Bild: SteelSeries

Testbericht: SteelSeries Arctis Nova Pro Omni – Wenn dein Headset plötzlich alles kann

Es gibt diese Momente beim Gaming, in denen nicht dein Skill das Problem ist, sondern dein Setup. Wenn du Schritte nur erahnst statt klar ortest. Wenn Discord den Spielsound überlagert. Oder wenn du mitten in der Session zwischen Geräten wechseln musst, weil dein Smartphone wieder einmal dazwischenfunkt.

Genau an diesem Punkt setzt das Arctis Nova Pro Omni von SteelSeries an – und verfolgt einen Ansatz, der deutlich über das hinausgeht, was man von einem klassischen Gaming-Headset erwartet. Statt einfach „besser zu klingen“, will es dein komplettes Audio-Setup neu denken. Und das bedeutet vor allem eines: Du sollst alles gleichzeitig hören können – ohne Kompromisse.

Ein Headset für alle Plattformen gleichzeitig? Das klinkt verlockend und zu gleich unglaublich.

SteelSeries

Typischer und bekannter Auftritt.

SteelSeries ist seit Jahren eine feste Größe im Gaming-Bereich. Vor allem die Arctis-Serie hat sich einen Namen gemacht, weil sie genau das geliefert hat, was viele Spieler wollen: Komfort, verlässlicher Sound und breite Kompatibilität.

Mit der Nova-Reihe hat sich dieser Fokus jedoch verschoben. Hier geht es nicht mehr nur darum, ein gutes Headset zu bauen, sondern darum, Audio als Teil des gesamten Spielerlebnisses zu verstehen. Das Nova Pro Omni ist dabei weniger ein weiteres Modell – es ist vielmehr der Versuch, das Konzept „Gaming-Headset“ neu zu definieren.

Ersteindruck

Schon beim ersten Kontakt wird klar, dass das Nova Pro Omni anders ist. Das Headset selbst wirkt hochwertig, sitzt angenehm und verzichtet bewusst auf übertriebenes Gaming-Design. Stattdessen bekommt man ein nüchternes, fast schon erwachsenes Erscheinungsbild, das sich klar auf Funktionalität konzentriert.

Features auf der Rückseite

Doch der eigentliche Unterschied steht direkt daneben: die Base Station. Mit ihrem Display, dem zentralen Drehregler und den zahlreichen Anschlüssen wirkt sie eher wie ein kleines Audio-Interface als wie klassisches Zubehör. Und genau so fühlt sie sich auch an. Statt nur die Lautstärke zu regeln, steuerst du hier aktiv, welche Quelle gerade im Vordergrund steht.

Das ist im ersten Moment ungewohnt – aber genau dieser Punkt macht den Reiz des gesamten Systems aus.

Technik

Auf dem Datenblatt liest sich vieles vertraut: Hi-Res Audio mit 96 kHz und 24 Bit, 40-mm-Neodym-Treiber und ein erweitertes Frequenzspektrum bis 40 kHz. Doch entscheidend ist weniger die reine Zahl, sondern das, was daraus im Spiel entsteht.

Gerade bei feinen Details zeigt sich, was die höhere Auflösung bringt. Schritte wirken klarer abgegrenzt, entfernte Geräusche verlieren ihre Unschärfe, und selbst in hektischen Situationen bleibt das Klangbild strukturiert. Es ist kein spektakulärer Effekt, sondern eher ein schleichender Unterschied, der sich mit jeder Spielminute stärker bemerkbar macht.

Unterstützt wird das Ganze durch räumliches Audio, das die Ortung von Geräuschen spürbar verbessert. In Kombination mit der aktiven Geräuschunterdrückung entsteht ein Klangbild, das dich deutlich stärker ins Spiel zieht, weil weniger von außen stört und mehr im Fokus bleibt.

Software

Die Software spielt beim Nova Pro Omni eine zentrale Rolle – und das merkt man sofort im Alltag. Statt Einstellungen einmal vorzunehmen und dann zu vergessen, wird sie hier aktiv genutzt.

Software am PC und Smartphone

Während du spielst, kannst du den Klang direkt anpassen und sofort hören, wie sich jede Veränderung auswirkt. Hebst du bestimmte Frequenzen an, treten Schritte klarer hervor. Reduzierst du den Bass, wird das Klangbild ruhiger und präziser. Diese unmittelbare Rückmeldung sorgt dafür, dass du dein Audio tatsächlich auf deinen Spielstil abstimmst – und nicht einfach mit einer Standardlösung lebst.

Besonders interessant ist das für Konsolenspieler, die sonst oft auf umständliche Workarounds angewiesen sind. Hier passiert alles direkt im laufenden Betrieb, ohne dass du das Spiel verlassen musst.

Anschlussmöglichkeiten

Der vielleicht größte Unterschied zu klassischen Headsets zeigt sich bei der Art, wie das Nova Pro Omni mit Geräten umgeht. Statt zwischen Quellen zu wechseln, nutzt du sie einfach parallel.

In der Praxis bedeutet das: Du spielst auf der Konsole, während Discord über den PC läuft und dein Smartphone gleichzeitig Musik liefert oder für Anrufe bereitsteht. Was normalerweise ein logistisches Problem wäre, wird hier zur Selbstverständlichkeit.

Entscheidend ist dabei nicht nur, dass alles gleichzeitig funktioniert, sondern dass du die Kontrolle behältst. Über die Base Station kannst du jederzeit bestimmen, welche Quelle gerade wichtiger ist. Ein kurzer Dreh am Regler, und der Team-Chat tritt in den Vordergrund, während der Spielsound etwas zurückgenommen wird – oder umgekehrt.

Mit der Zeit entwickelt sich daraus ein ganz anderes Nutzungsverhalten. Du denkst nicht mehr in „Geräten“, sondern in Audioquellen, die du flexibel kombinierst.

Sound

Klanglich verfolgt SteelSeries einen Ansatz, der sich bewusst von vielen Gaming-Headsets absetzt. Statt mit überbetontem Bass zu beeindrucken, liegt der Fokus auf Klarheit und Struktur.

Gerade in kompetitiven Spielen macht sich das bemerkbar. Geräusche bleiben voneinander getrennt, auch wenn mehrere Dinge gleichzeitig passieren. Schritte gehen nicht im Chaos unter, sondern bleiben nachvollziehbar – sowohl in ihrer Richtung als auch in ihrer Entfernung. Das sorgt nicht nur für ein besseres Gefühl, sondern kann im Zweifel auch spielentscheidend sein.

Lieferumfang

In ruhigeren, storygetriebenen Spielen zeigt sich eine andere Stärke. Hier wirkt der Sound weniger spektakulär, dafür deutlich natürlicher. Räume fühlen sich größer an, Dialoge gewinnen an Tiefe, und die gesamte Klangkulisse wirkt stimmiger.

Die aktive Geräuschunterdrückung verstärkt diesen Effekt zusätzlich, weil sie Ablenkungen reduziert. Gleichzeitig bleibt genug Flexibilität, um bei Bedarf wieder mehr von der Umgebung wahrzunehmen.

Mikrofon

Beim Mikrofon wird schnell klar, dass SteelSeries hier mehr wollte als nur eine solide Standardlösung. Die Sprachübertragung wirkt ungewöhnlich sauber und direkt, fast so, als würdest du nicht über ein typisches Gaming-Headset sprechen.

Das Mikrofon im bekannten Design – Zum Einschieben – und ein Popschutz gibt es auch noch dazu.

Besonders beeindruckend ist, wie konsequent Hintergrundgeräusche ausgefiltert werden. Tastaturanschläge, Lüfter oder Gespräche im Raum treten deutlich in den Hintergrund, ohne dass deine Stimme unnatürlich verfremdet wird. Genau dieser Spagat gelingt nur wenigen Headsets wirklich gut.

Im Alltag bedeutet das vor allem eines: Deine Kommunikation wird klarer. Deine Mitspieler verstehen dich besser, Rückfragen werden seltener, und insgesamt wirkt die Sprachübertragung deutlich professioneller.


Persönlicher Eindruck

Nach den ersten Stunden mit dem Arctis Nova Pro Omni fühlt sich vieles noch wie ein Experiment an. Du probierst aus, spielst mit den Quellen, regelst hier, passt dort an. Es ist fast ein bisschen zu viel auf einmal.

Aber dann kommt dieser Punkt, an dem es „klick“ macht.

Du sitzt in einer Session, hast dein Spiel auf der Konsole laufen, Discord im Ohr und nebenbei dein Smartphone verbunden. Und plötzlich merkst du: Du musst nichts mehr umstellen. Kein Umstecken, kein Wechseln, kein „warte kurz“. Alles läuft einfach.

Non-Stop-Nutzung dank austauschbarem Akku.

Genau da entfaltet das Headset seine eigentliche Stärke.

Besonders hängen geblieben ist dabei ein Moment in einem kompetitiven Match: Schritte waren klar ortbar, der Team-Call kam sauber durch, und selbst als im Hintergrund Musik lief, blieb alles kontrollierbar. Nicht, weil der Sound spektakulär war – sondern weil er strukturiert war.

Und das ist letztlich der größte Unterschied.

Das Nova Pro Omni versucht nicht, dich mit Effekten zu beeindrucken. Es gibt dir Kontrolle. Und diese Kontrolle verändert, wie du spielst, wie du hörst und wie du dein Setup wahrnimmst.

Am Anfang wirkt das alles wie Luxus.
Nach ein paar Tagen fühlt es sich wie Standard an.


Fazit

Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni ist kein Produkt, das man einfach anschließt und benutzt, ohne darüber nachzudenken. Es verlangt ein gewisses Maß an Eingewöhnung – und auch die Bereitschaft, sich mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Doch genau darin liegt seine Stärke. Denn je länger man es nutzt, desto mehr merkt man, wie sehr es das eigene Verhalten verändert. Man beginnt, Audio aktiv zu steuern, statt es einfach hinzunehmen. Man nutzt mehrere Geräte gleichzeitig, ohne darüber nachzudenken. Und man gewöhnt sich an eine Kontrolle, die bei klassischen Headsets schlicht nicht vorhanden ist.

Für einfache Setups ist das alles wahrscheinlich zu viel. Doch wenn du mehrere Plattformen nutzt und Wert auf präzisen Sound sowie flexible Steuerung legst, dann liefert das Nova Pro Omni genau das, was andere Headsets nicht einmal versuchen.

Und genau deshalb fühlt es sich am Ende weniger wie ein Upgrade an – sondern wie ein kompletter Systemwechsel.

Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni ist seit 5. Mai für 399,99 Euro im Handel erhältlich.

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Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig.