Wird Gaming in Zukunft teurer? – Regierung plant Online-Einkaufssteuer

Das Jahr 2020 war nun wirklich hart und mit dem aktuellen Lockdown werden die Menschen mehr und mehr auch dem Gaming zugeführt und kaufen ihre Waren Online ein. Da nun viele Läden geschlossen sind und dabei ist nicht nur die Rede von den Händlern in der Innenstadt, sondern auch von ganzen Handelsketten wie Media Markt, Baumärkte und andere, tragen wohl die Geschäfte in der Fußgängerzone, die ganz ohne Online-Handel hier wohl vor dem Ruin stehen, die größte Last. Um dem jetzt entgegenzuwirken, plant die Partei der aktuellen Regierung eine Online-Einkaufssteuer, die sich je nach Höhe des Bestellwertes richtet. Mit dessen Einnahmen soll ein Aussterben der Innenstadt verhindert werden. Doch hier scheinen einige nicht weit genug zu denken oder einfach mal an andere zu denken.

Aktuell ist die grassierende Covid-19-Pandemie dafür verantwortlich, dass viele Geschäfte schließen mussten. Im Wandel des digitalen Zeitalters sind schon zahlreiche Produkte nur noch Online erhältlich, denn vor Jahren starben die kleinen Videospiele- und Computerhändler in der Innenstadt aus. Vieles verlagerte sich und so kaufen viele ihr Zubehör für Computer bei Händlern wie Alternate, Mindfactory oder sogar im Direktvertrieb der Anbieter. Computer und Videospiele sind hier nur ein Beispiel, denn es zieht sich weiter bis hin in die Bekleidungsindustrie. Gerade jetzt sind Games nur noch Online oder in den digitalen Shops erhältlich, da Media Markt & Co. vor Ort schließen mussten.

Einkaufen vor Ort – Zu welchem Preis?

In dem neuen Grundsatzpapier soll mithilfe eines „Innenstadtfonds“ ein Aussterben verhindert werden. Die Gelder sollen die Versandhändler bezahlen, die letztendlich es dem Kunden auferlegen werden. Dieses Grundsatzpapier hätte schon vor Jahren in Kraft treten sollen, denn schon heute gibt es keine spezialisierten Computer- und Videospielehändler mehr – Große Handelsketten bestimmen den Markt vor Ort und selbst dort wird der Nerd kaum seine Bedürfnisse befriedigen können oder das „Besondere“ vorfinden.

Dieses Grundsatzpapier wirkt auch dem aktuell angegangene Umweltschutz und dem Gedanken der Nachhaltigkeit entgegen, wenn jeder wegen einem „kleinen Ding“ sich in die Innenstadt quält, damit Straßen und Verkehrsmittel überfüllt, was alles umweltfreundlicher und mit nur einem Auslieferer geschehen könnte. Dieser „Innenstadtfond“ wird die Filialen von GameStop weder retten, noch uns neue Computer- und Videospielehändler bringen – Er wird schlicht und ergreifend das Gaming teurer machen!

Mit einer solchen Steuer lässt sich weder der Gemüsehändler, noch der Schmuckhändler und geschweige ein Buchladen in der Innenstadt retten. Auch würde eine Online-Einkaufsteuer die guten Online-Angebote nur noch schmälern und in keinem Fall für einen Rückgang des Versandhandels sorgen. Vielleicht sollte die Regierung eher mal dafür sorgen, dass Online-Händler und die zahlreiche Versanddienstleister gerechter ihre Mitarbeiter entlohnen, dass jene nicht mit Überstunden am Hungertuch nagen müssen!

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973