Bild: Ultrasone & PE

[ TEST ] ULTRASONE LAPIS – die Bluetooth In-Ears aus Bayern

Mit dem Lapis erweitert der bayerische Kopfhörerspezialist Ultrasone sein Sortiment um ein kabelloses In-Ear-Modell. Es zeichnet sich durch eine erstklassige Akkulaufzeit aus und unterstützt den Bluetooth-Standard 5.2. Insgesamt sechs Mikrofone dienen der Dämpfung und Verstärkung von Außengeräuschen und sollen für eine hohe Sprachverständlichkeit beim Telefonieren sorgen.

Für die sportliche Betätigung

Bedienung & Komfort

Leicht in mehrfacher Bedeutung

Mit einem Gewicht von fünf Gramm pro Seite sind die Ultrasone Lapis angenehm leicht, sitzen bequem im Ohr und verursachen auch bei mehrstündigem Tragen keine Druckbeschwerden. Die Gehäuse ragen nur geringfügig aus den Ohren heraus, sodass die Ohrhörer auch unter einer Mütze oder einem Hut getragen werden können, wenn dieser nicht zu eng sitzt. Ihr flaches Design begünstigt einen stabilen Sitz, der auch leichte sportliche Aktivitäten erlaubt, solange die In-Ears keinen starken Vibrationen ausgesetzt sind. Unserer Erfahrung nach rutschen die Lapis nur beim schnelleren Joggen aus den Ohren und müssen dann per Hand wieder ins Ohr geschoben werden. Das System ist außerdem gemäß IP54 gegen wetterbedingte Feuchtigkeit und Schweiß geschützt.

Das Pairing der Ultrasone Lapis, die eine einseitige Nutzung unterstützen, kann durch Öffnen des Gehäuses erfolgen, wodurch die In-Ears eingeschaltet und in den Pairing-Modus versetzt werden. Wenn man sie wieder in die Ladeschale legt, schaltet sich das System aus, obwohl die Ohrhörer auch manuell ein- und ausgeschaltet werden können, indem man die berührungsempfindlichen Flächen gedrückt hält.

Ein Manko der Touch-Bedienung ist, dass keine Lautstärkeregelung vorhanden ist. Ansonsten kann die Wiedergabe durch Antippen gesteuert werden, was zum Annehmen und Beenden von Anrufen genutzt wird und auf beiden Seiten möglich ist. Über die linke Hörmuschel kann ein Titel ausgewählt werden, indem man zweimal tippt, um vorwärtszuspringen, und dreimal, um zurückzuspringen. Sprachassistenten können durch doppeltes Antippen der rechten Seite aufgerufen werden, während ein kurzes Halten auf beiden Seiten zwischen Basis-, ANC- und Umgebungsmodus umschaltet. Eine App-Verbindung mit Ohrhörer und Optionen zur Klanganpassung ist nicht verfügbar – was wir persönlich nicht nur als schade empfinden, sondern das auch die wohl größte Schwäche der Lapis markiert. Ich persönlich lege auf eine App, über die ich meine Kopfhörer „feintunen“ kann, großen Wert.

Akku und Ladezeit

Lange Laufzeit dank Lade-Etui

Eine Besonderheit dieser kabellosen In-Ears ist die hervorragende Ausdauer der Akkus. So bietet der Ultrasone Lapis eine Laufzeit von mehr als zwölf Stunden im Grundmodus bei höherer Lautstärke. Ist die Geräuschunterdrückung aktiv, sind mit einer Akkuladung immer noch neun Stunden möglich. In dem handlichen, nur 40 Gramm schweren Etui kann der Kopfhörer zudem zweimal vollständig aufgeladen werden, der dritte Ladevorgang bietet eine Restkapazität für etwa zwei Stunden. Daraus ergibt sich eine Gesamtlaufzeit von über 35 Stunden im Standardmodus und 30 Stunden im ANC-Modus. Ein Wiederaufladen der In-Ears dauert etwa zwei Stunden, ist aber von außen leider nicht sichtbar, da keine Ladestandsanzeige vorhanden ist. Es besteht die Wahl zwischen einer kabellosen Stromversorgung des Gehäuses über kabelloses Laden oder einer kabelgebundenen Aufladung über den USB-C-Anschluss. Ein USB-C-auf-USB-A-Ladekabel ist im Lieferumfang enthalten.

Das Etui lässt sich wunderbar auch wireless laden.

Telefonie

Guter Sprachbegleiter

In einer ruhigeren Umgebung bieten die Ultrasone Lapis eine tadellose Sprachqualität bei Videokonferenzen und Telefongesprächen, und das gilt für beide Seiten des Gesprächs. Durch die Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen beim Sprechen ist die eigene Stimme auch in einer belebten Umgebung gut zu verstehen. Die Person am anderen Ende des Gesprächs nimmt die Mikrofonfiltertechnologie jedoch als Flüstergeräusch wahr, was bei lauteren Umgebungsgeräuschen störend sein kann.

Klangerlebnis

Ausgeglichenes Kraftpaket

Die Ultrasone Lapis bieten eine kraftvolle Wiedergabe mit einem satten Bassbereich, der auch in den unteren Tönen Substanz hat. Dabei wird ein hoher Spaßfaktor angestrebt, was meiner Meinung nach aber nicht ganz gelungen ist. Bei basslastiger Musik entwickelt die Tieftonwiedergabe einen eher geringen Druck, sie wirkt zwar vollmundig, aber etwas schwammig und manchmal diffus. Rock- und Pop-Produktionen klingen dagegen deutlich kontrollierter und steigern den Hörgenuss. Auch der Mitteltonbereich wird vollmundig und energisch wiedergegeben, sodass Soloinstrumente und Stimmen auch bei Outdoor-Aktivitäten durchsetzungsfähig sind. Gleichzeitig wirkte die Mitteltonwiedergabe beim entspannten Hören auf dem Sofa nicht aufdringlich oder fordernd. Die oberen Lagen könnten als etwas anspruchsvoll empfunden werden, vor allem bei höheren Lautstärken. Der Hochtonbereich wirkte lebendig und überzeugend.

Als Audiocodec kommt neben dem Bluetooth-Standard SBC auch das AAC-Format zum Einsatz, hochauflösende Varianten der aptX-Familie oder LDAC sind jedoch nicht verfügbar.

Active-Noise-Canceling

Solide Geräuschunterdrückung mit Luft nach oben

Im ANC-Modus waren leichte Hintergrundgeräusche wahrnehmbar, die aber die Wiedergabe nicht beeinträchtigten. Auch im unteren Frequenzbereich war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, der zu einer erheblichen Ausweitung des Tiefbasses führte. Dadurch wirkte der Klang dunkler und voller, vor allem, wenn die Lautstärke erhöht wurde. Ansonsten reduzierte die Rauschunterdrückung des Ultrasone Lapis vor allem monotone, tieffrequente Außengeräusche, die bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder beim Pendeln mit der Bahn auffielen. Straßenlärm, Stimmen oder Tastaturgeräusche wurden weniger effektiv reduziert und blieben weiterhin wahrnehmbar.

Fazit

Das kleine blaue Wunder

Die leichten Ultrasone Lapis zeichnen sich durch eine gute Akkulaufzeit und eine gute Sprachverständlichkeit beim Telefonieren aus, außer bei lauten Hintergrundgeräuschen. Die Geräuschunterdrückung reduziert vor allem niederfrequente Störquellen. Was die wetterfesten True Wireless In-Ears nicht haben, sind Einstellungen für individuelle Ohrmuscheln und Sound, da es keine App-Unterstützung gibt. Insgesamt überzeugt der Klang der kleinen Ohrhörer mit kraftvollen Klängen, die zumeist in einem sehr ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen.  Insgesamt macht das Ultrasone Lapis unter den Bluetooth In-Ear-Kopfhörern eine überaus gute Figur und bietet in seiner Kompaktheit ein starkes Hörerlebnis.

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