[ TEST ] PROJECT CARS 2 – Gummi, Asphalt und Benzin

Im Mai 2015 brachte  Slightly Mad Studios mit viel Unterstützung der Community Project Cars herraus. In dieser Woche erscheint endlich die Fortsetzung Project Cars 2. Wir haben vorab schon das Spiel für Euch unter die Lupe genommen und zahlreiche Runden auf der heimischen PlayStation 4 gedreht.

In einer wohl sehr kurzen Entwicklungszeit bringt Slightly Mad Studios mit dem Publisher Bandai Namco am 22. September Project Cars 2 in die Läden. Im Vorfeld durfte die Presse auf einem Launch-Event in Frankfurt sich schon einige Einblicke verschaffen. Auf der gamescon in Köln konnten wir das Spiel in einem atemberaubenden Simulator ausprobieren und haben Project Cars 2 mit dem „Best Of gamescom 2017 Award“ ausgezeichnet.

Project Cars 2 wird aktuell in der Version 1.02 ausgeliefert. Das Spiel nimmt 52,89 GB auf der Festplatte ein.  Wir haben das Spiel auf der PlayStation 4 Pro mit einem Samsung 4K/ HDR TV und dem Logitech G29 / Controller getestet. Den Test zum ersten Project Cars findet ihr HIER

Ersteindruck/Menü

Project Cars 2 wird mit einem kraftvollen Intro eröffnet und zeigt den Motorsport, welchen den Spieler erwartet. Unser Download betrug knapp 14 GB und der Rest wird spielintern installiert. Bis dahin darf in einem McLaren Platz genommen werden um einige Runden in Long Beach drehen zu können. Trotz SSD Festplatte in der PlayStation 4 Pro benötige die zusätzliche Installationszeit 30 Minuten.

Das Menü wurde neu gestaltet ohne dabei zu verspielt zu wirken. Slightly Mad Studios setzt diesmal auf die bewährten Windows-Kacheln, mit einem Schwenk nach rechts gibt es mehr.

Optionsreiter im Hauptmenü

Hier erhält der Spieler einen sauberen und ansprechenden Überblick über das Angebot an Spielmodis, die Möglichkeiten zur Einstellung, die Community samt eSports und mehr. Nebenbei erhaltet ihr beim erstmaligen Anklicken viele nette Tipps in englischer Sprache samt deutschen Untertiteln.

Der Spieler behält die Übersicht, Reiter für Reiter gibt es die Gruppen zu entdecken. Einzig und alleine die Hervorhebung wo die Auswahl sich gerade befindet, könnte etwas besser in Auge fallen. Das hätte doch besser gestaltet werden können.

Menü Einstellungen, Fahrhilfen & mehr

Die Bedienung ist einfach gehalten und das Angebot wie schon im Vorgänger reichhaltig. Dabei wurden viele Dinge besser und einfacher gemacht. Das Entwicklerstudio hat sich die Anliegen der Community zu Herzen genommen. Der Gelegenheits-Spieler fühlt sich im ersten Augenblick etwas überfordert, aber keine Panik, da jedem Menüpunkt eine kurze Beschreibung beigefügt wurde.

Wunderschönes Menü mit allen wichtigen Punkten mit einer harmonischen musikalischen Untermalung. Nur bei den vielen Unterpunkten und Einstellmöglichkeiten muss der Spieler sich erst rein denken. Weniger wäre aber nicht besser gewesen.

5 von 5 Sterne

Gameplay

Eines muss vorab deutlich klar sein. Project Cars 2 ist schon wie Project Cars eine Simulation und daher weit weg von Arcade- oder Action-Racern. Project Cars 2 präsentiert Motorsport wie er nun mal ist und bietet dennoch Einsteigern mit wenig Talent die Chance daran teilnehmen zu können.

Da das Spiel eine interne Installation benötigt, kann der Gamer vorab einige Testrunden in einem Roadcar von McLaren erleben. Alleine hier ist es schon spürbar, wer bremst, gewinnt und wer seinen Wagen in jeder Kurve mit dem richtigen Handling durchschiebt, erzielt gute Rundenzeiten.

Motorhauben-Kamera des McLaren F1

…und noch eines muss dem Gamer klar sein, Project Cars 2 ist gemacht um den Motorsport auf der heimischen Konsole erleben zu können, so authentisch wie nur möglich. Daher ist der Spielspass mit den Dualshock 4 Controller nur bedingt gegeben. Klar, wir konnten auch gute Runden fahren und mithalten, doch saubere und gleichmäßige Kurven und Runden kamen erst mit einem Lenkrad zu Stande. Das soll aber nicht heißen, dass es mit einem Controller nicht spielbar ist. Mit etwas Geduld und einigen Einstellungen lassen sich auch gute Rundenzeiten mit einem Controller erzielen.

alle gängigen und lizenzierten Lenkräder werden erkannt

Damit das Herantasten an das Handling der Fahrzeuge nicht gänzlich frustrierend wird, stehen einem viele Fahrhilfen zur Verfügung. Selbst der Ingenieur  für das Fahrzeugsetup steht euch mit nützlichen Tipps zur Seite.

über den Button Ingenieur erhaltet ihr nützliche Tipps zum Setup

Das Gameplay bleibt knackig und herausfordernd. Mit den neuen Einstellungen und Möglichkeiten und viel Übung kann sogar eine verschneite  Rennstrecke gemeistert werden. Dennoch sollten Einsteiger viel Geduld mitbringen, welche dann auch belohnt wird.

Langsames Herantasten, viel Training und viele Runden sind erforderlich, denn es ist noch kein Talent vom Himmel gefallen. Ein Lenkrad für die PlayStation 4 macht vieles einfacher, dann spürt ihr auch die Verbindung zwischen Asphalt, Schotter, Eis und dem Boliden.

Betrachten wir die KI, so darf diese gerne als Chauffeur der britischen Queen und einem halsbrecherischen Ukyo Katayama bezeichnet werden, je nachdem wie ihr das Verhalten bei den Rennen einstellt. Sanft oder aggressiv, aber selbst in der mittleren Stellung schießen sie sich gegenseitig ab. Harte und faire Kämpfe bleiben leider aus.  Ähnlich reagiert auch die Rennleitung, welche den noch so kleinsten Regelverstoß bemängelt und selbst das Überfahren mit nur 2 Rädern führt zu einer ungültigen Rundenzeit. Etwas mehr Nachsicht wäre hier angebracht, da selbst zeitraubende Verbremser dazu gezählt werden.

4 von 5 Sterne

Grafik/ Sound/ Technik

Mit der aktuellen Konsolengeneration bietet euch Project Cars 2 dynamisches 4K und seit dem 1.02 Update auch HDR. Im Menü lassen sich zudem weitere grafische Effekte einstellen. Belohnt werden PS4Pro Besitzer dafür mit einem Augenschmaus an Rennstrecken, Wettereffekten und glänzenden Rennsemmeln. Aber selbst auf der Standard-PS4 kann sich Project Cars 2 sehen lassen. Egal ob nun Standard, Slim oder Pro, die Framerate ist überall stabil, selbst auf detailreichen und großen Strecken mit vielen Gegnern lief alles flüssig.

Schnee auf dem Circuit LeMans

Beim Sound wurde ebenfalls das volle Potenzial ausgeschöpft. Jeder Wagen bietet seine eigene Hausmarke, die Bremsen pfeifen, die Reifen kündigen ihren Gripverlust an und der Wind pfeift einem nur so um die Ohren.

Auch wenn bei Project Cars 2 auf eine Auswahl von Soundformaten verzichtet wurde, so dürft ihr jedes nur so erdenkliche Geräusch in der Lautstärke einstellen. Das fängt alleine schon bei Reifen- und Asphaltlautstärke an und hört mit der allgemeinen Lautstärke auf. Ein weiteres nettes Feature, der Speaker in eurem Controller dient als Funk. Hier erhaltet ihr alle Tipps und Anweisungen aus der Boxengase, selbst dann wenn ihr mit einem Lenkrad über die Pisten donnert.

animierter Boxenstopp

Die Grafik und der Sound laufen ohne Probleme, selbst als die Dämmerung hereinbrach blieb schwarz auch schwarz. Der Sound wurde endlich der PlayStation 4 angepasst und reißt euch nicht wie einst in Project Cars 1 das Headset vom Kopf. Dezent, detailliert. Den einzigen technischen Kritikpunkt den wir gefunden haben, sind die Ladezeiten zu den Strecken, hier gehen schnell mal 30 – 60 Sekunden rum.

5 von 5 Sterne

Umfang/ Langzeitmotivation

Was einst war, hat auch in Project Cars 2 wieder Bestand. So werden euch eine Karriere, das Schnelle Spiel samt Test, benutzerdefiniertes Rennen, Multiplayer mit der Option eigene Sessions eröffnen zu können,geboten und unter Community gibt es Events, Zeitfahren und den eSports Bereich.

Hauptmenü Reiter eSports

Das Angebot an Wagen und Strecken kann sich ebenfalls sehen lassen. Positiv sind uns die historischen Strecken und Wagen aufgefallen. Hier erlebt der Racer die pure Herausforderung, einzig und alleine unter den ganzen klassischen Rennstrecken vermissen wir Le Mans ohne Schikanen. Dafür bieten diese historischen Strecken ein authentisches Bild und sind nicht nur eine Streckenabwandlung. Hier passt jedes Haus und jede Mauer.

Project CARS 2 Lizenzen

Die Karriere bildet sicherlich den Mittelpunkt. Nachdem ihr euch einen Fahrer gebastelt habt, steht ihr vor der Entscheidung, welchen Weg ihr gehen wollt. Dieser ist in Project Cars 2 nicht mehr ganz so einsteigerfreundlich, ihr müsst euch wirklich von unten nach oben kämpfen und euer Terminplan lässt euch kaum Luft.

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Project Cars 2 wird auf keinen Fall langweilig. Alleine die Jagd nach guten Rundenzeiten, die Erfolge in der Karriere, die Beherrschung des Wagens und das Können auf der Strecke, sich mit anderen im Multiplayer messen zu können, das beste Setup zu finden… immer mehr und mehr. Wer mag, greift auf die Vielzahl an neuen Klassen und Spielmodis zurück.

Das Startangebot kann sich sehen lassen und mit dem Season-Pass dürfte die eine oder andere Überraschung noch folgen. Schauen wir auf Project Cars 1 zurück, so bereiten uns die Preise für kommende DLCs keine Sorgen. Diese waren eher immer ein Schnäppchen und ihr Geld auf jeden Fall wert.

5 plus 1 Stern von 5

FAZIT

Slightly Mad Studios bietet mit Project Cars 2 einen würden Nachfolger und bringt den puren Motorsport in Vollendung. Knackig und herausfordern bringt es das Benzin im Blut in Wallung und die Hände am Lenkrad zum schwitzen. Mehr zugänglichen und für den Gamer spielbaren Motorsport, kann wohl kaum auf der PlayStation 4 erlebt werden. 

Vieles wurde verbessert und der Feinschliff ist spürbar. Das Herzblut und die Liebe zum Motorsport der Entwickler ist spürbar. Project Cars 2 bleibt das beste Motorsport-Spiel. Alles andere sind nur Kaffeefahrten in Seifenkisten. 

5 von 5 Sterne

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Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973