Bild: ASUS

Wenn Gaming auf HiFi trifft: ASUS ROG Kithara Gaming Headset im Test

Guter Sound ist im Gaming längst kein Luxus mehr, sondern ein entscheidender Faktor. Wer in kompetitiven Shootern unterwegs ist, weiß genau, wie wichtig es ist, Schritte frühzeitig zu hören, Richtungen korrekt einzuordnen und selbst kleinste akustische Details wahrzunehmen. Ein hochwertiges Headset kann hier den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Genau an diesem Punkt setzt ASUS mit seinem neuen Flaggschiff an.

Mit der Republic-of-Gamers-Serie hat sich ASUS über Jahre hinweg einen festen Platz im High-End-Gaming-Segment erarbeitet. Doch mit dem ROG Kithara geht der Hersteller einen ungewöhnlichen Schritt. Statt klassischer Gaming-Technik setzt man auf audiophile Komponenten und arbeitet mit dem renommierten HiFi-Spezialisten HIFIMAN zusammen. Das Ergebnis ist ein Headset, das sich nicht nur an Gamer richtet, sondern auch an Klangpuristen, die sonst eher zu Studio-Kopfhörern greifen.

Ersteindruck

Schon beim Auspacken wird klar, dass das ROG Kithara nicht in die typische Gaming-Schublade passt. ASUS verzichtet weitgehend auf überladene Verpackungen und setzt stattdessen auf eine angenehm reduzierte Präsentation mit Fokus auf Karton statt Kunststoff. Das wirkt nicht nur hochwertig, sondern zeigt auch, dass Nachhaltigkeit zumindest eine gewisse Rolle spielt.

Im Inneren erwartet einen ein durchdachtes Gesamtpaket. Neben dem Headset selbst liegen verschiedene Anschlusskabel bei, darunter auch ein Balanced-Kabel, was man im Gaming-Bereich eher selten sieht. Dazu kommen austauschbare Ohrpolster sowie ein abnehmbares Mikrofon. Spätestens hier wird klar, dass ASUS das Kithara nicht als reines Gaming-Tool versteht, sondern als vielseitiges Audio-Setup.

zahlreiche Anschlussmöglichkeiten

Die Verarbeitung hinterlässt einen durchweg positiven Eindruck. Der Mix aus Metall und hochwertigen Kunststoffen wirkt stabil und langlebig. Nichts knarzt, nichts wirkt billig. Das Design ist zwar klar als ROG-Produkt erkennbar, bleibt aber deutlich dezenter als viele andere Gaming-Headsets. Allerdings bringt diese Bauweise auch Gewicht mit sich. Mit über 400 Gramm ist das Kithara kein Leichtgewicht, was sich bei längeren Sessions durchaus bemerkbar machen kann.

Technik

Das Herzstück des ROG Kithara sind die gemeinsam mit HIFIMAN entwickelten planar-magnetischen Treiber. Diese Technologie kennt man sonst eher aus dem High-End-HiFi-Bereich und nur selten aus Gaming-Headsets. Im Gegensatz zu klassischen dynamischen Treibern arbeiten sie mit einer besonders dünnen Membran, die gleichmäßig von Magnetfeldern angesteuert wird. Das sorgt für eine extrem präzise und verzerrungsarme Wiedergabe.

Der Frequenzbereich reicht dabei von 8 Hz bis 55 kHz und deckt damit deutlich mehr ab als das, was man bei typischen Gaming-Headsets bekommt. In der Praxis bedeutet das vor allem eines: mehr Details. Tiefen wirken kontrolliert und sauber, ohne zu übertreiben. Mitten sind klar und natürlich, was besonders Stimmen und Ingame-Sounds zugutekommt. Höhen werden fein aufgelöst, ohne unangenehm scharf zu wirken.

Optisch kommt das Headset einem HIFIMAN-Kopfhörer sehr nahe

Zusätzlich setzt ASUS auf eine offene Bauweise. Das hat einen enormen Einfluss auf das Klangbild, denn die Bühne wirkt deutlich weiter und luftiger als bei geschlossenen Headsets. Gerade in Spielen sorgt das für eine beeindruckende räumliche Wahrnehmung, die man so in dieser Form selten erlebt.

Software

Ein Punkt, der viele überraschen dürfte, ist die nahezu nicht vorhandene Software. Während andere Gaming-Headsets mit umfangreichen Tools, Equalizern und virtuellen Surround-Modi werben, geht ASUS hier bewusst einen anderen Weg.

Das ROG Kithara ist rein analog ausgelegt und verzichtet komplett auf softwareseitige Spielereien. Es gibt keine Presets, keine RGB-Steuerung und keinen virtuellen 7.1-Sound. Stattdessen setzt ASUS auf einen möglichst unverfälschten Klang.

Das richtet sich klar an Nutzer, die bereits über einen DAC (z.B. Sound Blaster X5) oder Verstärker verfügen und ihren Sound lieber selbst abstimmen. Für klassische Gamer, die ein Headset einfach anschließen und sofort loslegen wollen, könnte das allerdings ungewohnt sein.

Klangerlebnis

Im Einsatz zeigt das ROG Kithara schnell, wo seine Stärken liegen. Statt auf übertriebene Bässe oder künstlich gepushte Effekte setzt das Headset auf eine neutrale und extrem detailreiche Wiedergabe.

Gerade in kompetitiven Spielen ist das ein echter Vorteil. Schritte lassen sich präzise orten, Entfernungen wirken glaubwürdig und selbst komplexe Soundkulissen bleiben übersichtlich. Man hat nie das Gefühl, dass sich Geräusche gegenseitig überlagern oder untergehen. Stattdessen entsteht ein sehr klares und strukturiertes Klangbild.

Auch bei Musik zeigt das Kithara seine audiophile Seite. Egal ob elektronische Tracks, Rock oder orchestrale Scores – das Headset liefert eine beeindruckende Klarheit und Dynamik. Es fühlt sich eher wie ein hochwertiger HiFi-Kopfhörer an als wie ein klassisches Gaming-Headset.

Die offene Bauweise bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Außengeräusche werden kaum abgeschirmt und auch die eigene Wiedergabe ist nach außen hin deutlich hörbar. Wer in einer lauten Umgebung spielt oder andere nicht stören möchte, wird hier an Grenzen stoßen.

Macht auch an der PlayStation 5 viel Spass

Mikrofon

Das abnehmbare Mikrofon erfüllt seinen Zweck zuverlässig. Stimmen werden klar und verständlich übertragen, ohne größere Verzerrungen oder störende Nebengeräusche. Für Voice-Chats, Discord-Runden oder gelegentliche Calls ist das absolut ausreichend.

Allerdings merkt man auch hier, dass der Fokus klar auf dem Klang liegt. Für Streaming oder professionelle Aufnahmen gibt es deutlich bessere Lösungen. Das Mikrofon ist gut, aber eben kein herausragendes Feature.

Fazit

Das ASUS ROG Kithara ist kein Headset für die breite Masse. Es richtet sich gezielt an Gamer, die Wert auf höchste Klangqualität legen und bereit sind, auf klassische Gaming-Features zu verzichten.

Im Gegenzug bekommt man ein außergewöhnliches Audio-Erlebnis, das sich deutlich von typischen Gaming-Headsets abhebt. Die Kombination aus planar-magnetischen Treibern, offener Bauweise und hochwertiger Verarbeitung macht das Kithara zu einem echten Spezialisten.

Wer einfach nur ein unkompliziertes Plug-and-Play-Headset sucht, wird hier vermutlich nicht glücklich. Wer jedoch das Maximum aus seinem Sound herausholen möchte und vielleicht bereits Erfahrung mit HiFi-Equipment hat, findet im ROG Kithara eines der spannendsten Headsets auf dem Markt.

(*) Wir verwenden Affiliate-Links von bekannten Shops und Plattformen. Wenn ihr über diese Links einkauft, bekommen wir eine kleine Provision. Für euch kostet das keinen Cent mehr, aber ihr tut uns trotzdem einen Gefallen. Links können zudem auf Seiten verweisen, die für Personen unter 18 Jahren nicht geeignet sind.
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig.