Hardware Test

[ TEST ] Razer Blade 15 – Die kompakte Spaßmaschine

Noch vor wenigen Jahren waren Gaming Laptops eher belächelt. Es waren klobige Geräte, die augenscheinlich mehr als das erlaubte Handgepäck im Flugzeug auf die Waage brachten. Handlich waren sie eher nicht und auch in punkto Design schieden sich die Geister. Razer, bekannt durch eine enorm wachsende Produktpalette im Gaming-Bereich, treibt es mit dem Razer Blade 15 auf die Spitze. Hier verbindet man zeitloses Design mit Handlichkeit und einer herausragenden Performance. Wir haben das Razer Blade 15 in der Profi Version für euch getestet – In Ägypten.

Razer ist ein in Kalifornien gegründeter Hersteller von Computerzubehör, speziell für Computerspieler. Die Geräte werden häufig nach Tieren benannt. Das Unternehmen wurde im Jahr 1998 von einem Team aus Ingenieuren und Wirtschaftlern gegründet, um eine High-End-Maus zu entwickeln und zu vermarkten. Diese als „Boomslang“ bezeichnete Maus wurde als die weltweit erste Maus mit einer Auflösung von 1000 dpi beworben, mit der Behauptung, die Leistung der Spieler steigern zu können. Seit 2005 werden neben den Mäusen auch Mauspads und Gamepads angeboten. Weitere Bereiche die Razer mit Produkten abdeckt, sind Accessoires, Kleidung, Rucksäcke, Controller, Streaming-Equipment, aber auch verschiedene Gaming-Laptops.


Ausstattung und Design

Ganz schön (und) dünn

Beim Auspacken der Profi-Version des Razer Blade 15 wird sofort Eines klar – Hier haben sich die Ingenieure mal so richtig ins Zeug gelegt. In diesem, knapp 1,7 Zentimeter dünnen, Brett stecken ein Intel Core i7-8750H Prozessor der 8. Generation und eine NVIDIA GTX 1070 Grafikkarte im platzsparenden Max-Q Design. Wie Razer das hin bekommt ist schnell erklärt. Man setzt im ultraflachen Gehäuse auf eine neue Kühltechnologie mit Verdampferkammer, die für die nötige Abkühlung der beiden Hitzköpfe namens CPU und GPU sorgt. Zwei Lüfter sorgen zudem auf der Unterseite für die Abluft. Das kompakte, aus einem Block gefräste, Gehäuse ist ziemlich schick. Dank schwarz eloxierter Oberfläche wirkt es griffig und edel zugleich. Leider ist die schöne mattierte Oberfläche aber auch sehr anfällig für Fingerabdrücke und kleine Schmutzpartikel. Auf dem Deckel des hauchdünnen Displays erwartet uns das im Betrieb beleuchtete Razer Logo und lädt zum Spielen ein. Alle Kanten sind leicht gebrochen oder abgerundet und das Gehäuse wirkt damit sehr robust und zeitlos schön. An der linken Seite des nur knapp 2 Kilogramm schweren Gerätes finden wir den Anschluss für die Stromzufuhr, zwei USB 3.1 Ports, sowie den 3,5-mm-Kombo-Audio-Anschluss. Bei der Basis-Version des Blade, steht uns hier noch ein zusätzlicher Gigabit-Ethernet Anschluss zur Verfügung. Weitere Anschlüsse, wie einen Thunderbolt 3, ein HDMI 2.0b Port, sowie ein Mini DisplayPort 1.4 finden wir auf der rechten Seite des Blade 15 Pro. Außerdem ist auch hier ein weiterer USB 3.1 Port vorhanden. Zusätzlich gibt es ein Kensington-Schloss zur Absicherung, welches bei unserem Testmuster offensichtlich schon mehrfach benutzt wurde. Leider fehlen ein Kartenleser und der RJ45-LAN Anschluss bei der Pro Variante des Blade 15.

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Das Blade 15 bietet fast alle Anschlüsse, die das Herz begehrt

Auch aufgeklappt setzt das Blade 15 besondere Maßstäbe. Das 15.6 Zoll Display im Edge-to-Edge Design steckt in einem 4,9 Milimeter Rahmen. Hier finden wir die nächste Überraschung, denn wie ein Aufkleber uns zu verstehen gibt, bietet uns das IPS-Panel ganze 144 Hertz Bildwiederholrate bei einer Auflösung von 1920 mal 1080. In der 4K Variante könnten wir zwar nicht auf die 144 Hertz zurückgreifen, wohl aber das Blade 15 über das Display mit den Fingern bedienen. Wie nicht anders zu erwarten, offeriert uns Razer dank der Chroma-Technologie eine Tastatur mit Einzeltasten-Hintergrundbeleuchtung. So könnten wir jeder Taste eine einzelne Farbe samt Effekt zuweisen und hier quasi Disco spielen. Die Tasten sind ich schwarzem, glattem Kunststoff gehalten und verstärken das schnörkellose Design des Blade 15. Unterhalb der Tasten findet sich ein großes, klickfähiges Glas-Touchpad, welches auch Gesten-Unterstützung bietet. Außerdem sorgen zwei Lautsprecher für den richtigen Klang.

Die technischen Daten der von uns getesteten Version

Prozessor: Intel Core i7-8750H
Grafikkarte: NVIDIA GTX 1070 Max-Q – 8192 MB
Hauptspeicher: 16384 MB , 2x 8 GB DDR4-2666, Dual Channel, max. 32 GB
Bildschirm: 15.6 Zoll 16:9, 1920 x 1080 Pixel 141 PPI, IPS, Full-HD, 144 Hz, entspiegelt
Mainboard: Intel HM370
Massenspeicher: Samsung 512 GB SSD
Gewicht: 2.056 kg, Netzteil: 670 g

Leistung und Alltagstauglichkeit

Wir zocken und arbeiten, in der Wüste, auf dem Nil und Zuhause

Nachdem wir also die wunderschöne Behausung der geballten Gaming-Power aus dem Hause Razer inspiziert und bewundert haben, geht es nun ans Eingemachte. Mit dem drücken des Power-Knopfes beginnt das Blade 15 direkt mit seiner Chroma-Lichtershow. Das Logo im Deckel beginnt zu glühen und in weniger als 8 Sekunden ist das kleine Wunder, dank flotter SSD von Samsung, startbereit. Gleich nach den nötigen Eingaben zur Aktivierung des Betriebssystems, begrüßt uns die hauseigene „Synapse“ Software mit den möglichen Features des Blade 15 Pro. Hier können wir umfangreiche Einstellungen über verschiedene Module vornehmen. Da diese Module über den angeschlossenen Razer Shop auch erweiterbar sind, stehen uns zukünftig sicher noch weitere interessante Möglichkeiten zur Verfügung. Grundsätzlich stellen wir in der „Synapse“ Software Makros, Chroma Beleuchtung und die Basiswerte des Blade 15 ein. Flackernde Tasten? Kein Problem! Per Tastenmakro die Äpfel vom Baum pflücken? Läuft! Außerdem lassen sich Nutzerprofile anlegen und Einstellungen zu Leistung und Bildwiederholrate vornehmen.

Razer Synapse Blade15

Razers Synapse Software bietet uns viele Möglichkeiten für Customizing

Ansonsten funktioniert das Blade 15 wie jeder andere PC. Nur eben mobil. Also zocken und arbeiten unterwegs – Ultrakompakt. Da der Testzeitraum sich mit dem Urlaub unseres Autors überschnitt, nahm er das Blade 15 kurzerhand mit. Nach Ägypten, mit auf den Nil und zu den Tempeln. Der Urlaub musste natürlich nicht darunter leiden, allerdings war das Blade auch nicht unpraktisch, wenn es darum ging auf einem Schiff auf dem Nil die ersten Sätze dieses Textes zu schreiben, Videos zu bearbeiten oder der Besatzung die neusten Fotos oder gar Spiele zu zeigen. Uns interessierte jedoch viel brennender ob der Tempel von Abou Simbel in dem von uns installierten Assassins Creed: Origins denn auch dem Original entsprach. Leider hat sich Ubisoft etwas mehr historische Freiheit gegönnt. Das Razer Blade machte allerdings jederzeit eine gute Figur. Die Leistungsergebnisse in Spielen wie AC:Origins oder auch Battlefield V entsprechen denen eines jeden technisch vergleichbaren Desktop-Rechners. Dabei erreichen wir Frameraten um die 100 fps bei niedrigen bis mittleren Einstellungen in beiden Spielen. Setzt man die Grafikleistung bei Battlefield V auf das Maximum stehen uns immerhin noch satte 70 fps zur Verfügung. AC:Origins lieferte uns immerhin noch 60 Frames pro Sekunde. Die Wärmeentwicklung muss allerdings enorm sein, denn die beiden Lüfter am Gehäuseboden drehen bei Volllast deutlich hoch und auch unsere Knie müssen in der kühlen Abendluft nicht frieren. Leise ist das Blade 15 damit nicht. Bei diesen Abmessungen ist das aber auch nicht verwunderlich. Wir wundern uns nur, dass es überhaupt möglich ist, derartig viel Leistung in solch ein Gehäuse zu quetschen. Zum Sound gibt es nicht viel zu schreiben. Die eingebauten Lautsprecher spielten mit angemessener Lautstärke aber mit nachvollziehbar geringem Bass-Anteil. Wir haben allerdings meist einen Kopfhörer benutzt.

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So lässt es sich arbeiten – Videoschnitt mit Kaffee auf dem Nil

Die Akkuleistung des Razer Blade ist angesichts der Leistungsaufnahme nicht die schlechteste, mit Blick auf die Konkurrenz aber auch nicht die beste. Bei Gaming-Sessions in Battlefield V etwa, bat uns das Blade 15 nach rund anderthalb Stunden an die Steckdose. Für ein Gerät, das auf mobiles Gaming ausgelegt ist, klingt das nach wenig Zeit. Dennoch ist dies ein Wert der auch von Produkten anderer Hersteller nur geringfügig überboten wird. Im Standby-Betrieb schneidet das Razer Blade 15 allerdings nicht wirklich gut ab. Hier hält der Akku knappe sechs Stunden durch, was deutlich unter den Werten der Konkurrenz liegt. Auch bei grafisch intensiven Arbeiten an Videoschnitt oder Bildbearbeitung schreit der Akku nach rund zwei Stunden nach mehr Saft. Dennoch sind dies akzeptable Werte und für unsere Dreharbeiten im Tempel von Abou Simbel und die Bearbeitung der Aufnahmen während der Rückfahrt stand uns genug Akkuleistung zur Verfügung. Wer viel unterwegs ist, wird das Netzteil allerdings häufig einpacken müssen.

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Nicht nur wir wollten wissen ob sich Assassins Creed Origins an historische Vorgaben hält


Fazit

Die Spitze in mobilem Gaming?

Edles Design trifft Leistung und Handlichkeit. Das schöne Design wird hier mit neuster Kühltechnik und starker Leistung kombiniert. Mit dem Razer Blade 15 Pro, hat man einen Slim-Gamer geschaffen, der zu den derzeit besten zählt. Das ist mal Fakt. Was dieses kleine Ding leistet, ist kaum zu übertreffen. Lediglich die Akkuleistung lässt hier zu Wünschen übrig. Hier sind Geräte anderer Hersteller etwas im Vorteil. Dank Core i7-8750H, GeForce GTX 1070 Max-Q und flotter SSD schafft das Blade 15 jede Alltagsanwendung und aktuelle Games ohne Probleme. Leider muss man unter Volllast mit hoher Wärme- und Geräuschentwicklung rechnen.Auch wären einige zusätzliche Anschlüsse wünschenswert. Sie tun aber unserer Bewertung keinen Abriss.

Grundsätzlich können wir für das Razer Blade 15 in der Profi-Variante eine deutliche Empfehlung aussprechen. Nur ungern haben wir uns wieder davon getrennt. Der Preis ist mit aktuell 2.549,99 € dennoch ziemlich hoch. Ähnliche Geräte liegen allerdings im selben Preissegment.

Das Razer Blade 15 in der Pro-Version, erhält von uns 5 Sterne.

 

 

 

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