[ TEST ] RESIDENT EVIL 2 – Genau so muss ein Remake sein

Kaum eine andere Spieleserie hat das Horror-Genre so geprägt wie Resident Evil. Mit dem Remake zu Resident Evil 2 will man den Klassiker nun wieder neu aufleben lassen. Ob es gelungen ist, erfahrt ihr im Test.


Ersteindruck
Super wäre untertrieben.

Ihr könnt zu Beginn zwischen Claire Redfield und Leon Kennedy als Charakter wählen. Je nachdem, mit wem ihr euch nun ins Abenteuer stürzt, ändert sich der Spielablauf und das Spielgeschehen entsprechend.

Die ersten Minuten und Stunden waren schonmal äußerst vielversprechend und haben mich extrem positiv überrascht. Nicht nur optisch kann das Spiel von Beginn an überzeugen. Auch Gameplay, Sounddesign und Inszenierung machen einen sehr guten, ersten Eindruck. Und spätestens wenn man das erste Mal in die untote Fratze eines Zombies guckt, merkt man: Das ist ein klassisches Resident Evil in seiner bisher schönsten Form.


Gameplay
Spielgefühl vom Feinsten.

Resident Evil 2 ist eines der schönsten Remakes der letzten Jahre. / Resident Evil 2
Resident Evil 2 ist eines der schönsten Remakes der letzten Jahre. / Resident Evil 2

Wer sich noch an das Original Resident Evil 2 von 1998 erinnert, der wird sich auch an die (für heutige Maßstäbe) schreckliche Steuerung erinnern. Da musste natürlich was passieren. Die Steuerung mit Tastatur und Maus geht gut von der Hand und bietet auch einige Hilfefunktionen. So könnt ihr z. B. eine Zielhilfe aktivieren, oder festlegen, ob ihr zum Sprinten die Taste gedrückt halten müsst, oder ob Antippen reicht. Wer lieber mit dem Gamepad Spielen will, kann die Steuerung auch während des laufenden Spiels umstellen, ohne erst neu starten zu müssen.

Zum Zombie-Standard-Gameplay a la Kopfschuss und Wegrennen kommen auch einige Rätsel auf euch zu, die sich zwar im Grunde sehr ähnlich und auch nicht sehr fordernd sind, aber auch keine Langeweile oder Routine aufkommen lassen. Zudem sind sie nicht zu zahlreich und machen innerhalb der Story auch Sinn. Auch eine Schleicheinlage bringt etwas Abwechslung ins Spiel. Zombies können nun auch gezielt „ausgebremst“ werden, indem man ihnen z. B. Gliedmaßen abschießt.

Auch die Bosskämpfe laufen schön abwechslungsreich ab. Einfach nur drauf los ballern wird nicht so wahnsinnig viel bringen. Jeder Boss hat einen Kniff, mit dem man ihm den Gar ausmachen kann. Dieser ist zwar immer einfach rauszufinden und anzuwenden, sorgt aber dafür, dass sich die Kämpfe nicht zu ähnlich anfühlen und keine Routine aufkommt.


Grafik/Sound/Technik
Schaurig schöne Zombies.

Optisch kann man sich kein bisschen beschweren. Das tolle Spiel mit Licht und Schatten, die dunklen Gänge und das toll inszenierte Spielgeschehen sehen durchweg genial aus. Das schafft Atmosphäre und macht einfach Spaß. Auch die Rendersequenzen sehen fantastisch aus und ergänzen das Geschehen perfekt. Zwar wirken einige Animationen und Bewegungen hier und da etwas hölzern, unterm Strich hat man hier aber alles richtig gemacht und das bestmögliche rausgeholt.

In Raccoon City ist wieder mal die Hölle los. / Resident Evil 2
In Raccoon City ist wieder mal die Hölle los. / Resident Evil 2

Horrorspiele leben von einer guten Soundkulisse und stehen und fallen mit ihr. Um so schöner, dass man auch hier ganze Arbeit geleistet hat. Die Musikalische Untermalung passt immer zum Geschehen. Dramatik, Spannung, leichtes Gänsehaut-Feeling, weil man fast weiß, dass jeden Moment was kommt … die Musik hält die Spannung jederzeit aufrecht.
Auch die Geräuschkulisse kann sich hören lassen. Das Ächzen der Zombies, das lauter werdende Stapfen, wenn der Tyrant euch zum Ende des ersten Abschnitts ständig verfolgt … was auch immer. Es klingt herrlich schaurig und macht das Spielerlebnis zu einem Genuss.
Die Vertonung ist auch durchweg gelungen. Die Sprecher sind gut gewählt und hauchen den Charakteren das nötige Leben ein.

Technisch sind nur ein paar Kleinigkeiten aufgefallen. So kann es vorkommen, dass das Spiel etwas ruckelt, wenn es von einer Zwischensequenz direkt ins laufende Spiel übergeht. Und die Vertonung wirkte gelegentlich etwas asynchron. Alles in allem, ist das Spiel technisch jedoch super umgesetzt. Keine Bugs oder Glitches, die als solche zu erkennen gewesen wären.


Umfang/Inhalt
In der Kürze liegt die Würze.

Der erste Spieldurchgang mit Claire Redfield war mit ca. 7 Stunden zwar relativ kurz, hat während dieser Zeit allerdings durchweg gut unterhalten. Es gab keine langweiligen Story-Passagen, in denen die Spannung und der Spielspaß abfallen. Im Gegenteil. Gerade wenn man mal wieder einen Schreckmoment verarbeitet hat, bahnt sich schon der nächste an. Langweile oder Routine kam nicht ein einziges Mal auf.

Natürlich gehört der chronische Platzmangel im Inventar auch wieder dazu. / Resident Evil 2
Natürlich gehört der chronische Platzmangel im Inventar auch wieder dazu. / Resident Evil 2

Habt ihr die Story durchgespielt bekommt ihr die Möglichkeit eine abgewandelte Variante der Storyline für den jeweils anderen Charakter zu spielen. Außerdem gibt es alternative Kostüme,  einen Hardcore-Modus und die Möglichkeit Speedruns zu machen. Nach jedem Spieldurchgang wird eure Performance bewertet. Und je nachdem wie schnell und erfolgreich ihr wart, gibt es dafür zusätzliche Freischaltungen.
Auch der von vielen geliebte Tofu ist wieder dabei. Ursprünglich war der weiße Block als Modell zur Kollisionsabfrage gedacht, wurde dann aber spaßeshalber doch im Spiel belassen und kann als Charaktermodell freigeschaltet werden.

Auch die Geschichte wurde etwas aufgepeppt. Die vielen Notizen, Zettel und Hinweise, die ihr finden könnt, verraten z. B. warum im alten Polizeihauptquartier so viel Kunst, Krimskrams und kleine Geheimnisse zu finden sind. Auch einige inhaltliche Änderungen wurden vorgenommen. So befinden sich viele der Kreaturen denen ihr so über den Weg lauft, nicht mehr an den selben Stellen wie im Original. Auch einige der Jumpscare-Momente wurden neu platziert. Insgesamt wirkt der Spielablauf und die Geschichte dadurch etwas runder und ausgeglichener.

Für genug Abwechslung und Grund für weitere Spieldurchgänge ist also gesorgt. Mit nur einem oder zwei Durchgängen werdet ihr sowieso nicht ganz hinkommen. Zum Einen würdet ihr dadurch viel zu viele Facetten der Story verpassen und zum Zweiten gehen euch dann interessante Freischaltungen und ingame-Achievements durch die Lappen.


FAZIT

ein wunderbares Remake 

Wer das Original von 1998 mochte, der kann beim Remake bedenkenlos zugreifen. Die Atmosphäre und der besondere Charme des Klassikers wurden nicht nur gut modernisiert, sondern sogar noch um einiges verbessert. Auch die kleinen Änderungen gegenüber dem Original machen Sinn, werten das Spiel auf und lassen es insgesamt sogar etwas runder und stimmiger wirken, als den Klassiker.  Genau so stelle ich mir ein gutes Remake vor.

Resident Evil 2 ist erhältlich fürPlayStation 4 und XBox One und PC. Der Test basiert auf der PC-Version.


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Christian Genschow
Gottgleicher Web- & Videoredakteuer für Games und so nen Kram