Die weiten Ebenen der Niederlande rufen uns erneut hinter das Steuer mächtiger Lastkraftwagen auf der PS5. In der Fortsetzung von Truck Driver tauschen wir die staubigen Highways Amerikas gegen die charmante Kulisse der Benelux-Staaten ein. Wir schauen in unserem Test, ob die Reise durch die Tulpenfelder spielerisch überzeugt oder im technischen Graben landet.
Ersteindruck
Ernüchterung im schönen Flachland
Wir starten Truck Driver: The Dutch Connection mit der Hoffnung auf eine vollwertige, europäische Trucker-Erfahrung auf der Konsole. Zunächst wirkt der Tapetenwechsel von den USA in die Niederlande auch erfrischend. Die europäische Kulisse mit ihren Windmühlen und den flachen Horizonten versprüht durchaus Charme und wir fühlen uns für einen kurzen Moment wirklich in das Nachbarland versetzt. Doch diese anfängliche Begeisterung weicht schnell einer gewissen Ernüchterung, sobald wir die ersten Kilometer hinter uns bringen.
Die Spielwelt wirkt seltsam steril und leblos. Wo wir geschäftiges Treiben in den Städten und lebendige Dörfer erwarten, finden wir oft gähnende Leere vor. Es fehlen Passanten auf den Bürgersteigen und die Interaktion mit der Welt beschränkt sich auf das Nötigste.
Wir haben das Gefühl, durch eine Theaterkulisse zu fahren, anstatt Teil einer lebenden Wirtschaftszone zu sein. Auch die Menüführung und die Präsentation der Story-Elemente wirken altbacken und erinnern uns eher an die vorletzte Konsolengeneration als an einen modernen Titel für die PS5. Die Charaktere, die uns Aufträge geben, sind bloße statische Bilder mit Textboxen, deren Dialoge wir schnell wegklicken, da sie kaum Substanz bieten.

Der Einstieg ist zwar zugänglich, unterfordert uns aber massiv. Wir vermissen von Anfang an das Gefühl, wirklich etwas aufzubauen. Stattdessen arbeiten wir stumpf Listen ab. Es fehlt der „Wow“-Effekt, den wir uns von einer Truck-Simulation auf aktueller Hardware erhofft haben.
Gameplay
Ein Hupkonzert für die Künstliche Intelligenz
Wenn wir uns dem eigentlichen Kern des Spiels widmen: dem Fahren, stoßen wir auf die größten Kritikpunkte. Zwar steuern sich die LKW halbwegs solide und die Nutzung der adaptiven Trigger der PS5 vermittelt zumindest im Ansatz ein Gefühl von Schwere, doch von einer echten Simulation ist Truck Driver: The Dutch Connection meilenweit entfernt. Das Fahrphysikmodell wirkt zu arcade-lastig. Wir haben selten das Gefühl, wirklich 40 Tonnen Stahl zu bewegen; oft fühlt sich der Truck eher an wie ein schwerfälliger PKW. Das Bremsverhalten ist schwer einschätzbar und wirkt in Kurven oft unrealistisch.
Das größte Ärgernis ist jedoch zweifellos die künstliche Intelligenz des Verkehrs. Wir erleben fast minütlich Situationen, die uns die Haare raufen lassen. Fahrzeuge bleiben mitten auf der Kreuzung stehen, nehmen uns rücksichtslos die Vorfahrt oder rammen uns beim Spurwechsel in die Seite. Das führt zu unverschuldeten Unfällen, die unser Budget belasten und den Spielspaß massiv dämpfen. Wir fühlen uns nicht wie professionelle Fahrer, sondern wie Teilnehmer in einem Autoscooter-Chaos. Hinzu kommt das Missionsdesign, das extrem repetitiv ausfällt. Wir fahren von A nach B, koppeln an, koppeln ab – Variationen sind Mangelware. Das Wirtschaftssystem ist zudem viel zu oberflächlich.
Während wir in anderen Genre-Vertretern komplexe Logistikimperien aufbauen, fühlen wir uns hier wie ein schlecht bezahlter Subunternehmer ohne echte Aufstiegschancen. Die Karte der Niederlande ist zwar hübsch, aber im Vergleich zur Konkurrenz auch erschreckend klein. Wir haben die meisten Routen viel zu schnell gesehen, was die Langzeitmotivation drastisch senkt. Es fehlt an spielerischer Tiefe, an komplexen Manövern und an Herausforderungen, die über das reine Vermeiden der suizidalen KI-Fahrzeuge hinausgehen.

Grafik & Sound
Technischer Stau auf der Autobahn
Auch aus technischer Sicht hinterlässt Truck Driver: The Dutch Connection auf der PS5 keinen wirklich guten Eindruck. Zwar läuft das Spiel in einer höheren Auflösung als auf den alten Konsolen, doch das erkaufen wir uns mit sichtbaren Problemen. Besonders störend sind die ständigen „Pop-ups“. Bäume, Straßenschilder und sogar ganze Gebäude ploppen oft erst wenige Meter vor unserem Kühlergrill ins Bild, was die Immersion komplett zerstört.
Bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn kommt die Engine mit dem Nachladen der Texturen kaum hinterher, was auf einer SSD-betriebenen Konsole wie der PS5 eigentlich der Vergangenheit angehören sollte.
Die Lichteffekte sind zwar bei Sonnenuntergang nett anzusehen, wirken aber tagsüber oft flach und überbelichtet. Auch die Regeneffekte, die eigentlich Atmosphäre schaffen sollten, sehen bei genauerem Hinsehen eher zweckmäßig aus und können nicht mit aktuellen Standards mithalten. Die Spiegelungen in den Rückspiegeln – ein essenzielles Werkzeug für jeden Trucker – wirken unscharf und ruckeln teilweise, was das präzise Rangieren unnötig erschwert.
Auch akustisch sieht es leider kaum besser aus. Die Motorensounds klingen dünn und repetitiv; es fehlt das tiefe, kraftvolle Grollen, das Gänsehaut verursacht. Die Umgebungsgeräusche sind kaum wahrnehmbar und die Hupe klingt eher wie ein Spielzeug. Ein weiteres Manko ist das Radio: Die wenigen verfügbaren Musikstücke wiederholen sich so schnell, dass wir den Ton oft ganz abschalten oder eigene Musik über die Konsole laufen lassen müssen. Hier wurde an allen Ecken und Enden gespart, was das Gesamtbild eines „Budget-Titels“ bedauerlicherweise unterstreicht.

Fazit
Nur für anspruchslose Gelegenheitsfahrer
Nach vielen Stunden auf den virtuellen niederländischen Straßen fällt unser Urteil ernüchternd aus. Truck Driver: The Dutch Connection ist eine verpasste Chance. Die Idee, das Szenario in die engen und malerischen Niederlande zu verlegen, ist im Ansatz gut, scheitert aber an der mangelhaften technischen und spielerischen Umsetzung.
Wir können das Spiel eigentlich nur absoluten Neueinsteigern empfehlen, die noch nie eine LKW-Simulation gespielt haben und eine sehr niedrige Einstiegshürde suchen. Für alle anderen, insbesondere Simulations-Veteranen, bietet der Titel schlichtweg zu wenig.
?Die gravierenden Mängel bei der künstlichen Intelligenz sorgen für mehr Frust als Lust, und die technische Präsentation wird der Leistungsfähigkeit der PS5 nicht gerecht. Die aufploppenden Objekte und die sterile Spielwelt verhindern, dass wir wirklich in das Leben eines Fernfahrers eintauchen können. Es bleibt ein Spiel für zwischendurch, wenn man wirklich nur stumpf ein paar Kilometer abspulen möchte, ohne nachzudenken.
Wer jedoch Tiefe, Realismus und eine lebendige Welt sucht, wird hier enttäuscht den Motor abstellen. Wir hatten uns auf die Tulpenfelder gefreut, doch am Ende bleibt der Eindruck einer Baustelle, die noch lange nicht fertiggestellt ist. Es ist bedauerlich, aber in diesem Zustand ist Truck Driver: The Dutch Connection eher ein Pannenstreifen als die Überholspur.
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