Spiele Test

[ TEST ] PUBG: PlayerUnknown´s BattleGrounds – der Pionier des Battle Royale

Im März 2017 brachte Bluehole-Studio PUBG Corporation das Spiel PlayerUnknown´s BattleGrounds im Early Access auf Steam. Nun fast 2 Jahre später erschient das Spiel, kurzum PUBG, auch auf der PlayStation 4. Seit genau einem Jahr läuft das Spiel schon in der Game Preview Edition auf der Xbox One. Wir haben es uns nun auch der PlayStation 4 angeschaut.

PlayerUnknown´s BattleGrounds darf gerne als Pionier des „Battle Royale“ Spielmodus bezeichnet werden, welcher heute sich vermehrt und in einigen Abwandlungen auch in anderen Spielen wiederfinden lässt. Dabei orientierte sich das Bluehole-Studio an einen japanischen Manga-Film „Battle Royale“ aus dem Jahre 2000 nach dem gleichnamigen Roman von Kōshun Takami. Eine gewisse Anzahl von ausgewählten Spielern werden in einer Arena zusammengeführt um gegeneinander anzutreten und müssen dabei zudem noch überleben. Nur der Letzte geht siegreich vom Schlachtfeld, bei PUBG auch als Chicken Dinner bekannt. Film-Fans dürfte dabei sicherlich die „Tribute von Panem“ Reihe im Kopf rumgeistern.

Das Spiel wurde von mir auf der PlayStation 4 Pro samt SSD und einen Samsung 4K/ HDR Fernseher gespielt. Zum Zeitpunkt des Tests liegt aktuell der Patch 1.04 an und der Platz auf der Festplatte nimm 33,8 GB ein. Zudem steht neben der Spielversion auch noch eine weitere „PTS-Version“ für den Zugang der Testserver zur Verfügung. Für die Audiowiedergabe verwendete ich zum einen ein Heimkinosystem oder das MMX 300 Headset samt Sound BlasterX G5.

Ersteindruck

eher Free 2 Play statt Vollpreistitel 

PUBG ist ein reiner Online-Multiplayer Titel und konzentriert sich rein auf den Battle Royale Modus. Wer hier eine imposante Kampagne oder einen reinen Koop-Modus sich hofft, ist leider schief gewickelt. Daher wird PUBG euch eine gute Internetverbindung abverlangen, statt auf eine schnelle Festplatte zugreifen. Zudem wird eine PlayStation Plus Mitgliedschaft vorausgesetzt.

Bevor ich mich nun ins Getümmel werfe, lande ich vorab im Hauptmenü. Dieses ist schon mal sehr übersichtlich gehalten und gibt mir einen Einblick in das Spiel und seine Möglichkeit. Für diesen Test wurde uns eine Edition zur Verfügung gestellt, welche neben dem Uncharted Outfit und Ellie´s Rucksack aus The Last Of Us auch gleich 6000 G-Coins im Wert von 49,99 Euro mitbringt.

So beginne ich mir aus einigen Angeboten einen Charakter zu erstellen und stehe hier eigentlich vorab im Wald, da ich mit der In-Game Währung mich schwer tue diese richtig einzusetzen. Ganz nackig möchte ich natürlich nicht um das Überleben kämpfen und wer zu schnell in ein Spiel startet, rennt auch gleich mal unbewaffnet über das Schlachtfeld. So besuche ich den Store um muss schon meine In-Game Währung einsetzen um mir das M16A4 zu gönnen. Wer weiß was kommen wird. Natürlich gibt es noch mehr Waffen, Ausrüstungen und Outfits zur Auswahl und schon hier wird bei mir der Eindruck eines Pay 2 Win Spiels erweckt ? Aber der erste Eindruck täuscht, alle Waffen und Outfits sind nur Tarnungen und Lackierungen. So hole ich mir vorab die Tarnung für das M16 und schon sind 800 G-Coins weg. Umgerechnet kostet mich das optische Erscheinungsbild der M16 gleich mal über 6 Euro und hier ist es nur eine Lackierung mehr nicht. Ein typischer Geschäftsweg eines Free 2 Play Spiels. Natürlich kann man sich diese Lackierungen & Outfits mit der Zeit auch ganz ohne G-Coins freispielen.

Der Einstieg von PUBG kostet auf der PlayStation 4 mindesten 30 Euro, so wie auf dem PC. Auf der Xbox One ist die Preview Edition schon ab 13 Euro erhältlich. 

Doch los geht es…


Gameplay

… mit der Zeit stehen geblieben

Damit ich in diesem Battle Royale Spiel nicht gleich als erster den Löffel abgeben, habe ich mich in den Trainingsmodus begeben um mich etwas mit der Steuerung vertraut machen zu können. Dieser Trainingsmodus gibt zwar nicht viel her, aber er offenbart mir die Möglichkeiten und ich kann und musste etwas an der Feinjustierung der Steuerung spielen. Im Vergleich zu einem typischen Endzeit-Shooter wie z.B. The Division musste ich nämlich viel umdenken. Alleine die Bewegungen sind typisch auf Battle Royale ausgelegt und die Belegungen der Tasten weichen zum Teil vom bekannten Schema der Konsolen-Shooter ab. Ich würde die Steuerung sogar als unpräzise und schwammig bezeichnen, dass lässt sich aber in den Einstellungen etwas ändern.

Das Spielprinzip von PlayerUnknown´s BattleGrounds ist eigentlich klar, 100 Spieler werden in eine riesige Arena geworfen um sich gegeneinander beweisen zu können. Dabei starten alle vom Flugzeug aus und dürfen nach eigenen Ermessen mit dem Fallschirm auf eines der Karten abspringen. Hier zählt nun das Überleben, das Sammeln von Items, Gadgets, Waffen und Munition. Dabei sind die Karten sehr groß gestaltet worden und diese werden mit der Zeit räumlich eingeengt damit sich alle zusammenfinden können.

Battle Royale ist sicherlich nicht jedermanns Sache und alleine zählt hier nur der Skill, es sollte daher eher im Squad gezockt werden. Die Steuerung mit Controller ist hier wohl mein größtes Übel, ich merke hier die Ungenauigkeit an, welche mit einer Maus und Tastatur am PC doch besser zu Hand haben ist. Der Entwickler setzt wohl doch eher auf das Gameplay der PC-Gamer und kennt die Konsoleros nur wenig, denn diese zocken etwas anders. Hier hätte das Bluehole-Studio einiges besser machen müssen aber wie immer gilt halt, der eine mag es, der andere nicht. Mein Ding ist es dann doch nicht auch wenn mir das Spielprinzip gefällt. Punkten kann das Gameplay nur alleine durch den Battle Royale Modus mit all seiner Spannung und dem Nervenkitzel so lange wie nur möglich zu überleben.


Grafik/ Sound & Technik

… aus welchen Jahr ist das Spiel ?

PUBG startete 2017 auf dem PC und nun ist es auf der PlayStation 4, doch alleine schon im Hauptmenü ist es deutlich erkennbar: Die Grafik entspricht nicht mehr dem Stand der Zeit. Zwar vermittelt uns die PlayStation 4 Pro ein 4K Bild und HDR wird auch geboten, ich habe aber den Eindruck ein Battlefield 3 auf der PlayStation 3 war netter im Erscheinungsbild und trotz schicken Uncharted-Outfit wirkt mein Charakter nicht mal annähernd so schön wie Nathan Drake in der Remaster Collection.

Für ein so großen Namen eines Spiels habe ich mir schon etwas mehr erhofft, pixelige Darstellung von Umgebungsobjekten, leere Hintergründe und aufpoppende Horizonte. Dazu schmiert die Schärfe bei Bewegungen gerne mal ab und die Framerate scheint auch gerne mal in die Knie zu gehen. Auch wenn die Karten riesig gestaltet worden sind und sich wohl an die 100 Gamer auf diesen bewegen, es wirkt alles sehr lieblos, detailarm und plastisch. Eine künstliche und billige Darstellung eines der wohl bekanntesten Battle Royale Spiele scheint im Jahr der Idee zu diesem Spiel sprichwörtlich stehengeblieben zu sein.

Doch Grafik ist sicherlich nicht alles und der Sound mitentscheidend. Die Ortung der Gegner ist akustisch sehr gut, eher zu deutlich, denn selbst wenn dieser noch einige Zehn-Meter entfernt ist und sich versucht anzuschleichen, hören wir ihn wie ein Trampeltier kommen. Selbe passiert mir auch, so werde ich eher gehört statt zu sehen. Taktisch annähern fast unmöglich und nur der Knall meiner M16 sorgt dann für einen kleinen audiophilen Schmaus. Dieser ist aber rein auf ein Headset im Stereo-Modus ausgelegt, so gibt die PlayStation 4 hier ein 5.1 Tonsignal aus ohne dabei die weiteren Lautsprecher zu nutzen. Surround-Sound wie in einem Kino? Fehlanzeige.

Rein technisch betrachtet, ist PUBG keine Meisterleistung und hinkt deutlich gegen die heutigen Battle-Royale-Spiele hinterher. Dies zeigt sowohl das Bild, dass zwar 4K/ HDR bietet aber Meilenweit von einem Call Of Duty oder Battlefield V entfernt ist. Ich glaube eher an Augenwischerei bei den grafischen Ausgaben. Das ist weder HDR noch 4K und der Sound niemals in 5.1! Da bieten die Free 2 Play Spiele wie War Thunder, World Of Tanks oder H1Z1 eindeutig mehr.


Umfang

immer nur das Selbe, eintönig 

PUBG ist ein reiner Battle Royale Modus, der sich auf bis zu 5 Karten in einer doch dystopische, brachliegende Welt abspielt. Keine Menschenseele bis auf die weiteren 99 Gamer tummeln sich hier. Das geht Runde für Runde so. So befinde ich mich anfänglicher immer auf der Suche nach Munition und weiterem Zeug um so lange wie möglich den Gegnern aus dem Weg zu gehen. Sicherlich darf hier jeder so taktisch vorgehen wie er selber mag. Entweder mit gutem Skill einen nach dem anderen kalt machen oder sich so lange wie möglich bedeckt halten um letztendlich bis zum Schluss überleben zu können. Gemeinsam in einem Team macht das natürlich auch mehr Spaß aber im Team ist man für den Einzelkämpfer eher verwundbar.

Persönlich fehlt mir bei PUBG ein wenig die Story und wie ich mit meinem Charakter gemeinsam dahinein wachsen kann. Es macht zwar Spaß hier so lange wie möglich überleben zu wollen und dabei die Gegner taktisch erledigen zu können, aber auch wenn die Karten einfach riesig sind, der Punkt an dem sich eine reine Eintönigkeit breitmacht, ist schnell erreicht. PUBG ist kein Dauerbrenner für einen Abend, eher für 1-2 Runden. Zu gerne würde ich in Ruhe die Karten erkunden, aber die Hast und Angst ist immer ein Begleiter so früh wie möglich das Spiel beenden sehen zu müssen. Punkte sammeln zum Levelaufstieg ist eine mühselige Angelegenheit und ich als Casual-Gamer kann mich zwar begeistern, aber zu schnell deprimiert den Controller beiseitelegen. Die Freispielungen halten sich leider zu sehr in Grenzen und auch die Belohnungen müssen wohl gesucht werden. …hin und wieder auch die Gegner.


Fazit

ein Hype mit Augenwischerei

PUBG, PlayerUnknown´s BattleGrounds ist in meinen Augen sicherlich der Pionier des Battle Royale, aber leider wohl irgendwo in der Zeitschiene der Entwicklung stehengeblieben. Seit fast 2 Jahren existiert das Spiel und kann sicherlich mit dem Battle Royale Modus auch heute noch Gamer begeistern. Für ein Spiel auf der PlayStation 4 aber eindeutig zu wenig. Heute möchte ich imposante und spannungsgeladene Action erleben und gemeinsam mit Freunden die Karten erkunden um in dieser unscheinbaren Welt überleben zu können. Technisch ist PUBG sogar nicht mal annähernd der einer PlayStation 4 würdig, die Grafik hinkt seiner Zeit hinterher und auch wenn die Menümusik kraftvoll wirkt, der Sound ist dann doch eher mager. Für einen Einstiegspreis von 30 Euro auf der PlayStation 4 bekomme ich doch eindeutig heute Spiele, die mir allesamt mehr bieten als nur einen Battle Royale Modus, da helfen auch nicht typische „PlayStation-Outfits“. Nein danke, dann doch lieber Fortnite, Call Of Duty oder Battlefield. Als Free 2 Play Spiel sicherlich interessant, so aber nicht! 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.