Ein Echtzeistrategie und Tower Defense Titel soll uns mit Spuds Unearthed des Entwicklers Gamedust Sp. z o.o. erwarten, und dies noch für einen relativ schmalen Kurs. Nachdem der Titel schon seit September auf PC-VR Brillen verfügbar ist, wurde nun auch die Playstation VR Version veröffentlicht. Wir schauen uns mal an, was der Titel zu bieten hat. Entwickler Gamedust ist in Polen, in der Nähe von Poznan, beheimatet und hat sich auf VR Spiele spezialisiert. Zu ihren ersten Titeln gehörte Overflight und Neverout die auf Gear VR und weiteren VR Systemen veröffentlicht wurden. Spuds Unearthed ist nun der zweite Titel, nach Neverout, der den Sprung auf die Playstation VR Brille geschafft hat. In Spuds Unearthed spielen wir ein A.I. Handsystem das zur Standardausrüstung der namengebenden Spuds gehört. Unsere Aufgabe ist relativ simpel. Wir sollen Planeten und Galaxien mit Hilfe der Spuds , die aussehen wir lebende Kartoffeln, zu erobern.

Wie schon angesprochen, haben wir das Spiel auf der Playstation VR Brille auf der normalen PlayStation 4 in der Version 1.00 getestet. Nach einem Download von gerade mal 4,01 Gigabyte und einer kurzen Installationsphase, in der das Spiel 5,1 Gigabyte an Platz einnimmt, kann es dann auch los gehen. Das Spiel gibt es natürlich im Playstation Store für gerade mal 9,99€. Die Playstation Move Controller sind ein Muß, denn ohne diese lässt sich Spuds Unearthed nicht steuern. Sprachausgabe gibt es keine, alle Texte sind in englischer Sprache gehalten.


Ersteindruck
Ziemlich trockener Einstieg

Wir starten das Spiel als künstliche Intelligenz und sind dazu bestimmt mit unserer Kartoffeltruppe Planeten und ganze Systeme zu besiegen. Die Erklärung wie das Ganze funktioniert wurde relativ trocken umgesetzt. Man sieht den Heimatplaneten/Ort der Spruds. Bewohner wuseln herum, die Häuser bzw Höhlen sind niedlich anzuschauen. Von uns selbst sehen wir nur unsere Hände.Wir bekommen diverse englische Texttafeln eingeblendet, die uns grob die Steuerung und das Ziel des Spieles erklären. Das Spiel sollte auf jeden Fall im Stehen gespielt werden, da man doch relativ viel Platz benötigt und man im Sitzen einfach nicht überall rankommt, bzw. die Übersicht fehlt. Haben wir dies alles, soweit es möglich ist, verinnerlicht kann es auch schon los gehen und wir machen uns auf in dem Kampf.


Gameplay
Ist das alles ?

Wie schon erwähnt, ist das Ziel des Spieles das Erobern anderer Planeten. Nachdem wir uns noch einen „Hero Sprud“, also einen der Bewohner der sozusagen im Kampf hilft, ausgesucht haben und diesen auf unser Schaltpult legen, geht es auch schon weiter. Wir werden in eine Art Raumschiff gesetzt, suchen uns einen Planeten aus und dann kann es auch schon losgehen. Kaum auf dem feindlichen Planeten angekommen gibt es Tower Defense vom Feinsten, wir haben unsere Basis die von einem Schutzschild umgeben ist, dazu zwei fest montierte Turrets die man aber ankurbeln muss, damit sie funktionieren. Leider überhitzen diese sehr schnell, so dass man öfter als einem lieb ist, gezwungen wird zwischen diesen zu wechseln.

Es gibt kleinere Einheiten unsererseits die den Gegner angreifen. Unser Hero Sprud darf natürlich auch zum Einsatz kommen, wir werfen ihn einfach in das Spielfeld, er bekämpft die Gegner automatisch, unterstützt von unseren beiden Turrets und setzt seine speziellen Fähigkeiten ein, zum Beispiel MGs oder Barrieren. Mit jedem Sieg und übernommenen Planeten befreien wir gefangene Spruds und bekommen Münzen mit denen wir neue Munitionsarten für unsere Turrets freischalten und unsere Hero Spuds upgraden können. Auch neue Hero Spruds werden nach und nach freigeschaltet, so dass man in späteren Levels mehrere Heros in den Kampf mitnehmen kann und muss. Noch eines zu den Planeten, diese können auch von anderen Spielern übernommen werden, dies sieht man in der Planeten“übersicht“. Die Planeten haben natürlich auch verschiedene Schwierigkeitsgrade, je höher umso mehr gefangengenommene Spruds kann man befreien und umso mehr Münzen bekommt man zum Hochleveln von unseren Turrets und Heros. Leider wurde eine Art Story oder ein Handlungsstrang nicht mit eingebaut. Man erobert Planet nach Planet, levelt seine Heros hoch und das war es. Das nagt an der Langzeitmotivation. Was uns, gerade da es ein VR Titel ist, aus der Immersion reißt, sind die Ladebildschirme, diese sind einfach nur schwarz und stören im Gesamtbild.


Grafik / Sound
Geht in Ordnung !

Um es mal so zu sagen: Das Spiel schaut gut aus, für das was es verkörpern möchte. Der Heimatplanet ist schön gestaltet und die Spuds liebevoll animiert. Die einzelnen Planeten unterscheiden sich grafisch nicht wirklich in hohem Maße von einander. Mal kämpft man in einem Höhlensetting, mal im Dschungel, mal in einer Felsenlandschaft. Aber es läuft alles flüssig, das Tracking der VR Brille funktioniert gut, die Move-Controller machen ihre Sache auch exakt, auch wenn sie im Spiel öfter mal gerne als „außerhalb des Spielbereiches“ angezeigt werden. Die soundtechnische Seite ist sehr ernüchternd. Auf dem Heimatplaneten hört man nur diverse Grunzsounds und mechanische Geräusche, während der Eroberung eines Planeten seichte Kampfgeräusche und das Ballern unserer Turrets. Nur im, leider schwarzen, Ladebildschirm bevor man den anzugreifenden Planeten erreicht, ist ein orchestrales Musikstück zu hören aber dies wie gesagt nur während des Ladebildschirms. Ansonsten gibt es noch ein paar Musikstücke als Hintergrundbereicherung, diese bleiben aber nicht im Ohr „hängen“.


Umfang
Einiges, aber warum ?

Es gibt eine große Anzahl von Planeten und den Wechsel in andere Galaxien, wenn man einen gewissen Level erreicht hat. Außerdem wäre da noch der Ansporn von anderen Spielern eroberte Planeten wieder zurück zu erobern. Wer damit zurecht kommt und es mag wird einige Zeit in Spuds Unearthed investieren. Uns hat im Test aber dazu die Motivation gefehlt. Das Besiegen der Gegner auf den Planeten dauert im Durchschnitt nur Pi mal Daumen zehn Minuten. Aber warum sollte man das machen? Nur um zu sehen was man sonst noch freischalten kann? Abgesehen von der fehlenden Story gibt es auch ansonsten wenig bis gar keine Erklärungen zu Upgrades und wofür diese dienen. Man ist ständig am Ausprobieren welche Heros /Turretmunition etc. für die diversen Planeten genutzt werden sollte. Alles in allem fehlt der berühmt berüchtigte rote Faden der das Ganze zusammen hält. Auch wird einem einfach nichts weiter erklärt oder auf etwas hingewiesen. So bleibt einem nur das „Try and Error“ Prinzip was uns auf Dauer aber einfach nicht motivierte. Wer aber dieses ständige Abstimmen der Kampfoptionen mag und gerne herumprobiert, der sollte sich das Spiel anschauen und wird auch viel Spaß damit haben, zumal es gerade mal knappe 10€ kostet.


Fazit
Man hätte mehr daraus machen können

Spuds Unearthed aus dem Hause Gamedust hätte mehr werden können als es am Ende ist. Ein bißchen mehr Story und Erklärungen als das bloße abklappern von Planeten um Upgrades und weitere Dinge zu bekommen motiviert auf Dauer nicht wirklich. Auch ist es kein Vorzeige VR Titel, das ganze hätte, ein wenig anders gestaltet auch gut als Non-VR Titel funktioniert. Der Grundgedanke des Spieles ist gut, leider wurde er nicht zu Ende gedacht und so bleibt es beim Abarbeiten der diversen Planeten. Tower Defense Liebhaber und Kombinationsfanatiker werden, auch auf Grund des günstigen Preises, mit diesem Titel auf ihre Kosten kommen.