Auch wenn das Spiel schon am gestrigen Freitag erschien, teilen wir euch heute erst unsere Review zum Saints Row: The Third Remastered mit. Deep Silver, Volition und Sperasoft Studio veröffentlichten gestern, den 22. Mai 2020 das Remaster zum durchgedrehten Saints Row: The Third für die PlayStation 4, Xbox One und den PC. Wir durften das Spiel bereits eine Woche vorab auf unserer PlayStation 4 zocken und haben nun unsere Review für euch. Nachdem Deep Silver bereits am 10. Mai 2019 Saints Row: The Third – The Full Package für die Nintendo Switch auf dem Markt gebracht haben, folgt nun das Remaster. Das Original-Game erschien in Europa  am 18. November 2011 für die PlayStation 3, Xbox 360 und den PC.

Wir haben Saints Row: The Third Remastered auf der PlayStation 4 Pro getestet. Als Fernseher stand uns ein Panasonic UHD-TV und die Soundbar SoundBlasterX Katana, sowie das Sennheiser GSP 303 NFS Payback Edition zur Verfügung. Das Spiel verbrauchte zum Testzeitpunkt mit dem Patch 1.03 59,1GB auf unserer PlayStation 4 Festplatte.


Ersteindruck
Endlich zurück in Steelport

Endlich können wir nach Steelport zurückkehren und die Kontrolle der Saints auf einem der Höhepunkte ihrer „Karriere“ übernehmen. Im Game leben wir das Leben, so wie wir es wollen, denn Steelport ist unsere Stadt in der wir unsere Regeln umsetzen. Völlig neu überarbeitet mit verbesserter Grafik, ist Steelport die Stadt der Sünde und sah mit all seinem Sex, Drogen und Knarren noch nie so gut aus. Viele Jahre, nachdem die Third Street Saints die Stadt Stilwater übernommen haben, sind sie von einer Bande Krimineller zu einem Markenbegriff avanciert! Saints Schuhe, Saints Energy-Drinks und Johnny-Gat-Wackelpuppen sind in allen Geschäften in unserer Nähe erhältlich. Die Saints sind die Könige von Stilwater, aber ihr Ruhm und Reichtum sind nicht unbemerkt geblieben. Das Syndikat, eine legendäre kriminelle Bruderschaft, die ihre Hände in fast allen Dingen auf dieser Welt hat, wendet sich nun den Saints zu und verlangt Tribut. Die Saints aber denken gar nicht daran, sich dem Syndikat zu unterwerfen. Wir nehmen so den Kampf auf und tragen ihn nach Steelport – die einst stolze Hauptstadt ist unter der Kontrolle des Syndikats zu einem Sündenpfuhl degeneriert. So heizen wir unsere Gegner mit satellitengesteuerten Luftschlägen ein, fahren Panzer oder verteidigen uns gegen militärisch ausgebildete Elite-Einheiten mit einem Spezial-Dildo. Saints Row: The Third versetzt uns in die abgefahrensten Gameplay-Szenarien, die wir je gesehen haben.

Nachdem wir das Spiel gestartet haben, landen wir nach einer kurzen Wartezeit ins Hauptmenü, wo uns die Menü-Punkte „Kampagne“, „Koop-Kampagne“, „Horden-Modus“, „Optionen“ und „Mitwirkende“ zur Auswahl stehen. Das Hauptmenü präsentiert sich mit einem lilafarbenen Hintergrund mit wechselnden Artworks, welches mit der Saints Row: The Third Main Theme Musik untermalt wird.


Gameplay
Your City, Your Saints, Your Rules

Nachdem wir die Kampagne im Hauptmenü ausgewählt haben, können wir uns zwischen drei Schwierigkeitsgrade „Einfach“, „Normal“ und „Hardcore“ entscheiden, sowie die Helligkeit einstellen.

Nach einer kurzen Wartezeit beginnt das Intro, welches wie der Anfang eines Star Wars-Film aufgebaut ist, danach sehen wir den Anfang des Überfalls auf die Stillwater Nationalbank, wo wir mit der Steuerung des Spiels vertraut gemacht werden. Nach den wilden Schießereien (u.a. auf dem Tresor, der von einem Helikopter aus der Bank geschleppt wird), werden die Saints mit ihrem Anführer, dies sind wir, festgenommen und hinter Gitter gesteckt und das, obwohl sie die Polizei eigentlich in der Tasche haben. Die Saints haben eine Bank des Syndikats überfallen, eine multinationale kriminelle Organisation, die eigentlich aus Steelport heraus operiert, nun aber alle Trümpfe in der Hand zu halten scheint, um die Saints in Stilwater zu schlagen. Doch die vornehmlich in lila Klamotten gekleideten Gangster denken gar nicht daran, auf das lächerliche Angebot des Syndikats einzugehen. Was folgt, ist ein Kampf an Bord eines Großraumflugzeugs, das in einem spektakulären Finale gipfelt. Somit sind die Saints in Steelport gestrandet und schwören Rache.

Hier nach können wir unseren eigenen Charakter erstellen und haben nicht nur die Möglichkeit, das Aussehen oder die Kleidung anzupassen, sondern können auch aus verschiedenen Stimmen wählen, die jeweils im Verlauf der Kampagne zu leicht anderen Dialogen führen und somit die unterschiedlichen Attitüden verdeutlichen. Haben wir unseren Charakter erstellt, können wir mit der Kampagne fortfahren und im weiteren Spielverlauf Nebenaktivitäten erledigen oder die Erweiterungen spielen.

Die Steuerung von Saints Row: The Third Remastered hat sich gegenüber des Originals kaum verändert, so können wir unter anderem uns mit dem linken Analog-Stick bewegen, Rennen mit R1, Zielen mit R2, Schießen mit L2, können mit der X-Taste springen und vieles mehr.


Grafik, Sound & Technik
Original lässt Grüßen

Saints Row: The Third Remastered wird auf der PlayStation 4 Pro in 4K mit HDR wiedergegeben und beinhaltet nur eine englische Synchronisation mit deutschen Bildschirmtexten. Wir haben zum Vergleich nochmal die PS3-Version ausgegraben und sie mit dem Remaster verglichen. Grafisch hat sich kaum was verändert, außer dass das die Entwickler jede Waffe neu modelliert, jedes Fahrzeug neu gestaltet und die gesamte Stadtmit neuen Texturen gestaltet hat. Zudem sieht das Remaster nun farbenfroher, heller und detailreicher aus. Die gesamte Arbeit mit über 4.000 unterschiedlichen Assets wurden von den Make-Up-Experten bei Sperasoft übernommen. Dort wurden Umgebungen transformiert, Charakter-Modelle und visuelle Effekte neu geschaffen, Grafiken optimiert und eine komplett neue Light-Engine in das Spiel eingebaut. Zudem haben sie auch den kompletten Soundtrack vom Original ins Remaster intrigiert.

Leider haben Sperasoft Studio auch die Bugs und Fehler vom Original mit ins Remaster übernommen. So kann es vorkommen, das Fahrzeuge im Boden versinken und das während der Nebenaktivität „Eskorte“ als Ziel „Bleib für 1 Sekunde auf Sendung“ links auf dem Bildschirm steht, allerdings muss man hier nicht für 1 Sekunde auf Sendung bleiben, sondern für 1 Sekunde in der Luft.


Umfang
Endloser Steelsport-Spaß

Saints Row: The Third spielt in Steelport und ist fast so groß wie Liberty City aus Grand Theft Auto IV. Das Remaster beinhaltet neben dem Hauptspiel auch die drei großen Erweiterungspakete und mehr als 30 der einzelnen DLCs, welche für zusätzlichen stundenlangen Spielgenuss in das inhaltliche Angebot von Saints Row The Third eingefügt wurden. Allein die Haupt-Kampagne umfasst 47 Aufträge, womit ihr schon 8 bis 15 Stunden beschäftigt seid. Hinzukommen die Nebenaktivitäten, Hitman-Aufträge, Fahrzeug-Diebstähle und die Herausforderungen, womit ihr weitere 20 bis 30 Stunden Spaß haben könnt. Wenn ihr keine Lust habt alles allein zu erledigen, könnt ihr das komplette Game auch mit einem Kollegen im Koop-Modus abschließen.

Zudem erschien das Remaster komplett ungeschnitten in Deutschland und enthält nun weitere Features, die im Original in der USK-Fassung fehlten. So können wir nun auch in der USK-Fassung vom Remaster Passanten als Schutzschild verwenden und sie lassen nun auch Geld fallen, wenn wir sie wahllos umhauen. Außerdem enthält die USK-Fassung nun auch den Horden-Modus, welcher für 2 Spieler ausgelegt ist und 2011 aus der USK-Fassung entfernt wurde. Im Horden-Modus tretet ihr (mit oder ohne einen Koop-Partner) gegen immer stärkere Gegnerwellen an.

Sperasoft hat auch an die Trophy-/Erfolg-Hunter gedacht und bietet euch insgesamt 80 Trophäen inkl. der begehrten Platin Trophäe auf der PlayStation 4 bzw. 79 Erfolge auf der Xbox One. 30 Trophäen bzw. Erfolge sind an den drei Erweiterungen gebunden.


Fazit
Ein abgedrehtes Open-World-Abenteuer

Das Saints Row: The Third Remastered kann sich auf der PlayStation 4 sehen lassen, auch wenn die Grafik nur augenscheinlich minimal verbessert wurde. Es bietet trotzdem eine mittelgroße Spielwelt, sowie haufenweise Spielspaß – Ist das GTA in einer durchgeknallten Version, in dem es schrägen Humor gibt. Wir können jedem das Remaster empfehlen, wer mal Saints Row ausprobieren wollte oder das Original geliebt hat. Leider sind 39,99 € für ein 9 Jahre altes Game in unseren Augen etwas zu teuer, dafür erhalten wir aber viele Stunden feinster Unterhaltung – In einer Auffrischung für die aktuellen Konsolen, die von uns im Gesamten keine direkte Empfehlung erhält.


Saints Row: The Third Remastered ist seit dem 22. Mai 2020 für die PlayStation 4, Xbox One und digital für den PC erhältlich. 

Marcel Reise
24 Jahre | Männlich | aus Geseke | PlayStation, Nintendo Switch & Xbox One Gamer | ehemaliger PSN Trophy-Hunter | Redakteur bei Play-Experience.com