Spiele Test

[ (VR) TEST ] INTRUDERS: HIDE AND SEEK – kurzer aber guter Nervenkitzel

Daedalic Entertainment aus Hamburg und die spanischen Tessera Studios wollen mit unseren Ängsten spielen, und, soweit darf man es verraten, sie haben es auch relativ gut hinbekommen. Wir testen für Euch den spielbaren (VR)-Psychothriller Intruders: Hide and Seek.

Seit dem 13. Februar laden uns die Tessera Studios ein uns in der Haut eines 10-jährigen Jungen gegen Einbrecher zu behaupten, unsere gefangen gehaltenen Eltern zu befreien und dabei noch das ein oder andere Geheimnis aufzudecken. Schon im Vorfeld wurde das Spiel mit mehreren Preisen, zum Beispiel dem Playstation Talent Award oder dem SXSW Best Gaming Pitch Award ausgezeichnet. Dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen an das Spiel, denn von der Grundidee klang es nach einer Menge Spaß, wenn man das mal so nennen darf.

Wir durften Intruders: Hide and Seek auf der normalen Playstation 4 in 2D als auch mit der Playstation VR Brille in der Version 1.00 testen. Im Playstation Store wird das Spiel für schmale 19,99€ angeboten und nach gerade mal 2,2 Gigabyte die man für das Spiel herunterladen muss, liegt es dann abrufbereit in eurer Spielebibliothek. Wer lieber die CD Variante in seinem Regal stehen hat kann unbesorgt sein, auch diese wird im Handel angeboten.
Das Spiel wird uns mit englischer Syncronisation und deutschen Untertiteln präsentiert.


Ersteindruck
Es fängt harmlos an

Im Grunde genommen sagt uns der Titel „Hide and Seek“ im Spielenamen grob was wir zu tun haben, denn hier geht es viel zu oft um ein Versteckspiel. Wir stecken in der Haut des 10 jährigen Ben Richter, haben noch eine jüngere Schwester und sind der Sohn eines Ehepaares das Forschungen betreibt für die sich leider auch drei üble Einbrecher interessieren. Zu Anfang des Spieles ist aber noch alles heile Welt, wir starten auf dem Rücksitz des Wagens unserer Eltern, hören ein paar belanglosen Konversationen zu und necken unsere kleine Schwester. Als wir in unserem Heim ankommen, dürfen wir, wohl als Mini-Tutorial  erst mal eine Sicherung anschalten, den Tisch decken und danach verstecken spielen. Bei all diesen nicht allzu aufregenden Tätigkeiten lernen wir die verschiedenen Personen unserer Familie ein wenig besser kennen, als auch die Grundmechanik des Spiels. Hervorzuheben wäre da noch eine Art Minispiel, wenn wir uns nämlich beim Spielen mit unserer Schwester in einem Schrank verstecken und sie in der Nähe ist, müssen wir mit der Bewegungssteuerung unseres Controllers unseren Puls senken. Im Spiel selbst habe ich diese eigentlich gut gemeinte und zum Spiel passende Aktion so gut wie nicht mehr nutzen können, schade.


Gameplay
Interessant, aber…

Nachdem die Einbrecher unsere Eltern in den Keller verschleppt haben, liegt es nun an uns diese zu befreien und im Laufe der Zeit das ein oder andere Geheimnis zu entdecken. Unsere Schwester verschanzt sich in einem Panikraum, den wir früher am Abend erst entdeckt haben, und gibt uns per Funk Befehle was zu tun ist. Woher Sie die wirklich guten Kenntnisse über die Technik in dem Panikraum her hat, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben.  Sie gibt uns diverse Anweisungen. Wir sollen Passwörter finden, das Handy suchen, die Eltern im Keller auftreiben und vieles mehr. Günstigerweise werden unsere Ziele auf einer Minimap angezeigt, so das wir uns nur den Weg durch das dreistöckige Haus, vorbei an den Einbrechern, suchen müssen. Natürlich sind diese genau auf der Route die wir gehen müssen gut verteilt, machen aber durch den Lichtkegel ihrer Taschenlampen und ständigem Gerede gut auf sich aufmerksam. Sollte man trotzdem von einem der drei entdeckt werden kann man zwar flüchten, diese Flucht wird in den meisten Fällen umsonst sein, da die Bösewichte uns eigentlich immer einholen. Aber die Speicherpunkte sind im Spiel relativ fair verteilt und so probieren wir es nach dem Trial and Error Prinzip auf eine andere Art und Weise. Um uns vor den drei Einbrechern zu verstecken gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Schränke um sich darin zu verstecken oder Möbel und Säulen um kniend dahinter zu kauern und zu warten bis der Gegner einen anderen Weg einschlägt. Man sollte sowieso darauf achten sich die meiste Zeit in der hockenden Position fortzubewegen, da dies weniger Lärm verursacht und so die Gegner weniger auf uns aufmerksam werden. Schön wäre es noch gewesen, wenn man die Einbrecher mit irgendeiner Aktion ablenken könnte, aber das ist leider nicht möglich.

Was noch sehr auffällt ist, dass die diversen Punkte im Spiel die man erreichen muss immer ewigst auseinanderliegen. So muss man zum Beispiel auf der linken Seite des Hauses im Erdgeschoss zur rechten Seite in der zweiten Etage und dann natürlich auch wieder zurück. Und dieses Hin und Her zieht sich durch die ganze Spiel und nervt irgendwann, auch wenn man diverse Lösungsansätze hat.
Ein paar Fehler wie fehlende Übersetzungstexte der Gegner oder unserer Schwester über Funk oder noch viel nervender, wenn man einen Lüftungsschacht verlassen will aber in diesem noch halb drin stecken bleibt (was aber nicht immer passiert ist) sind uns aufgefallen, gerade im letzten Fall half nur noch das Aufrufen des letzten Spielstandes… ärgerlich….

Noch ein Wort zur VR Version

Wie schon angedeutet kann man Intruders: Hide and Seek auch mit der VR Brille spielen, was wir natürlich auch getan haben. Hier ist die Erfahrung des nicht erwischt werdens und des Versteckspiels um einiges intensiver. Erst hier wird uns richtig bewusst das wir in der Haut eines unbewaffneten zehnjährigen Kindes stecken, denn im Gegensatz zur 2D Variante passen die Größenverhältnisse nun schon eher. Auch die Sounds sind nun wirklich in 3D und passen besser in das „virtuelle Bild“. Wer also die Möglichkeit hat, sollte dieses Spiel in der VR Variante genießen.


Grafik / Sound
Passend mit Luft nach oben

Wie sagt man so schön… Grafik ist nicht Alles, und das passt auch bei diesem Spiel des 2016 in Madrid gegründeten Tessera Studios. Wo die Grafik noch relativ detailarm und mit wenig Interaktionsmöglichkeiten daherkommt, hebt dies die Atmosphäre im Spiel wieder auf. Wenn wir in einiger Entfernung die Bösewichte schon reden oder ein Liedchen pfeifen hören oder man doch zu schnell mal ums Eck läuft und unverhofft einer der Einbrecher vor einem steht, da kann es einem schon mal den Atem verschlagen. Besonders in der VR Version kommt dies sehr gut rüber und überdeckt die grafische Einfachheit.

Der Sound, und da muss ich als erstes auch wieder die VR Version vorweg nehmen, ist passend und gerade unter der VR Brille sehr stimmungserzeugend. Die englischen Sprecher machen ihren Job gut, leider fehlen mir an diversen Stellen die deutschen Übersetzungstexte. Musikalisch gibt es im Spiel nichts zu hören, wäre bei einem Spiel dieser Machart aber auch nur störend. Die übrige Soundkulisse passt sich mit Gewitter, Regen, tickenden Uhren und ähnlichen Effekten sehr gut ins Spiel ein.


Umfang
Kurz und gut

Wenn ihr nicht gerade durch private Umstände allgemein viel Zeit zum Spielen habt, so kann man das Spiel an einem Nachmittag durchspielen. Die Spielzeit pendelt sich so bei 2,5 Stunden ein, was nicht allzu viel anmutet. Sie hätte aber auch kürzer ausfallen können, aber man wird ja im Spiel gerne zu den am weit entferntesten Ecken im Haus geleitet um Aufgaben zu erfüllen. Das streckt natürlich auch die Spielzeit. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Aber hey, das Spiel kostet gerade mal 20€ und macht durch seine Atmosphäre einiges wieder wett.


Fazit
Als Erstlingswerk… gelungen

Die Tessera Studios betreten mit Intruders: Hide and Seek das erste mal VR Boden und das haben Sie für ein Erstlingswerk ziemlich gut gemacht. Wir alle kennen aus diversen Filmen die beklemmende Stimmung von solchen Situationen wie in diesem Spiel. Und nun können wir dies selbst am eigenen Leib spüren. Da sollte jeder, gerade für den günstigen Preis, mal über einen Kauf nachdenken. Natürlich gab es einige technische Macken und das Spielprinzip mit dem Erreichen weit enfernter Objektziele, der fehlenden Ablenkungsgeschichte der Gegner oder dem viel zu wenig einsetzbarem Puls-Minispiel sind Kritikpunkte. Trotzdem hatte ich mit dem Spiel eine schöne Zeit und viel öfter einen erhöhten Puls, als mir lieb war. Mein Daumen geht fast nach ganz oben für Intruders: Hide and Seek.

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