[ TEST ] YS VIII – LACRIMOSA OF DANA

Am 12. September hat NIS America das Actionrollenspiel Ys VIII: Lacrimosa of Dana veröffentlicht. Wir haben das Spiel ausgiebig für euch gespielt und sind begeistert. Was das Spiel so toll macht, erfahrt ihr im Test.

Ersteindruck

Das schöne Hauptmenü und die noch viel schönere Hintergrundmusik fallen nach dem Start sofort ins Auge, bzw. ins Ohr. Nachdem man sich durch die übersichtlichen Optionen geklickt hat, startet man nun sein „Neues Spiel“ und wählt den Schwierigkeitsgrad. Das im Anime-Stil gehaltene Intro zeigt euch zur Einleitung die wichtigsten Charaktere, einige Örtlichkeiten und auch einige Gegner auf die ihr im Spiel treffen werdet. Im Anschluss findet ihr euch als Matrose auf einem Schiff wieder. Und nach ein paar kleinen Laufburschenaufgaben, die als kleines Tutorial dienen, wird das Schiff dann auch schon von einem Seeungeheuer angegriffen und versenkt. Das Abenteuer hat damit offiziell begonnen.

Das Hauptmenü allein ist schon ein Blickfang. / Ys VIII - Lacrimosa of Dana
Das Hauptmenü allein ist schon ein Blickfang. / Ys VIII – Lacrimosa of Dana

Wie auch in den Vorgängern übernehmt ihr in Ys VIII die Kontrolle über Adol Christen, den rothaarigen Abenteurer.
Dieses mal verschlägt es den Rotschopf auf ein Schiff, welches von einem Seeungeheuer angegriffen wird und euch und einige Mitreisende auf einer geheimnisvollen Insel stranden lässt. Während es anfangs noch darum geht ein kleines, provisorisches Dorf aufzubauen und nach weiteren Überlebenden zu suchen, stellt sich nach und nach heraus, dass die Insel ein besonderes Geheimnis „hütet“. Und Stück für Stück ergründet ihr eben dieses Geheimnis und erfahrt dabei, was euer Schicksal ist.

5 von 5 Sterne

Gameplay/Inhalt

Spielerisch haben wir hier ein klassisches Action-RPG. Das komplette Gameplay ist auf Action ausgelegt. Das führt zu ziemlich rasanten Kämpfen, in denen man mit einfachen Tastenkombinationen für Spezialangriffe (R1 + „einer der vier Buttons“ oder R1 + L1) noch mehr Action auf die heimische Matscheibe bringt. Dafür müssen allerdings auch die entsprechenden Energieleisten aufgeladen werden. Das passiert automatisch im Kampf, durch das erledigen von Gegnern.

Das Spiel verwöhnt uns mit tollen Sequenzen praktisch. / Ys VIII - Lacrimosa of Dana
Das Spiel verwöhnt uns mit tollen Sequenzen praktisch. / Ys VIII – Lacrimosa of Dana

So simpel wie das klingt ist es auch. Es gibt kein komplexes Combosystem oder Tastenkombinationen, bei denen man sich die Finger verrenkt. Und das ist gut so. Und falls jemand befürchtet, dass dieses System zu Chaos auf dem Bildschirm oder dem TV führen könnte, kann ich ihn beruhigen. Selbst wenn viele Gegner sich auf euch stürzen wird es nie zu chaotisch um noch ein wenig Kontrolle zu behalten. Und außerdem: Je mehr Gegner da sind, desto schneller lädt eure Energie auf, die ihr dann für effektvolle Spezialattacken nutzen könnt.

Während des Kampfes könnt ihr jederzeit zwischen den drei aktiven Charakteren eurer Gruppe wechseln. Das ist auch unbedingt nötig, denn jedes Gruppenmitglied hat eine Spezialisierung, die gegen bestimmte Gegner von Vorteil ist. Nur der Charakter mit der zum Gegner passenden Spezialisierung macht wirklich effektiven Schaden. Klingt im ersten Moment nach wildem Hin- und Herwechseln, aber nach einer Weile macht ihr das fast schon automatisch, wenn ihr die Gegner seht. Außerhalb das Kampfes könnt ihr eure Gruppe auch über das Pausenmenü nach euren eigenen Vorlieben zusammenstellen. Hierbei ist lediglich zu beachten, dass ihr jede der 3 Spezialisierungen in der Gruppe der 3 aktiven Charaktere habt, damit ihr nicht mitten im Kampf merkt, dass ihr nicht die passende Spezialisierung zu Verfügung habt. Bei normalen Mobs mag das noch gerade so gehen, aber bei Bossen oder stärkeren Gegnern, könnte sich der Kampf dann mächtig in die Länge ziehen.

Im Charaktermenü findet ihr alle nötigen Infos über eure Gruppe. / Ys VIII - Lacrimosa of Dana
Im Charaktermenü findet ihr alle nötigen Infos über eure Gruppe. / Ys VIII – Lacrimosa of Dana

Neben den Kämpfen gibt es aber noch einige weitere Elemente, die das Spiel super ergänzen.
So „sammelt“ ihr Stück für Stück die einzelnen Passagiere des untergegangenen Schiffes auf und gründet mit ihnen ein eigenes Dorf, welches im Verlauf des Spiels auch immer weiter wächst. Dort könnt ihr dann zum Beispiel handeln und eure Ausrüstung verbessern. Gelegentlich haben die Dorfbewohner auch Nebenquests für euch, die ihr auch machen solltet, da ihr dadurch euer Ansehen bei den Dorfbewohnern verbessert. Das ist wiederum wichtig, um die Fähigkeiten eurer Dorfbewohner zu verbessern. Denn die werden benötigt, wenn euer Dorf von Feinden angegriffen wird. Das findet in entsprechenden Events in einem Bereich neben dem Dorf statt. Während ihr dabei ganz normal gegen die Angreifer kämpft, werdet ihr in regelmäßigen Abständen von den Dorfbewohnern unterstützt. Zum Beispiel in Form von Buffs, oder einem besonders starken, einmaligen Angriff.
Natürlich verbessert sich durch den steigenden Ruf auch das Angebot bei den Händlern und Handwerkern. Und als kleiner Bonus bekommt auch ihr für das Erledigen der Aufgaben einen kleinen Bonus auf eure Werte, wie z.B. Stärke oder Verteidigung.

Eine zweite Möglichkeit den Ruf bei den Bewohnern zu verbessern sind Geschenke. Einige davon könnt ihr bei einem der Händler kaufen, andere werden von Gegnern fallengelassen, oder können aus Truhen geholt werden. Kleiner Tipp: Haltet nach dem Kampf mit dem Seeungeheuer nach dem Namenschild des Schiffes Ausschau. Einer der Dorfbewohner wird sich später darüber freuen. 😉

Bis zu 4 erlernte Skills könnt ihr auf die Haupttasten des Pads legen. / Ys VIII - Lacrimosa of Dana
Bis zu 4 erlernte Skills könnt ihr auf die Haupttasten des Pads legen. / Ys VIII – Lacrimosa of Dana

Was das Reisen auf der Karte angeht, könnt ihr an diversen Schnellreisepunkten die Reisezeit um einiges verkürzen und jederzeit (außer es ist storybedingt deaktiviert) quer über die ganze Insel hüpfen.

Im späteren Spielverlauf gibt es dann noch die Möglichkeit an bestimmten Schnellreisepunkten in die Vergangenheit zu reisen und dort die Kontrolle über die namensgebende Dana zu übernehmen und eine separate Story zu spielen. Dies ist auch nötig, denn pflanzt ihr mit Dana in der Vergangenheit z.B. einen Baum, könnt ihr in der Gegenwart neue Gebiete erreichen um in der Geschichte voran zu kommen.

Auch in der Vergangenheit gibt es Nebenquests, die ihr von verschiedenen NPCs bekommen könnt (manche davon müsst ihr allerdings etwas suchen). Ich rate auch hier dazu, diese Quests zu erledigen, da ihr nur so die Möglichkeit bekommt, in einem Dungeon der Vergangenheit voranzukommen.

Alles in Allem ist es ein riesen Spaß die einzelnen Elemente des Spiels auszuprobieren, zu nutzen und zu sehen, dass sie euch im Spiel tatsächlich voranbringen und nicht einfach nur da sind um die Spielzeit künstlich zu strecken. Jedes Gameplayelent hat hier einen Sinn. Da dies in der heutigen Zeit nicht unbedingt immer so ist, kann man das ruhig auch mal lobend erwähnen.

4 von 5 Sterne

Grafik / Sound / Technik

Optisch muss sich Ys VIII hinter keinem anderen Genrevertreter verstecken. Es sieht sogar noch ein wenig besser aus, als der Durchschnitt. Die Spielwelt ist farbenfroh und abwechslungsreich. Angefangen bei den schönen Sandstränden, über die Wiesen und Hügel. bis hin zum gewaltigen Berg im Zentrum der Insel bekommt man alles geboten, was es an Umgebungen so gibt. Von einem erhöhten Punkt aus gesehen, könnt ihr sogar die gesamte Insel überblicken. Sogar die Rauchsäule des Feuers in eurem Dorf ist zu erkennen. Auch die Dungeons bieten Abwechslung. Ob Wald, Höhlen, Sumpf oder klassische Gewölbe, es ist von allem was dabei.
Solche schönen Szenen sind im Spiel keine Seltenheit. / Ys VIII - Lacrimosa of Dana
Solche schönen Szenen sind im Spiel keine Seltenheit. / Ys VIII – Lacrimosa of Dana

Der Sound hat es mir, wie bei vielen anderen Rollenspielen auch, besonders angetan. Die Effekte wirken knackig und sind passend gewählt. Soll heißen: Ein Schlag mit dem Schwert klingt auch wie ein Schlag mit dem Schwert und nicht wie das Hauen mit ein Holzknüppel. Aufgewertet wird das ganze durch passende Umgebungsgeräusche wie z.B. Möwen am Strand, rauschender Wind und Vögel in Wäldern oder plätscherndes Wasser an Flüssen. Das schafft eine sehr lebendige und dichte Atmosphäre.

Gelegentlich unterhalten sich die Charaktere auch einfach mal zwischendurch über die aktuelle Quest, oder ein kürzlich eingetretenes Ereignis in der Geschichte. Das verhindert, dass man das Gefühl bekommt mit stummen Begleitern unterwegs zu sein. Ein nettes Detail, welches das Spiel lebendiger macht.

Die Natur im Spiel bietet jede Menge schöne Bilder. / Ys VIII - Lacrimosa of Dana
Die Natur im Spiel bietet jede Menge schöne Bilder. / Ys VIII – Lacrimosa of Dana

Die Musik läuft bei alledem sehr dezent im Hintergrund. Sofern ihr die Lautstärke in den Optionen etwas reduziert, denn die ist tatsächlich etwas sehr laut abgemischt.
An sonsten hat die Musik was sehr vertrautes und gleichzeitig motivierendes, so das man mit der eingängigen Melodie im Ohr gerne noch ein Stündchen mehr im Spiel verbringen möchte.

Technisch gibt es nichts zu meckern. Keine Bugs oder Glitches, die als solche zu erkennen gewesen wären. Lediglich die unsichtbaren Wände zum Begrenzen einiger Spielbereiche sind etwas unschön. Das hätte man eleganter lösen können.

4 von 5 Sterne

Umfang

Bei meinem ersten Spieldurchgang sind am Ende etwa 50 Stunden rausgekommen. Wenn man das Spiel zu 100% beenden will, kann man noch ca. 5 bis 10 Stunden dazurechnen (je nachdem, wie viel man beim normalen Durchspielen liegen lässt). Für ein aktuelles Rollenspiel ist das schon ganz ordentlich. Aber nach dem Spieldurchgang ist das Ganze noch nicht beendet. Sobald ihr das Spiel durchgespielt habt, schaltet ihr einige neue Inhalte frei.

Neben der Möglichkeit ein Neues Spiel+ zu beginnen, könnt ihr auch an den Zeitpunkt vor dem letzten Bosskampf zurückkehren. Natürlich mit den aktuellen Werten und der Ausrüstung. Ihr könnt dann zum Beispiel noch fehlende Truhen suchen, oder die Insel erforschen. Ihr könnt aber auch den neuen Dungeon in Angriff nehmen. Dieser wird nach dem Durchspielen nämlich freigeschaltet. Am Ende des Dungeons wartet dann der stärkste Boss des Spiels auf euch. Bevor ihr nicht mindestens Level 75 seid, solltet ihr den Dungeon aber eher meiden. Die Gegner sind um einiges stärker als die bisherigen und da ihr bis zum Boss Level 90 erreicht haben solltet, wird das bekämpfen der Mobs auch nötig sein um die Level Ups zu bekommen.

Die Super-Mooves werden schönen Sequenzen untermalt. / Ys VIII - Lacrimosa of Dana
Die Super-Mooves werden schönen Sequenzen untermalt. / Ys VIII – Lacrimosa of Dana

Wer nach dem Spiel eine Herausforderung sucht, der kann diese im Time-Attack Modus finden. Hier könnt ihr jeden bisher gelegten Boss nochmal gegen die Uhr bekämpfen. Euer Level und die Ausrüstung werden dabei immer an den Kampf angepasst. Ihr könnt den Boss entweder frei wählen, oder beim sogenannten Boss-Rush alle hintereinander weg bekämpfen.

Wer ein Neues Spiel+ von Vorne beginnen will, der hat dabei die Wahl, welche Dinge er in den neuen Spieldurchgang mitnehmen will. Zum Beispiel das Level, Ausrüstung (mit Ausnahme der Waffen, denn die sind Teil der Story.) oder die aufgedeckte Weltkarte. Ihr könnt frei entscheiden, was ihr mitnehmen wollt.
Und als kleines Extra gibt es in der Galerie, die ihr über das Hauptmenü erreicht, sämtliche Filmsequenzen (sowohl die gezeichneten, als auch die Cutscenes aus dem Spiel) und wunderschöne Artworks von allen wichtigen Charakteren des Spiels.

5 von 5 Sterne

Fazit

Ys VIII – Lacrimosa of Dana ist ein fantastisches Rollenspiel. Alles im Spiel passt zusammen und macht Sinn, und es gibt keine Inhalte die nur dazu dienen die Spielzeit künstlich zu strecken. Es gab lange kein JRPG, dass mich so gefesselt hat und das auch nach dem Durchspielen noch so viel zu bieten hat, dass man gerne noch ein paar Stunden dran hängt. Angefangen bei einer interessanten Geschichte über tolle Charaktere, bis hin zum Gameplay ist Ys VIII eines der besten Actionrollenspiele der letzten Jahre. Für JRPG-Fans ein absoluter Pflichttitel.

5 von 5 Sterne

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Christian Genschow
Gottgleicher Web- & Videoredakteuer für Games und so nen Kram