Der Markt an Tastaturen darf gerne als unübersichtlich bezeichnet werden und jeder Anbieter preist seine Tastaturen zudem mit unterschiedlichen Switches an. Es stellt sich dabei nicht die Frage, welche Tastatur für einen die richtige ist, sondern ob die verbauten Switches auch für einen geeignet sind? Wir haben uns der Sache mal angenommen und, anhand des Portfolios von SteelSeries, die verbauten Tasten in ihrer Handhabung und dem Gefühl angeschaut und mächtig auf die „Knöpfe“ gerückt.

Doch fangen wir mal ganz vorne an

Die Tastatur ist ein Mittel zum Zweck, um Texte schreiben zu können ohne einen Stift in die Hand nehmen zu müssen. Hier finden wir neben den Buchstaben und Zahlen heute auch moderne F-Tasten und Multimediaregler vor. Wer einmal genauer hingeschaut hat, wird erkennen, dass nur die Zahlen in einer Reihenfolge angeordnet sind und die Buchstaben unseres Alphabets eigentlich sehr wild angeordnet wurden. Das hat auch einen Grund, denn von der Logik her wäre doch eine alphabetische Anordnung besser.

Die Tastatur, wie wir sie heute kennen, findet ihren Ursprung in der Schreibmaschine, die sich bis ins Jahr 1714 zurückverfolgen lässt. Der Sinn und der Zweck der Schreibmaschine war es anfänglich blinden Menschen die Möglichkeit zugeben, Texte schreiben zu können. So wurden bei mechanischen Schreibmaschinen die Tastenreihen versetzt gegeneinander angeordnet, da die Tasten direkt auf den mit einzelnen Typenhebeln verbundenen Betätigungsstangen aufgesetzt sind und diese in gleichmäßigem Abstand nebeneinander unter dem gesamten Tastenfeld angeordnet sind. Die Anordnung der Buchstaben lässt sich auf das mechanische Typenhebelsystem und dem damals verwendeten Latein zurückführen, da hier beim Tippen in einer alphabetischen Reihenfolge der Tasten sonst die Hebel ineinander verhakt hätten. Die Anordnung und auch der Versatz der Tasten wurde auch bei der Einführung von Computertastaturen für den alphanumerischen Bereich beibehalten. Wir kennen diese Anordnung auch als QWERTY-Tastaturen, die hier die oberste Reihe der Buchstaben definiert. Im deutschen Gebrauch kommen QWERTZ-Tastaturen zum Einsatz – Z und Y sind gegenüber englischen und amerikanischen Tastaturen vertauscht. Im französischen Sprachraum kommen AZERTY-Tasturen zum Einsatz.

Von der Schreibmaschine zum Computer

Mit Anbeginn des Computerzeitalters veränderte sich auch die Technologie der Tastatur. Im Laufe der Zeit entwickelten die Hersteller verschieden Technologien, um das Auslösen einer Taste zu ermöglichen. So gibt es die Membran-Tastatur, Dome-Switch-Tastatur, Scherenschalter-Tastatur, Kapazitive Tastatur,  Tastatur mit mechanischem Schalter, Knickfedertastatur, Hall-Effekt-Tastatur, Laserprojektionstastatur, Roll-up-Tastatur und Optische Tastaturtechnologie, die sich allesamt in einer Form in den heutigen Gaming- und Office-Tasturen wiederfinden. Dabei gehört die Membran-Tastatur wohl zu den geläufigsten, da hier der Kostenfaktor sehr niedrig gehalten werden kann. Wir kennen diese Tastatur auch als Folien-Tastatur aus dem Taschenrechner.

Portfolio an Switches bei SteelSeries

Das Portfolio des dänischen Anbieters von Gaming-Peripherie SteelSeries umfasst „nur“ 4 Modelle an Tastaturen: Apex 3, Apex 5, Apex 7 und Apex Pro, die es zum Teil mit verschiedenen Switches und sprachlichen Layouts dann doch auf unglaubliche 63 verschieden Varianten bringen. Lassen wir die sprachlichen Layouts einmal außen vor, so stehen uns immer noch 6 QWERTZ-Varianten zur Auswahl, die alle mit unterschiedlichen Switches angeboten werden. Zusätzlich gibt es von der Apex 7 noch die TKL-Varianten, die ganz ohne Zahlenblock für Turniere gemacht wurden. Welcher Switch aber nun hier der richtige für einen ist, hängt zum einen von der gewünschten Nutzung und dem gewünschten Gefühl ab, das jeder für sich erleben will. Alles zusammen steht dann auch dem eigenen Geldbeutel gegenüber, denn SteelSeries bietet einem den Einstieg mit rund 80 Euro und hört dann bei 230 Euro wieder auf. Es sollte aber denkt werden, dass alle Tastaturen für den Gamer gemacht sind und ausgefeilte Features bieten, die im Home-Office nicht unbedingt notwendig sind, aber auch dort als nett empfunden werden können. Letztendlich ist eine Tastatur immer noch ein Mittel zum Zweck, um Texte in digitaler Form erstellen zu können.

SteelSeries Apex 3

Den Anfang bei den Tastaturen von SteelSeries macht die Apex 3, die wir im März dieses Jahres schon für euch testen konnten. Bei der Apex 3 kommt die Membran-Technologie zum Einsatz, die SteelSeries mit einer extrem haltbare POM-Gummidomschicht verbesserte. Dadurch erhalten wir nicht nur eine sehr günstige Gaming-Tastatur, sondern auch eine IP32-Tastatur, die wasser- und staubresistent ist. Die POM-Gummidomschicht sorgt zudem für eine wesentlich höhere Langlebigkeit gegenüber herkömmlichen Membran-Tastaturen. Ein weiterer schönen Effekt dieser Switch-Technologie ist das flüsterleise Tippen auf der Tastatur, da hier keine mechanischen Bauteile bei den Switches verwendet wurden. Das Gefühl beim Tippen darf gerne als sehr angenehm und ausgewogen bezeichnet werden und richtet sich wohl mehr an die Nutzer im Home-Office, die neben den vielen Schreiben von Texten nicht auf die Vorzüge beim gelegentlichen Zocken verzichten wollen. Ein taktiles Gefühl kommt hier aber nicht auf, was in diesem Sinne auch nicht das Ziel dieser Tastatur war. Hier stehen in erster Instanz der günstige Preis im Vordergrund ohne auf die zusätzlichen Features für Gamer verzichten zu müssen.

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SteelSeries Apex 5

Einen Schritt weiter tätigt SteelSeries mit der Apex 5, die über mechanische Hybrid-Blue-Gaming-Schalter, auch als Dome-Switch-Tastatur oder auch als Direct-Switch-Tastatur bekannt, verfügt. Hier kombiniert SteelSeries die kostengünstigen Vorteile der Apex 3 mit ihrer POM-Gummidomschicht und den blauen mechanischen Schaltern der Apex 7. Auf diese Art und Weise kann SteelSeries den Gamern ein befriedigenden taktilen Klick eines mechanischen Blue-Schalters bieten und dabei die Kosten sehr niedrig halten. In unserem Test konnten wir ein herausragendes Gefühl beim Tippen feststellen, das sich aber leider mit einem lauten Klickgeräusch bemerkbar macht. Die Apex 5 richtet sich gezielt an Gamer, die eine vollwertige Gaming-Tastatur sich wünschen ohne dabei zu viel Geld auf den Tisch legen zu müssen. Wer hier gerne die Tastatur im Home-Office nutzen will, sollte mit einem Schreibmaschinen-Geklapper klarkommen. Dafür erhält man mit der Apex 5 eine qualitativ hochwertige Tastatur, die  zahlreiche Vorzüge der Apex 7 bietet und das für rund 50 Euro weniger – Das Geld kann dann in eine Maus investiert werden.

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SteelSeries Apex 7

Die Apex 7 ist die erste mechanische Tastatur, die dem Gamer gleich drei verschiedene Switches bietet. So ist die Apex 7 mit roten, auch als Cherry bekannt, braunen und blauen mechanischen Schaltern erhältlich. Hier wird es dann schon ein wenig komplexer, welcher Schalter für wen geeignet ist und einem das beste Feedback liefert. In erster Linie unterscheiden sich die 3 Switches in Linear (rot), Tactile (braun) und Clicky (blau) – Die blauen Schalter kamen vergleichsweise schon in der Apex 5 zum Einsatz, aber ohne Mechanik.

Wir haben festgestellt, dass die roten mechanischen Schalter glatt sind und während des gesamten Tastendrucks nur einen minimalen Widerstand aufweisen, während braune und blaue Schalter auf dem Weg nach unten einen fühlbaren „Beule-Pump-Widerstand“ aufweisen, der uns vermittelt, dass die Taste ausreichend gedrückt wurde. Blaue Schalter erzeugen auch ein deutliches „Klick“-Geräusch, das man mit einer altmodischen Schreibmaschine vergleichen könnte – Ähnlich wie bei der Apex 5 Tastatur.

Der beste Switch hängt letztlich von der persönlichen Präferenz ab. Wenn man den klassischen, klickenden Klang und das klickende Gefühl mag, wird man als Gamer den blauen mechanischen Switch vorziehen. Wenn es aber auf Schnelligkeit ankommt und vermehrt Shooter-Spiele zockt, empfehlen wir die linearen (roten) Schaltern. Wer sich nicht ganz entscheiden kann und eine Mischung aus blauen und roten Schalter sucht, der sollte die braunen Switches wählen.

Natürlich gilt die Apex 7 ein wenig als Flaggschiff für den Gamer bei SteelSeries, da sie nicht nur drei verschiedene Switches zur Auswahl bietet, sondern noch über weitere Features, die sich bei ihren kleineren Schwestern zum Teil offenbart haben. Wie es sich für eine sehr gute Gaming-Tastatur mit mechanischen Schaltern gehört, bietet Steelseries eine Software (bei allen Produkten aus dem Hause Steelseries) an, ein einstellbares RGB und Tastenfunktionen sowie einen zusätzlichen USB-A-Anschluss direkt an der Tastatur. Wenn wir uns entscheiden müssten und daraufhin eine Empfehlung für Gamer ausprechen, so bevorzugen wir die blauen Schalter, gefolgt von den braunen Schaltern und erst dann die roten Schalter.

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SteelSeries Apex 7 Mechanische Gaming-Tastatur (OLED Smart Display, Blau Schalter, Deutsches QWERTZ-Layout)
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SteelSeries Apex Pro

Die Apex Pro stellt das absolute High-light unter dem gesamten Portfolio von SteelSeries-Tastaturen dar, da hier die weltweit ersten mechanischen Schalter mit anpassbarer Empfindlichkeit pro Taste zum Einsatz kommen. Kurzum ist diese Technologie auch als magnetische Schalter-Tastatur bekannt, die SteelSeries Omni-Switch nennt. Hierbei handelt es sich um eine lineare und ruhige Tastenreaktion und stellt eine Weiterentwicklung der Cherry-Switches dar. Bei der Apex Pro wurden diese magnetischen Schalter bei den wichtigsten 62 Tasten vom Hauptfeld verbaut und bei den umliegenden Tasten griff SteelSeries auf die roten mechanischen Schalter der Apex 7 zurück. So lassen sich beide Schalter direkt vergleichen und auch deren Reaktionszeit wird hier sehr deutlich.

Die Apex Pro ist mit ihrer magnetischen Switch-Technologie ein wahrer Allrounder, denn zum einen können wir uns Profile für unterschiedliche Spiele anlegen und zum anderen auch für den reinen Home-Office-Gebrauch. Gerade im Home-Office wird sehr deutlich, dass wir beim Tippen ungewohlt manch weitere Tasten betätigten und damit Tippefehler erzeugen. So können wir den Tasten einen anderen Auslösepunkt oder auch Reaktion zuordnen, die uns gezielter den Text auf den Bildschirm bringen lassen. Diesen Vorteil ziehen wir dann mit in das Gaming, denn auch hier kann im Eifer des Gefechts doch schnell mal eine Taste ungewollt ausgelöst werden. Der Weg zur Reaktion lässt sich bei der Apex Pro zwischen 0,4 mmm und 3,6 mm definieren. Leider ist der Preis für dieses nette Switch-Technologie auch sehr hoch und wird wohl weniger die Gamer mit einem kleinen Geldbeutel erreichen.

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Fazit 

In erster Linie hängen die Vorlieben eines Schalters auch mit dem eigenen Geldbeutel zusammen. Moderne Technologien bei Switches sind immer nett und bevorzugt, wird sich aber nicht jeder (gleich) leisten können. Manchmal muss mit einem Kompromiss gelebt werden, der sich letztendlich auch als gute Entscheidung herausstellen kann. Manchmal braucht man Höchstgeschwindigkeit, manchmal perfekte Genauigkeit, und meistens braucht man wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Einige brauchen einen spürbaren Widerstand, andere bevorzugen eher einen linearen Weg. Viele Gamer bevorzugen eine leise Betätigung, während andere diesen hörbaren Klick bevorzugen – Geboten wird so gut wie (fast) alles. Die Entscheidung muss aber jeder für sich fällen. Wir hoffen aber, euch einen kleinen Überblick geben zu können und euch dadurch die Entscheidung beim Kauf einer Tastatur erleichtert zu haben, denn manchmal muss es nicht gleich die Tastatur sein, die euch den Geldbeutel leerräumt.

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973