Monitore haben wir ja nun wirklich schon einige getestet und weil es immer wieder neue, tolle, schnellere und größere Geräte gibt, haben wir auch immer was zu tun. Dank AOC dürfen wir euch heute den C27G2ZU vorstellen. Mit seinen 240Hz bietet er nicht nur ne flotte Bildrate, sondern ist mit einer Reaktionsgeschwindigkeit von nur 0,5 Millisekunden im Gesamtpaket pfeilschnell. Wie sich das Gerät im Test schlägt, erfährst du hier.


AOC wurde 1967 von Ross Siragusa als Admiral Overseas Corporation in Chicago gegründet und stellte den asiatischen Zweig seiner seit 1934 operierenden, auf Elektronik spezialisierten Firma Admiral dar. Man begann in Taiwan mit der Herstellung von Farbfernsehern.  AOC International ist ein Anbieter von Hightech-Produkten aus Taiwan mit dem Schwerpunkt der Herstellung von Computermonitoren, TV-Bildschirmen und Displays. Heute arbeitet AOC als Tochterunternehmen des Hongkong-basierten Elektronikherstellers TPV Technology und verkauft Produkte in über 40 Ländern weltweit. Quelle: Wikipedia


Lieferumfang und Verarbeitung

Alles drin, alles dran

Eine CD mit Software ist dabei, ein Kabel für das USB-Hub fehlt leider – AOC C27G2ZU

Bei Monitoren in 27 Zoll (ca. 69 Zentimeter), ist unser Autor fast schon geneigt zu sagen: „Ach, wie niedlich!“. Das liegt aber nur daran, dass sie neben seinem 32 Zoll Kaliber von AOC halt irgendwie etwas klein wirken. Dennoch stellen diese Monitore im Grunde die Standard-Größe dar, wenn es um Gaming im Full-HD-Bereich geht. So macht auch der C27G2ZU keine Ausnahme und so haben wir das kleine Kraftpaket einmal genauer unter die Lupe genommen. Wie bisher jeder Monitor steckt auch der C27G2ZU in einer großen bunten Karton der uns schon einige seiner Hauptfeatures erklärt. Da wir diese aber in einem anderen Abschnitt behandeln, machen wir weiter mit dem Auspacken. Das im Radius von 1800mm gebogende VA Panel im Format 16:9, wird von einem Styropormantel geschützt der außerdem den zweiteiligen Standfuß und zusätzliche Kabel und das externe Netzteil beinhaltet. So finden wir ein HDMI-Kabel und ein Displayport-Kabel in jeweils 1,8 Meter Länge und neben dem Netzteil auch ein Kaltgerätekabel zur Stromversorgung vor. Der Standfuß ist schnell montiert und das gewölbte Display daran aufgehängt. Damit ist der Monitor im 30 Grad drehbar und lässt sich horizontal, zwischen 3,5 und 21,5 Grad, neigen. Die gesamte Höhenverstellung beträgt 130mm. Dank VESA100-Vorbereitung, kann das Panel auch an jeder Halterung montiert werden. Die Verarbeitung ist wie von AOC gewohnt. Die schwarze Rückseite wird von zwei roten Streifen in Pfeilform durchbrochen und so ist der Monitor auch auf frei stehenden Schreibtischen schick anzusehen. Das Display ist im schmalen Rahmen sauber eingefügt, der an der unteren breiten Kante ebenfalls rote Zierstreifen hat. Die Bedienung des OSD-Menüs erfolgt über fünf Knöpfe, die an der Unterseite des Rahmens angebracht sind.

Das Anschlusspanel des AOC C27G2ZU bietet sogar ein UBS-Hub

Diese Bedienung ist zwar nicht besonders schön, weil man die Knöpfe meist ertasten muss und eine wirklich deutliche Kennzeichnung am Rahmen fehlt. Da man aber meist nur Grundeinstellungen vornimmt, benötigt man diese Tasten eher selten. Eine etwas komfortablere Lösung stellt die zusätzliche Software dar, zu der wir aber später noch kommen. Wie bei AOC üblich, sind die Anschlüsse auf der Rückseite nach unten ausgerichtet. Neben einem Displayport in Version 1.2 bietet der C27G2ZU uns zwei HDMI-Ports in Version 2.0 und ein USB Hub, mit vier USB 3.2 Schnittstellen. Außerdem ist eine 3,5mm Klinkenbuchse verbaut, um Klangsignale an Lautsprecher oder Kopfhörer abzugeben. Zwei Lautsprecher sind im C27G2ZU allerdings auch verbaut. Deren Klangeigenschaften wollen wir allerdings nicht ernsthaft kommentieren. Sie reichen zum Ansehen von Videos aber echte Klangfülle bieten sie nicht. Damit reiht sich der AOC C27G2ZU optisch und auch in puncto Verarbeitung nahtlos in die AOC Produktpalette ein. Sehr gute Verarbeitung, ein wirklich stabiler Standfuß und ein ansprechendes Design ohne Schnörkel und unnützes Zubehör.


Einstellungen und Betrieb

Flott montiert und per Software eingestellt

Auch das Anschließen des AOC C27G2ZU ist ziemlich simpel und sollte von jedem Benutzer leicht zu bewerkstelligen sein. Wir entscheiden uns für die Verkabelung mittels Displayport und so ist der Monitor in wenigen Augenblicken einsatzbereit. Erste Amtshandlung ist das Setup in der Nvidia-Systemsteuerung. Da der C27G2ZU mit AMDs FreeSync ausgestattet ist und zusätzliche Kompatibilität mit G-Sync bietet, aktivieren wir dieses Feature in der Nvidia-Systemsteuerung. Außerdem setzten wir hier die Auflösung fest und die maximale Bildwiederholfrequenz von 240Hz. Zusätzlich sind auch 100 oder 144Hz wählbar. Ist das erledigt, wenden wir uns dem OSD-Menü zu. Hier können wir im ersten Reiter neben Helligkeit, Kontrast und Gammawert einzustellen, auch DCR, also Dynamic Contrast Ratio aktivieren. Diese ergibt beim Anzeigen von dunklen Szenen und schattierten Bildfolgen einen angeblich besseren Schwarzanteil. Der Unterschied ist feststellbar aber im Alltagsgebrauch eher kaum nachvollziehbar. Zusätzlich können wir den HDR-Modus aktivieren, der aber lediglich die Windows-HD-Color Möglichkeiten ausreizt. Echtes HDR bietet der Monitor leider nicht. Im nächsten Reiter legen wir die Farbeinstellungen fest. Hier können wir grobe Farbtemperaturen wählen, den RGB-Bereich manuell anpassen und die DCB-Farbverstärkung aktivieren. Im Reite für die Bildverstärkung, können wir einen bestimmten Bereich des Monitorbildes kennzeichnen und optisch hervorheben. In den OSD-Einstellungen passen wir das Menü selbst an und in den Spieleinstellungen passen wir Spielmodus, Spielfarbe und Schärfe an oder aktivieren den LowBlue-Modus, einen Bildzähler oder FreeSync. Zusätzlich können wir uns sogar ein Fadenkreuz einblenden lassen.

Breit und auf 1800 Millimeter Radius gewölbt – AOC C27G2ZU

Im alltäglichen Betrieb nutzen wir kaum eine Einstellung des OSD-Menüs wie die Schnellwahl der voreingestellten Presets, für diverse Spiele-Genres. Diese können wir übrigens auch selbst definieren und abspeichern. Alle anderen Einstellungen sind einmal eingestellt dann kaum noch von Belang. Dank der zusätzlichen Software namens G-Menu können wir aber auch alle Einstellungen des OSD-Menüs bequem über den Desktop und per Mausklick steuern. Das ist viel besser als an unsichtbaren Knöpfen an der Unterseite des Monitors herumzufummeln. Die Kabelfernbedienung der früheren AOC-Modelle war allerdings auch schön. Dank der breiten Einstellmöglichkeiten lässt sich der C27G2ZU nicht nur zum Zocken benutzen, sondern auch hervorragend für die Arbeit in Textverarbeitung und Kreativsoftware wie Photoshop und Premiere nutzen. Zwar liegt der Helligkeitswert bei 300 Nits, was quasi die Lichtstärke von Kerzen pro Quadratmeter angibt, dennoch wirken die Farben strahlend und die Helligkeit ausreichend. Der C27G2ZU ist also maximal so hell wie 300 Kerzen auf einem Quadratmeter. In einem abgedunkelten oder normal beleuchteten Raum, wie einem Büro können wir keine Beeinträchtigung feststellen. Die 300 Nits gelten außerdem als sehr guter Mittelwert in der Fachwelt. Verbaut ist im Übrigen ein VA-Panel mit WLED-Beleuchtung. Durch die leicht reflektierende Oberfläche der Antiglare-Beschichtung werden brillantere Farben dargestellt als bei Displays mit matter Beschichtung. In sehr hellen Räumen können allerdings Probleme durch Spiegelungen entstehen. Wie schon angesprochen ist der Monitor sehr gut für die Bildbearbeitung geeignet, da er zudem auch 120% des sRGB Farbraumes und 89% des Adobe-Farbraumes abdeckt. Zwar wäre dabei eine etwas präzisere Einstellungsoption sinnvoll aber mit etwas Feintuning in den Presets lässt sich da eine Menge justieren. Ohne Messgerät gehen wir allerdings davon aus, ddass diese Werte sich eher grob an der Realität bewegen. Aus Fachliteratur von Kollegen wissen wir allerdings, dass der C27G2ZU ein gutes Ergebnis in diversen Messverfahren erzielte.


Fakten und Technikcheck

Beste Kontraswerte und hohe Bildfrequenz

Machen wir mit den Fakten weiter. Der dynamische Kontrastwert des C27G2ZU liegt laut Hersteller bei 80M:1, der statische Kontrast bei üblichen 3000:1, bei einem Pixelabstand von 0.3114. Der aktive Bildschirmbereich beträgt 59,7cm x 33,6cm, was bedeutet, das es trotz schmalem Rahmen ein rund 7 Millimeter großen Rand gibt der im Betrieb sichtbar ist. Es werden 16,7 Millionen Farben bei einem maximalen Betrachtungswinkel von 178 Grad dargestellt. Dies gilt allerdings auch nur für die gute Sichtbarkeit des Bildes. Stabil bleiben weder die Farben, noch der Kontrast bei einem derartig hohen Betrachtungswinkel. Schon eine Abweichung von 30 bis 40 Grad aus der zentralen Betrachtung reicht, um deutlich die Schwächen eines VA-Panels zu erkennen. Hier verblassen die Farben deutlich und auch Text nicht mehr zu lesen, was aber relativ normal ist. Bei einem gebogenen Display sogt diese Krümmung für zusätzliche negative Effekte. Daher ist eine zentrale Position vor dem Monitor zu bevorzugen. Die beiden verbauten Lautsprecher mit jeweils 2 Watt sind klnglich nicht zu bewerten, sie verfügen über keinerlei Basswiedergabe und können nur als Notlösung anerkannt werden. Man hätte sie sich ebenso sparen können.

Steht gut da und macht auch auf der Rückseite ein schickes Bild

Im Technikcheck können wir nur softwareseitige Testverfahren anwenden, da wir über kein Prüflabor mit Fotodioden oder Kolorimeter verfügen. Dennoch lässt sich ein allgemeines Bild der Monitorleistung in Bezug auf Herstellerangaben machen. Im totalen Schwarz ist wie bei vielen WLED-Geräten an den Rändern des Displays deutlich eine helle Flächenbildung zu erkennen, diese fällt aber auch bei 100% Helligkeit sehr gering aus. In den Farbtests sind optisch keine Artefakte oder Pixelfehler zu erkennen. In der Bewertung der Kontrast- und Gammatests ist das Panel ebenfalls nicht auffällig, hier sind weiche Übergänge in den Graustufen wahrzunehmen. Die Abgrenzungen im Kontrasttest sind ebenfalls als sehr gut zu bewerten. Bei der Messung des Delays erreichte das Display allerdings im Monitor Test Utility nur einen Wert von 0,75 Millisekunden, bei aktiviertem Overdrive und einer Bildwiederholfrequenz von 240Hz. Bei deaktiviertem Overdrive, senkt sich dieser Wert nochmal um 10%, was aber immernoch ein sehr gutes Ergebnis ist. Reaktionszeiten von unter einer Millisekunde sind damit also im Gamingbetrieb kein Problem. Spielisch macht sich eine hohe Bildwiederholfrequenz natürlich auch bemerkbar. Während der C27G2ZU an einer Spielkonsole mit 60Hz wenig Sinn macht, weil die Anzeige verzerrter wirkt als bei anderen Displays. Im Falle eines schnellen Testspiels wie Forza Horizon 4 waren starke Unschärfen an den Rändern wahrzunehmen, die selbst bei maximalem Overdrive auftraten. Deshalb ist bei einer Bildwiederholfreuenz von 60Hz ein wirklicher Gaming-Betrieb kaum möglich. Bei schon 100 oder 144 hz sieht das dann aber schon ganz anders aus. Hier erhält man ein deutlich präzises Bild ohne Tearing oder Stuttering. Bei der maximalen Rate von 240Hz und aoktiviertem Overdrive erhalten wir ein brilliantes Bild und dank der geringen Verzögerung sind keinerlei Unschäfen zu erkennen. Selbst schnelle Bildwechsel in aktionreichen Spielen sind kein Prpblem für den AOC C27G2ZU. Selbst ohne aktiviertes FreeSync oder die Nutzung der G-Sync-Funktion ist extrem flüssiges Gameplay seine Stärke.


Fazit

Schnellster 27 Zöller in der Preisklasse

Der AOC C27G2ZU ist für PC-Spieler gemacht. Mit einer Verzögerung von weniger als einer Millisekunde und einer Bildwiederholfrequenz von 240Hz ist man auch zukünftig gerüstet, wenn die neuie Grafikartengeneration in den Gamingrechnern Einzug hält. Das Display ist hochwertig verarbeitet und fast randlos im Gehäuse verbaut. Der Standfuß ist stabil und bringt das Panel auch bei aufregenden Sessions nicht aus der Ruhe. Leider ist die Bedienung des OSD-Menüs am Monitor wie gewohnt unbequem, jedoch per Softzware besser lösbar. Der Aufbau geschiet in Sekundenschnelle und durch kleine optische Highlights ist der Monitor auch auf frei stehenden Tischen schick anzusehen. Alle notwendigen Anschlüsse sind vorhanden und zusätzlich ist ein umfangreiches USB-Hub verbaut. Dank AMD FreeSync und der Kompatiblität zu Nvidias G-Sync ist auch bei schnellen Spielen nichts von störendem Tearing oder Stuttering zu sehen. Etwas schade finden wir die maximale Auflösung von 1920×1080. Eine QHD-Auflösung wäre unserer Meinung nach sinnvoller in einem solch schnellen Display untergebracht. Dennoch wird man in dieser Preisklasse kaum ein vergleichbares Display mit dieser Ausstatung finden. Wir sprechen eine Empfehlung aus. Der AOC C27G2ZU ist aktuell schon für 299 Euro zu bekommen.

AOC Gaming 27G2ZU 68 cm (27 Zoll) Curved Monitor (FHD, HDMI, DisplayPort, USB Hub, FreeSync, 0,5 ms Reaktionszeit (MPRT), 240 Hz, 1920 x 1080) schwarz/rot
  • 27 Zoll Full HD Gaming Display mit FlickerFree und Low Blue Light Technologie für unbegrenzten Spiele Spaß und Bildqualität durch Free Sync Premium
  • VA Cured Panel 1500R, Full HD, mattes Display, 130 mm höhenverstellbar, Headphone out, Vesa 100 x 100, Standfuss abnehmbar, schlanker Rahmen, inkl. Lautsprecher und USB Hub (3.0)
  • Helligkeit/Kontrast: 300 cd/m², 3.000:1, Anschlüsse: 2 x HDMI 2.0, 1 x Displayport 1,2, USB 3.2 (GEN1) x 4