Spiele Test

[ TEST ] SNIPER GHOST WARRIOR: CONTRACTS – zurück zur alten Stärke?

Am 22. November brachte das polnische Entwicklerstudio CI Games den 4. Teil der bekannten Sniper Ghost Warrior Reihe. Nachdem der dritte Teil uns nicht gerade vom Hocker gehauen hat, sind wir guter Dinge und stürzten uns in das neue Abenteuer mit Contracts. Mit dem neuen Sniper Ghost Warrior Contracts ist CI Games wieder zur alten Schule zurückgekehrt und vom Open World abgekommen. Concrets ist ein doch sehr linearer Story-Shooter, der uns aber viele Wege zum Ziel bieten soll.

Sniper Ghost Warrior Contracts benötigt in der aktuellen Version 1.04 nur 17, 35 GB auf der Festplatte. Wir haben das Spiel auf der PlayStation 4 Pro samt SSD und einem Samsung 4K/ HDR TV getestet. Für den Sound stand uns das Sennheiser GSP 670 Headset sowie eine Yamaha Heimkinoanlage zur Verfügung.

Ersteindruck

Der Mann mit der Maske

Sniper Ghost Warrior Contracts entführt uns diesmal in eine fiktive Geschichte, die von einem Krieg in Russland erzählt und einen neuen Staat mit dem Namen Sibirien hervorgebracht hat. Das große Land, Mütterchen Russland, ist gespalten und das passt nicht jedem. Da treten wir in Erscheinung, um den politischen Weg in neue Bahnen lenken zu können. Wir sind und bleiben ein Sniper – ein Niemand ohne Gesicht, versteckt hinter einer technologischen Maske, die uns so manchen Weg im Spiel besser verdeutlichen soll. Doch schon hier spaltet sich unser Gemüt. Wieder eine so bei den Haaren herbeigezauberte Geschichte, die uns ganz ohne Emotionen und herzzerreißendes Gefühl in ihren Ban ziehen will. Dabei haben wir uns so sehnlich eine Story wie im zweiten Teil gewünscht, als wir noch durch die Straßen von Sarajevo gezogen sind. Hier in Contracts ist alles typisch sibirisch: kalt, weiß, trostlos. Diese Anonymität unseres Charakters ist wohl der größte Punkt, der uns stört. Auch wenn wir wohl für unser Handwerk bekannt sind, wir bleiben ein Niemand. Keine Charakterpersonalisierung, kein Gesicht, kein nichts! Nichts desto trotz begeben wir uns auf den Schießstand.


Gameplay

08/15 ohne Innovationen 

Angekommen auf dem Schießstand, im Spiel auch als Tutorial „Baykit Militärbasis“dargestellt, toben wir uns erst einmal so richtig aus und machen uns mit dem Gameplay vertraut. Damit auch jeder Spieler seine Herausforderung findet, bietet uns CI Games 3 Schwierigkeitsstufen: Präzisionsschütze, Scharfschütze und Zielwasser. Mit unterschiedlichen Gewehren können wir unterschiedliche Munitionen ausprobieren, stehende und bewegliche Ziele ins Visier nehmen und diese Pappkameraden umnieten. Hier lernen wir Entfernung und Windrichtung richtig einzuordnen und unsere Gadgets wie Drohnen und weitere Hilfsgeschütze zu nutzen. So zeigen sich die ersten Abschüsse aber auch, dass das Gameplay ein wenig hakelig wirkt. Der Wechsel der unterschiedlichen Munitionsarten ist fast schon ein Glücksspiel und will nicht auf Anhieb gelingen.

Nach unserem Besuch auf dem Schießplatz wagen wir uns an die erste Mission und eine unpersönliche Stimme vermittelt uns unseren ersten Auftrag. Das wirkt nicht gerade sehr ansprechend, da zudem auf eine deutsche Sprachausgabe verzichtet wird und wir nur mit deutschen Untertiteln abgespeist werden. Ein doch sehr entfremdendes Gefühl kommt bei uns auf und die ersten Anzeichen für Apathie machen sich breit. Die Schuld liegt sicherlich nicht beim Gameplay, da wir neben dem Scharfschützengewehr noch mit Pistolen, MP´s und Gewehren, die Gegner in einen dritten Weltkrieg zelebrieren können, ihnen Granaten an den Kopf werfen oder gar ein Messer an die Kehle halten, um auch an nützliche Informationen zu gelangen. Die Schuld liegt eher am Szenario in dieser sibirischen kalten Welt, wo wir bis auf ein Weiß nicht viel zu sehen bekommen. Das Snipern an sich macht schon Laune aber die Gegner haben auch nur Holzwolle im Kopf, denn hinter der einzigen schützenden Stellung, stapeln sich mit der Zeit unsere Abschüsse, die wir im Anschluss ausrauben und beklauen können. Erfahrung und Geld spielt hier nämlich auch eine Rolle um unseren Charakter aufleveln zu können. Der Kick will, trotz gutem Snipergameplay, irgendwie nicht aufkommen und es zeigt sich einmal mehr, dass eine gute Story im Hier und Heute stattfinden muss und nicht in einer tristen fiktiven Gegend ohne jeglichen Bezug. Da hilft auch ein vertrautes und bekanntes 08/15 Levelsystem nicht drüber hinweg um uns aufzurüsten. Obwohl das Spiel uns unterschiedliche Wege in den 5 zur Verfügung stehenden Auftragsleveln bietet, waren wir froh den ersten Durchgang geschafft zu haben, damit wir euch ein Review bieten können. Einen weiteren Durchlauf haben wir uns erspart, da uns nicht eine einzige Szene angesprochen hat, die wir nochmals erleben wohl. So kalt wie Sibirien ist, so kalt hat uns die Story gelassen.


Garfik, Sound & Technik

Das ist CryEngine? 

Eines kann man vorweg sagen: Die Problematik mit den ewigen Ladezeiten in Sniper Ghost Warrior 3 hat das polnische Entwicklerstudio hier in Contracts beseitigt und somit sind die Ladezeiten so gut wie nicht vorhaben. Das ist dann auch schnell ersichtlich, denn was soll hier umfangreich und lange geladen werden? Weder 4K noch HDR bietet uns CI Games auf der PlayStation 4 Pro, was für diesen bekannten Namen der Spielreihe schon fast unverständlich ist. Obwohl Sniper Ghost Warrior Contracts aus der CryEngine entstammt, ist hier wohl nur eine mittelmäßige bis fast matschige Grafik herausgekommen. Da hilft auch kein schöner Sonnenaufgang oder eine Einspielung unserer Kugel im Flug. Zudem kommt das Spiel ohne jegliche musikalische Unterhaltung aus, was sich auch letztendlich auf die Emotionen bei uns ausgewirkt hat. Sehr trocken und fad wie eine abgelatschte Schuhsohle. Vorbei die glorreichen Tage eines Sniperhelden in Sarajevo. Kurzum: Technischer Einheitsbrei ohne Salz und Pfeffer!


Fazit 

Gerade noch durchgerutscht

Obwohl die Sniper Ghost Warrior Serie sich einen Namen gemacht hat, schmeißt CI Games zum zweiten Mal wieder fast allen von Board. Das eigentliche Snipergameplay weiß zu überzeugen und fordert uns in so mancher Szene heraus, schmeißt es aber gleichzeitig in der nächsten Situation wieder weg. Obwohl das Spiel seinen Kern auf das Snipern legt, könnten wir wie Rambo mit einer AK 47 die komplette Story absolvieren und das Spiel dann beiseite legen. Die gebotene Atmosphäre ist uns einfach zu kalt, zu emotionslos, zu steril und zu einfallslos gehalten worden. Dabei gibt es doch zahlreiche schöne Vorlagen, wie ein Sniper sich fühlen muss. Das wir hier Der Sniper! sind, haben wir nicht vernommen. Grafisch kann der 4. Teil uns wenig überzeugen. Obwohl es verschiedene Wege im Spiel gibt, gab es keinen Punkt, der uns zum verweilen eingeladen hat. Der Sound ist soweit okay aber für die heutige Zeit reicht ein simpler 2 Kanal Stereo Sound nicht mehr aus. 

Sniper Ghost Warrior Contracts ist eigentlich nichts weiter als ein „Spinne-Fix-Game“ indem wir gut snipern können – mehr nicht. Kein Koop-Modus, kein Multiplayer. 

 

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