Bild: Bungie

Fordert das Licht zurück: Die neue Destiny 2 Erweiterung „Die Hexenkönigin“ bei uns im PS5-Test

Die neue Destiny 2 Erweiterung „Die Hexenkönigin“ ist endlich da, aber was bietet Sie? Erfahrt dies in unserer Review!

Bungie läutete am 22. März 2022 um 18:00 Uhr das fünfte Jahr von Destiny 2 ein und veröffentlichte dazu die neue Erweiterung „Die Hexenkönigin“. So haben wir unsere Ausrüstung genommen und sind für euch zur Thronwelt von Savathün gereist, um die Erweiterung zu testen.

Das Hauptspiel, Destiny 2, erschien am 6. September 2017 für die PS4 und Xbox One, sowie im Oktober 2019 für den PC und ist seit dem 1. Oktober 2019 auch als Free-2-Play-Version erhältlich. Mit Die Hexenkönigin geht die Spiel-Reihe Destiny ins achte Jahr. Da Destiny 2 ein reines Online-Spiel ist, wird eine Netzwerkverbindung benötigt und kann somit ohne Internet nicht gespielt werden. Ein nicht bestehendes PlayStation Plus oder Xbox Live Gold Abonnement ist dann das weitere Problem.

30 Jahre Bungie
Die Entwicklung eines Studios

Bevor wir zur eigentlichen Review kommen, bekommt ihr in dieser Review einen Einblick in die 30-jährige Geschichte von Bungie.

Das amerikanische Entwicklerstudio wurde im Mai 1991 unter dem Namen Bungie Software Products Corporation von zwei Studenten an der Universität von Chicago, Alex Seropian und Jason Jones, gegründet. Zu den bekannten Produkten gehören die Spieleserien Myth, Halo und Destiny.

Das ursprünglich in Chicago ansässige Unternehmen konzentrierte sich hauptsächlich auf die Entwicklung von Spielen für Macintosh-Computer und entwickelte in den ersten neun Jahren seines Bestehens zwei erfolgreiche Spieleserien – Marathon und Myth, während Bungie West – eine Abteilung von Bungie an der Westküste der Vereinigten Staaten – Oni-Spiele für PC und Konsolen entwickelte.

Im Jahr 2000 wurde Bungie von Microsoft übernommen, und das Projekt Halo: Combat Evolved, das sich zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung befand, wurde auf die kommende Microsoft-Konsole Xbox ausgerichtet. Das Spiel wurde in das Launch Line-up der Konsole aufgenommen und wurde in der Folge zur sogenannten „Killerapplikation“ der Xbox-Plattform, die sich millionenfach verkaufte und Milliarden von Dollar einbrachte. Bungie hat mehrere Jahre lang Spiele der Halo-Reihe veröffentlicht, aber am 5. Oktober 2007 gab das Unternehmen seine Unabhängigkeit von Microsoft bekannt und wurde zu einem privaten Unternehmen namens Bungie (LLC); gleichzeitig blieben die Rechte an Halo bei Microsoft.

Im Gegenzug unterzeichnete Bungie 2010 einen Vertrag mit einem anderen Publisher, Activision, und entwickelte und veröffentlichte die Multiplayer-Spiele Destiny (2014) und Destiny 2 (2017). Im Jahr 2019 kündigte Bungie das Ende des Vertrags mit Activision an und bekundete seine Absicht, weitere Spiele der Destiny-Serie unabhängig zu veröffentlichen. Im Januar 2022 gab Sony bekannt, dass sie Bungie für 3,6 Milliarden Dollar gekauft haben und fortan zur PlayStation Familie gehören. Anders als bei Microsoft bleibt Bungie weiterhin unabhänig und wird weiterhin all ihre Spiele und Erweiterung auf jeder Plattform veröffentlichen.

Passend zum 30-jährigen Jubiläum veröffentlichte Bungie am 7. Dezember 2021 das „30 Jahre Bungie-Paket“ in Destiny 2 um mit euch gemeinsam drei Jahrzehnte Gaming zu feiern. Gefeiert wird das Jubiläum mit einem neuen Dungeon, dem exotischen Raketenwerfer „Gjallarhorn“, neuen Rüstungssets und einem Arsenal an Waffen, Ausrüstung und Kosmetik, allesamt inspiriert von Bungies Vergangenheit.

Ersteindruck
Destiny bleibt Destiny

Savathûn, Die Hexenkönigin

In der neuen Destiny 2 Erweiterung „Die Hexenkönigin“ erforschen wir Savathûns Thronwelt, um zu erfahren, wie die Hexenkönigin Savathûn und ihre Strahlende Schar das Licht stehlen konnten. Wir können ab sofort unsere eigenen Waffen schmieden, den neuen Glefe-Waffentyp nutzen, und uns der Wahrheit im Reich der Lügen stellen.

Da es sich hier einmal mehr um eine Erweiterung handelt, kommt das Spiel weiterhin ohne ein Hauptmenü aus und das Spiel bietet uns nur einen Navigator sowie das Charakter-Menü. Im Navigator können wir lediglich zwischen dem inGame Store, Quests/Beutezüge, Karte, Zielorte, Übersicht (Freunde/Clan) und die Saisons switchen. Im Charaktere-Menü stehen uns die Punkte Clan, Sammlungen, Triumphe, Charakter, Inventar und die Optionen zur Auswahl.

Gameplay
Willkommen in der Thronwelt

Start von der 3. Mission bei Power-Level 1420

Da es sich hier um eine Erweiterung handelt, ist von der Spiel-Mechanik vieles wie vom damaligen Hauptspiel geblieben. Die Spiel-Mechanik geht gut von der Hand und eigentlich dreht sich alles wie gewohnt um das Töten von Gegnern, wenn auch mit einigen taktischen Tiefen. Hin und wieder spawnen die Gegner zwar im Rücken, aber in einem guten Trupp lässt sich auch darüber hinwegsehen. Das Handling der Waffen darf als überzeugend und fantastisch bezeichnet werden. Damit kommen auch Neueinsteiger sofort zurecht. An der Balance des Spiels sollte Bungie noch weiter feilen, da die Gegner anfangs für Neu-/Wiedereinsteiger sehr stark sind und somit den Spielspaß als Solospieler trüben können, aber auch im späteren Spielverlauf wird es für Solospieler leider nicht leichter. So starten Neu-/Wiedereinsteiger in die erste Mission von Die Hexenkönigin mit einem Power-Level von 1350, aber die Gegner haben ein Power-Level von 1360. Auch in der dritten Mission wird ein Power-Level von 1420 benötigt, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt erst Level 1388 waren. Somit hieß es von uns erstmal unser Power-Level etwas hochpuschen.

Die beiden Schwierigkeitsgrade

Bungie hat mit Die Hexenkönigin aber auch Neuerungen in Destiny 2 hinzugefügt. So können wir unter anderem auswählen, ob wir die DLC-Kampagne auf Klassich oder Legendär spielen möchten (später unter Umfang mehr dazu), können unsere eigenen Waffen schmieden und es wurde der neue Waffentyp Glefe eingeführt. Glefen bieten eine Mischung aus starken Nahkampfangriffen, Fernkampfwaffe und Schild.

Die Hexenkönigin gehört außerdem zu den besten Kampagnen, die es im Destiny-Universum bisher gab und macht sogar König der Besessenen aus Destiny Konkurrenz. Das liegt daran, dass es sich wirklich nach einer zusammenhängenden Geschichte anfühlt, die fast ausschließlich auf klassischen Missionen basiert. Die Handlung wird spannend erzählt und profitiert von dem fortlaufenden Storytelling der vergangenen Saisons, da mehrere Story-Fäden zufriedenstellend zusammengeführt werden. Gerade gegen Ende zieht die Inszenierung an und macht trotz befriedigendem Ende ein spannendes Fass auf, aus dem Destiny 2 in Zukunft viel schöpfen kann. Wie immer können wir die Missionen allein oder im Einsatztrupp mit bis zu drei Spielenden angehen. Je nachdem werden Gegneranzahl und Schwierigkeit angepasst.

Zudem bringt die Hexenkönigin eine neue Gegner-Art mit sich: den „Lichtträger“. Seine Lichtkräfte bringen frischen Wind in die Gegnerarten und sie knurren gerne. Denn die Lichtträger sind „kleine Bosse“ und wenn man sie besiegt hat, darf man nicht vergessen, deren Geist zu töten, ansonsten kommen sie mit voller Wucht zurück.

Grafik, Sound & Technik
So schnell wie noch Nie

Savathûn’s Thronwelt

Destiny 2 hat sich auch mit Die Hexenkönigin grafisch nicht verändert und bietet uns auf der PlayStation 4 Pro, Xbox One X und PC 4K UHD mit HDR-Support bei stabilen 30FPS. Somit bekommen wir ein klares und scharfes Bild geboten, welches mit vielen Effekten aufwarten kann. Nur die Hintergründe wirken teilweise gemalt wie ein Bühnenbild. Dafür bietet uns die Next-Gen-Version von Destiny 2 erstmalig 4K UHD mit 60FPS auf der PlayStation 5 und Xbox Series X. Außerdem sind auf den Next-Gen-Konsolen bis zu 120FPS im Schmelztiegel (PvP) möglich. Zudem bietet Bungie uns mit der Next-Gen-Version Sichtfeld-Anpassungsmöglichkeiten auf den Konsolen an. Es gibt außerdem deutliche Verbesserungen an Dingen wie dem Laden des Spiels und dem Inspizieren des Charakterinventars. Obendrein haben wir das Gefühl, dass Destiny 2 nun flüssiger läuft.

Zudem verfügt auch Destiny 2: Die Hexenkönigin über einen sehr imposanten Sound. Musik und Effekte ziehen uns direkt in das Spielgeschehen. Doch das Verhältnis zwischen allem entspricht nicht mehr dem Stand der Dinge.

Zum einen wurde die Sprachausgabe nicht auf den Center-Lautsprecher gelegt und so hauen die Stereo-Lautsprecher ein indirektes Ansprechverhalten raus und zum anderen kann man in den Optionen die Effekte, Sprache und Musik nicht getrennt einstellen, was wie schon einst in Destiny den Effekt erzielt, dass die Musik alles übertönt und selbst die Kommunikation im Sprachchat sich somit oft als schwierig gestaltet.

Umfang
Es wird Legendär

Die Waffenschmiede

Bungie versorgt uns, mit Die Hexenkönigin, mit einigen neuen Inhalten. Darunter die neue Kampagne mit den Schwierigkeitsgraden Klassich, sowie Legendär , die in Savathûns Thronwelt spielt und eine Spieldauer von 8 Stunden (ohne Nebenquets zu bieten hat. Zudem gibt es nun Waffen-Crafting, den Waffentyp Glefe, Leere 3.0, den neuen Gegnertyp Lichtträger, ein neuer Raid, zwei neue Strikes und die neue Endgame-Aktivität “Urquell”, sowie Überarbeitung aller Leere-Klassen.

Die Legendäre Kampagne von Die Hexenkönigin bietet im Vergleich zu früheren Erweiterungen eine richtige Herausforderung und lässt gleich zum Start des Add-ons schon Endgame-Vibes aufkommen. Bei früheren Erweiterungen waren wir teils schon nach einem Tag mit der Kampagne fertig. Danach war man mit diesem Teil der Erweiterung an sich durch. Doch dies ändert sich nun mit der legendären Kampagne. So bietet der optionale, härtere Schwierigkeitsgrad „Legendär“ verschiedene negative Modifikatoren, aggressivere Feinde mit mehr Gesundheit, stärkeren Schilden und höherer Schadensresistenz, Dunkelheits-Zonen (ein Wiederbelben pro Spieler, danach gehts zurück in den Orbit) sowie neue, teils Dungeon-ähnliche Mechaniken (Rätsel, Puzzles, spezielle Kampfmechaniken). Aber auch im klassichen Modus sind die Dungeon-ähnliche Mechaniken vorhanden.

Zudem wird auf Legendär euer Power-Level gecapt, ihr werdet nicht überlevelt in die Missionen starten können. Die Kampagne auf „Legendär“ bleibt also stets eine Herausforderung – egal, wie stark eure Hüter auch immer sein mögen. Nichtsdestotrotz sollen besonders gute Solo-Spieler wie schon bei den Dungeons in Destiny 2 ebenfalls eine Chance haben, das Ganze auch im Alleingang abzuschließen.

Um den legendären Schwierigkeitsgrad der Kampagne noch etwas besser einzuordnen: Dieser soll härter werden als ein Nightfall-Strike auf „Legende“, aber leichter als ein Solo-Dungeon oder als die Spitzenreiter-Dämmerung. Aber dafür werdet ihr auch reichlich mit Loot belohnt.

Start des neuen Raids

Außerdem startete am gestrigen Samstag, dem 5. März 2022 um 18:00 Uhr der neue Raid Der Schwuer des Schülers. Also wie ihr seht, wird euch in der neuen Erweiterung nicht langweilig, auch wenn das Leveln ab Power-Level 1500 zeitaufwendiger wird. Die Loot-Mechanik motiviert dafür ungemein auf die Jagd zu gehen, um seinen Charakter und seine Ausrüstung immer weiter zu verbessern.

Die neuen Leere-Klassen funktionieren nicht mehr über die bisherigen drei Pfade mit vorgegebenen Perk-Kombinationen. Stattdessen kommt das System zum Einsatz, das 2021 mit Stasis eingeführt wurde. Wir können unsere Supers, Fähigkeiten und einzelne Eigenschaften viel individueller zusammenstellen. Einige Skills wurden zudem verändert oder sind komplett neu.

Die Zielorte seit Die Hexenkönigin

Leider entfernte Bungie auch mit Die Hexenkönigin einige Inhalte im Spiel, um Platz für die nächsten Jahre zu machen und packten diese Inhalte in den Destiny Content Tresor. Im Destiny Content Tresor werden Aktivitäten, Items und Zielorte zwischengelagert und aus dem Spiel genommen, um den Speicherplatz zu reduzieren – und eventuell später überarbeitet ins Spiel zurückzukehren. Nicht nur Destiny 2-Inhalte finden sich dort wieder, denn auch alle Destiny 1-Inhalte sind dort verstaut und finden teilweise ihren Weg zurück ins Destiny-Universum. So verschob Bungie mit Jenseits des Lichts im Jahr 2020 die Zielorte „Die Farm“, „Die Leviathan“, „Mars“, „Merkur“, „Io“ und „Titan“, sowie dessen Aktivitäten, Raids, Strikes Waffen und Rüstung in den Destiny Content Tresor. Außerdem haben sie die Story „Die Rote Schlacht“, „Kriegsgeist“ und „Fluch des Osirirs“ aus dem Spiel gestrichen. Dafür brachten sie das Kosmodrom aus Destiny zurück und der beliebte Destiny Raid „Die Gläserne Kammer“ feirte 2021 sein Debüt 2021 in Destiny 2. In diesem Jahr wurde die „Wirrbucht“ und deren Kampagne, die mit der kostenpflichtigen Forsaken-Erweiterung 2018 dazukamen, in den Destiny Content Tresor verschoben.

Fazit
Beste Erweiterung seit König der Besessenen (Destiny 1)

Wie bei den anderen Erweiterungen von Destiny 2 konnte uns auch Die Hexenkönigin positiv überzeugen, denn wir dürfen in Savathün’s Thronwelt uns umsehen, bekommen eine gute 8-stündige Kampagne mit Wiederspielwert, Waffen-Crafting, ein neuen Waffentyp und neue Skills geboten. Allerdings gibt es Kinderkrankheiten beim Waffen-Crafting, weiterhin kaum neuen PvP-Content und der Leere-Jäger im Vergleich zu den letzten Jahren wurde etwas abgeschwächt. Aber wir können die „Die Hexenkönigin“ Erweiterung jedem Destiny-Veteranen empfehlen.

Destiny 2 ist seit dem 4. September 2017 für PlayStation 4 und Xbox One, sowie seit dem 24. Oktober 2017 für den PC verfügbar. Zudem ist seit dem 8. Dezember 2020 das Next-Gen-Upgrade von Destiny 2 für die PlayStation 5 und Xbox Series X|S erhältlich. Außerdem veröffentlichte Bungie am 22. Februar 2022 die Year 5 Erweiterung Die Hexenkönigin.

Marcel Reise
25 Jahre | Männlich | aus Geseke | PlayStation, Nintendo Switch & Xbox One Gamer | PSN Trophy-Hunter | Redakteur bei Play-Experience.com