechte zu spielen, ist eher ermüdend und man greift lieber zu aktuelleren Spielen. Auch der Multiplayermodus bietet nicht viel Abwechslung. Bedeutet das ewige Kämpfen, Beschützen oder Rekrutieren von Soldaten wiederholt sich ständig, da helfen auch neue Laufwege nichts. Am Ende ist es ein steiniger Weg mit Flussüberquerung um Gegner zu bereinigen, seine Leute zu beschützen und Gebiete erobern.


Fazit

Laufen und Kämpfen von A nach B

Die Neuauflage zu Praetorians hat nicht viele Verbesserungen mit sich gebracht und ist leider nicht in der heutigen Zeit angekommen. Dafür ist es insgesamt zu verspielt und wirkt künstlich aufgesetzt. Da es auch kaum Zwischensequenzen gibt, wird hier die spannende Antike etwas vernachlässigt. Wenn man sich in den Übungsszenarien eingespielt hat, sind die Missionen keine großartige Steigerung mehr und auch an Abwechslung fehlt es leider. Aufgrund mangelnder Detailtreue, vermischen sich im Nahkampf unsere Truppen mit den gegnerischen zu sehr und man kann sie grafisch nicht mehr unterscheiden. Wie bereits erwähnt, können nicht viele Einstellungen oder Modifikationen der einzelnen Soldaten vorgenommen werden, welches das ganze nach einiger Zeit eintönig macht. Wer dieses Spiel kaufen möchte, sollte sich überlegen, das Bundle mit Commandos 2 HD Remaster zu erwerben. Dieses haben wir bereits mit Empfehlenswert bewertet. Unter dieser Prämisse würden wir das Spiel bedingt empfehlen.

Praetorians HD Remaster ist seit dem 24. Januar 2020 auf Steam erhältlich. Es soll im Frühjahr auch auf den Konsolen erscheinen.

 

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