Hardware Test

[ TEST ] Sennheiser GSP 370 Wireless – und es läuft und läuft und läuft

Hinter verschlossen Türen präsentierte uns Sennheiser auf der gamescom ihr neues Wireless Headset. Das GSP 370 ist der kleine Bruder des Flaggschiffs GSP 670 und wurde auf der Basis des bekannten GSP 300, nun mit einer Wireless-Funktion ausgestattet. Dabei ist das neue Headset aber nicht nur einfach ein Bruder des GSP 300, sondern wurde zusätzlich mit modernen Treibern und Mikrofon ausgestattet.  Die Laufzeit des GSP 370 soll satte 100 Stunden betragen, was im ersten Moment wohl eher nach Utopie klingt. Derzeit bieten zahlreiche Wireless-Headset eine maximale Laufzeit von bis zu 25 Stunden. Ob Sennheiser hier einen neuen König der Langlaufzeit geschaffen hat, haben wir für euch ausprobiert. Das GSP 370 ist aktuell für eine UVP von 199,- Euro erhältlich und kann auch auf amazon.de erstanden werden. Das Sennheiser GSP 370 kann am Mac, Windows-PC und an der PlayStation 4 betrieben werden. Mit einem USB-Adapter kann es sogar an modernen Smartphones genutzt werden.

Die Sennheiser electronic GmbH & Co. KG ist ein Unternehmen mit Sitz in Wedemark-Wennebostel in der Region Hannover, wo es am 1. Juni 1945 als „Labor W“ von Fritz Sennheiser gegründet wurde. Im Jahr 1957 wurde „Labor W“ dann in Sennheiser electronic umbenannt. Die Hauptgeschäftsfelder sind die Entwicklung und Produktion von Mikrofonen und Kopfhörern. Außerdem entwickelt und vertreibt man Drahtlostechnik für den Broadcast-Bereich, Konferenztechnik, Hörhilfen, sowie Anwendungsprodukte wie zum Beispiel Headsets für PCs und Callcenter. Außerdem wird Unterhaltungselektronik für Privatkunden hergestellt. Sennheiser beschäftigt weltweit etwa 2600 Mitarbeiter.

Verarbeitung und Zubehör

leicht und sehr bequem 

Wir haben schon so manches Headset aus dem Hause Sennheiser ausgepackt und haben daher auch keine Überraschungen erwartet. Sennheiser präsentiert das GSP 370 in einem ansprechenden Karton, der uns in mehreren Sprachen die wichtigen Features näher bringt. Dabei stehen die Laufzeit von 100 Stunden genauso im Fokus, wie die minimale Latenzzeit und die Sennheiser Klangqualität. Einmal ausgepackt, finden wir das GSP 370 in einem Bett aus Plastik vor. Das ist in der heute leider nicht mehr ganz zeitgemäß und sollte nochmals überdacht werden, da hier unnötige Ressourcen einfach in dem Müllkreislauf wandern. Neben dem eigentlichen Headset liegt noch ein passendes USB/ Micro-USB Ladekabel, der USB-Dongle und eine kurze Bedienungsanleitung bei. Ob es sinnvoll war diese alle nochmals in Folie zu hüllen, bleibt fraglich.

Entnehmen wir nun das GSP 370 Headset, macht sich auch gleich dessen Leichtigkeit mit nur 285 Gramm bemerkbar. Optisch erinnert uns das Headset an das kabelgebundene GSP 300, welches wir euch schon vor 3 Jahren vorstellen konnten und sich mit seinen Schwestern etwas absetzen konnte. Dazu gehörte sicherlich das GSP 303 in der Need For Speed Payback Edition. Hier und heute bleibt das Headset aber schlicht und präsentiert sich in einem neutralen anthrazit. Damit sticht es nicht mehr ganz so aggressiv in unsere Augen, wie es der blaue Akzent beim GSP 300 noch tat. Die Auswahl der Materialen kommt uns sehr entgegen und vermitteln ein Gefühl der Hochwertigkeit, auch wenn es zum größten Teil aus Kunststoff besteht. Alle Gelenke und Verbindungen sprechen hier für sich. Das Kopfband bietet uns eine Polsterung mit Mesh-Stoff, während uns die Ohrpolster aus Leder und einem samtartigen Stoff eine schöne Auflage bieten. Wir haben von Sennheiser aber auch nichts anderes erwartet. Die Bedienung spiegelt das bekannte Bild wieder, da die Stummschaltung über den hochklappbaren Mikrofonarm läuft und die Lautstärke weiterhin über das rechtes Stellrad geregelt werden kann. Der einzige Unterschied zum GSP 670 ist, dass das GSP 370 nun über einen extra Einschaltknopf verfügt und nicht über die Lautstärkeregelung in Betrieb genommen wird. Dieser ist zwar relativ klein vorzufinden, lässt sich dennoch wunderbar handhaben. Eine kleine LED informiert uns in verschiedenen Farben über den aktuellen Akkuzustand.


Technik und Wireless 

Fein raus mit der Sennheiser Suite 

Das Sennheiser GSP 370 basiert auf der gleichen geschlossenen Akustik-Technologie wie schon das GSP 300. Im Inneren warten zwei Treiber auf uns, die einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz bei einem Schalldruckpegel von 117 dB bieten. Damit ordnet sich das GSP 370 in erster Linie in die breite Masse bekannter Treiber bei Headsets ein. Genau wie beim GSP 670 bietet uns Sennheiser auch beim GSP 370 die Gaming Suite an. Diese findet ihr hier: Download. Wir empfehlen vorab ein Update der Firmware für den Dongle.

Die Sennheiser Gaming Suite informiert euch über die aktuelle Firmware

Nachdem wir die Firmware aktualisiert haben, können wir den Klang personalisieren. Dazu stehen uns ein 5-Band-Equalizer, sowie weitere Profile zur Verfügung. Hier können wir nach Herzenslust die Regler verschieben.  Auch beim Mikrofon können wir dessen Sprachqualität an unsere Bedürfnisse anpassen. Bei der Nutzung an einem PC steht uns ein 7.1 Surround bereit, der leider aus technischen Gründen den Klang an der PlayStation 4 nicht aufwertet. Unsere Einstellungen bleiben auf dem GSP 370 Headset gespeichert und können ohne Bedenken zu weiteren Geräten mitgenommen werden.

Beim Wireless setzt Sennheiser auf den neusten Stand der Technik für eine minimale Latenzzeit bei einer Übertragung zwischen 2400 MHz bis 2483,5 MHz. Der Bereich ist minimal breiter als noch beim GSP 670. Für den Wireless-Betrieb wurde ein 800 mAh Akku verbaut, der uns bei einer Lautstärke von 50 Prozent  eine Nutzungsdauer von angegebenen 100 Stunden bietet. Wer hier gerne das Headset auf „volle Pulle“ dreht, dem werden immerhin noch 50 Stunden geboten. Das ist immer noch doppelt so viel, wie derzeit die handelsüblichen Headsets bieten. Im Schnitt haben wir die Lautstärke eher im 2/3 Bereich gehalten und konnten das Headset somit über 70 Stunden. Wir haben jetzt aber nicht auf die Uhr geschaut. Im Schnitt mussten wir bei täglicher Nutzung von rund 5 Stunden das Headset erst nach 14 Tagen lagen. Das ist mehr als top und überzeugte uns. Wie Sennheiser das geschafft hat? Wir wissen es nicht.

Die Nutzung an der PlayStation ist sehr einfach gestaltet. Den USB-Dongle einfach einstecken und das Headset wird automatisch erkannt. Sollte einem dann doch mal der Saft ausgehen, kann einfach das beiliegende Ladekabel eingesteckt werden und weiter geht es. Es muss dabei nicht in die PlayStation 4 oder den PC gesteckt werden. Eine externe Quelle macht es auch. Hier empfehlen wir eine Powerbank, die einfach eingesteckt werden kann und uns die kabellose Freiheit weiterhin bietet. Bei rund 70 Stunden Betrieb, wird das wohl aber so gut wie nie vorkommen.


Sound & Klangbild 

mehr als wir erwartet haben

Eigentlich sollte uns das Soundbild eines Sennheiser aus der GSP 300 Serie bekannt sein, doch durch die Sennheiser Gaming Suite wird der Klang des GSP 370 kräftig aufgewertet. Wir bestimmen hier durch den Equalizer welches Klangbild uns das Headset bieten soll. So können wir ein höhenlastigen eSport-Sound auswählen oder uns einen kräftigen Kinosound auf die Ohren hauen. In allen Lagen bietet das GSP 370 ehrliche und klare Höhen, ein breites Spektrum der Mitten und volumenreiche Tiefen, die sogar einen kraftvollen Bass liefern. Egal wie wir die Regler in der Gaming Suite rauf oder runter schoben, die Treiber wurden dabei nie übersteuert. Das gesamte Klangbild ist sehr dynamisch ausgelegt und bietet saubere Bereiche, ohne das der eine den anderen übertrumpft. Obwohl uns Sennheiser bei den Treibern nur einen gewohnten Bereich der bekannten 20 Hz – 20.000 Hz bot, wird dieser perfekt angesteuert und auch ausgelegt. So trumpft es regelrecht auf. Das Headset bietet nicht nur dem Gelegenheitsspieler ein Soundbild, sondern auch jenen, die mit höheren Erwartungen an ein Headset herantreten. Im Vergleich zum Flaggschiff, dem GSP 670 muss es sich nicht hinten anstellen. Der Unterschied zeigt sich nur minimal in audiophilen Nuancen. Während das GSP 670 hier fast schon Studiosound abliefern kann, reiht sich das GSP 370 direkt hinten an. Das zeigt sich aber erst am PC, wenn der 7.1 Surround aktiviert wurde. Beim GSP 670 ist dieser mit noch mehr Volumen ausgeprägt, was aber das GSP 370 nicht schlecht aussehen lässt. Beim GSP 370 zeigt Sennheiser sein ganzes Know-How und das mit ganz einfachen Mitteln. Da müssen sich leider zahlreiche Headset-Hersteller ganz weit hinten anstellen, um das erreichen zu können.


Mikrofon & Verständigung 

Im Gleichschritt mit dem GSP 670 

Das GSP 370 ist im Vergleich zum GSP 670, um satte 150 Euro günstiger. Dennoch hat sich Sennheiser nicht lumpen lassen und verbaute ein baugleiches Mikrofon. Es bietet uns einen Frequenzbereich von 100 Hz – 6300 Hz und ist somit 1000 Hz kleiner. Einen Unterschied, rein für den Gamer in der Kommunikation, feststellen zu können, wird sehr schwer. Es bietet uns eine klare und sauber Verständigung, die alle Konsonanten, Vokale und Dialekte sauber rüber bringt. Selbst bei den Zisch-lauten zeigt das GSP 370 keine Schwächen und erzeugte keine Lispel-Effekte. Es reicht sicherlich nicht aus um damit seinen neusten Song auf Band zu bringen, zählt aber auf jeden Fall mit zu den Besten in der Sprachqualität. Ob und wie man nun dieses Mikrofon für das Kommentieren von Videos heranziehen will, liegt sicherlich auch an einer zusätzlich verwendeten Software. Wir können es aber selbst für den Stream auf Twitch empfehlen, würden aber zu einem zusätzlichen Pop-Schutz raten.


Fazit

…und es läuft ja immer noch

Mit dem neuen GSP 370 Headset bietet uns Sennheiser, neben einem überzeugenden Klang beim Gaming, auch die Möglichkeit, diesen personalisieren zu können. Obwohl das Klangbild und der angenehme Tragekomfort eines der ausschlaggebenden Features des Headsets sind, wird dieses mit seiner Marathon-Laufzeit von bis zu 100 Stunden (50 Prozent Lautstärke) zu einem wahren neuen Wunder, wie auch einst der VW Käfer. Es läuft und läuft und läuft, während andere Headsets schon mehrmals vor der Steckdose hechelnd nach neuem Strom betteln. Das erinnert uns ein wenig an den trommelnden Hasen aus der Duracell-Werbung, die in den 90er Jahren über den Bildschirm flimmerte. Aufgeben und schlapp machen ist für das GSP 370 keine Option – vollen satten Sound liefern und das sogar über Tage hinweg. Optisch ist es sicherlich kein Designwunder aber ein soundstarker Krieger für alle Gamer. 

 

 

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