Electronic Arts hat am 21. Oktober 2026 die Schließung von BioWare angekündigt und gleichzeitig einen Stellenabbau von rund 400 Mitarbeitern eingeleitet, etwa drei Prozent der Belegschaft. Die Maßnahme kommt zwei Monate nach der privatisierten Übernahme des Publishers für 55 Milliarden Dollar.
BioWare selbst bestätigte das Ende in einer Erklärung: Nach mehr als drei Jahrzehnten sei das Studio nun geschlossen und die frühe Entwicklung am nächsten Mass Effect eingestellt. In dem Beitrag auf X heißt es weiter, das Studio sei über dreißig Jahre lang mehr als eine Entwicklerwerkstatt gewesen, sondern ein Zuhause für Erzähler, Entwickler und Spieler.
Die Rechnung hinter dem Umbau
Hinter der Schließung steht die Finanzierung der Übernahme. EA wurde im August 2026 für 55 Milliarden Dollar von einem Konsortium unter Führung des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund übernommen und private gezogen. Durch die Struktur des Deals belastet laut Branchenberichten ein Schuldenberg von rund 18 Milliarden Dollar das Unternehmen, dessen Zinslast allein bei etwa 1,8 Milliarden Dollar pro Jahr liegen soll. Für die Sparziele von 700 Millionen Dollar jährlich, die EA den Investoren versprochen hatte, sind 170 Millionen Dollar allein auf sogenannte organisatorische Effizienzen angerechnet, die nun in Stellenabbau münden.
Berichten zufolge sind von den rund 400 betroffenen Mitarbeitern etwa 50 bei BioWare tätig, deren Standort in Edmonton vollständig geschlossen wird. In einer internen Mitteilung an die Belegschaft erklärte EA, das Unternehmen habe sein Geschäft mit einem harten Blick durchleuchtet und entschieden, die Entwicklung nicht weiterzuführen. Darin heißt es auch: BioWare sei ein legendäres Studio, das das Rollenspiel-Genre mitgeprägt habe, und diese Entscheidung sei nicht leichtfertig gefallen.
Was gestrichen wird und was bleibt
Vom früheren Kern des Publishers bleibt wenig RPG-lastiges übrig. Das nächste Mass Effect, 2020 angekündigt und seither nur mit Teasern bedacht, war bei seiner Einstellung in einer kleinen Frühphase der Entwicklung. Ein The-Sims-Projekt mit dem Decknamen Project Lotus wird nach der Mitteilung zugunsten eines Projekts namens Evergreen eingestellt, wobei einzelne Darstellungen von einer Pause statt einer endgültigen Streichung sprechen. Nach Branchenschätzungen hat EA in den vergangenen zwei Jahren bereits rund 970 Mitarbeiter entlassen.
Die internen Prioritäten zeigen, wohin das Geld stattdessen fließt: EA will in Sportspiele, Apex Legends und Battlefield investieren und bekennt sich in der Mitteilung zu lizenzierten Action-Abenteuern wie dem nächsten Star-Wars-Jedi-Titel und einem Marvel-Iron-Man-Spiel. Battlefield 6 nennt das Unternehmen darin einen großen Erfolg, für Apex Legends sind in den kommenden Jahren neue Mehrspieler-Modi angekündigt.
BioWare hatte zuletzt mit Dragon Age: The Veilguard ein Rollenspiel vorgelegt, das überwiegend positiv bewertet wurde, EAs Erwartungen an die Verkäufe aber verfehlte. Das Studio wurde 1995 in Kanada gegründet, 2007 von EA übernommen und prägte mit Baldur’s Gate, Star Wars: Knights of the Old Republic und Mass Effect ganze Genreabschnitte.



