US-Senator: Spiele wie GTA sollten verboten werden

Einige US-Politiker haben Videospiele wie GTA 6, Mafia und diverse Shooter auf die Agenda gesetzt. So äußerte sich jüngst der demokratische Abgeordnete Marcus Evans und forderte ein Verbot aller Gewalt verherrlichenden Spiele. Vor allem GTA 5 zieht er als Beispiel für seine Forderung heran.

In dem Spiel geht es darum, dass der Spieler in der Rolle eines Kriminellen kriminelle Handlungen aufführen muss, um ansehen und vor allem Geld zu verdienen. Spieler müssen bei GTA 5 zum Beispiel Autos stehen, etwa im Rahmen von Carjacking an der Kreuzung, Läden überfallen oder sich illegale Autorennen liefern. In den Nebenhandlungen können sich Spieler ins Casino setzen und mit Glücksspiel wie Poker, Roulette oder an Geldautomaten Geld verdienen, obwohl Online Casinos in den USA in vielen Bundesstaaten verboten sind. Anmerkung: In Deutschland wird Online-Glücksspiel wie Roulette mittlerweile geduldet. Hier gibt es mehr Informationen zum Roulette Tischlimit.

Was steckt hinter den Verbotsbestrebungen?

Der Hintergrund der nun gestarteten Initiative gegen Videospiele sind die steigenden Kriminalitätsraten in einigen US-Metropolen. In Chicago gibt es zum Beispiel auch ein zunehmendes Problem mit Carjacking. US-Senator Evans stammt aus Chicago und will diese Art von Verbrechen bekämpfen. Er sagt, dass Spiele wie Grand Theft Auto in den das virtuelle Carjacking sozusagen zum Tagesgeschäft gehört, das die Hemmschwelle für Gewalt verschwinden lässt. Wörtlich sagte er: Gewalt dringt durch die Spiele „in die Köpfe unserer jungen Menschen“ und lässt Taten wie Carjacking normal erscheinen. „Carjacking ist aber nicht normal. Carjacking muss aufhören“. Das Verbot sei für ihn daher folgerichtig.

Evans hat diesbezüglich bereits eine Gesetzesinitiative eingebracht. In der sogenannten House Bill steht konkret, dass Spiele mit gewalttätigem Inhalt künftig nicht mehr verkauft werden dürfen. Sollte der Gesetzentwurf auf eine breite Mehrheit stoßen und letztlich sogar verabschiedet werden, wäre das ein harter Schlag für die gesamte Spieleindustrie. Dann müsste demnach nicht nur GTA oder Mafia, sondern in letzter Konsequenz auch viele beliebte Ego-Shooter oder auch Cyberpunk 2077 vom Markt genommen, in denen es nicht nur darum geht, sich zu virtuelle zu verteidigen. Daher ist es auch klar, dass die Spiele-Lobby dagegen Sturm läuft. Schließlich wurde allein das Spiel GTA 5 weltweit mindestens 135 Millionen Mal verkauft und sorgt für Umsätze in Milliardenhöhe für den Entwickler.

Was sagen die Experten zu Gewalt in den Videospielen?

Bislang konnte kein Nachweis erbracht werden, dass Jugendliche, die zur Entspannung und zum Spaß Computerspiele spielen auch in der Realität gewalttätig werden. Selbst wenn ein Spieler in den Spielen selbst Gewalt anwenden und oft auch wie ein Krimineller denken muss, bedeutet das noch lange nicht, dass er siede Gedanken und die Gewaltbereitschaft auch in der Realität ausübt.

Da müssen schon sehr viel mehr Faktoren zusammenkommen. Untersuchungen nach verschiedenen Amokläufen an Schulen wie dem Amoklauf von Erfurt haben ergeben, dass es sich in erster Linie um sozial isolierte und sehr frustrierte junge Leute gehandelt hat, die auch aus einem eher schwierigen sozialen Umfeld kamen. Auslöser für die taten waren vor allem Ausgrenzung in der Schule, Schulverweise oder verschmähte Liebe. Die Täter besaßen zwar Videospiele, in denen es auch darum ging, Gewalt auszuüben, jedoch besitzen solche Spiele auch viele Millionen andere Jugendliche, die nicht zu Gewalt im richtigen Leben neigen. Manche gehen noch einen Schritt weiter und sprechen davon, dass die Spiele sogar Aggressionen abbauen können. Das muss man sich so ähnlich wie beim Sport denken. Wenn man ein bestimmtes Ziel beim Sport erreicht hat oder einen Gegner im Wettkampf geschlagen hat, entstehen eher positive Gefühle. Das Aggressionspotential gehe dann deutlich zurück. Wenn man dagegen der Logik von US-Senator Evans folgt, müsste auch der Boxsport verboten werden, da hier sogar physische Gewalt zum Tragen kommt. 

Die Diskussion gibt es bereits seit den 80er Jahren

Immer wenn etwas Schreckliches passiert, wobei Jugendliche auf der Tatseite beteiligt sind, werden von verschiedenen Seiten sehr vorschnell Rufe laut irgendetwas in Zukunft zu verbieten. Es ist dann immer gleich von „Killerspielen“ oder Anregungen für kriminelle Handlungen die Rede. Dazu werden dann sogenannte Experten zur Bestätigung herangeholt, die in ihrem Leben wahrscheinlich noch kein Computerspiel gespielt haben und ihren ideologischen Standpunkt vertreten. Die wahren Ursachen für Gewalt werden jedoch meistens ausgeblendet. Ein generelles Verbot bestimmter Computerspiele würde indes auch nicht weiterhelfen, wie sich auch schon in vielen anderen Bereichen etwa beim Glücksspiel oder beim Thema Alkohol gezeigt hat. Diejenigen die trotz Verbots spielen wollen, werden das weiterhin tun, genauso wie ein Alkoholverbot zu einem Anstieg der Kriminalität durch den Alkoholschmuggel führt und die organisierte Kriminalität stärkt, da diese die verbotenen Güter oder Dienstleistungen bereitstellt.