[ TEST ] Warhammer 40,000: Darktide – Ein Loot-Shooter mit Potenzial

Warhammer 40.000, kaum ein anderes „Spieleuniversum“ hat mittlerweile so viele Games auf den Markt gebraucht wie dieses. Angefangen 1992 bringt es die „Serie“ nun weit über 30 Titel, manche besser, manche schlechter. Der schwedische Entwickler Fatshark hat in dem Universum auch schon Fuß gefasst und möchte uns mit Warhammer 40,000: Darktide wieder vor die Bildschirme bannen. Ob es ihm gelingt, wird unser Test zeigen.

Das sich Entwickler Fatshark mit Koop-Shootern um 40K-Universum auskennt, haben sie bereits mit Warhammer Vermintide 1 + 2 bewiesen, diese punkteten mit einer guten Story, Atmosphäre und 4er-Koop-Spaß. Dasselbe Prinzip verfolgt man hier auch mit Darktide, ob das wie in den quasi Vorgängern hier auch wieder aufgeht? Lassen wir uns überraschen.

Wir haben Warhammer 40,000: Darktide auf dem PC über Steam getestet, auf anderen Plattformen gibt es das Spiel bisher nur auf Xbox Series X/S. Die Installationsgröße beträgt knapp 40 Gigabyte. Darktide präsentiert uns englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln.

Ersteindruck
Die Präsentation kann sich sehen lassen

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei dem Spiel um einen 4er Koop-Shooter. Vom Artdesign gefällt uns das Spiel schonmal. Es spielt im 41. Millennium im Warhammer-Setting, diverse Alienspezies und Chaosgötter versuchen das Imperium der Menschheit zu erobern. Leider gibt es storytechnisch nicht viel zu erzählen. Nach einem ca. 20-minütigen Einweisung in das Spiel, mit der Auswahl von einer der 4 Kämpferklassen inklusive der Auswahl des sozialen Backgrounds, Aussehens etc. kommen wir auf dem Kampfschiff Mourningstar an, sozusagen dem Hub/Auswahlpunkt für alle weiteren Aktivitäten. Hier erwartet uns eine Einweisung in die Spielmechanik und das Gameplay, das auch nochmal rund 20 Minuten in Anspruch nimmt. Haben wir das auch hinter uns gebracht, erwartet uns das Missionsterminal und damit das finale Spiel.

Gameplay
Left 4 Dead im Warhammer-Universum

Wie schon Vermintide 1+2 erwartet uns von Entwickler Fatshark hier Gameplay in feinster Left 4 Dead Manier, was aber nicht negativ gemeint ist, denn es macht (erstmal) viel Spaß. Als ehemaliger Gefangener widmen wir unsere Kampfkraft dem Imperium und Imperator. Uns erwarten 13 Level in 5 unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, mit denen wir jeweils ca. 30 Minuten beschäftigt sind. Das Matchmaking funktioniert relativ gut, sind nicht genug menschliche Mitspieler am Start wird erstmal mit Bots aufgefüllt, die dann aber relativ schnell durch nachrückende Spieler ersetzt werden. Eine Möglichkeit nur mit Bots ein Spiel zu bestreiten soll später durch ein Update nachgereicht werden.
Hat man nach Ende des Levels gut harmoniert, gibt es die Möglichkeit eine feste Gruppe zu formieren, sofern alle zustimmen. Aber reden wir nicht vom Ende eines Levels, sondern schauen uns das To-do in einem Match an. Eigentlich pflügen wir mit unseren Mitspielern mit einer Mischung aus Fern- und Nahkämpfen durch grafisch sehr ansprechende Maps und Gegnerschaften, müssen kleine Aufgaben erfüllen (Konsole hacken, hochrangige Ziele ausschalten usw.), und uns währenddessen den zahlreichen Gegner-Wellen widmen. Dies wird vom Gewaltgrad sehr explizit dargestellt, da kann schon mal der Kopf oder ein anderer Körperteil des Gegners das Fliegen lernen und die Blutfontänen sind auch nicht zu verachten. Für Zartbesaitete gibt es die Möglichkeit, den Gewaltgrad zu minimieren. Vorgefertigte Texte lassen uns nach Munition fragen, oder Hinweise nach Heilung etc. geben. Sollte ein Mitspieler von Gegnern überwältigt werden, gibt es für alle anderen den Hinweis, dass derjenige auf Heilung wartet.

Haben wir das Levelende erreicht, was meistens mit dem Besiegen eines zähen Oberbosses endet, kommt die große Abrechnung. Jede unserer Klassen kann mit insgesamt jeweils 18 Perks für unseren Spielstil angepasst werden. Von Mission zu Mission ist es unser Bestreben, Waffen und Ausrüstung zu sammeln und zu verbessern. Mit Levelende und Erreichen des nächsten Levels, von denen es insgesamt 30 gibt, bekommen wir Erfahrungspunkte und Währung. Mit diesen können wir dann im Waffenladen nach weiteren Waffen suchen und kaufen, diese sind aber leider nach jedem Einsatz Zufalls-generiert. Individuelles Craften ist sogar größtenteils erst demnächst verfügbar. Was nicht Zufalls generiert ist und dazu sogar noch Echtgeld kostet, ist der Premium-Shop für kosmetische Items. Dies ist natürlich kein Muss und man kann auch die ganze Zeit mit seinem Anfangs-Skin herumlaufen, aber am Ende kann jeder selbst entscheiden, was er mit seinem Geld macht.

Storytechnisch erwartet uns im Verlaufe des Spiels leider nicht mehr sehr viel außer ein paar kleinen Zwischensequenzen, das hat Vermintide um einiges besser gemacht. In diesem Spiel geht es einzig und allein um das Aufleveln der Klassen, eine motivierende Story sucht man hier vergebens.

Umfang
13 Level im Recycling-Modus

Da man pro Level ca. 30 Minuten benötigt, kann man sich selbst ausrechnen, wie lang man Spaß an Darktide haben wird. Warum wir den Spaß in Anführungszeichen gesetzt haben, liegt am teilweise Recyceln der Maps und dass Elemente gerne mal wiederverwendet werden. Natürlich steigen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad auch die Anforderungen an das Team und die Aufgabenverteilung, dies kann die Spiellänge pro Map auch nochmals verlängern. Inwieweit dies alles der Motivation förderlich ist, kann der Spieler nur selbst herausfinden, denn am Ende geht es nur darum seine Waffen und Rank hochzuleveln.

Grafik / Sound
Eine Augen und Ohrenweide

Grafisch ist Darktide wiederum sehr gut gelungen. Die beeindruckenden Schauplätze, mit ihren sehr gut ausgeleuchteten Fassaden, gotisch angehauchte Bauten oder auch dreckigen Schächten des Chaos, das Artdesign ist sehr gut gelungen. Auch unsere Ohren werden nicht enttäuscht, der Soundtrack des dänischen Komponisten Jesper Kyd mit seinen teils wuchtigen orchestralen Kompositionen passt sehr gut in das Setting. Das Sounddesign der Waffen ist gut gelungen, die englische Sprachausgabe, nicht nur in den Zwischensequenzen, sondern auch „ingame“ kommen gut an.

Fazit
Ein guter Shooter mit Luft nach oben

Im Gegensatz zu den Vorgängern hat Entwickler Fatshark hier ein wenig mit Inhalt gegeizt. Weniger Klassenauswahl (Vermintide 2 bot fünf Charakteren und jeweils drei und mehr Unterklassen), eine fehlende und motivierende Story und ein Craftingsystem, das noch nicht ganz fertiggestellt ist. Hier wird der unentschlossene Käufer vielleicht noch auf nächste Updates warten und das Spiel erstmal auf die lange Bank schieben. Trotz allem bekommt man auch jetzt schon einen auf jeden Fall sehr gut aussehenden und hörenden Shooter, mit dem man eine Menge Spaß haben wird, das Teamplay per Voicechat wird Euch mit Sicherheit gefallen. Die Sache mit der Motivation nur um des Looten willens haben wir ja schon erwähnt, und wenn Fatshark mit kommenden Updates etc. alles richtig macht, wird das Spiel auch auf lange Sicht neue Käufer finden.


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