Bild: EPOS & PE

Das beste Allround-Headset im Test: EPOS H3

Der Headset-Markt gehört mit zu den heißumkämpften Sektoren im Gaming-Bereich, denn jeder Hersteller preist hier seine Produkte als „Das Beste“ an oder möchte einfach nur mitmischen. In unseren zahlreichen Tests der vergangenen Jahre konnten wir viele Headsets ausprobieren, genauer unter die Lupe nehmen und ihren klanglichen Eigenschaften lauschen. Nun betritt ein neuer Kandidat die Bühne, der in den letzten Jahren unter dem Co-Branding EPOS | SENNHEISER sich seine Sporen bei uns verdienen konnte – alle neuen Produkte laufen nun direkt unter dem Namen EPOS. Das H3 Headset ist das erste Over-Ear-Headset, welches zum neuen Portfolio der Firma EPOS gehört.

EPOS ist Teil der Demant-Gruppe, einer weltweit führenden Unternehmensgruppe im Bereich Audio- und Hörgerätetechnologie. Vor diesem Hintergrund kann das Unternehmen auf mehr als 115 Jahre Erfahrung innovativer Audiotechnik zurückblicken. Von unserem Hauptsitz in Kopenhagen aus agiert EPOS in einem globalen Markt mit Niederlassungen und Partnern in über 30 Ländern.

Komfort & Verarbeitung

Premium-Qualität in dieser Preisklasse

EPOS präsentiert das H3 Headset in einem tief-schwarzen Karton, der mit leichten in „Petronas-grünen“ Schriften uns auf dessen Features hinweist. Schon beim Auspacken bekommen wir Premium zu spüren, denn das Headset wurde sanft in Schaumstoff gebettet, dessen Zubehör extra verpackt wurde. Diese Art hebt zwar das Ambiente für den Kunden, ist aber sicherlich nicht ganz klimafreundlich, da Schaumstoff einen hohen Energieaufwand benötigt. Letztendlich fliegt die Verpackung bei vielen in den Kreislauf des Recyclings und eine reine aus Karton gefertigt Verpackung täte unserem Planeten gut.

Halten wir das Headset erstmalig in der Hand lassen sich bekannte Züge zum beliebten EPOS | SENNHEISER GSP 300 erkennen, welches im Sommer 2016 noch unter Sennheiser auf dem Markt erschienen ist. Über die Jahre hinweg wurde das GSP 300 in einem Joint Ventures zwischen der Sennheiser electronic GmbH & Co. KG und der Demant A/S vertrieben und fand sogar mit einer Need For Speed Edition den Weg zu uns. Das H3 Headset ist eine Weiterentwicklung der GSP 300-Serie, die sowohl technische Verbesserungen als auch das Feedback der Gamer widerspiegelt. Jetzt ist das Kabel für einen einfachen Austausch vom Headset abnehmbar und der Kopfbügel ist so konzipiert, dass der Druck auf den Kopf geringer ist.

Schaut man sich nun das H3 im direkten Vergleich zum GSP 300 an, so wirkt das H3 deutlich edler und ansprechender, denn das GSP 300 war nun wirklich kein Eyecatcher. Der Kopfbügel ist nun komplett in Leder gefasst worden, während die Aufnahme der Ohrmuscheln dezenter wirkt und die Aufhängung der GSP 600 Serie bietet. Dadurch erzielt das H3 Headset mehr Flexibilität und eine bessere Passform. Doch das ist noch nicht alles: Statt der bekannten Volllederpolsterung an den Ohrmuscheln setzt Epos nun auf die bewährte und beliebte 3-Komponenten-Polsterung, die schon in der 600er Serie verwendet wird. Die Ohrauflage bietet eine zarte Velours-Auflage, dessen Innenseite aus einem Meshstoff besteht und alles nach Außen hin in Leder gefasst wurde. Selbstverständlich lassen sich Ohrpolster austauschen und man kann damit rechnen, das auch andere Materialien angeboten werden.

Im Gesamtbild erzielen die verwendeten Materialien ein wesentlich höherwertiges Gefühl, denn alleine der nun verbaute Bügel zur Größenverstellung wurde aus Federstahl gefertigt. Der Schieber im Kopfbügel und die gelenkig gelagerten Hörmuscheln erzielen eine optimale Passform, auch wenn EPOS an dem Effekt eines „Turnschuh“ festhält, der einen sportlich strafen Halt bietet. Wem das matte Schwarz mit den Klavierlack-Applikationen nicht so anspricht, kann auch auf die Snow-Edition greifen und erhält das H3 im reinen Weiß mit leichten Klavierlack-Abhebungen. Egal für welche Edition man sich nun entscheidet, die Leichtigkeit und Langlebigkeit der Materialien wird nicht beeinflusst.

Bedienung & Handhabung

Neues Design – Nicht alles gelungen

Das EPOS H3 ist ein geschlossenes Over-Ear-Headset, welches sich an allen gängigen Plattformen mit einer 3,5 mm Klinke betreiben lässt, welche über eine TRRS-Buchse verfügen. Dazu gehören Smartphones, Tablets, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox-Controller, Nintendo Switch, Laptops und sicherlich noch viel mehr. Für den Betrieb am PC und getrennten Soundkarten legt EPOS dem H3 ein Y-Kabel bei, das je über ein TRS-Stecker für Mikrofon und Klang offen legt. Da die Kabel direkt am Headset eingesteckt werden und austauschbar sind, ist das H3 Headset nicht nur sehr flexibel einsetzbar, sondern auch gegen Dummheiten in Zukunft gerüstet – Beide mit Textil ummantelten Kabel können im EPOS-Shop nachgekauft werden, wenn Hund oder Katz´ diese mal zernagt haben. Ob einem nun der abgewickelte Stecker für den PS5- oder Xbox-Controller zusagt, darüber kann gestritten werden.

In der Handhabung und eigentlichen Bedienung zur Mikrofon-Stummschaltung und Lautstärkeregelung ging EPOS keine Kompromisse ein oder wählte einen anderen Weg, denn das einfache nach oben Klappen des Mikrofons stellen auch beim H3 ein schnelles und einfaches Muten dar. Auch die Lautstärkeregelung behielt seinen bekannten Platz an der rechten Ohrmuschel, welche mit dem großen Rad geregelt werden kann. Doch nicht jede Design-Innovation trifft dann auch voll ins Schwarze. Bei der Lautstärkeregelung können wir nicht mehr mit dem gewohnten „Klauengriff“ schnell den Sound lauter oder leiser stellen. Hier muss der Zeigefinger herhalten, denn das „Rädchen“ wurde nun designbedingt von einem festen Rand umschlossen. Das „Rädchen“ bietet zwar kleine Zähne für eine gute Griffigkeit, stellt aber nicht das bekannte Optimum dar. Diese Designentscheidung sollte EPOS eventuell nochmal überdenken, denn für uns stellt es einen Kritikpunkt in dieser Perfektion dar.

Klang & Soundbild

Erwartungen erfüllt

Das H3 von EPOS bietet gegenüber dem GSP 300 Headset ein breiteres Frequenzband, denn statt den bisherigen Bereich von 15 Hz – 26.000 Hz wird einem nun ein Frequenzbereich von 10 Hz – 30.000 Hz geboten – Bei 20 Ohm und einem Schalldruckpegel von 124 dB SPL @ 1 kHz, 1V RMS. So kann das EPOS H3 einen extremen Tiefbass und Höhen über dem Superhochton wiedergeben. Das sorgt für eine breite „Ortung“ und actionreichen Sound nicht nur in Spielen. Die technischen Angaben und Möglichkeiten sind sicherlich übertrieben, denn das menschliche Gehör nimmt nur Frequenzen zwischen 16 Hz und 20 kHz wahr und nimmt im zunehmenden Alter ab. Gerade aber im Hochtonbereich herrscht eine Informationsflut der Brillianz und da ist es immer besser breiter aufgestellt zu sein. Gleiches gilt natürlich für den Tiefbassbereich, der einem den Bass nicht nur als Wummern wahrnehmen lässt.

Wenn das EPOS H3 einfach an einen Musikplayer angeschlossen wird, um dort seine mp3-Sammlung runterleihen zu können, der wird wohl kaum etwas von audiophiler Klangqualität zu spüren bekommen, denn das H3 ist so ehrlich im Klang ohne einem die Hucke vorzulügen. Es bringt den Sound genauso rüber, wie es das Medium beherbergt. Schlechte Klangqualität eines Mediums offenbart das H3 Headset, ohne mit der Wimper zu zucken und da kann man sich gerne schon bei so manchem Spiel fragen, ob der Entwickler es mit sich vereinbaren kann?

Natürlich bringt das EPOS H3 auch hochwertige Medien klanglich zur Geltung und schöpft dabei das volle Potenzial aus. Wer hier eine Soundkarte wie die Sound Blaster Z SE besitzt, die einem Klangqualitäten von 24 bit bei 192 kHz liefert, der wird mit einem wahren Fest in seinen Ohren belohnt. Die Höhen sind ungelogen glasklar und sehr rein. Das ist gerade in Shootern ein wichtiger Aspekt, der die Ortung intensiv ermöglicht. Das EPOS H3 ist aber kein auf den E-Sport ausgelegtes Headset, die allesamt sehr höhenlastig ausgelegt wurden und den Tiefbassbereich vernachlässigen, sondern ein wahrer Allrounder. Gerade in Adventures voller Action und Abenteuer zeigen sich Explosionen mit einem wahren Knall, der einem das Herz höher schlagen lässt. Hier kann ein vorbeifahrender Panzer in Battlefield zu einem gänzlich neuen Erlebnis werden, während die Brillanz der Höhen in einem perfekten Zusammenspiel uns hören lässt, wie der Gegner im Spawnpunkt seine Kampfstiefel anzieht. Selbst bei maximaler Lautstärke vermag der Bass nicht am Klangkörper anschlagen – Da ist die gute passive Geräuschunterdrückung nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Die maximale Wiedergabequalität des EPOS H3 Headset liegt bei 24 bit/ 96 kHz und übersteigt damit die Technik der PlayStation 5 und Xbox Series X, welche mit 16 bit/ 48 kHz die Gamer umschmeicheln wollen.

Die ausgezeichnete Leistung bei niedrigen Frequenzen erzeugt ein Gefühl der Unmittelbarkeit im Bass, ohne jedoch den straffen und präzisen Mitteltonbereich zu beeinträchtigen oder zu verdecken, der für jedes nuancierten Audiosignals unerlässlich ist. Die kristallklaren hohen Frequenzen unterstützen die räumliche Audiowahrnehmung beim Anschluss an eine analoge Klangquelle mit Surroundsound im binauralen Verfahren.

Bei einem Mikrofon trennt sich bei den meisten Headsets die Spreu vom Weizen, denn das Mikrofon wird bei vielen Headsets eher als Mittel zum Zweck der Kommunikation „mitgeliefert“, dabei ist das Mikrofonsystem eine entscheidende Komponente in jedem Gaming-Headset, denn Nuscheln oder gar das Verschlucken von Zischlauten und Konsonanten lassen unser Team in einem Spiel sprichwörtlich untergehen.

Während das Mikrofon des GSP 300 ein unidirektionalen Aufnahmemuster bietet, das ideal für sein Einsatzszenario ist, ist das Mikrofon im H3 eine Weiterentwicklung der Einheiten. Dieses bidirektionale Noise Cancelling-Mikrofon in Studio-Qualität wurde entwickelt, um maximale Sprachklarheit für eine natürlich klingende Kommunikation im Game zu erreichen. 

Das Mikrofon des H3 Headset kann auf ganzer Linie überzeugen, denn Zischlaute und Konsonanten werden nicht verschluckt. Zudem erhalten unsere Zuhörer nicht den Eindruck wir stehen in einem hallenden Abwasserkanal. Hier wird in gewisser Weise eine sehr natürliche Stimme übertragen, die die Kraft einer Stimme sehr ehrlich vermittelt. Wir empfehlen dennoch einen zusätzlichen Pop-Schutz zu verwenden, um Atemgeräusche besser unterbinden zu können.

Fazit

Bestes Allround-Headset in dieser Preisklasse

Mit dem H3 bringt EPOS nicht nur ein neues, schickes Headset auf den Markt, sondern liefert eine neue Referenz in der Preisklasse für kabelgebundene Headset um die 100 Euro rum. Das H3 ist definitiv eine gelungene Weiterentwicklung des beliebten GSP 300 und punktet gerade mit dem modernen und leichterem Design – Auch wenn nicht alles perfekt durchdacht wurde, wie die Lautstärkeregelung. Der Klang überzeugt im jedem Genre der Spiele und kann sogar für den musikalischen Genuss hinzugezogen werden. Die Materialauswahl und der Komfort spiegeln die Bedürfnisse der Gamer wider, während Handhabung und Auftritt einem viele Jahre beste audiophile Qualität erleben lassen. Das EPOS H3 ist so ehrlich wie sein Einführungspreis von 119,99 Euro. In dieser Preisklasse erhält man das beste Headset – Den besten Allrounder zum kleinen Preis.

Top-Angebot
EPOS H3 Geschlossenes Akustisches Gaming Headset, Geräuschunterdrückendes Mikrofon, Plug & Play, Hohe Audio-Qualität, Individuell Einstellbar, Leicht, Ergonomisch, für PC, Mac, PS4, PS5, Switch, Xbox
54 Bewertungen
EPOS H3 Geschlossenes Akustisches Gaming Headset, Geräuschunterdrückendes Mikrofon, Plug & Play, Hohe Audio-Qualität, Individuell Einstellbar, Leicht, Ergonomisch, für PC, Mac, PS4, PS5, Switch, Xbox
  • GESCHLOSSENES AKUSTISCHES GAMING HEADSET PC – Geschlossene Ohrpolster für eine bessere passive Geräuschunterdrückung.
  • KOPFHÖRER MIT KABEL - Hochwertiges Audio, das dir schnelle Reaktionszeiten an deinem Gaming Laptop ermöglicht.
  • MIKROFON IN STUDIO-QUALITÄT– Der Kopfhörer mit Mikrofon hat ein geräuschunterdrückendes Mikrofon für gestochen scharfe Qualität beim PC Gaming Chat. Heb’ einfach den flexiblen Mikrofonarm an, um die Stummschaltung zu aktivieren, wenn das Mikrofon nicht mehr verwendet wird.
Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973