Der klassische Kabelanschluss verliert in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Wie der neue TV-Streaming-Report 2026 von Zattoo zeigt, empfängt inzwischen erstmals eine Mehrheit der deutschen Haushalte ihr Fernsehen über das Internet. Damit markiert das Jahr 2026 einen deutlichen Wendepunkt für den deutschen TV-Markt.
Laut der repräsentativen Studie nutzen mittlerweile 54 Prozent der Haushalte IPTV oder TV-Streaming-Dienste. Besonders stark wächst dabei klassisches OTT-Streaming, das mit 33 Prozent erstmals Kabel als wichtigste einzelne Empfangsart überholt. IPTV kommt zusätzlich auf 21 Prozent Nutzung. Kabel- und Satellitenfernsehen verlieren dagegen weiter leicht an Reichweite und liegen jeweils nur noch bei 28 Prozent.
Noch deutlicher wird der Trend beim primären TV-Empfangsweg. Für 31 Prozent der Befragten ist TV-Streaming inzwischen die wichtigste Form des Fernsehkonsums. Kabel landet mit 23 Prozent nur noch auf Platz zwei, gefolgt von Satellit mit 22 Prozent und IPTV mit 19 Prozent.
Der Report zeigt außerdem, dass technische Hürden für Streaming-Angebote zunehmend verschwinden. Immer weniger Menschen empfinden Streaming als kompliziert oder sorgen sich um eine instabile Internetverbindung. Stattdessen wird die wachsende Zahl an Apps, Plattformen und Abomodellen zur neuen Herausforderung. Zehn Prozent der Nicht-Nutzer nennen mittlerweile die unübersichtliche Angebotslandschaft als Hauptgrund gegen Streaming.
Gleichzeitig bleibt Live-TV weiterhin relevant — allerdings zunehmend im Internet. Die Nutzung von Live-TV per Streaming stieg innerhalb eines Jahres von 31 auf 36 Prozent und gehört damit zu den am stärksten wachsenden Videoformaten. Klassische lineare Inhalte behalten also ihre Bedeutung, wechseln jedoch zunehmend auf digitale Plattformen.
Auch bei den genutzten Geräten zeigt sich ein klarer Trend. Smart-TVs dominieren inzwischen deutlich das Streaming-Verhalten im Wohnzimmer. Rund 67 Prozent der Nutzer streamen Inhalte direkt über ihren Fernseher. Smartphones, Tablets und PCs spielen zwar weiterhin eine Rolle, liegen jedoch spürbar hinter dem Smart-TV zurück.
Der Streaming-Markt wird zudem flexibler. Immer mehr Nutzer abonnieren Dienste nur noch zeitweise für einzelne Serien, Sportevents oder Filme. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft, Anbieter häufiger zu wechseln oder günstigere Alternativen zu nutzen. Dennoch bleibt die grundsätzliche Nachfrage nach kostenpflichtigen Streaming-Angeboten stabil.
Zattoo sieht darin einen grundlegenden Wandel des Fernsehens. Laut Tina Rodriguez, CEO ad interim von Zattoo, sei Streaming endgültig im Mainstream angekommen. Die größte Herausforderung bestehe heute nicht mehr im Zugang zu Inhalten, sondern in der Orientierung innerhalb der immer komplexeren Streaming-Landschaft.
Für den Report wurden im Februar 2026 insgesamt 1.045 Personen zwischen 16 und 69 Jahren in Deutschland durch das Marktforschungsunternehmen YouGov befragt. Die Studie erscheint bereits seit 2015 jährlich und dokumentiert die Veränderungen im deutschen TV- und Streaming-Markt.






