Hardware Test

[ TEST ] Riotoro CR1088 – Was kann der kleine Stier?

PC-Gehäuse gibt’s wie Sand am Meer und will man sicher gehen, dass auch alle Komponenten hinein passen, entscheidet man sich oft für ein Case der großen, bekannten Marken. Dass ein gutes Gehäuse nicht immer teuer sein muss, will nun die recht junge Marke Riotoro beweisen. Unser Autor stopfte seinen Rechenknecht also für euch in den Midi-Tower CR1088, der neben Platz für ATX-Boards auch noch buntes  Licht bietet.

RIOTORO ist ein im Jahr 2014 gegründetes kalifornisches Unternehmen, das sich der Entwicklung innovativer PC-Komponenten mit modernsten Funktionen und Leistungen verschrieben hat.Von Enthusiasten, für Enthusiasten ist das Motto des Unternehmens, welches die beste PC-Hardware, Peripheriegeräte und Zubehör der Branche entwickeln will. Ziel ist es dabei Hochleistungssuchenden, die ihre eigenen PCs bauen, volle Zufriedenheit zu bieten.

Ausstattung und Zubehör

Übersichtlich verpackt

Im kompakten Karton der recht neuen Marke Riotoro steckt neben etwas Styropor nur unser Case. Das Zubehör, findet sich im Inneren des Gehäuses und besteht aus einer Anleitung mit vielen Tipps zum Einbau, einem Steckplan für die Lüfter- und RGB-Steuerung, sowie einer Garantiekarte. Außerdem gibt es einen kleinen Karton, mit allen nötigen Schrauben und Abstandhaltern zur Befestigung von Netzteil und Mainboard, sowie einige Kabelbinder. Damit ist der Lieferumfang überschaubar.


Verarbeitung

Gut verarbeitet mit einigen Abstrichen

Die zwei Kammern des CR1088 sind zwar eng bemessen, der Platz reicht dennoch

Das gesamte Gehäuse macht rein optisch einen guten ersten Eindruck. Was direkt auffällt ist das invertierte Design. Das bedeutet, dass das Gehäuse die Hauptkammer für Mainboard und Grafikkarte auf der rechten Seite hat. Dies ist so neu nicht aber bisher gab es noch nicht viele dieser Gehäuse im Handel. Neuerdings bieten aber gerade die bekannten Marken auch Gehäuse in diesem umgekehrten Design an. Das CR1088 ist außerdem im beliebten Zwei-Kammer-Design gestaltet, was bedeutet, dass das Netzteil, die Festplatten und sämtliche Kabel in einer schmalen zweiten Kammer, getrennt von Mainboard und Grafikkarte, untergebracht sind. Das Main-Case und die Abdeckplatte der Nebenkammer bestehen aus schwarz beschichtetem Metall inklusive magnetischem Staubschutz im Gitter für das Netzteil. Die Abdeckung der Hauptkammer ist aus Plexiglas gefertigt und verfügt über eine ausgearbeitete Wölbung, um so zusätzlichen Platz für Grafikkarten und CPU-Kühler zu bieten. Das wirkt etwas merkwürdig aber durch die kantig geformte Wölbung wirkt das Case durchaus nicht hässlich. Die Abdeckungen sind mit einfachen Rändelschrauben mit Kunststoffgriff befestigt. Die abnehmbare Frontblende ist das optische Highlight und bietet einen breiten, beleuchtbaren Streifen aus milchigem Kunststoff, der zwischen zwei sich zu ihm aufwölbenden Kunststoff-Gittern sitzt. Unten links findet sich das ebenso beleuchtete Riotoro Logo. Die eingelassenen Lochgitter versorgen das Gehäuse mit Luft und sind von innen mit Schaumstoff gegen Staub geschützt. Dieser lässt sich jedoch nicht leicht zu Zwecken der Reinigung entfernen.  Auf der Oberseite des CR1088 liegt, ebenfalls in eine beleuchtete Umrandung eingefasst, das Steuerelement. Dort finden sich, eine weiß leuchtende Power-Taste, die Taste zur Steuerung der RGB-Beleuchtung, zwei 3,5 Millimeter Klinkenbuchsen, sowie die Status-LED der Festplatte und zwei USB-Ports in der Version 3.0, die neben dem Reset-Schalter auf ihren Einsatz warten. In die Deckplatte ist außerdem ein Gitter zur Belüftung gestanzt, welches von innen mit einem magnetischen Staubfilter versehen ist. Kommen wir zur Unterseite. In diese ist ebenfalls ein Gitter über die gesamte Breite der Hauptkammer gestanzt, das auch mit einem magnetischen Staubschutz versehen ist. Das Gehäuse steht auf vier Füßen aus hartem Kunststoff.

Eine Wasserkühlung ist im CR1088 sinnvoll untergebracht

Im Gehäuse selbst geht es gediegen zu. Die 13 Zentimeter tiefe Hauptkammer  bietet, wenn auch knapp, Platz für ein Fullsize-ATX-Board und zwei Grafikkarten mit einer Länge von bis zu 30 Zentimetern. Durch die geringe Tiefe ist der Einbau von CPU-Kühlern bis zu einer Höhe von 122 Millimetern möglich. Eine Wasserkühlung oder ein Top-Blower wäre Aufgrund mangelnder Auswahl sicherlich sinnvoll. In der Front ist bereits ein 120 Millimeter Gehäuse Lüfter verbaut, ein zweiter Slot steht für einen weiteren Propeller bereit. Auch eine Wasserkühlung mit zwei Lüftern ist hier einsetzbar, wobei die Lüfter aber auf die Frontplatte und der Radiator dahinter geschraubt werden müssten. Insgesamt stehen sieben Slots für Grafikkarten oder andere Geräte zur Verfügung, deren Slotbleche mit Kunststoff-Rändelschrauben befestigt sind. Auch einen weiteren Lüfter für die Abluft kann man in eine vorgesehene Position schrauben, wenn dieser nicht größer als 80 Millimeter ist. In die Hauptkammer ragt die Kunststoffabdeckung der Bedienelemente hinein, was natürlich unvermeidbar ist. Schade ist allerdings, dass die Kabel sehr unschön durch die oberen Öffnungen verlegt sind. Hier wäre eine direkte Durchführung durch das Blech sinnvoller und würde sie komplett verbergen. Im Trennblech selbst sind zwei große ovale Öffnungen und 5 weitere kleine Öffnungen für die Kabeldurchführung. Eine Öffnung um an die Backplate des Mainboards zu gelangen fehlt.

Kompakter Turm. Das Design des Riotoro CR1088 kann überzeugen.

In der Nebenkammer geht es bereits recht eng zu. Diese ist mit 9 Zentimetern Tiefe gerade groß genug um Netzteile bis zu einer Länge von 220 Millimetern aufzunehmen. Hier findet sich, verborgen unter einem Kunststoffabdeckung, die Steuereinheit für Lüftung und Beleuchtung. Hier kann auch eine Verbindung zur Steuerung der Beleuchtung durch das Mainboard hergestellt werden. Außerdem ist hier im oberen Bereich das Festplattenrack aus Kunststoff verbaut, welches uns Platz für zwei SSD in 2,5 Zoll und zwei HDD in 3,5 Zoll bietet. Das Rack selbst ist mit Rändelschrauben befestigt und lässt sich durch eine einfache Klickmechanik mit Festplatten bestücken. Schade ist das Fehlen eines Scharniers, um das Rack zur Wartung und Montage heraus zu schwenken. Für das verstauen aller überflüssigen Kabel findet sich genug Platz und im hinteren Bereich ist eine Öffnung für mögliche warme Abluft der Festplatten.


Montage und Alltagstauglichkeit

Im Handumdrehen geht das Licht an

Dank PRISM-RGB kann man die Beleuchtung des CR1088 auch per Mainboard steuern.

Für die Montage aller Komponenten im Riotoro CR1088 braucht man kleine Hände. Immerhin ist der Platz knapp bemessen. Dennoch gestaltet sich die Montage von Mainboard und Grafikkarte in der Hauptkammer einfach und ohne Umstände. Lediglich die in der Hauptkammer liegenden Steuerkabel stören etwas. Ansonsten ist das Kabelmanagement als einfach aber auch nicht besonders verdeckend zu beschreiben. Wer spezielle Kabel nutzt, wird hier sicher noch etwas tunen können. Das Netzteil ist flott in die Nebenkammer eingesetzt und passt wie angegossen. Etwas umständlicher ist die Montage unserer vier Festplatten, da man dafür das gesamte Rack herausnehmen muss. Durch die simple Klick-Mechanik sind die Massenspeicher schnell eingesetzt. Schwieriger wird es aber mit den S-ATA Kabeln, vor allem wenn diese abgewinkelte Stecker haben. Es ist grundsätzlich wenig Platz für die Kabel und so mussten wir etwas tricksen. Ist das Festplatten-Rack wieder eingebaut und sind die restlichen oder überflüssigen Kabel im vorhandenen Hohlraum verstaut, ist unser Gehäuse einsatzbereit. Wer weder Anleitung, noch die Hinweise auf der Webseite des Herstellers gelesen hat, wird nun merken, dass sein Standard-CPU-Kühler nicht in das Gehäuse passt. Unser Autor hat sich diesen Fail geleistet. Asche auf sein Haupt. Daher raten wir entweder zu einem Top-Blower oder besser noch zu einer Wasserkühlung.

Im täglichen Gebrauch schlägt sich das CR1088 sehr gut. Es ist kompakt und dank RGB-Beleuchtung optisch anpassbar. Mit der RGB-Taste schalten wir durch 6 Farben oder lassen den automatischen Farbwechsel laufen, der langsam die Farben ineinander übergehen lässt. Zusätzlich können wir diesen bei Gefallen einer Farbe direkt stoppen. Auch ein Anschluss an die RGB-Steuerung des Mainboards ist über die Steuereinheit in der Nebenkammer möglich. Dazu liegt ein Steckplan dem Gehäuse bei. Im Alltagstest, beim herumscheiben des Gehäuses kamen wir etwas öfter als gewollt an den recht großen Reset-Knopf im Steuerpanel. Ansonsten fielen keine negativen Eigenschaften in der täglichen Benutzung auf.

 

Treibt es ganz schön bunt – Das CR1088 von Riotoro


Fazit

Da geht sicher mehr

Optisch ist das Riotoro CR1088 ein echter Hingucker und das Main-Case des CR1088 macht durch das dicke Blech und dessen Beschichtung einen sehr robusten Eindruck. Alle Bleche sind gut verarbeitet und die Öffnungen sauber gestanzt. Der Platz in den beiden Kammern ist knapp bemessen, aber ausreichend für ATX-Boards und herkömmliche Netzteile. Lediglich die knappe Einbautiefe sorgt für Platzmangel für größere CPU-Kühlkörper. Wäre das Gehäuse nur 3 Zentimeter breiter, gäbe es dafür kein Limit. Das würde beim diesem Design kaum auffallen und dem gesamten Gehäuse einen bulligeren Charakter geben. Was dem Namen der Marke sicher zuträglich wäre. Die gewölbte Seitenwand aus Plexiglas ist praktisch, Hartglas wäre aber deutlich edler. Auch die Frontblende, die zwar ein schönes Design hat, stört das Gesamtbild durch billig anmutendes Plastik etwas. Die Montage gestaltet sich einfach und nur die fehlende Öffnung für Backplate und das umständliche Montieren des Festplatten-Racks störten uns etwas. Auch die Kabelführung ist nicht ganz durchdacht und lässt sich sicher sinnvoller gestalten. Die Standfüße würden, wären sie aus Gummi, mögliche Vibrationen etwas besser dämpfen.  Die Reinigung der Staubfilter in der Frontblende könnte sich als schwierig heraus stellen. Aktuell findet man das Riotoro CR1088 für etwa 79 Euro auf diversen deutschen Handelsplattformen. Bedenkt man, dass man für fast denselben Preis bereits deutlich hochwertigere Gehäuse von Corsair, be quiet! oder gar NZXT bekommt, bewerten wir diesen Preis als deutlich zu hoch. In Punkto Verarbeitung  kann sich das Riotoro CR1088 ganz und gar nicht mit einem NZXT H500 oder einem Silent Base 601 messen. Natürlich bestimmt nicht nur die Verarbeitung eine Kaufentscheidung und beim CR1088 kommen immerhin auch das invertierte Design, die kompakte Bauweise und die Beleuchtung zu tragen. Wir vergeben daher drei von fünf möglichen Sternen.


 

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