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[ TEST ] TROVER SAVES THE UNIVERSE – ein völlig beklopptes Abenteuer

Justin Roiland, der kreative Kopf hinter der Cartoon Erfolgs-Serie „Rick & Morty“, erweitert sein Universum völlig verrückter Ideen und kurioser Charaktere nun um ein Videospiel. Mit Trover Saves The Universe erleben wir eines der bizarrsten Abenteuer überhaupt – mehr dazu in unserem Test!

Ersteindruck
Ein völlig abgedrehtes Universum

Unsere über alles geliebten Hunde wurden vom überdimensional großen Huhn Glorkon entführt, der sich die Vierbeiner in seine leeren Augenhöhlen stopft und anschließend nach der Macht über das ganze Universum greift. Allein wir und unser Freund Trover vermögen den größenwahnsinnigen Glorkon aufzuhalten. Im völlig abgedrehten Universum gehören wir zu den Stuhltopianern, einer Lebensform, die stets faul und unbeteiligt in einen schwebenden Stuhl sitzt und mit einem Controller in der Hand andere Lebensformen fernsteuert.

Trover ist ein lilafarbenes Männchen, der ebenfalls seine Augenhöhlen zweckentfremdet hat. Dort hat er kurzerhand Power-Babys platziert, putzig-kleine Wesen, die Trover mehr Kraft verleihen.  Im Spiel sind die Power-Babys wichtige Sammelgegenstände, mit denen wir Trovers Fähigkeiten upgraden können. Dieser völlig abgefahrene Humor zieht sich durch das gesamte Spiel. Der Hüpfspaß mit den bunten Farben sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier garantiert nicht um ein Spiel für Kinder handelt. Freunde des politisch unkorrekten Humors werden hingegen ein wahres Freundenfest für die Lachmuskeln vorfinden. Roilands Erfolgs-Serie „Rick & Morty“, ist mit Trover Savest The Universe stilistisch eng verwandt. In absurt-grotesken Aktionen lassen wir hier schon mal einen behinderten Jungen im Rollstuhl über eine Klippe sausen.


Gameplay
In VR ist´s besser

Das Gameplay lehnt sich stark an das eines klassischen Adventures oder Plattformers an. In unserer Raumkapsel fliegen wir zu den unterschiedlichsten Planeten, die alle für sich ein Level repräsentieren, durch das wir uns im Laufe unseres Abenteuers bewegen.

Dabei steuern wir Trover mit den Analog-Sticks durch die Level, lassen ihn auf Knopfdruck hüpfen und zücken mit der Quadrat-Taste unser Lichtschwert, mit dem wir unsere Gegner nieder metzeln. Dabei nimmt der Titel auch gleich die Pop-Kultur und die Gaming-Welt selbst mächtig auf die Schippe. Ein weiteres großes Element und schlichtweg das Highlight des ganzen Spiels sind die unzähligen Dialoge. Schenkt man Entwickler Squanch Games glauben, dann hat Mastermind Justin Roiland über 20 Stunden an Dialogzeilen für sämtliche Charaktere selbst eingesprochen – alles komplett improvisiert.

Dabei können wir Trover Saves The Universe sowohl mit, als auch ohne einVR-Headset spielen. Nachdem ich das Abenteuer zweimal durchgespielt habe, kann ich jedem ans Herz legen, das Spiel mit einer VR-Brille zu bestreiten. Die VR-Version ist exzellent gelungen. Als Stuhltopianer erleben wir das gesamte Geschehen sitzend in unserem schwebenden Stuhl mit einem virtuellen Controller in der Hand, durch den wir unseren durchgeknallten Freund Trover steuern. Über die Schultertasten können wir unsere Flughöhe zwischen drei Stufen wählen und erhalten somit immer einen veränderten Blick auf die Umgebung. Das ist auch nötig, denn in den beschaulichen Leveln gibt es eine Vielzahl zu entdecken. Dazu schauen wir uns immer wieder um, ob wir nicht eines der zahlreich versteckten Power-Babys entdecken können, springen über Hindernisse und Plattformen und metzeln unsere Gegner mit unserem Lichtschwert nieder, das Trover garantiert nicht aus dem Star-Wars-Universum geklaut hat.

Trover Saves The Universe lässt sich ohne Probleme auch ohne VR-Headset spielen. Der Haken ist nur, dass dann ein Großteil des Charmes und der Atmosphäre verloren geht. Allein die immer wieder eingestreuten Witze darüber, dass wir ja nur in einem Stuhl sitzen und uns eigentlich nicht bewegen können, zünden dann nicht halb so gut. Hinzu kommt, dass die Bewegungen und Kameraschwenks zu langsam sind und die Steuerung insgesamt zu unpräzise wird. Wer die Wahl hat, sollte das humorvolle Abenteuer auf jeden Fall mit einem VR-Headset erleben.


Grafik & Sound
Fantasievolle Welten und einfallsreiche Dialoge

Die Grafik besticht durch sehr fantasievoll und abwechslungsreich gestaltete Spielwelten. Im VR-Modus gehört Trover Saves The Universe sogar zu dem am besten umgesetzten Spielen bisher. Es ist schön anzusehen und alles wirkt stimmig designet, so dass es den Spieler direkt in die Spielwelt zieht. Ohne VR-Headset überzeugt das Spiel vor allem dank seiner hochauflösenden 4K-Grafik mit gestochen scharfen Kanten und einer tollen Farbwirkung der Levelumgebungen.

Die Sprachausgabe ist das wohl größte Highlight des Spiels. Die Lokalisierung erfolgt ausschließlich in Englisch und wahlweise mit deutschen Untertiteln. Justin Roiland feuert einen gelungenen Witz nach dem anderen ab und präsentiert immer wieder umfangreiche und abgedrehte Dialoge. Ständig bin ich angehalten und habe meinen Gegnern viel lieber zugehört, wie sie ihre scheinbar endlosen Kommentare über mich ergießen, anstatt sie einfach direkt anzugreifen – ich kenne kein anderes Spiel, bei dem ich mehr Lust hatte, den NPCs einfach nur zuzuhören, statt ihnen direkt mein Lichtschwert zwischen die Rippen zu rammen. Großartig!


Umfang
Kleines Spielvergnügen

Trover Saves The Universe bietet pro Spieldurchgang etwa sechs Stunden Spielzeit. Kurioserweise wurden für das gesamte Spiel über zwanzig Stunden an Dialoge aufgenommen. Wer darüberhinaus alle Power-Babys und alle PlayStation–Trophies bzw. Erfolge verdienen möchte, sollte mit insgesamt zehn Stunden Spielzeit rechnen. Zugegeben, die Spielzeit ist nicht wirklich üppig, als gegenargument lässt sich aber anführen, dass diese Zeit voller Spielspaß steckt und von den Entwicklern durchweg mit guten Ideen gefüllt ist. Manchmal ist weniger einfach mehr. Insgesamt wirkt unser Abenteuer hier sehr stimmig.


Fazit
Anarchie, Witz und jede Menge Spielspaß

5 von 5 Sterne herausragend blauSquanch Games und Justin Roiland liefern ein überaus unterhaltsamen Plattformer und eines der besten VR-Spiele überhaupt ab. Eine der wohl abgefahrensten Stories überhaupt trifft auf charmante Charaktere und völlig verrückte Dialoge.

Trover Saves The Universe ist völlig bekloppt – ich liebe es!


 

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