Bild: Razer

KAIRA X – Das neue Headset von Razer im Test

Im September kündigte Razer Neuzugänge in seinem Konsolen-Line-up an, welche sich als Kaira X for Xbox und Kaira X for PlayStation, das Kaira und Kaira Pro for Xbox White und der Wolverine V2 White Edition Headsets offenbaren. Wir haben uns das Razer Kaira X Wired Headset über die Ohren gestülpt und dessen Klang gelauscht. Was es kann und ob es sich lohnt, testeten wir ausgiebig.

Das Kaira X for Xbox und Kaira X for PlayStation nutzen Features von Razers PC-Headsets, darunter die Razer TriForce 50 mm-Treiber für einen Gaming-Sound. Die Treiber sollen satte Höhen, klare Mitten und donnernde Bässe für ein unkomprimiertes, immersives Audio-Erlebnis abliefern. Sprachkommandos im Spiel werden über das flexible Razer HyperClear Kardioiden-Mikrofon wiedergegeben, das sogar Hintergrundgeräusche herausfiltert. Das Razer Kairo X wird gleich in mehreren Farben angeboten, wobei unser Testobjekt sich passend in den Farben zur PlayStation 5 in einem Schwarz-Weißen-Kleid zeigt. Xboxler können sich mit dem Kaira X Pro sogar eine Wireless-Version zu Gemüte führen. Aktuell wird das Kaira X für eine UVP von 69,99 € angeboten und wird zu annähernden Preisen bei amazon.de gehandelt.

Ersteindruck & Verarbeitung

Schlichtes Leichtgewicht

Obwohl das Razer Kaira X mit seinem 3,5 mm TRRS-Klinkenstecker ein Multiplattform-taugliches Headset ist, präsentiert Razer das Headset in einem tiefblauen Karton, um mehr die Gamer an der PlayStation 5 damit ansprechen zu können. Der Karton gewährt uns einen ersten Blick auf das Design des Headsets und vermittelt uns erste Spezifikation dazu. Dazu gehören die 50 mm TriForce-Treiber, welche wir schon aus den Headsets der BlackShark-Serie kennen, die FlowKnit-Ohrpolster und das HyperClear-Kardioiden-Mikrofon. Eingebettet in einem Karton-Inlay finden wir neben dem Headset noch eine englischsprachige Bedienungsanleitung und zwei Razer-Logo-Aufkleber vor.

Entnehmen wir nun das Headset seiner Verpackung bekommen wir auch gleich dessen Leichtigkeit von 283 Gramm zu spüren. Die Grundlage der Leichtigkeit lässt sich auf die komplette Verwendung von Kunststoff zurückzuführen, welcher sich aber wertig anfühlt, aber nicht in der Oberklasse mitspielen kann. Obwohl hier viel Kunststoff zum Tragen kommt, wurden alle beweglichen Teile verstärkt und verschraubt. Metallische Verbindungen und Verstärkungen sucht man leider vergebens, was in dieser Preisklasse aber als normal angesehen wird. Das macht das Headset jetzt nicht schlecht oder gar zerbrechlich, denn eine sehr gute Qualität in puncto Verarbeitung drückt Razer den Gamern in die Hand.

Das Design ist sehr schlicht und wirkt wie aus einem Guss. Mit seinen farblichen Applikationen in Schwarz und Weiß spricht das Kaira X hier gezielt die PlayStation 5 Gamern. An der linken Ohrmuschel befinden sich das Rädchen für die Regulierung der Lautstärke und ein Schiebeschalter, um das Mikrofon stumm schalten zu können. Das mit Textil umhüllte Anschlusskabel ist ebenso mit der Ohrmuschel fest verbunden wie auch das flexible Mikrofon, welches zusätzlich noch einen Pop-Schutz bietet. Letzteres ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit und daher nehmen wir es dankend mit.

Mit den weichen Ohrpolstern aus Memory-Schaum und einer Mesh-Umhüllung bekommen wir dessen Leichtigkeit beim Tragen auf dem Kopf zu spüren. Eine Polsterung am Kopfbügel unterstützt zudem die spürbare Sanftheit, die uns das Headset auch über Stunden tragen lässt. Der Tragekomfort ist hervorragend, denn die Ohrpolster umschließen unsere Ohren komplett ohne auch nur den Hauch von Druck zu verspüren. Trotz allem sitzt das Kaira X gut und verrutscht auch nicht. Selbst dann, wenn es mal etwas hektischer zugeht.

Sound & Klangbild

Sehr sauber und klar

Ausgestattet mit dem 50 mm TriForce-Treibern liefert uns das Kaira X einen Frequenzbereich von 20 Hertz bis 20.000 Hertz bei 32 Ohm und einer Empfindlichkeit von 96 dBSPL / mW. Die beiden Treiber liefern schon im ersten Moment ein sehr ehrliches Bild ab, denn sehr klar und überhaupt nicht überdehnt zeigen sich Höhen, Mitten und auch die Tiefen, die auch kräftige Bässe ermöglichen, ohne anzuschlagen. Die Abmischung ist Razer sehr gut gelungen, denn neben den imposanten Explosionen können wir Dialoge und auch Schritte im Einklang sehr gut heraushören. Schalten wir nun die Tempest 3D-Engine in einem verfügbaren Spiel hinzu, fühlen wir uns mit dem Spiel sehr verbunden. Hier offenbart das Kaira X sein räumliches Klangbild, welches sogar das Sony Pulse 3D in den Schatten stellt. Das Klangbild ist in dieser Preisklasse sehr überraschend und darf gerne als herausragend bezeichnet werden. Sowas haben wir zuletzt nur mit dem BlackShark V2 erlebt, welches nicht nur über die baugleichen Treiber verfügt, sondern auch preislich deutlich höher angesiedelt ist. Wir wagen es sogar, das Razer Kaira X mit einem Studiokopfhörer auf eine Stufe zu stellen, denn Musik bringt es ebenso berauschend herüber, wie jedes Genre in Spielen. Zu dem Entschluss sind wir gekommen, da selbst beim Einsetzung der Tiefen und Bässe die Höhen und Mitten jederzeit erhalten bleiben und nicht überlagert werden oder gar verloren gehen – Schade, dass man das Mikrofon nicht abnehmen kann, denn das Kaira X bietet sich auch als Kopfhörer an.

Bei der Wahl des Mikrofons ist Razer ebenfalls ein guter Griff gelungen, denn das unidirektionale Mikrofon macht Spaß sich mit seinen Gleichgesinnten im PlayStation-Chat zu unterhalten. Sicherlich reicht das Mikrofon nicht an Studioqualität heran, liefert aber eine bessere Performance als so manch anderes Headset in der Preisklasse ab. Alle Um- und Zischlaute kommen sauber und klar rüber. Wir verspüren keinen räumlichen Widerhall oder sonstige Eigenschaften in der Kanalisation zu sitzen. Nebengeräusche werden nicht mit aufgenommen – Spätestens hier könnte man nun getrost das Sony Pulse 3D in die Ecke legen.

Fazit

Eine klangliche Überraschung

Mit dem Kaira X liefert uns Razer ein Preis-freundliches Headset ab, das jetzt nicht direkt in der Materialauswahl punkten kann, dafür aber in allen Bereichen des Klanges und beim Mikrofon sich schnell beliebt machen wird. Das Klangbild darf gerne als audiophiler Leckerbissen im Gaming bezeichnet werden, denn es bedient anstandslos sämtliche Genres. Wer gerne auch damit Musik hören will oder Videos gucken mag, kann das Kaira X gerne hinzuziehen und wird ein schönes und ehrliches Feuerwerk des Sounds erleben. Das Razer Kaira X ist mehr als nur empfehlenswert!

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973