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Was Cybersicherheit ist und wieso sie für jeden Internetnutzer wichtig ist

Es ist paradox. Es war durch entsprechende Software und andere unterstützende Werkzeuge und Maßnahmen noch nie so einfach, für Cybersicherheit zu sorgen. Doch gleichzeitig entwickeln sich die Angriffe durch Hacker immer weiter, und viele Menschen gehen allzu sorglos mit ihren Daten um. Gerade ältere Leute werden gezielt Opfer von Angriffen. Betrüger nutzen derzeit die Pandemie aus, um beispielsweise Online-Shops zu fälschen, auf denen man vermeintlich Masken oder Hygieneartikel bestellen kann. Oder es werden E-Mails mit gefährlichen Anhängen oder Links verschickt. In England und Wales wurden allein zwischen April und September 2019 über 13.500 Fälle gemeldet, in denen Menschen über 60 Opfer von Onlinebetrügereien wurden. Wenn du dich noch im Berufsleben befindest und einen Bürojob nachgehst, sind wahrscheinlich manche Phishing-Versuche leicht zu erkennen. Darüber hinaus gibt es aber leider einige wenige Menschen, die durch zu wenig oder keiner Sensibilisierung selbst Opfer von den offensichtlichsten Betrugsversuchen werden.   Cyberkriminalität ist aber nicht nur für ältere Menschen relevant, jeder kann Oper davon werden.

Was kannst du also unternehmen, um bestmögliche Sicherheit zu erhalten? Und was ist Cybersicherheit überhaupt?

Cyberkriminalität nimmt zu

Generell versteht man unter Cybersicherheit jene Maßnahmen, um den eigenen Computer, das eigene Smartphone oder andere elektronische Systeme gegen Angriffe zu schützen. Auch wenn eine 100% Sicherheit nie erreicht werden kann. Es geht eher um Risikominimierung, und die sollte ein wichtiger Bestandteil sein, wenn du dich täglich im Internet aufhältst. Denn was es für die Täter einfacher macht, ist die Tatsache, dass sie ihre Tat von nahezu jedem Ort der Welt ausführen können. Dementsprechend lassen sich Spuren besser verwischen. Und es steigt die Professionalität: die Täter infizieren möglichst viele Computer mit einer Schadsoftware, es bleibt also nicht bei einem Tatort allein.

Dass Cybersicherheit immer wichtiger wird, lässt sich an einer Zahl ablesen, die sich auf Datenschutzverletzungen bezieht. In den ersten neun Monaten des Jahres 2019 sind einer Studie zufolge 7,9 Milliarden Datensätze Opfer von Datenschutzverletzungen geworden – mehr als doppelt so viel wie noch 2018. Die Entwicklung lässt sich gut an einem nachweisbaren Fall von Cyberkriminalität verdeutlichen. Vor kurzer Zeit wurde ein Russe in den USA zu 88 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte 2012 Anmeldedaten u.a. für die Plattformen Linkedin und Dropbox gestohlen. Insgesamt handelte es sich um 117 Millionen Login-Daten. Heutzutage liegen die Zahlen bei gestohlenen Anmeldedaten oder größeren Datenlecks in manchen Fällen bei Milliarden gestohlener Daten

Schutz durch ein Antivirenprogramm

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, sich vor Bedrohungen im Internet zu schützen. Eine effektive Maßnahme ist ein Antivirenprogramm, das du dir teilweise kostenlos herunterladen kannst. Es bietet sich an, verschiedene Programme zu vergleichen. Manche Antivirenprogramme bieten bereits in der kostenlosen Version einen soliden Basisschutz. Wichtig ist, dass du das Programm auf dem neusten Stand hältst und es auch regelmäßig deinen PC nach Bedrohungen durchsuchen lässt. Alternativ ist dein PC bereits mit einer Firewall ausgestattet, die deinen Computer schützt, ohne dass du irgendwelche Einstellungen vornehmen müsstest. Wenn dein Antivirenprogramm zusätzlich noch eine Firewall beinhaltet, hol dir unter Umständen Hilfe von einem Experten, um sicherzugehen, dass durch Einstellungen keine Seiten oder Programme blockiert werden, die du regelmäßig nutzt!

Die Wahl eines sicheren Browsers

Der Wahl des Browsers kann bereits ein Schritt für mehr Cybersicherheit sein. Informiere dich und vergleiche, welcher Browser die höchsten Sicherheitsstandards bietet. Eine Veröffentlichung des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) kann dir dabei helfen. Darin findest du eine sogenannte „Abgleichtabelle zum Mindeststandard für Web-Browser“. Was im ersten Moment sehr sperrig klingt, ist eine umfangreiche Tabelle, die dir einen Überblick über die Sicherheitsanforderungen von Firefox, Google Chrome, Microsoft Internet Explorer und Microsoft Edge liefert

Mit ein paar Klicks in den Einstellungen deines Browsers kannst du auch selbst ohne besondere Vorkenntnisse Veränderungen an den Sicherheitseinstellungen vornehmen.

VPN

Nutze außerdem ein VPN (Virtual Private Network). Dabei wird ein sogenannter VPN-Tunnel aufgebaut, der von außen nicht einsehbar ist.  Dieser Tunnel verbindet die räumlich voneinander getrennten Teilnehmer des virtuellen privaten Netzwerks.Er verschlüsselt zudem den gesamten Datenverkehr des Nutzers und verschleiert zugleich dessen Identität im Internet.

Ein guter VPN-Dienst lässt sich schnell einrichten und ist einfach zu verwenden. Du musst dafür kein Experte sein, bekommst aber dennoch ein hohes Maß an Cybersicherheit.

Auch in öffentlichen WLAN-Netzen surfst du mit einem VPN sicherer. Denn Hacker können ohne VPN darüber leicht sensible Daten abgreifen.

Und das praktische ist, dass man ein VPN auch auf dem Smartphone nutzen kann.

Du solltest aber auch nicht davor zurückscheuen, dir Unterstützung von einem Experten zu holen, wenn du dich beim Thema Cybersicherheit unsicher fühlst. Es gibt sicher genug Menschen, die dir gerne dabei helfen!