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Vivobarefoot im Test: Überwinden wir endlich den inneren Schweinehund?

Vielleicht seid ihr jetzt überrascht, dass wir uns diesmal um Schuhe kümmern. Aber unser Arzt hat uns beim letzten Check-up geraten, uns mehr zu bewegen. Und das nicht nur vom Kühlschrank zum PC und zurück, sondern so richtig in der Natur. Mit einem bangen Blick Richtung Bauch haben wir uns dann auf einen Kampf gegen den inneren Schweinehund eingelassen und die Tests zu neuen Tastaturen, Boxen, Mäusen und anderer Technik eine Pause gegönnt.

So ganz ohne High-Tech geht aber dann doch nicht und anstatt mit verschlissenen Sneakern oder Flip-Flops die örtlichen Waldwege anzugehen, sollte es schon professioneller werden. Also haben wir uns eine aktuelle Smartwatch mit Gesundheits-Tracker und Barfußschuhe geschnappt. Ja, das Schuhwerk sieht auf den ersten Blick aus, als ob der Orthopäde das letzte Wort gesprochen hätte. Was wohl auch stimmt, aber die Ergonomie und die verwendeten Materialien sollen der Gesundheit förderlich sein – und genau darauf kommt es uns an. 

Als Testobjekte stehen uns drei Modelle von Vivobarefoot zur Verfügung, die unterschiedlicher kaum sein könnten: den sportlichen Primus Trail Flow, den flexiblen Primus Trail Knit FG und den robusteren Tracker Leather AT Low II. Was alle drei Modelle gemeinsam haben, ist die Idee hinter dem Barfußprinzip: mehr Kontakt zum Untergrund, mehr natürliche Bewegung und mehr Arbeit für die Muskeln, die unsere Füße im Alltag viel zu oft an dick gepolsterte Komfortschuhe ausgelagert haben.

Barfußschuhe sind dabei längst kein Nischenprodukt mehr für Menschen, die den Wald nur betreten, wenn dort auch ein Yoga-Retreat stattfindet. Die Idee ist simpel: breite Zehenbox, flexible Sohle, wenig Dämpfung, kein künstlich hochgesetzter Absatz. Der Fuß soll wieder tun dürfen, wofür er eigentlich gebaut wurde. Die Modelle des Herstellers versprechen unter anderem bessere Balance und Körperhaltung, mehr Koordination und Agilität sowie langfristig stärkere Füße. Das klingt zunächst ziemlich großspurig und ob die Versprechungen in der Praxis wirklich zum Tragen kommen, haben wir auf einigen Wanderwegen ausprobiert.

Primus Trail Flow

Der Primus Trail Flow ist in diesem Vergleich ganz klar der dynamischste Schuh. Ein sogenannter Barfuß-Trailschuh mit strapazierfähigem, atmungsaktivem Obermaterial aus 100 Prozent recyceltem Polyester-Mesh, rutschfester Schnürung und Trail-Flow-All-Terrain-Außensohle. Dazu kommen 219 g Gewicht pro Schuh, eine schlanke 1,8-mm-Basis und 3,5-mm-Stollen. Eine Innensohle gibt es bewusst nicht, um das Bodengefühl noch direkter ausfallen zu lassen. Übrigens: Auch, wenn die getesteten Schuhe unter die Kategorie „Barfuß“ fallen, kann – und zumindest anfangs sollte man auch – man strapazierfähige und nicht zu enge Socken tragen, um sich behutsam an das Laufgefühl zu gewöhnen.

Genau das macht den Reiz dieses Modells aus. Der Primus Trail Flow wirkt schnell, direkt und ziemlich kompromisslos auf eine positive Art. Er ist kein Schuh, der euch in Watte packt, sondern einer, der bei jedem Steinchen eine Rückmeldung gibt. Wer auf Waldwegen, Schotter, festem Gelände oder auch auf flotteren Spaziergängen gerne merkt, was unter den Füßen passiert, bekommt hier das passende Werkzeug. Gleichzeitig bleibt der Schuh leicht und luftig genug, um nicht nur auf dem Trail, sondern auch im städtischen Alltag zu funktionieren.

Für wen geeignet?

Für Läufer, Spaziergänger und Outdoor-Fans, die einen leichten, direkten und sportlichen Barfußschuh suchen.

Primus Trail Knit FG

Der Primus Trail Knit FG verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Vivo sieht ihn als Weiterentwicklung des ursprünglichen Primus Trail FG und kombiniert die bekannte Trail-Idee mit einem gestrickten Obermaterial, das die Atmungsaktivität und Beweglichkeit verbessern soll. Dazu kommen eine sockenähnliche Konstruktion gegen Schmutz, ein Schnellschnürsystem, eine Firm-Ground-Außensohle und eine Ortholite-Performance-Innensohle aus 98 Prozent recyceltem Polyurethanschaum. Das Damenmodell bringt rund 360 g pro Schuh auf die Waage und wird ausdrücklich nicht nur für Trailrunning, sondern auch fürs Wandern empfohlen.

Im Alltag ist das vermutlich der vielseitigste Schuh im Trio. Der Primus Trail Knit FG fühlt sich nicht ganz so streng minimalistisch an wie der Trail Flow, bleibt aber klar ein Barfußschuh. Das Strickobermaterial dürfte gerade bei längeren Wegen und wechselnden Bedingungen für viele ein echter Pluspunkt sein, weil es anschmiegsamer wirkt als klassisches Mesh. Wer also ein Modell sucht, das sportlich genug für Wald- und Feldwege ist, sich aber gleichzeitig etwas bequemer und alltagstauglicher anfühlt, landet hier sehr wahrscheinlich beim interessantesten Mittelweg. Zudem ist die Optik noch am nächsten an einem klassischen Sneaker dran und fällt nicht direkt als Barfußschuh ins Auge.

Für wen geeignet?

Für Einsteiger und Allrounder, die einen vielseitigen Barfußschuh für den Alltag und längere Outdoor-Touren wollen.

Tracker Leather AT Low II

Der Tracker Leather AT Low II ist im Vergleich der bodenständigste Kandidat. Er richtet sich klar an Wanderer und Outdoorfans, die das Barfußprinzip nicht nur auf lockeren Wegen, sondern auch unter widrigen Bedingungen nutzen wollen. Optisch eine niedrig geschnittene Variante eines bewährten Wanderschuh-Konzepts mit Lederobermaterial, wasserabweisender Konstruktion, verbesserter All-Terrain-Sohle mit tieferem Profil und mehr Beweglichkeit durch den flacheren Low-Cut-Aufbau.

Gerade das macht ihn so interessant. Der Tracker Leather AT Low II ist nicht der leichtfüßige Flitzer im Testfeld, sondern das Modell für längere Spaziergänge, Wanderungen und wechselhafte Tage, an denen man etwas mehr Schutz und Material am Fuß haben möchte. Trotzdem bleibt die Barfuß-DNA erhalten: breite Zehenbox, natürliche Beweglichkeit und eine dünnere, flexiblere Sohle als bei klassischen Wanderschuhen. Wer also mit Barfußschuhen vor allem draußen unterwegs sein will und nicht bei jedem Wetter automatisch zum dicken Trekkingstiefel greifen möchte, findet hier eine überzeugende Alternative.

Für wen geeignet?

Für Wanderer und Outdoor-Liebhaber, die mehr Schutz, mehr Robustheit und trotzdem ein natürliches Laufgefühl suchen.

Wichtig: Was wir beim Test über Barfußschuhe gelernt haben

Der gesundheitliche Gedanke hinter Barfußschuhen ist im Grunde schnell erklärt. Wenn der Fuß mehr Bewegungsfreiheit hat, wenn die Zehen sich spreizen dürfen und wenn die Sohle den Untergrund nicht komplett wegfiltert, muss der Körper aktiver mitarbeiten. Vivo spricht in den teils recht überschwänglichen Beschreibungen von besserer Balance und Körperhaltung, besserer Koordination und Agilität sowie langfristig stärkeren, widerstandsfähigeren Füßen. Solche Aussagen sollte man immer mit gesundem Menschenverstand betrachten, aber die Richtung ist absolut plausibel: Muskeln, Sehnen und Gelenke, die genutzt werden, verkümmern in der Regel weniger als solche, die ständig entlastet werden. Das haben wir selber in den gut drei Monaten „Testlaufen“ auch festgestellt.

Fazit

Vivobarefoot zeigt mit dem Primus Trail Flow, dem Primus Trail Knit FG und dem Tracker Leather AT Low II eindrucksvoll, wie unterschiedlich Barfußschuhe heute gedacht werden können. Der Trail Flow ist das sportliche Modell für aktive Offroad-Runden, der Trail Knit FG der zugänglichere Allrounder mit mehr Komfortgefühl und der Tracker Leather AT Low II der robuste Outdoor-Partner für längere Touren und wechselnde Bedingungen. Wer sich auf das Konzept einlässt, bekommt hier keine weichgespülten Bequemtreter, sondern Schuhe, die den Füßen wieder mehr Arbeit und mehr Freiheit zurückgeben. Und wenn die zusätzliche Bewegung am Ende nicht nur den Füßen, sondern gleich dem ganzen Körper guttut, dann können wir uns weiter mit gutem Gewissen unseren Tech-Tests widmen.

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... wenn es einen Stecker hat, dann wird es getestet. Spielt aktuell die meiste Zeit Destiny 2 auf PS5 oder Gunhed auf der guten alten PC Engine.