[ TEST ] Tormented Souls – Gruseln wie in den guten alten Zeiten

Mit dem Spiel Tormented Souls bringen uns PQube, Dual Effect und Abstract Digital Works zurück in die Zeit der klassischen Survival-Horror-Titel wie zum Beispiel Silent Hill oder Resident Evil. Ob der Titel mit den „Platzhirschen“ mithalten kann, verrät Euch unser Test.

Wer von Euch kann sich noch an Titel wie die ersten Resident Evil Teile oder Alone in the Dark erinnern, und natürlich mit dem daraus resultierenden Horror-Gefühl? In Zeiten wo viele Horror-Games auf 3D Perspektive setzen, ist es irgendwie erfrischend wieder die Mischung aus festen Kamera-Perspektiven und Puzzle-Elementen zu erleben, die die bereits angesprochene Titel zu Klassikern werden ließ.
Das dachte sich wohl auch Entwickler Dual Effect und entwickelte eine Geschichte mit der Protagonistin Caroline Walker. Diese geht dem mysteriösen Verschwinden von Zwillingsschwestern in einem furchteinflößenden, zum Hospital umfunktionierten Herrenhaus auf die Spur.

Wir haben Tormented Souls auf der PlayStation 5 in der Version 1.005.000 gespielt. Das Spiel ist für PlayStation, Xbox, Nintendo und PC erhältlich. Die digitale Version der PlayStation Version hat eine Downloadgröße von 6,6 Gigabyte, kostet im Store zur Zeit 19,90€ und präsentiert uns das Spiel in englischer Sprachausgabe und deutschen Texten.

Ersteindruck
Endlich wieder klassischer und teils klaustrophobischer Survival-Horror

Kaum das Spiel gestartet sehen wir unser alter Ego, Carolin Walker, die sich in ihrer Wohnung befindet und einen Brief von einem ihr unbekannten Mann namens John Doe aus dem Wildberger Hospital in Kanada bekommt. Nachdem wir den Brief öffnen, sehen wir ein Foto von zwei kleinen Mädchen, das Carolin erstmal einen Kopfschmerzanfall beschert. Auf der Rückseite des Fotos finden wir noch den Satz „Glaubst Du wirklich, dass Du uns hier sitzen lassen kannst?“

Zwei weitere von Albträumen geplagte Wochen später entscheidet sich Carolin das Hospital, ein früheres Herrenhaus, zu besuchen und dem Geheimnis der Zwillinge auf die Spur zu kommen. Dass dies nicht ohne viele Schreckmomente, Rätseleinlagen und einer spannenden Geschichte davon kommt, dürfte jedem klar sein und da wir hier nicht viel spoilern wollen, liegt es an Euch die meistens in Tagebüchern und Notizen niedergeschriebene Story weiter zu ergründen.

Gameplay
Auch das Gameplay bleibt der klassischen Linie treu

Man kann es nicht oft genug betonen das sich die Entwickler an den Klassikern der 90er Jahre bedient haben und das ist auch gut so. Man ärgert sich zwar manchmal über die nicht einstellbare Kameraansicht und Neulinge werden die erste Zeit ein wenig Probleme damit haben, aber dann wiederum erfreut man sich an gerade dieser Ansicht, die uns so manchen „Feind“ erst recht spät sehen lässt und dies, in Verbindung mit den diversen Schatteneffekten, lässt unseren Puls sehr oft in die Höhe schnellen.
Auch „alte Bekannte“ wie das Inventar, in dem man zum Beispiel seine gefundenen Gegenstände untersuchen oder kombinieren kann oder die Möglichkeit hat, Dokumente in aller Ruhe nochmals durchzulesen, erfreuen unser Spielerherz. Und spätestens wenn wir zum Speichern des Spielstandes ein Tonband einlegen müssen, fühlen wir uns um Jahrzehnte in der Spielzeit zurückversetzt, und das meinen wir natürlich positiv.

Zur Orientierung finden wir Karten, mit denen wir uns im Wildberger Hospital zurechtfinden müssen, diese sind aber auch recht minimal gehalten, als weitere Hilfe kommt es uns aber zugute das viele Räume beschriftet sind. Die Rätsel fangen einfach an, steigern sich dann unter anderem über Schlüsselsuche, Schieberätsel und sogar Reisen in die Vergangenheit zu einem guten Mix um eure grauen Zellen anzustrengen.

Die Monster/Gegner sind schön schaurig anzusehen und haben es teilweise faustdick hinter den vergammelten Ohren. Um uns gegen diese zu wehren, bekommen wir mit der Zeit immer mehr Waffen wie Schrotgewehr oder Elektroschocker, aber wollen wir diese benutzen, können wir uns außer einem Schritt nach hinten nicht mehr bewegen, was die Gegenwehr unsererseits gerne etwas schwierig werden lässt. Auch das Haushalten mit Medizin muss immer gut überlegt sein, denn auch diese ist nicht im Überfluss vorhanden.

Grafik / Sound
Sehr stimmig

Natürlich kann Tormented Souls in grafischer Hinsicht nicht mit den Platzhirschen mithalten, aber das muss der Titel auch nicht. Das Indieprojekt, das für gerade mal für 20 € auf den Markt gebracht wurde, schaut trotzdem sehr gut aus, man merkt den Entwicklern an das sie Fans des klassischen Survival-Horrors sind und dies sich grafisch widerspiegelt. Beklemmende Szenarios, wenig Beleuchtung, stimmige Schatteneffekte, das alles gibt ein gruseliges und manchmal (schön) ekliges Komplettbild wieder.

Und das setzt sich auch in Sachen Soundkulisse weiter fort. Düstere (industrielle) gruselige Klänge lassen unsere Nerven aufs Äußerste gespannt sein, die Sounds sind nie aufdringlich, wollen sich aber unter unsere Haut begeben, und sehr oft schaffen sie es auch. Die Synchronsprecher machen ihren Job ordentlich.

Umfang
Für den Preis auf jeden Fall passend

Über die Preisgestaltung könnte man streiten, denn auch wenn das Werk uns „nur“ zwischen 8 und 10 schön-schaurige Stunden unterhält, könnte man meinen das 20 € dafür schon fast zu wenig sind. Man wird in dieser Zeit sehr gut unterhalten, bekommt einiges zu sehen und darf sein Gehirn manchmal schon ordentlich anstrengen. Natürlich ist der Wiederspielwert nicht sehr hoch bei einem Singleplayer-Spiel, aber gebt dem Spiel eine Chance, ihr werdet es nicht bereuen.

Fazit
Eine sehr gute Hommage an die Klassiker der 90er Jahre


PQube, Dual Effect und Abstract Digital Works können sich mit diesem Werk auf jeden Fall auf die Schulter klopfen. Auch wenn man beim Spielen oft an die diversen großen Vorbilder erinnert wird, wurde hier ein Stück Software kreiert, das sich sehen lassen kann. Fans werden beim Spielen glänzende Augen bekommen, aber auch Neulinge sollten diesem Titel eine Chance geben, denn auch wenn der Einstieg etwas nervig ist und es dauert bis man die Spielmechanik verinnerlicht hat, so wird man doch mit einem Spiel belohnt, dem man anmerkt, dass viel Herzblut drin steckt.

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