Hardware Test

[ TEST ] SteelSeries GameDAC – mehr als nur ein „Extra“ für deinen Sound

Viele Laptops aber auch Konsolen verfügen nur über einen einfachen On-Board Sound, der im ersten Moment zwar gut ist aber mit der Zeit nicht genug bieten kann. So gibt es externe Soundkarten, die nicht nur am PC genutzt werden können. Diesmal schaue ich mir die SteelSeries GameDAC an.

Der SteelSeries GameDAC ist im Grunde eine externe Soundkarte, ein Verstärker oder gar auch als Amp bekannt. Durch die Nutzung wird der Sound direkt ausgegeben, nochmals verstärkt und bekräftigt. Mit dem GameDAC ist ein intensiveres audiophiles Klangerlebnis möglich. Der GameDAC wurde speziell für das Gaming ausgelegt und verfügt sogar über ein Hi-Res Zertifikat. Der SteelSeries GameDAC kann am PC und an der PlayStation4 genutzt werden. Mit einigen Einschränkungen ist auch eine Nutzung an der Xbox One und Nintendo Switch möglich. Der GameDAC wird zusammen mit dem SteelSeries Arctis Pro ausgeliefert. Wer aber schon ein Klinken-Headset besitzt, dem bietet SteelSeries die Möglichkeit, den GameDAC auch einzeln für knapp 149,- Euro zu erwerben.

SteelSeries ist ein 2001 gegründetes dänisches Unternehmen, welches unter dem Namen Soft Trading seinen Ursprung fand. Soft Trading konnte sich schnell einen Namen machen, da man sich auf die Produktion von Icemat- und Steelpad Mauspads spezialisierte. Erst im Jahr 2007 fand das Unternehmen zu seinem heutigen Namen. Durch die Übernahme des nordamerikanischen Herstellers Ideazon für Gaming-Peripherie, baute SteelSeries sein heutiges Portofolio aus. Weitere Investitionen im Jahr 2012 durch eine US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft, machten SteelSeries zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Gaming-Peripherie. Heute sponsert SteelSeries eine Vielzahl an eSportlern und ist  Partnerschaften, mit vielen bekannten Namen im Gaming-Bereich, eingegangen. 

Der SteelSeries GameDAC ist ein High-Fidelity-Soundsystem mit einem ESS Sabre Chip, kann Audio in 96 kHz-/24-bit ausgeben und verfügt über ein Hi-Res Audio Zertifikat. Es gilt aber zu beachten: Hi-Res Audio kann aufgrund einer begrenzten Ausgabe von nur 48 kHz auf den Konsolen nicht erlebt werden. Dank eines beigelegten 4-poligen 3,5 mm Adapters lassen sich alle gängigen Headsets anschließen. Eine Nutzung mit einem USB- oder Bluetooth-Headsets ist leider nicht möglich. Für die Nutzung von PC-Headsets mit getrennten Sound und Mikrofon-Stecker ist ein weiterer Adapter notwendig.


Verarbeitung/ Bedienung

freundlich und übersichtlich 

SteelSeries präsentiert den GameDAC in einer würdigen und schönen Verpackung. So zeigt sich der GameDAC auch schon sehr ansprechend beim Auspacken. Mit dabei sind selbstverständlich alle benötigten Kabel wie ein 1,5 Meter langes USB-Micro USB, ein 1,8 Meter langes optisches Kabel und der Adapter um 4-polige Klinken-Headsets anschließen zu können. Auf der Rückseite befinden sich ein Toslink, Micro-USB und zwei weitere 3,5 mm Klinken-Buchsen um ein Handy oder gar aktive Lautsprecher anschließen zu können. An der linken Seite befindet sich ein mysteriöser Anschluss, der nur in Verbindung mit einem hauseigenen Headset oder dem Klinken-Adapter genutzt werden kann. Hier stellt sich schon meine erste Frage: Warum wurden nicht einfach ein oder zwei Klinkenbuchsen verbaut, um alle gängigen Headsets nutzen zu können? Statt dessen wird hier ein Adapter benötigt, der weder gängig, noch im freien Handel erhältlich ist.

In seiner optischen Erscheinung zeigt sich der GameDAC als kleiner Bruder zur Dockingstation des SteelSeries Arctis Pro Wirelees. Oval, leicht nach vorne geneigt im glänzenden Schwarz, mit einem handlichen Stellrad für die Bedienung. Der GameDAC misst rund 125 mm in der Breite, 55 mm in der Tiefe und ist rund 35 – 44 mm hoch. Damit tritt er freundlich aber auch dezent praktisch auf. Während die Oberfläche einem entgegen strahlt, ist das Gehäuse robust gefertigt worden. Auf der Unterseite wurde ein umlaufender Gummi eingebettet um einen guten Stand zu ermöglichen.

Bevor ich den GameDAC nun nutzen kann, schließe ich ihn an einen Computer an, um auch die neuste Firmware erhalten zu können. Dies geschieht sehr einfach über die kostenlose Software von SteelSeries. Wer den GameDAC voranging am PC nutzen möchte, kann hier viele weitere Einstellungen vornehmen. Praktisch und übersichtlich. Wer den GameDAC lediglich an der PlayStation 4 betreiben will, sollte dennoch den ersten Schritt über den Computer für die Firmware gehen. Andernfalls könnte das audiophile Erlebnis getrübt werden. Einmal angeschlossen, zeigt der GameDAC seine Stärke. Der OLED-Screen gibt mir die Übersicht aller Möglichkeiten und lässt mich im Handumdrehen mit dem großen Stellrad alle Einstellungen tätigen. Hier kann sehr bequem die Quelle eingestellt werden, die Lautstärke und der Chat-Mix angepasst werden, mit 10 Frequenzbändern im Equalizer der Klang personalisiert werden. Zusätzlich bietet SteelSeries den Stream-Mixer, der für alle Youtuber & Twitcher interessant sein dürfte. Mit nur einigen Drehbewegungen am Rädchen kann hier der optimale Mix angepasst werden. Damit dürfte die nächste Übertragung von der PlayStation 4 ein Kinderspiel werden. Wer gerne mehr Surround wünscht, kann am kleinen Knopf nebenan den Soundmodi DTS HeadphoneX 2.0 nutzen.


Sound/ Klangbild

einfach überzeugender Klang 

Für die Nutzung am PC genügt die einfache Verbindung des GameDAC per beiliegendem USB-Kabel. So kann mit der SteelSeries Engine auch DTS Headphone X 2.0 genutzt werden. PlayStation 4 Spieler sollten unbedingt neben der USB-Verbindung auch das optische Kabel mit ihrer Konsole verbinden. Besitzer der Slim-Version folgen bitte unserer Lösung zum fehlenden Toslink. Eine Nutzung des GameDAC an der Xbox ist leider nur ohne Mikrofon möglich.

Der GameDAC von SteelSeries bietet alleine schon über USB am PC an meinem einfachen Laptop einen spürbar besseren Sound. Für die Nutzung von Hi-Res sollte diese Funktion unbedingt auch in den Einstellungen am PC eingestellt und am am GameDAC aktiviert werden. Ansonsten bietet der GameDAC am PC einen 16-bit Sound bei 48 kHz. Dies geht sehr einfach über die internen Einstellungen des QLED-Screens. Zudem sollte auch ein Hi-Res-fähiger Kopfhörer oder Headset verwendet werden.

SteelSeries will mit dem GameDAC in erster Linie den Gamern an der PlayStation 4 ein besseres Sounderlebenis bieten. Daher nahm ich den GameDAC und schloß diesen an die PlayStation 4 an. Hier solltet ihr unbedingt den Zwei-Wege-Kabel-Weg nutzen. Optisch für den reinen Klang und den USB für das Mikrofon samt Stromversorgung. Nun noch den PlayStation 4 Modus aktivieren und fertig. Damit die PlayStation 4 den GameDAC auch richtig nutzt und nicht dauernd eure Einstellungen verhaut, sollte sich in den Einstellungen folgendes Bild ergeben:

  • Eingabegerät: SteelSeries GameDAC
  • Ausgabegerät: TV oder AV Verstärker
  • Ausgabegerät nicht automatisch einstellen (Häkchen entfernen) 
  • Primärer Ausgabeport: HDMI out
  • Audioformat (Priorität): Dolby Digital/ oder DTS 

Für meine Testzwecke verwendete ich das Beyerdynamic MMX 300 – 600 Ohm, musste dies aber schon nach kurzer Zeit weglegen, da der GameDAC nur Headsets und Kopfhörer bis 80 Ohm unterstützt. Der Sound mit dem Beyerdynamic MMX 300 – 600 Ohm war eindeutig viel zu leise. Dies liegt in erster Linie an dem nicht dafür ausgelegten Verstärker im GameDAC. So griff ich dann zur 32 Ohm Version des Beyerdynamic MMX 300, da dieses Headset bis heute noch als Referenz gesehen wird. Jetzt konnte ich loslegen und verspürte einen deutlichen besseren Sound gegenüber einem Anschluss am Controller. Mehr Kraft, intensiverer Sound und wesentlich mehr Stärke im Volumen. Mit der Option noch den DTS Headphone X Sound nutzen zu können, rundet sich der Surround wohlwollend ab. Hier werden die Stärken eines High-End-Headsets einmal mehr verdeutlicht. Doch nicht jeder kann derzeit auf einen Bestand in diesem Bereich zurückgreifen und daher nahm ich noch das HyperX Cloud Headset zur Hand. Ich habe ehrlich gesagt in dem Test zu diesem Headset, wohl nicht die Stärken ausloten können. Der GameDAC wertet dieses recht „einfache“ Headset auf und lässt mich sogar dessen schwachen Bass mit dem Equalizer deutlich verstärken. Die Höhen sind nun intensiver, die Mitten sehr deutlich und die Tiefen lassen sich bis hin zu einem sehr deftigen Bass definieren. Damit ist der GameDac ein wahrer Klangkünstler, denn er wertet den Sound jedes Headsets auf. Damit kann selbst ein Einsteiger-Headset fast Wunder im Sound ermöglichen. Ich empfehle aber dennoch auf ein hochwertiges Headset zu setzen. In den nächsten Wochen schaue ich mir dazu das Artics Pro Bundle mit der GameDAC an.

Mit einigen personalisierten Einstellungen am GameDAC über den Equalizer, sorgte der Sound selbst in einer einfachen Beta wie The Division 2 für wahre Begeisterung. Gerne habe ich auch einen Studiokopfhörer wie den Ultrasone Pro780i damit verwendet, leider schränkten die Anschlußmöglichkeiten hier die Kommunikation ein. Das Mikrofon eines MMX 300 zeigt seine ganze Studioqualität, aber auch das HyperX kommt nun besser zur Geltung. Wichtig ist hier aber einen guten Weg der Einstellungen des DAC im Zusammenhang mit den Einstellungen an der PlayStation 4 zu finden. Nicht einfach, aber das Ergebnis ist fast schon berauschend.


Fazit

die Wundermaschine des Sounds

Mit dem GameDAC bietet SteelSeries allen Gamern eine bedienerfreundliche Wundermaschine für mehr Sound an. Egal ob nun am PC oder gar an der PlayStation 4: der GameDAC macht nicht nur mehr aus dem Sound der Spiele, sondern wertet jedes Headset auf und lässt es aus dem Vollen schöpfen. Punkten kann der GameDAC durch seine moderne Erscheinung, der einfachen und verständlichen Bedienung und vor allem durch einen volumenreichen und kraftvollen Sound. Dank verschiedener Einstellungen kann der Sound & Klang schnell angepasst und personalisiert werden. Wer mag kann zusätzlich noch aktive Lautsprecher nutzen oder sich Musik vom Handy hingeben. Einziger Kritikpunkt ist dieser mysteriöser Adapter und wer mehr Kabellänge benötigt oder gar auf Dual-3,5 mm setzt, der benötigt weitere Adapter. Hier hätte SteelSeries lieber auf die bekannten Audio-Anschlüsse setzen sollen. Der GameDAC ist trotz seines „hohen“ Preises nicht nur eine Empfehlung, sondern sticht ganz eindeutig gegen Headsets mit Soundkarte heraus. 

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