Wer sich einen PC zusammenbaut sucht früher oder später nach einem Gehäuse für seine neue Hardware. Ob mit RGB-Beleuchtung oder ohne, solls mit Fenster sein oder doch eher nur minimalistisches Understatement? Man hat die Qual der Wahl, und wird aus einer Unmenge an Designs diverser Hersteller und den ganzen Spezifikationen nicht wirklich schlau. Darum möchten wir euch heute das neue REV200 von Sharkoon vorstellen, das einiges anders machen möchte.

Sharkoon, ein Unternehmen aus der mittelhessischen Kleinstadt Linden, stellt seit mehr als fünfzehn Jahren Produkte rund um den PC her. Aktuell umfasst das Sortiment mehr als 250 Artikel in dreizehn Kategorien – erhältlich in über 40 Ländern, weltweit. Von aufwendig designten Gehäusen, über leistungsstarke Gaming-Peripherie, bis hin zu zuverlässigen externen Speicherlösungen. Sharkoon-Produkte richten sich an enthusiastische Gamer und PC-Anwender, die nicht nur Wert auf beste Performance, benutzerfreundliche Bedienung und „Designed in Germany“ legen, sondern auch auf ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Dabei beschäftigt Sharkoon über 40 Mitarbeiter in zwei unabhängig organisierten Standorten in Deutschland und Taiwan.


Lieferumfang und Verarbeitung

Edel und mit Beleuchtung hinter Glas

Sharkoon liefert auch mit dem REV200 ein edles Design ab

Klar, das REV200 kommt in einem dicken Karton. Das Gehäuse ist glücklicherweise vormontiert, wir müssen also nicht mit viel Werkzeug herumhantieren. Schön ist, dass man es extra in einen schwarzen Umhang kleidet, der mit einem großen Sharkoon-Logo versehen ist. Den braucht man zwar nicht aber es zeigt, dass der Hersteller seine Produkte selbst schätzt und das auch zeigen möchte. Das REV200 ist schwarz beschichtet, in der bei Gehäusen üblichen Art. Es ist im Formfaktor ATX gebaut und kann daher Mini-ITX, Micro-ATX, ATX-Boards aufnehmen. Die Maße des REV200 sind 48,4 x 21,5 x 48,5 cm bei etwa 9 kg Gewicht. Auffällig ist das invertierte Design. Das bedeutet, dass die Seite in der die Komponenten untergebracht sind, rechts liegt und nicht, wie üblich, auf der linken Gehäuseseite. Die linke Seite wird durch eine geschlossene Platte abgedeckt, unter der die Nebenkammer für Kabelmanagement, Netzteil und Festplatten verborgen liegt. Die rechte Gehäuseseite ziert eine rahmenlose Platte aus gehärtetem Glas. In der Oberseite befinden sich nahe der Front, zwei USB 2.0 und zwei USB 3.0 Ports, sowie zwei 3,5mm Klinkenbuchsen für unser Headset. Auch der beleuchtete Startknopf und der kleine unscheinbare Reset-Schalter sind hier verbaut. Dahinter liegt eine abnehmbare Platte aus Kunststoff, unter der sich ein Schacht mit sieben Slots für Erweiterungskarten und die Öffnung für das I/O Panels des Mainboards befindet. Zur Rückseite des REV200 ist dann eine Kabeldurchführung und ein Kabelclip zur Bündelung der Kabel vorhanden. Und das ist eben eine der Besonderheiten dieses Gehäuses. Sämtliche Anschlüsse, liegen oben im Gehäuse, verborgen unter der Platte. So muss man nicht unter den Schreibtisch kriechen oder hinter dem Gehäuse herumwurschteln, wenn man neue Peripherie oder einen Monitor anschließen möchte. Total praktisch, wie wir finden.

Schickes Design trifft praktischen Aufbau – Sharkoon REV200
Alle externen Anschlüsse sind sehr praktisch über die Klappe oben im Gehäsue zu erreichen

Die Frontseite des REV200 besteht aus einer etwa 3 Zentimeter dicken, abnehmbaren, Kunstoffhaube in die seitlich Schlitze für die Luftzufuhr eingearbeitet sind. Vorne sind dreieckig geschnittene Glasflächen eingefügt, die etwas an Kristall erinnern und den Blick auf die drei verbauten und adressierbaren 120mm-RGB-Lüfter freigibt. Zusätzlich sind übrigens auch zwei weitere Lüfter in der Rückseite des Gehäuses verbaut. Wer seine Hardware lieber mit Wasser kühlt, findet Platz für einen 240-Millimeter-Radiator an der Front oder Rückseite des Gehäuses. Ebenso kann spielend einfach durch das Entfernen der Tunnel-Abdeckung, Platz für einen 360-Millimeter-Radiator in der Front geschaffen werden. Alle Lufteinzüge sind mit abnehmbaren Staubfiltern versehen. In der zweiten Kammer, also auf der linken Seite des Gehäuses, finden alle Kabel und die Festplatten ihren Platz. Hier sind zwei abnehmbare Käfige für 2,5 Zoll Platten verfügbar. Auch die Steuerung der RGB-Beleuchtung ist hier untergebracht. Im unteren Teil der Nebenkammer befindet sich der Tunnel in dem das Netzteil und zwei weitere Festplattenkäfige ihren Platz haben. Das Netzteil kann bei Bedarf sogar in zwei Richtungen entkoppelt montiert werden. Hier findet sich auch ein kleiner Karton, in dem sich alle Schrauben, sowie Kabelbinder für die Montage befinden. Im Inneren des REV200 ist genügend Platz für jegliche Hardware. Das Gehäuse nimmt auch große Grafikkarten mit bis zu 32,3 Zentimeter Länge, CPU-Kühler mit bis zu 16,5 Zentimetern Höhe und Netzteile mit 20 Zentimeter Länge auf. Die Verarbeitung ist hochwertig, alle Nieten sitzen fest und es gibt keine scharfen Kanten oder sichtbare Verarbeitungsfehler. Das REV200 macht einen sehr durchdachten Eindruck und wir freuen uns auf die Montage der Hardware.


Montage und RGB Steuerung

Einfach und komfortabel

In der Seitenkammer finden alle Kabel, das Netzteil und die Festplatten ihren Platz

Bevor wir mit dem Einbau unserer Hardware beginnen, müssen wir das Gehäuse natürlich dafür vorbereiten. Dazu nehmen wir die Seitenteile ab, die übrigens durch Rändelschrauben an der Rückseite gehalten werden. Mit der Glasplatte ist besonders vorsichtig umzugehen, da diese bei einer Beschädigung in tausende Glassplitter zerspringen würde. Wie schon erwähnt, sind alle zur Montage notwendigen Schrauben dabei, so dass kein zusätzliches Montagematerial von Nöten ist. Das erste Teil , welches wir in das Gehäuse einbauen, wird das Mainboard sein. Das hat den Grund, dass wir erst danach genau wissen, welche Kabel wir vom Netztteil benötigen und welche Steuerkabel wir, an welchen Stellen, verlegen müssen. So bleibt das Kabelmanagement übersichtlich. Das Mainboard wird also um 90 Grad verdreht eingebaut, was den Vorteil hat, dass unsere Grafikkarte dann direkt im Luftstrom steht und alle externen Anschlüsse, wie USB, Netzwerkkabel und Monitore über die Oberseite des Gehäuses erreichbar sind. Da im REV200 genügend Platz ist, gestalltet sich der Einbau des Mainboards sehr einfach und ist daher in wenigen Minuten erledigt. Duch die vielen Öffnungen in der Montageplatte des Gehäuses, können wir auch sämtliche Anschlusskabel direkt zu ihren Steckkontakten legen, ohne dass wir diese auf langen Wegen durch das Gehäuse selbst führen müssen. Nun entscheidet sich auch, ob wir die Steuerung der Beleuchtung über das Mainboard steuern wollen oder nicht. Wir raten zumindest dazu, da alle aktuellen Hauptplatinen dies unterstützen. Zumal es auch viel komfortabler ist. Die vormontierte RGB-Steuerung sorgt für eine gleichmäßige Beleuchtung für alle fünf Lüfter sowie drei weitere optionale LED-Elemente in 16,8 Millionen Farben. Die Lüfter des REV200 sind dabei kompatibel zu Asus Aura Sync, MSI Mystic Light Sync, Gigabyte Fusion sowie ASRock Polychrome SYNC. Bei Mainboards ohne passenden RGB-Anschluss mit einer Pinbelegung von 5V-D-G oder 5V-D-Coded-G kann die Beleuchtung der Lüfter über die RGB-Steuerung und den Resetschalter an der Gehäuseoberseite in 14 Beleuchtungsmodi erfolgen.

Per MSI MysticLight können wir die RGB-Steuerung der Lüfter und anderer Komponenten einstellen

Nachdem wir also auch die Beleuchtung mit dem Mainboard verbunden haben, setzen wir das Netzteil ein. Besonders gut ist die Möglichkeit, es enkoppelt zu montieren. So werden Geräusche, die durch Schwingungen auftreten könnten, minimiert. Im Montagetunnel wird es natürlich auch mit modularem Kabelmanagement etwas eng, zumal die Standartkabel für Netzteile immer etwas störrisch sind. Dennoch passen alle Kabel hinein und sind somit gut verstaut. Die Festplatten sind als nächstes dran und diese montieren wir in die dafür vorgesehenen Käfige. Zwei davon, nur für 2,5 Zoll SSDs gedacht, sind direkt an die Rückseite der Montageplatte angesetzt. Durch ein Klemmsystem mit Feststellschraube, lassen sich diese schnell lösen und wieder einsetzen. So ist auch die Montage der beiden SSDs in wenigen Minuten erledigt. Die beiden anderen Festplattenkäfige befinden sich im Tunnel hinter dem Netzteil. Sie lassen den Einbau von zwi 3,5 Zoll Fetsplatten oder auch zwei 2,5 Zöllern zu. Dank der Kabelbinder können wir alle Zuleitungen gut befestigen und so bleibt auch diese Kabelei übersichtlich. Zu guter Letzt, bauen wir unsere Grafikkarte ein. Da unsere MSI RTX 2080Ti leider durch ihre Lüfterabdeckung zu groß für das Gehäuse ist, müssen wir die Karte kurzerhand etwas „modifizieren“. Wir enfernen die Lüfterabdeckung der Karte und sie passt. Eine Verbesserungsmöglichkeit sehen wir allerdings: Da die Grafikkarte nun zwar direkt im Luftstrom der Frontlüfter steht aber fast so breit wie der gesamte Innenraum des REV200, kommt wenig Luft an ihr vorbei. Wir werden daher mit Sicherheit eine Winkelmontage in Betracht ziehen um einen besseren Airflow zu gewährleisten. Schön wäre eine mitgelieferte Möglichkeit dafür gewesen. Die RGB-Beleuchtung, sowie die Steuerung der Lüfter übernimmt ab sofort die Software von MSI, die wir zu unserem Mainboard installieren. Dabei können wir die Beleuchtung durch MSI Dragoncenter mit MSI Mystic Light Sync einstellen. Dafür stehen eine Unmenge Effekte bereit, wir können die Farben wählen und uns so unsere Beleuchtung frei definieren. Auch die Automatische Steuerung der Geschwindigkeiten und deren Ansprechverhalten bei Belasung können wir bequem einstellen oder aber der Automatik überlassen. Somit ist auch die Beleuchtung easy gewechselt und eingestellt.


Fazit

Schickes Design mit dem gewissen Dreh

Mit dem REV200 hat Sharkoon einmal mehr bewiesen, dass man auch in Punkto PC-Gehäuse noch einige innovative Ideen in petto hat. Mit der Drehung des Mainboard um 90 Grad, hat man nicht nur für ein sinnvolles Kabelmanagement aller I/O-Anschlüsse gesorgt, sondern auch einen besseren Airflow im gesamten Gehäuse bewirkt. Das Design des REV200 ist schnörkellos minimalistisch und sorgt mit den gewinkelten Glasflächen in der Front für einen edlen Look im Gaming-Setup. Die Montage ist einfach und lässt alle Komponenten übersichtlich anordnen. Festplatten verschwinden in der zweiten Kammer neben dem Netzteil und die fünf RGB-Lüfter sorgen für genug Durchzug. Die Steuerung der RGB-Beleuchtung kann über das Gehäuse selbst oder über das Mainboard erfolgen, was die Farb- und Effektwahl natürlich deutlich bequemer macht. Die Geräuschentwicklung hält sich in Grenzen und so hört man den Rechenknecht lediglich unter Vollast kräftig atmen. In der Front ist genug erweiterbarer Platz für eine Wasserkühlung aber dank des hervorragenden Airflows konnten wir aber auch den boxed Kühler von AMD mit genug Frischluft versorgen. Wir sprechen eine deutliche Empfehlung aus. Für knapp 100 Euro bekommt man ein schickes, gut verarbeitetes Gehäuse mit oben liegenden Anschlüssen, hervorragendem Airflow und adressierbarer Beleuchtung.

Sharkoon REV200 RGB, PC-Gehäuse
  • REVOLUTIONÄRER GEHÄUSEAUFBAU: Neben einer minimalistischen Front, die mit ihren versetzten, dreieckigen Flächen an Kristall erinnern soll, hat das REV200 ein elegantes Seitenteil aus gehärtetem Glas auf der rechten Gehäuseseite. Besonderes Highlight ist aber der revolutionäre Gehäuseaufbau mit neuem Look & Feel. Das Seitenteil aus gehärtetem Glas befindet sich konträr zu den meisten anderen Gehäusen auf der rechten Gehäuseseite, sodass Nutzer ihr REV200 auf der linken Seite des Schreibtisches positionieren können, ohne dass die Komponenten verdeckt werden.
  • AIRFLOW AUF DEN PUNKT GEBRACHT: Dank des neuartigen Gehäuseaufbaus besitzt der REV200 nicht nur drei adressierbare 120-Millimeter-Lüfter in der Front, sondern gleich zwei baugleiche Lüfter in der Gehäuserückseite. Hierdurch trifft der Luftstrom direkt auf die Grafikkarte und kann anschließend wirksam nach hinten abgeführt werden.
  • KRISTALLKLARE BELEUCHTUNG: Damit die Gehäusebeleuchtung besonders gut zur Geltung kommt, ist der REV200 Tower mit einem besonders eleganten Seitenteil aus gehärtetem Glas ausgestattet, das von der Seite keine sichtbaren Schrauben besitzt. Eine vormontierte RGB-Steuerung sorgt für eine gleichmäßige Beleuchtung für alle fünf Lüfter sowie drei weitere optionale LED-Elemente in 16,8 Millionen Farben.