In einer Zeit, in der 3D-Plattformspiele oft in die Schatten der großen Blockbuster geraten, wagt Ruffy and the Riverside einen mutigen Schritt zurück zu den Wurzeln des Genres. Entwickelt von Zockrates Laboratories aus Nürnberg und veröffentlicht von Phiphen Games, bietet dieses Spiel eine erfrischende Mischung aus Nostalgie und Innovation.
Mit seiner charmanten, handgezeichneten Welt und dem einzigartigen SWAP-Mechanismus, der es dem Spieler ermöglicht, die Texturen der Umgebung zu kopieren und zu verändern, hebt sich Ruffy and the Riverside deutlich von anderen Titeln ab. Doch kann es die hohen Erwartungen erfüllen, die an ein modernes 3D-Plattformspiel gestellt werden? In diesem Testbericht werfen wir einen genaueren Blick auf das Abenteuer von Ruffy und seiner treuen Begleiterin Pip, um herauszufinden, ob dieses Spiel ein würdiger Vertreter des Genres ist.
Wir haben Ruffy and the Riverside auf der PlayStation 5 (auch verfügbar auf PC, Nintendo Switch und Xbox) in der Version 1.000.004 getestet. Nach einem Download von 2,849 Gigabyte und einem Festplattenverbrauch von 3,22 Gigabyte haben wir uns in die Welt dieses besonderen Plattformers gewagt.
Ersteindruck
Bunt und iergendwie niedlich
Die Entwickler von Zockrates haben sich klar von N64-Legenden inspirieren lassen, doch sie wollten mehr: eine Mischung aus Retro-Charme und frischen Ideen. Herausgekommen ist ein Abenteuer, das an Paper Mario erinnert – mit handgezeichneten 2D-Figuren, eingebettet in eine bunte 3D-Welt.
Protagonist Ruffy, ein gutmütiger Bär, wird auf seiner Reise von der frechen Biene Pip und dem mürrischen Maulwurf Sir Eddler begleitet. Gemeinsam müssen sie den finsteren Würfel-Lord Groll besiegen, indem sie die heiligen Buchstaben des „RIVERSIDE“-Schildes zurückerobern. Klingt verrückt? Ist es auch – und das ist genau der Punkt.

Gameplay
Die Entwickler haben ihre Hausaufgaben gemacht
Wenn man Ruffy and the Riverside startet, merkt man schnell: Hier geht es nicht nur ums Springen und Sammeln. Etwas Einarbeitungszeit wird für dieses Spiel auf jeden Fall empfohlen, dies ist kein 08/15 Plattormer, hier ist schon einiges an Nachdenken gefordert. Das Herzstück des Spiels ist die SWAP-Mechanik – und die hebt den Plattformer von der Masse ab.
Mit einem simplen Knopfdruck kann der Spieler Texturen kopieren und einfügen. Klingt simpel, eröffnet aber unzählige Möglichkeiten. So kann man zum Beispiel Wasser in Lava verwandeln, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder Ranken an eine Wand „kleben“, um zuvor nicht bezwingbare Höhen nun doch zu erreichen, selbst Gegner kann man mit der Swap-Mechanik austricksen. Später darf man sogar eigene Texturen erstellen, was das Spiel fast in Richtung Sandbox schiebt. Genau diese kreative Freiheit sorgt dafür, dass sich Ruffy and the Riverside frisch und unberechenbar anfühlt.

Natürlich gibt es auch diverse Rätsel, die clever designt sind und von „locker zu lösen“ bis „Kopfnuß-Challenge“ alles bieten. Auch hier wird nur allzu gern die Swap-Mechanik angewandt, um auf die Lösung zu kommen
Neben den Hauptmissionen werden auch viele Nebenquests angeboten wie Wettbewerbe auf einem Geisterfriedhof oder Heuballenrennen gegen NPC`s.
Die Steuerung im Spiel geht auf jeden Fall in Ordnung, Ruffy steuert sich angenehm direkt: präzise Sprünge, Klettern und mit Pip als Sidekick längere Gleitflüge. Einen Wermutstropfen muss man aber auch vermelden, wie so oft in Doch nicht alles ist perfekt, wie so oft in 3D-Platformer ist die Kamera manchmal widerspenstig und Treppen können zum nervigen Hindernis werden. Trotzdem: Die Steuerung fühlt sich insgesamt geschmeidig an und unterstreicht den Flow des Spiels.

Umfang, Grafik und Sound
Ein gutes Gesamtpaket
Wie lange ihr benötigt, um das Spiel zu beenden, liegt an eurem Enthusiasmus, konzentriert man sich nur darauf die Story zu beenden, so pendelt sich die Spielzeit auf ca. 10 Stunden ein, Spieler die sich aber tiefer mit Ruffy und seinen Abenteuern beschäftigen und auch Nebenquests und Sammelobjekte nicht außer Acht lassen, können locker von der doppelten Spielzeit ausgehen.
Optisch setzt Ruffy and the Riverside auf eine ungewöhnliche Mischung: handgezeichnete Figuren mit sichtbaren Strichmustern, die wie Filzstiftzeichnungen wirken, treffen auf eine farbenfrohe 3D-Welt. Das erinnert stark an Paper Mario – nostalgisch und gleichzeitig frisch. Alles läuft technisch einwandfrei und stabil.
Der Soundtrack ist ein echter Ohrwurm: Hip-Hop-inspirierte Beats mischen sich mit klassischen Platformer-Melodien. Jede Region hat ihr eigenes musikalisches Thema, das sofort hängen bleibt – allen voran der Song vom Titelbildschirm.
Fazit
Kommt Zeit, kommt Spiel, aber dann richtig

Ruffy and the Riverside ist ein starkes Debüt von Zockrates Laboratories. Es kombiniert klassischen 3D-Platformer-Charme mit einer cleveren SWAP-Mechanik, die für Kreativität und Abwechslung sorgt. Kleinere Schwächen wie die Kamera oder umständliche Treppen mindern den Gesamteindruck nur wenig.
Wer nostalgische Platformer liebt und Lust auf neue Ideen hat, sollte Ruffy unbedingt eine Chance geben. Ein Geheimtipp – nicht nur für Indie-Fans.






