Bild: Play Experience

[ PRESS PLAY ] Der Konsolenkrieg beschränkt sich nicht nur auf die Konkurrenz!

Mit Einführung der neuen Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series hat der Konsolenkrieg erneut begonnen. Doch diesmal wird der Kampf nicht zwischen Microsoft und Sony ausgetragen, sondern gegen Scalper und Bots, die dem wahren Gamer die neuen Konsolen vor der Nase wegschnappen, um sie teurer verkaufen zu können.

Auch wenn Sony und Microsoft sich immer wieder gegenseitig beglückwünschen und zum Erfolg gratulieren, bleibt die Lage weiterhin freundschaftlich angespannt, denn den einen oder anderen Seitenhieb muss entweder Sony oder Microsoft einstecken. Gerade in Zeiten der Pandemie ist das Interesse am Gaming deutlich gestiegen, denn Gaming ist wohl die einzige Freizeitbeschäftigung, um mit Freunden Welten erleben zu können. Damit ist die Nachfrage nach Gaming-Equipment deutlich gestiegen und wird zudem von der enormen Nachfrage nach Rohstoffen und Chips nicht gerade begünstigt. Heute eine neue RTX-Grafikkarte zu erstehen und das noch zu Preisen des Herstellers, erinnert ein wenig an die Tage des Warenkonsums in der DDR. Entweder stellt man sich in die Schlange an und nimmt, was es gibt oder man verzichtet darauf. Hier werden Preise angeschlagen, die sich wohl kaum als bezahlbar bezeichnen lassen. Das verärgert nicht nur die Gamer.

„Das frustriert mich wirklich und verärgert mich, besonders wenn Wiederverkäufer und Bots es schaffen, Lagerbestände in die Finger zu bekommen“.

Jim Ryan, CEO Sony PlayStation
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*Die 4.500 Einheiten bei amazon.de waren binnen einer Minute alle ausverkauft.

Bis Ende März konnte Sony an die 8 Millionen Playstation 5 Konsolen auf den Markt bringen, was eine deutliche Steigerung zur PlayStation 4 darstellt, die bis Ende März 2014 (Marktstart November 2013) über 6 Millionen Abnehmer fand. Sony arbeitet weiterhin hart, um genügend PlayStation 5 Konsolen den Gamern bieten zu können, doch der Chip-Mangel macht die Lage nicht einfacher und wenn dann noch Scalper und Bots einem dazwischenfunken, wird es auch nicht besser. Viele Konsolen liegen einfach so auf Marktplace-Plattformen für einen teuren Preis rum. Um dem nun entgegenzuwirken, baut Sony seinen „PlayStation-Direct“ Vertrieb kontinuierlich bis März 2022 auch in Europa weiter aus. Ob dieser Weg nun das Problem beseitigen wird, kann gerne bezweifelt werden, aber eines ist sicher: Je mehr PlayStation 5 Konsolen an die „wahren“ Gamer gelangen, umso mehr Spiele kann Sony verkaufen. Hier hilft derzeit nur die Entscheidung angekündigte PS5-Spiele auch für die Playstation 4 zu bringen.

Das ist ein Phänomen, dem sich Microsoft sehr gelassen gegenüber sieht, denn ihre Spiele werden nicht nur für die aktuellen und Next-Gen-Konsolen angeboten, sondern können auch über PC und Mobile gezockt werden. Da kann sich selbst ein Phil Spencer, CEO Microsoft Xbox, nicht zurückhalten.

„Über das gesamte Xbox-Ökosystem erreichen wir jetzt jeden Monat Hunderte von Millionen Menschen, und unser gesamter Markt wird wachsen, während andere relativ statisch sind… Im Moment sind wir also die einzige Plattform, die Spiele gleichzeitig auf Konsole, PC und in der Cloud anbietet. Andere bringen Konsolenspiele erst Jahre später auf den PC und zwingen die Leute so nicht nur dazu, ihre Hardware im Voraus zu kaufen, sondern verlangen dann auch noch ein zweites Mal Geld, um auf dem PC zu spielen.“

Phil Spencer gegenüber Eurogamer

Diese Aussage kann auch so interpretiert werden, dass es Microsoft egal ist, ob die Xbox Series X in genügend Stückzahlen die Gamer erreicht, denn immerhin können die Gamer ihre Spiele auch über andere Plattformen erleben, denn eine Xbox Series X ist nicht zwingend erforderlich. Es wird der Eindruck erweckt, dass Microsoft es egal ist, ob Scalper und Bots dem Gamer die neue Konsole vor der Nase wegschnappen – Immerhin hat Microsoft noch nie großes Interesse gehegt, genügend Konsolen zu verkaufen.

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*Auch die Xbox Series X ist schwer zu bekommen, die Xbox Series S will aber wohl keiner.

Der interne Konsolenkrieg zwischen Microsoft und Sony wird sicherlich nicht mehr zwischen den Gamern ausgetragen, sondern vereinzelt nur noch in der Chefetage von Microsoft und Sony selber. Ein Gamer bleibt seiner Community treu und zockt da wo seine Freunde online sind, die er über die Jahre hinweg kennengelernt hat. Dabei weitete er seinen Freundeskreis deutlich aus und verfügt sogar über eine Xbox und PlayStation – Er schaut sogar am PC und auf der Switch sich Spiele an. Die Frage nach Exklusivität ergibt sich nicht mehr und wird nur noch zum Teil von einer kleinen Gruppe Gamern bemängelt. Der wahre Feind im Konsolenkrieg ist der Scalper und die zahlreichen Bots, die einem die Möglichkeiten nehmen, dem Konsolenkrieg aus dem Weg zu gehen. Unterbunden kann das „Wegkaufen“ sicherlich durch ein Angebot im öffentlichen Handel vor Ort, so wie zu Zeiten der Xbox One und PlayStation 4, die man einfach per Lust und Laune im Media Markt & Co. mitnehmen konnte. Da sich die aktuelle Lage in der Pandemie nun deutlich verbessert, wird es Zeit, dass Sony und Microsoft ihre Next-Gen-Konsolen auch im stationären Handel anbieten, denn hier gibt es keine Scalper und Bots schon gar nicht! Hier kann der Händler die Menge dem Kunden gegenüber auch beschränken, denn Klopapier darf auch nicht auf Paletten gekauft werden.

Das „Glücksspiel“ muss aufhören und eine Konsole gehört in die richtigen Hände, in die Hände der Gamer, die zahlreiche Inhalte kaufen und damit Spiele erleben wollen! Einem Gamer bringen die derzeitigen grandiosen Ankündigungen der E3 nichts, wenn es keine passenden und würdigen Konsolen oder Grafikkarten gibt.

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973