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Alles Wissenswerte um den M.2-Standard der PS5-SSD-Festplatte

Mit dem Start der Firmware-Beta für die Playstation 5 sind M.2 Festplatten nun endgültig bei den Gamern an der Konsole angekommen. Obwohl M.2 Festplatten schon seit Jahren im PC-Sektor ihren Einsatz finden, herrscht gerade bei den Gamern an der PlayStation 5 noch viel Unklarheit darüber, welche dieser Festplatten jetzt für sich und die PlayStation 5 geeignet sind.

Grundlegenden Informationen zum M.2 Standard

M.2 ist eine Spezifikation, Norm und Standard für Computersysteme und obwohl der M.2 Standard verschiedenen Abmessungen von 12 bis 30 mm in der Breite und Längen von 16 bis 110 mm in der Länge umfasst und zulässt, hat sich letztendlich die Breite von 22 mm und Länge von 80 mm in der Breite Masse durchgesetzt. Jene Festplatten werden als M.2 (2280) bezeichnet und können in der PlayStation 5 verbaut werden. In der PlayStation 5 können M.2 Festplatten-Typen von 2230, 2242, 2260, 2280 und 22110 verbaut werden. Es gestaltet sich aber sehr aufwendig andere Typen, als Typ 2280 auf dem Markt zu finden.

Der M.2 Schacht ist unter einem Blechdeckel versteckt

Um die schnellen und gewünschten Ladezeiten der PlayStation 5 erreichen zu können, wird eine Mindestlesegeschwindigkeit der Festplatte von 5.500 MB/s empfohlen aber nicht als Notwendigkeit vorgeschrieben – Sony drückt sich in der Beschreibung nicht deutlich genug aus. Was passiert, wenn wir Festplatten unterhalb der Lesegeschwindigkeit verwenden, ist logisch, denn die Ladezeiten können sich gegenüber der internen Ultra-High-Speed-SSD der PS5-Konsole spürbar erhöhen. Ein Effekt den Sony sicherlich nicht beabsichtigt und als Sinn bei der PlayStation 5 erachtet. Damit die Ladezeiten von 5.500 MB/s einer Festplatte erreicht werden können, muss hier der PCIe Gen4 x4-Standard vorliegen, denn PCIe Gen3x4 erreicht nur maximale Geschwindigkeiten von 3.500 MB/s. Microsoft verwendet diesen älteren und langsameren Standard in der Xbox Series, da hier eine Western Digital SN530 mit einer maximalen Lesegeschwindigkeit von „nur“ 2.400 MB/s zum Einsatz kommt. Die Speichererweiterungskarte von Seagate für die Xbox Series soll die gleichen Geschwindigkeiten erreichen, obwohl verschiedene Tester wohl eher von nur 1.700 MB/s ausgehen.

Die Schraube zur Halterung der SSD muss entsprechen in die richtige Position gebracht werden

Sowohl in der Xbox Series als auch in der PlayStation 5 kommen sogenannte Hardwarebeschleuniger zum Einsatz, die die Geschwindigkeiten der Festplatten nochmals erhöhen. So erreicht die Festplatte in der Xbox Series 4.800 MB/s während bei der PlayStation 5 die Rede von 9.000 MB/s ist.

Machen Festplatten mit mehr als 5.500 MB/s Sinn?

Da in der PlayStation 5 ein genormter M.2 Steckplatz verbaut wurde und Sony hier 5.500 MB/s dringend empfiehlt, können wir auch Festplatten oberhalb der notwendigen Mindestlesegeschwindigkeit verbauen. Der Markt bietet heute M.2-SSDs an, die schon Geschwindigkeiten jenseits der 7.000 MB/s erreichen. Rein theoretisch verringern wir mit diesen Festplatten die Ladezeiten. Sony gibt aber folgende Aussage zu Protokoll:

SIE kann nicht garantieren, dass alle M.2 SSD-Geräte, die den beschriebenen Spezifikationen entsprechen, mit deiner Konsole funktionieren, und übernimmt keine Verantwortung für die Auswahl, Leistung oder Verwendung der Produkte von Drittanbietern. Nicht alle Spiele können mit der exakt gleichen Leistung wiedergegeben werden, die von der internen Ultra-High-Speed-SSD der PS5-Konsole bereitgestellt wird, selbst wenn die sequenzielle Lesegeschwindigkeit des M.2 SSD-Geräts höher als 5500 MB/s ist.

Ob nun schnelle Festplatten, oberhalb der 5.500 MB/s Marke schnellere Ladezeiten ermöglichen, lässt sich sicherlich erst in verschiedenen Tests herausfinden. Zudem muss der Entwickler die Ladezeiten auch im Spiel implantieren, denn die PlayStation 4 Pro hat gezeigt, dass es bei einigen Spielen zu extrem hohen Ladezeiten kommen kann, die selbst bei einer Installation auf der PlayStation 5 sich nur minimal reduzieren lassen. Schaden kann es sicherlich nicht eine schnellere Festplatte zu verbauen, denn wer weiß, was die Zukunft noch so bringen wird.

M.2 SSD mit oder ohne Kühlkörper?

Wer schon mal eine M.2 SSD -Festplatte auf einem Mainboard verbaut hat, kann dies mit oder ohne zusätzlichen Kühlkörper tätigen, denn in vielen Fällen steht das Mainboard im direkten Airflow und wird ausreichend gekühlt. Vereinzelt bieten Hersteller von Mainboards schon vorhandene Kühlkörper ihrer M.2 Steckplätze an oder es können minimalistische „Metallplatten“ auf die SSD geklebt werden.

Bei der PlayStation 5 ist der Raum für die M.2 SSD-Festplatte eher sehr beengt anzusehen und umschlossen. Die Festplatte steht somit nicht im direkten Airflow wie beim PC und es wird daher dringend ein Kühlkörper für die M.2 SSD empfohlen. Sony selbst, spricht keine Notwendigkeit für einen Kühlkörper aus, macht aber Angaben zu den maximalen Größen (siehe Bild). Wir vermissen zudem spezifische Angaben für die Kühlung – Reichen 20 Prozent oder gar 30 Prozent? Oder muss es gar mehr sein? Fragen, die wohl Tests offenbaren werden und Spielraum für das Marketing lassen.

Bei Amazon für 7 Euro im Doppelpack zu haben

Mit der Möglichkeit nun endlich eine M.2 Festplatte in der PlayStation 5 für mehr Speicher sorgen zu können, werden auch viele Hersteller versuchen euch ihr Top-Modell samt Kühlkörper anzubieten. Ihr könnt euch aber auch eine Festplatte nach eigenen Wünschen auswählen und den Kühlkörper separat erwerben. Diese sind schon für kleines Geld erhältlich und werden samt „Wärmeleitpad“ und Klemmen oder Kleber geliefert. Sinn und Zweck ist es nämlich nur, der Festplatte mehr Masse und Körper zu bieten, damit die Wärme breitflächiger abgegeben werden kann und somit kein Hitzestau auf der M.2 Festplatte selber entsteht. Der Markt bietet sogar Kühlkörper mit Lüftern an, die aber über eine zusätzliche Stromversorgung betrieben werden müssen und ein Einsatz an der PlayStation 5 nicht ermöglichen. Von einfachen aufklebaren Platten als Kühlkörper raten wir aber ab, da hier zu wenig Masse für eine Kühlung geboten wird und nur Tests, dessen Kühlung als ausreichend offenbaren werden. Es sollte schon etwas strukturierter und offener gestaltet werden!

Welche M.2 SSD nun für die Playstation 5?

Der Markt und das Angebot an M.2 Gen4x4 2280 SSD Festplatten darf gerne als nicht überschaubar bezeichnet werden, denn jeder Hersteller für PC-Komponenten mischt da gerne mit. Hier gibt es jene, die sich rein auf Festplatten spezialisiert haben. Dazu gehören sicherlich Seagate, Western Digital, Adata und weitere. Es gibt aber auch Hersteller, die ihren Kunden sämtliche Komponenten für einen PC im „Komplett-Angebot“ anbieten wollen. Dazu zählen Corsair, MSI und noch ganz viele weitere. Im Grunde beherbergen alle SSD-Festplatten Chips, die aus einer Fabrik stammen und sich durch Normen und Spezifikation nicht unterscheiden lassen. Nur weil jetzt M.2 Festplatten auch in der PlayStation 5 zum Einsatz kommen, werden die Hersteller keine „Wunderwaffen“ hervorbringen, sondern ihre Produkte nur selber in der PS5 testen, um sie dann als „offiziell“ euch vermitteln zu können.

Die Größe entscheidet über den Preis

Ähnlich wie zu Zeiten der aufkommenden SATA-III-SSDs ist die Speichergröße entscheidend für den Preis. Es sollte daher verglichen werden, denn Größe ist nicht gleich Preisgleichheit! Die Hersteller verlangen manchmal etwas mehr als die Konkurrenz, während andere mit Schnäppchen um die Ecke kommen. Einige versuchen sogar mit einer RGB-Beleuchtung euch hinter das Licht zu führen, denn bei der PS5 werdet ihr dieses Licht nie zu Gesicht bekommen.

Bei der Wahl der gewünschten Größe wird man schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn 4 TB können schnell man an die 1000 Euro aus dem Geldbeutel ziehen. Diese enorme Größe ist auch totaler Quatsch, denn eure Spiele liegen entweder in der Bibliothek oder als Disc vor und sind schnell installiert.

Dem Gelegenheitsspieler mit rund 2 bis 5 Spielen empfehlen wir eine 500 GB Erweiterung, denn so kommt er allemal auf über 1 GB, was mehr ist als noch zu PS4-Zeiten. Hier muss mit einem Preis zwischen 80 und 100 Euro gerechnet werden. Wer es gerne etwas mehr mag, weil man auch etwas mehr zockt, der sollte mindesten 1 TB wählen, was mit rund 180 Euro zu Buche schlägt und noch vertretbar ist. Mit dieser Speichergröße lassen dann auch über 10 Spiele installieren. 2 Terabyte und mehr empfehlen nur den Gamern, die ihre PlayStation 5 auch in Form einer Multimedia-Box nutzen und viele Screenshots machen, Netflix schauen oder in der Lage sind 20 Spiele gleichzeitig vertilgen zu können. Hier dann aber an die 400 Euro auf den Tisch legen zu müssen, sollte gut überlegt sein – Da löscht man dann doch lieber mal ein Spiel. Für seine PS4-Spielesammlung reicht auch eine günstiger externe SSD-Festplatte, die über einen 10 GB/s USB-Anschluss genutzt werden kann.

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973