Hardware Test

[ TEST ] SOUNDBLASTER AE7 – Bester Sound à la Carte

Als PCs ein noch recht neuartiges Werk- und Spielzeug waren, musste eine zusätzliche Soundkarte verbaut werden, damit man überhaupt Musik und Klänge aus Medien oder Spielen wiedergeben konnte. Wer damals eine Soundblaster 16 sein Eigen nannte, erntete anerkennende Blicke von den Freunden auf der LAN-Party. Heute ist das anders, denn die meisten Hauptplatinen haben einen Soundchip verbaut. Creative, als Erfinder der ersten Soundkarten, stellt nun ein neues Produktportfolio auf und so haben wir die Soundblaster AE7 für euch getestet.

Das Unternehmen Creative Technology Limited wurde am 1. Juli 1981 von Sim Wong Hoo gegründet und beschäftigt zurzeit weltweit etwa 3100 Angestellte. Bekannt wurde das Unternehmen, mit Sitz in Singapur, vor allem durch die Entwicklung moderner Soundkarten, wobei die Produktpalette aber in letzter Zeit zunehmend diversifiziert wurde. So werden heute auch Lautsprecher, MP3-Player, Webcams und weiteres Zubehör angeboten. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2007/2008 etwa 736 Mio. US-Dollar bei einem Verlust von 20 Mio. US-Dollar. Quelle Wikipedia


Ausstattung und Verarbeitung

Soundkarte mit Verlängerung

Das gesamte Set der Soundblaster AE7

Schaut man auf den schlichten Karton der Soundblaster AE7 bekommt man zumindest einen ersten Eindruck welche Features dieses Prachtexemplar einer Soundkarte liefert und was sich zusätzlich im Karton verbirgt. Erwähnenswert wäre da zum Einen das Sound-Modul, welches einer Fernbedienung gleich zu setzen ist. Das sechseckige, hochwertig wirkende Teil, mit dickem Drehregler, stellt man sich neben die Tastatur. Mit den Maßen von 100 x 92 x 70 mm, nimmt die Steuereinheit auch nicht all zuviel Platz ein. Per Kabel mit der AE7 verbunden, finden sich hier insgesamt vier Klinkenbuchsen unterschiedlicher Größe für Mikrofon und Kopfhörer. Zwei Klinken in 3,5mm auf der rechten Seite und zwei weitere Klinkenbuchsen in 6,3mm auf der linken Seite, warten auf Kontakt. In der Mitte des Moduls, über dem Hinweis auf die verbaute CrystalVoice-Technologie, stellt man mit dem schon erwähnten Drehregler die Lautstärke ein. Daneben sind zwei sogenannte Array-Mikrofone verbaut, mit denen wir auch ohne externes Mikrofon kommunizieren können. Am knapp 1,5 Meter langen Kabel des Moduls sitzt unsere Soundblaster AE7, fest verbaut auf einem PCI-Express Steckplatz neben unserer Grafikkarte. Die Karte selbst ist 145 x 20 x 128 mm groß und Technik ist durch eine graue Metallabdeckung geschützt. An der Stirnseite stehen uns diverse Aus- und Eingänge zur Verfügung. So verfügt die AE7 über drei 3,5mm große 5.1 Ausgänge, einen optischen TOSLINK-Ausgang, einen 3,5 mm Kopfhörerausgang und einen 3,5 mm Mikrofon- / Line-in Eingang. An Letztere wird das Sound-Modul gekoppelt und dient somit als deren Verlängerung. Die Verarbeitung des gesamten Sets macht einen absolut hochwertigen Eindruck. Ist die AE7 erst einmal verbaut, spielen für den Nutzer lediglich die technischen Features eine Rolle. Wer Creative und seine Soundkarten kennt, weiß aber auch, dass man hier auf absolut ausgereifte Technik und hochwertige Komponenten trifft. Bei einem aktuellen Preis von 229,99 Euro, sollte man dies aber auch erwarten können. Die technischen Details der Soundblaster AE7 sind dabei aber eh um so interessanter.


Technik und Features

Das steckt für jeden viel drin

In der Soundblaster AE7 steckt ein Digital-Analog Wandler der ESS SABRE-Klasse mit einem hochauflösenden Audiostream bei 127 dB DNR mit 32 Bit, 384-kHz-Sampling und DSD64, welcher nur noch vom  ESS 9038 Sabre in der größeren AE9 getoppt wird. Hier strebt man ganz deutlich das obere Marktsegment an. Die AE-7 verfügt über einen eigenen Quad-Core-Prozessor der mit seiner Rechenleistung die CPU enorm entlastet. Die Total Harmonic Distortion, abgekürzt THD, steht für die harmonische Verzerrung und ist von Creative mit einem Wert von bis zu -120 dB / 0,0001% angegeben. Sie sucht damit ebenfalls Ihres Gleichen. Der verbaute Kopfhörer-Doppelverstärker, bei dem jede Ohrmuschel ihre eigene Leistung erhält, setzt mit seinen Werten ebenfalls Maßstäbe. So unterstützt die Kopfhörerausgangsimpedanz von 1 Ohm alle gängigen Systeme von 16 Ohm, bis hin zu Studiokopfhörern mit 600 Ohm. Selbst planar-magnetische Kopfhörer werden hier hervorragend bedient.

In den Soundkarten von Creative steckt beste Technik

Für den richtigen Sound in Musik, Film oder Spiel sind Features wie Surround-Sound nicht wegzudenken. Die Soundblaster AE7 stellt uns für Lautsprecher und Kopfhörer unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. So ist das kleine Klangwunder in der Lage, Stereo- oder Multi-Stream-Quellen auszuwerten und in immersiven Kinoklang zu verwandeln. Dabei unterstützt sie echtes, diskretes 5.1 auf Lautsprechern und virtuellen Surroundsound bis zu 7.1 auf Lautsprechern und Kopfhörern. Wir können sogar stehts, nur per Klick, zwischen Kopfhörern und Lautsprechern wechseln, je nachdem, welche Klangeigenschaften wir gerade bevorzugen. Kollege zu Besuch? Statt den Kopfhörer weiterzureichen, schalten wir auf die Lautsprecher und genießen zusammen unsere Medien. Mit dabei hat die AE7 aber auch die Dolby Digital Live und DTS Connect-Kodierung, mit der wir externen Geräten noch weitere Optionen bieten. In der Sound Blaster Command – Software, zu der wir gleich noch kommen, können wir beliebig zwischen Dolby Digital und DTS Connect wählen. Bei DTS stehen uns sogar noch DTS Neo PC und DTS Interactive zur Verfügung.

Der integrierte Kopfhörer liefert jeder Hörmuschel ihre eigene Leistung

Außerdem sorgen zusätzliche Features wie ein Crystalizer, der den Dynamikumfang verbessert oder ein Bassbooster, der im niederen Frequenzbereich mehr Kraft bietet, für die Abrundung der gesamten Funktionspalette. Für Spieler und ihre Kommunikation in Teamspeak oder Discord ist die CrystalVoice-Technologie interessant. Mit ihr wird unsere Stimme und die unserer Mitspieler für klare Aufnahmen und die Kommunikation im Spiel besonders hervorgehoben. Hat man sich daran gewöhnt, möchte man dieses Feature nicht mehr missen. Noch interessanter aber ist der Scout-Mode der AE7. Dieser lässt sich per Tastenkombination aktivieren und hebt wichtige Audio-Cues im Spiel an und sorgt so für einen taktischen Vorteil. Gegner besser und früher hören – Das sorgt oft für einen siegreichen Ausgang in hektischen Matches. Auch am Mikrofoneingang gibt es Neues von Creative. So bietet uns die Software viele Einstellmöglichkeiten wie Noise-Reduction, Echo-Unterdrückung und einen Mikrofon-Equalizer mit 11 Presets für die Anpassung des Klangs. Zusätzlich können wir mit einem Voice-Morpher diverse verstellte Stimmen nutzen. Besonders gefällt uns aber die einstellbare Smart-Volume, mit der unser Mikrofon automatisch gepegelt und limitiert wird. So übersteuern wir nie und wenn wir nachts leiser sprechen, sind wir dennoch gut zu verstehen.

Damit bietet die Soundblaster AE7 jedem audiophilen Nutzer beste Bedingungen um Musik, Medien und Spiele in vollen Zügen zu genießen. Für die Profis haben wir noch einigen technische Details aufgelistet.


Installation und Software

Karte rein, Glücklich sein!

Eingebaut kann man die AE7 nur noch hören

Die Installation der Soundblaster AE7 ist für jemanden der schon selbst am PC herum geschraubt hat ziemlich einfach. Wer damit noch keine Erfahrungen sammeln konnte, fragt einen Freund oder geht zum Profi. Alles was man braucht ist eine ruhige Hand und einen freien PCIe Steckplatz. Wir mussten im Testsystem etwas Platz machen, damit die AE7 nicht die Lüfter unserer Grafikkarte verdeckten. Ansonsten steht dem Einbau nichts im Wege. Die Karte wird auf den PCIe gesteckt und mit einer Rändelschraube im Slot fixiert. Das Sound-Modul steht auf dem Tisch bereit und wird lediglich mit zwei Kabeln an Ausgang und Eingang verbunden. Damit ist die Karte technisch gesehen einsatzbereit. Wer noch Toslink und andere Audiosysteme verbinden will, findet an der Stirnseite alle Anschlüsse dafür. Zu guter Letzt, installieren wir die Soundblaster Command Software, mit der wir nun alle Einstellungen der AE7 bequem vornehmen können. Die Software liegt nicht auf einem Datenträger bei, so dass wir diese von der Webseite des Herstellers herunterladen müssen.

Das Sound-Modul fungiert als Verlängerung und Lautstärkeregler

In der Soundblaster Command Software selbst haben wir umfangreiche Möglichkeiten um das Klangerlebnis und die Features anzupassen. Im ersten Reiter können wir sogenannte SBX-Profile auswählen oder selbst definieren. Diese Profile bieten verschiedene Klangoptimierungsfunktionen und -technologien, mit denen wir alle Klangaspekte erheblich verbessern können. So können wir unter anderem aus vordefinierten Presets für Kino, Nachtmodus oder Konzerte wählen oder auch Einstellungen für Spiele wie The Witcher, Call of Duty oder Battlefield nutzen. Auch grobe Abstimmungen für übergeordnete Spielegenres sind möglich.  Natürlich können wir auch selbst an den Einstellungen herumschrauben. Dafür stehen uns verschiedene Regler zur Verfügung, die wir hier auch genauer erklären wollen. Der Surround-Regler steuert die Stärke und die Verteilung der virtuellen Surround-Lautsprecher. Der Regler für den Crystalizer optimiert den Klang durch Wiederherstellung der bei der Komprimierung verloren gegangenen hohen und tiefen Frequenzen. Der Bass-Regler verbessert die fehlenden Niederfrequenztöne und sorgt damit für satte Bässe. Die Smart-Volume sorgt für ausgeglichene Lautstärkepegel und beseitigt so das Problem abrupter Lautstärkesprünge bei Musik und Filmen. Mit den Regler für Dialog+ steuern wir die Hervorhebung von Stimmen in Musik, Filmen und Spielen. Im nächsten Reiter stellt man uns einen 10-Band-Equalizer zur Verfügung in dem wir entweder aus Presets wählen oder aber selbst unsere Einstellungen definieren und speichern können.

In der Soundblaster Command Software können wir viele Einstellungen vornehmen

Im Reiter für die Wiedergabe wählen wir unsere Ausgabegeräte, stellen Headset und Lautsprecher ein und können sogar eine Kalibrierung der Lautsprecher vornehmen. Auch der Surround-Sound lässt sich hier testen. Weiter geht es mit dem Reiter für das Mikrofon. Hier legen wir Aufnahme-Lautstärke und -Verstärkung fest und haben die Auswahl aus diversen Hilfsmitteln wie Noise-Reduction, Echo-Abschwächung, Smart Volume und einem Equalizer mit Presets für den Klang des Mikrofons. Die Noise-Reduction, also die Verminderung von Nebengeräuschen ist übrigens wirklich als hervorragend zu erwähnen. Außerdem steht ein Voice-Morpher bereit, mit dem man seine Stimme wie eine Frau, ein Roboter oder ein Monster klingen lässt. Eine nette Spielerei, die aber kaum als sinnvoll einzustufen ist. Wir hätten uns stattdessen ein paar explizite Einstellungen für den Klang des Mikrofons oder gar die Nutzung von VST-Plugins gewünscht. Interessant ist allerdings die Auswahl der Audioqualität, die von 16bit und 16kHz bis zu 32bit und 96kHz reicht. In einem weiteren Reiter steht uns auch der sogenannte Scout-Modus zur Verfügung, mit dem wir in Spielen angeblich besser und weiter hören können. Dieser funktioniert allerdings nicht in Kombination mit den SBX-Profilen. Daher kann er per festgelegter Tastenkombination im Spiel aktiviert oder deaktiviert werden. Merklich ist auf jeden Fall eine deutliche Anhebung bestimmter Frequenzen in Spielen, wobei man Schritte oder gar den Wechsel von Magazinen deutlicher hört. Ob ein echter Vorteil daraus entsteht konnten wir aber im Testzeitraum nicht feststellen. In weiteren Einstellungen können  wir nun noch aus den Encodern Dolby und DTS Connect wählen. Bei Letzerem stehen auch DTS Neo PC und DTS interactive zur Verfügung. Im Mixer können wir final noch die Signale an den Aus- und Eingängen regeln. Damit bietet die Soundblaster AE7 nicht nur technisch viele interessante Features, sie lässt uns diese auch in der Command-Software hervorragend bedienen.


Fazit

Viele Features fürs Geld

Wer schon eine Soundkarte von Creative sein Eigen nennen konnte, weiß welche gute Verarbeitungsqualität man vom Erfinder dieser Geräte erwarten kann. Auch die Soundblaster AE7 muss sich nicht hinter ihrer großen Schwester, der AE9, verstecken. Hochwertig verarbeitet und mit praktischer Tischstation ausgerüstet, bietet diese Soundkarte alle nötigen Features die sich der audiophile Gamer wünschen kann. Die Installation der Karte und der Software sind einfach zu bewerkstelligen. Mit ausreichenden Anschlüssen für 5.1 Systeme, optischem Ausgang und den wichtigen Decodern lässt sich die AE7 in die meisten Audiosysteme integrieren oder als Quelle für ein komplett neues Setup einrichten. Mit der umfangreichen Software, lassen sich viele Einstellungen vornehmen, die allesamt Up-To-Date sind. Die SBX-Profile liefern uns viele unterschiedliche Klang-Setups, die wir auch selbst variieren können. Lediglich für die Einstellungen des Mikrofons, hätten wir uns einen Monitoring-Kanal ohne Delay, explizite Einstellungen für den Klang unserer Stimme und das Nutzen von VST-Plugins gewünscht. Damit erfüllt die Soundblaster AE7 die Ansprüche von audiophilen Spielern, die Ihre CPU entlasten und den Sound der Onboard-Soundkarte deutlich übertrumpfen wollen. Auch wenn der Preis mit 229,99 Euro vielleicht noch etwas hoch ist, bekommt man doch viele Features für sein Geld, die ein herkömmlicher Audiochip auf dem Mainboard nicht leisten kann.


 

1 reply »

  1. Seit meine Auzentech Home Theater nach dem letzten 1903 Update leider definitiv nicht mehr funktioniert, habe ich zuerst eine neueste externe Soundkarte von Creative probiert.
    Soundqualität war vergleichsweise zum vergessen.
    Wollte den Schritt auf wieder eine interne Soundkarte wagen, habe die AE-7 bestellt, montiert und höre da : Zur Auzentech ebenbürdige wenn nicht bessere, resp. detailgenauere Soundqualität !
    Das externe Rad oder was das ist, blieb in der Verpackung.

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