Mit der PlayStation 5 erwartet uns auch ein 3D-Sound, den Sony als Tempest 3D-Engine in die PlayStation 5 integriert. Dabei richtet sich die Zukunft auf Wireless, denn kabelgebundene Headsets schränken unsere Bewegungsfreiheit zu sehr ein. Pünktlich zum Release der Next-Gen-Konsole bringt SteelSeries gleich zwei neue Wireless-Headsets auf den Markt, um den Sound der Spiele würdig erleben zu können. Ob es wirklich so ist, haben wir für euch vorab an der PlayStation 4 getestet. Einen Test an der neuen PlayStation 5 werden wir für euch ab dem 19. November nachholen.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte das dänische Unternehmen SteelSeries schon das Arctis 9X, ein Headset, das speziell an die Bedürfnisse der Xbox-Gamer angepasst wurde und mit seiner Wireless-Technologie direkt mit der Xbox One verbunden werden kann. Mit dem Arctis 9 bringt SteelSeries nun ein auf den PlayStation-Gamer zugeschnittenes Headset, das den Bedürfnissen auch an der PlayStation 5 gerecht werden soll. Der Preis des SteelSeries Arctis 9 liegt bei einer UVP von 199,99€ und wird aktuell auch so bei amazon.de angeboten. Neben dem Arctis 9 bringt SteelSeries zudem das Arctis 7P, welches sich optisch an dem farblichen Design der PlayStation 5 orientiert und mit einer UVP von 179,99€ etwas günstiger als das Arctis 9 ist. Wo hier die Unterschiede sind, haben wir für euch beleuchtet.

SteelSeries ist ein 2001 gegründetes dänisches Unternehmen, welches unter dem Namen Soft Trading seinen Ursprung fand. Soft Trading konnte sich schnell einen Namen machen, da man sich auf die Produktion von Icemat- und Steelpad Mauspads spezialisierte. Erst im Jahr 2007 fand das Unternehmen zu seinem heutigen Namen. Durch die Übernahme des nordamerikanischen Herstellers Gaming-Peripheriegeräten Ideazon, baute SteelSeries sein heutiges Portofolio aus. Weitere Investitionen im Jahr 2012 durch eine US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft, machten SteelSeries zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Gaming-Peripherie. Heute sponsert SteelSeries eine Vielzahl an eSportlern und ist Partnerschaften mit vielen bekannten Namen im Gaming-Bereich eingegangen.

Komfort & Verarbeitung

gewohnt gute Qualität

Das Arctis 9 und das Arctis 7P sind, rein optisch gesehen, absolut baugleich mit allen weiteren Arctis-Headsets aus dem Hause SteelSeries. Hier beruft sich SteelSeries auf die gewohnt gute Verarbeitung und dem ansprechenden Design, welches sich weiterhin mit einem weichen und angenehmen Tragekomfort zeigt. Der erste und wohl auffälligste Unterschied ist die Verpackung, die sich beim Arctis 7P mit blauen Akzenten zeigt, um gezielter die PlayStation-Gamer ansprechen zu können. Beide Headset wurde in ein Kunststoffbett eingelegt, was aus unserer Sicht nicht mehr ganz dem Zahn der heutigen Umweltfreundlichkeit entspricht. Neben dem eigentlichen Headset liegen bei beiden weitere Anschluss- und Ladekabel bei, sowie ein Dongle für die Wireless-Konnektivität. Während beim Arctis 7P der uns bekannte USB-C Dongel, bekannt vom Arctis 1 Wireless, beigelegt wurde, bietet das Arctis 9 eine regelrechte kleine Wireless-Station. An dieser Arctis 9 Station können wir weitere Geräte über 3,5 mm Klinke anschließen.

Sowohl das Arctis 9 als auch das Arctis 7P wurden mit dem bekannten Federstahlbügel und dem flexiblen Kopfband ausgestattet, dass uns ein schnelles und bequemes Aufsetzen ermöglicht. Hier müssen wir nicht erst unsere Kopfgröße einstellen, denn diese Art des Aufbaus passt sich automatisch an jede Rübe an. Wer mag, kann das Kopfband durch weitere erhältliche austauschen oder ersetzen. Gleiches gilt für die Ohrpolster, die im SteelSeries-Shop als Ersatz angeboten werden. Hier stehen euch Leder, Airwave (Grundausstattung) auch die Pro Airwave für knapp 15 Euro zur Auswahl. So bietet SteelSeries eine breite Palette an Zubehör und Ersatzteilen an, denn selbst der kleine Dongle kann ja mal verloren gehen.


Technische Daten, Bedienung

auf den Gamer fixiert

Beiden Arctis-Headsets spendierte SteelSeries 40 mm Neodymium-Lautsprecher, die uns einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz bieten, bei 32 Ohm liefern. Das bidirektionale Noise Canceling Mikrofon bietet einen Frequenzbereich von 100 Hz bis 6.500 Hz und kann eingezogen werden. Das Mikrofon ist zudem Discord-zertifiziert, was vorab an der PlayStation nicht von Bedeutung ist und eher Nutzern am PC ansprechen wird. Leider hat SteelSeries bei beiden keinen Popschutz beigelegt und wir empfehlen, diesen sich für wenig Geld nachzukaufen, um störende Atemgeräusche unterbinden zu können.

Für die kabellose Übertragung nutzen das Arctis 9 und das Arctis 7P die 2,4 GHz Funkverbindung mit ultra- niedriger Latenz für ein verzögerungsfreies Wireless-Gaming-Erlebnis. Zusätzlich, hier kommt der erste große Unterschied, bietet das Arctis 9 Bluetooth 4.1 (A2DP, HFP, HSP). Mit dem Arctis 9 können wir somit gleichzeitig zwei Funkverbindungen aufbauen, damit wir an der PlayStation/ PC zocken können und uns gleichzeitig mit unserem Smartphone verbinden können – Für Anrufe, Musik & mehr. So können wir auch an der PS4 zocken und über Bluetooth mit dem PC verbunden sein. Die Möglichkeiten sind hier sehr offen gestaltet, denn die 2,4 GHz Verbindung als auch Bluetooth laufen parallel. Im Gegenzug muss das Arctis 9 mit einer geringeren Akkulaufzeit leben. Das reine PlayStation-Arctis 7P bietet uns eine Laufzeit von 24 Stunden, während das Arctis 9 es immer noch auf 20 Stunden schafft. Damit liegen beide Headsets über dem allgemeinen Durchschnitt, die sich zum Teil mit 12 bis 15 Stunden rühmen. Geladen werden beide Headset über den Micro-USB-Anschluss, der leider nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Hier hätten wir uns den modernen USB-C gewünscht, der auch eine Schnellladefunktion zulassen würde.

Anschluss

Das Arctis 9 Headset wird über den beiliegenden kabelgebunden Dongle angeschlossen, der mit einem abgewinkelten USB-A Stecker ausgestattet ist. An diesem Transceiver wird uns noch ein 3,5 mm Game-In und 3,5 mm Line-Out Anschluss geboten, während wir auf der Unterseite den Schieberegler für eine PlayStation- als auch PC-Verbindung, sowie einen Connect-Button vorfinden, falls die Verbindung nicht automatisch erfolgt. Der Transceiver ist für die 2,4 GHz Verbindung zuständig, während die Bluetooth-Verbindung direkt über das Headset erfolgt. So können wir das Arctis 9 auch schnell als Kopfhörer für unsere Musik nutzen oder als Headset für Telefonate.

Das Arctis 7P kann im Gegenzug etwas flexibler angeschlossen werden. Der USB-C Dongle lässt sich an einer Vielzahl von Mobilgeräten anschließen: Smartphone, Nintendo Switch, Google Stadia-Controller, PlayStation 5 und mit dem USB-C zu USB-A Adapter an PlayStation 4, PC und weiteren kompatiblen Geräten. An der linken Ohrmuschel lassen sich noch weitere Verbindungen tätigen, denn mit dem beiliegenden Audiokabel können wir auch eine kabelgebunden Verbindung zu Geräten mit einem 3,5 mm Klinke-Anschluss herstellen. Hierbei muss das Headset nicht mal eingeschaltet werden und so könnte diese Verbindung auch als „Retter in der Not“ gesehen werden, falls wir es vergessen haben aufzuladen, um an der PS4 & PS5 über den Controller-Anschluss weiterzocken zu können. Warum es neben dem 3,5 mm Anschluss noch diesen, für uns unbekannten, hauseigenen Anschluss gibt, wissen wir nicht – Hauptsache SteelSeries legt das passende Kabel bei.

Bedienung

Bei der Bedienung nehmen sich beide Headset nicht viel. So bieten beide einen Knopf zur Mikrofon-Stummschaltung, den Powerknopf und die Lautstärkeregelung. Das Arctis 9 offenbart noch zusätzlich den Bluetoothknopf und einen Game-Chat-Regler für die PC-Nutzung. Im Gegenzug können wir am Arctis 7P den Sideton für das Mikrofon regeln. Hier hätten wir uns sicherlich ebenfalls den Game-Chat-Regler gewünscht.

Software

Beide Headsets lassen sich wie gewohnt, in die SteelSeries-Engine integrieren, damit wir neben einer Aktualisierung der Firmware auch den Klang und weitere Einstellungen vornehmen können. Die SteelSeries-Engine erkennt beide Headsets automatisch und gibt uns zudem Hinweise, wenn eine neue Firmware zur Verfügung steht.

In den einzelnen Reitern können wir unsere Einstellungen vornehmen, die sich bei beiden Headsets im Grunde nicht groß unterscheiden. Beide bieten uns einen Equalizer und eine Einstellung für das Mikrofon. Der große Unterschied zeigt sich beim Arctis 9, das hier zusätzlich den DTS: Headphone 7.1 Surround ermöglicht. Alle Einstellungen bleiben auf dem Headset gespeichert und können mit zur PlayStation 4 genommen werden. Eine Frage, die wir bisher noch nicht klären konnten ist, ob die PlayStation 5 über den USB-Anschluss 5 oder mehr Kanäle ausgibt – Hier hält sich Sony bisher noch sehr bedeckt. Wird an der PlayStation 5 ein Mehrkanal ausgeben, könnten wir ebenfalls Surround nutzen. An der PlayStation 4 wird nur ein 2-Kanal-Stereoton ausgegeben. Hier müssen wir uns noch bis zum 19. November gedulden.

Links das Arctis 7P und rechts das Arctis 9

Klang & Soundbild

Erwartungen erfüllt

Beide Headset verfügen über 40 mm Treiber, die einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz bieten, bei 32 Ohm. Rein technisch gesehen nehmen sich das Arctis 7P und das Arctis 9 somit nichts. Doch am PC offenbaren sie ihre wahren Unterschiede, denn das Arctis 9 bietet zusätzlich einen 7.1 DTS-Headphone-Sound am PC, während das Arctis 7P ein reines Stereo-Headset ist. Damit wir den Sound auch personalisieren können, bietet uns die SteelSeries-Engine einen Equalizer, der beim Arctis 7P 6 Bänder bietet und beim Arctis 9 sogar 10 Bänder. Damit lässt sich das Arctis 9 etwas feiner justieren, was sich letztendlich auch im Klangbild zeigt. Sowohl an der PlayStation 4 als auch am PC erzielen beide Headset einen sehr authentischen und ehrlichen Klang, die sowohl gute Höhen bieten als auch kraftvolle Tiefen, die in einem wunderbaren Zusammenspiel eine gute Tonfarbe für die Mitten vermitteln können. Die Dynamik und das Volumen ist bei beiden Gaming-Headset sehr herausragend, wobei das Arctis 9 etwas mehr Kraft offenbart und den Unterschied nur in minimalen Nuancen zu einem besserem audiophilen Headset macht. Das liegt aber wohl am 10-Band-Equalizer, den wir hier liebevoll einstellen können. Ein großer Vorteil beider Headsets ist die Memory-Funktion unserer Einstellungen, die wir am PC in der Software getätigt haben und einfach mit zur PlayStation mitnehmen können. Alle Einstellungen lassen sich in Profilen abspeichern, welche wir leider nicht direkt am Headset auswählen können – da ist noch Luft nach oben. Das Arctis 9 punktet am PC mit dem zusätzlichen 7.1 DTS-Headphone-Sound, der gerne als emotionale Aufwertung gesehen werden kann. Wer mag kann das Arctis 7P & 9 auch gerne als Kopfhörer für Musik verwenden, denn auch hier machen sie eine gute Figur. Hier sollte aber am Equalizer gefeilt werden, denn mit einer E-Sport-höhenlastigen Einstellung klingt es etwas fad und schwach. Dafür gibt es das vorgefertige Musik-Profil.

Die Ohrpolster lassen sich austauschen

Klanglich gibt es keinen hörbaren Unterschied zwischen beiden Headsets, erst recht nicht an der PlayStation 4. Die Entscheidung wird wohl hier eher auf die Features des einzelnen Headsets fallen. Etwas anders sieht es da beim Mikrofon aus. Das Arctis 7P und Arctis 9 verfügen zwar über ein baugleiches zweigerichtetes Mikrofon mit einer Frequenz von 100 Hz bis 6500 Hz, bei 2200 Ohm, aber in der Software bieten sie unterschiedliche Features. Während beim Arctis 9 nur der Sideton (mithören) eingestellt werden kann, bietet das Arctis 7P eine Einstellung der Kompression des Dynamikbereichs.

Das ist ein entscheidender Pluspunkt, da je nach Firmware der PlayStation 4, uns in den letzten Jahren immer wieder Veränderungen aufgefallen sind, die wir ganz ohne Einstellungen nicht beheben konnten. Diese Funktion erleichtert einem die klare Stimme für den schnellen Stream. Am PC kein notwendiges Features, da wir hier auf die Windows-Einstellungen und Software unserer Soundkarte zurückgreifen können. Beide Mikrofone liefern dennoch eine klare und saubere Stimme ab, welche es aber noch nicht mit der Studioqualität aufnehmen kann. Im Bereich Gaming aber mehr als zufriedenstellend. Unverständlich ist für uns der fehlende Pop-Schutz, um die störenden Atemgeräusche unterdrücken zu können. Da es sich hier aber um einen Cent-Artikel handelt, sollte SteelSeries ihn in Zukunft optional anbieten oder gleich beilegen. Bei einer guten Positionierung des Mikrofonarms und einer ausgewählten Einstellung ist er aber keine Notwendigkeit.

Ab dem 19. November fügen wir hier unsere Eindrücke an der PlayStation 5 hinzu.


Fazit

herausragende audiophile Gaming-Headsets

Mit dem Arctis 7P und Arctis 9 bringt SteelSeries genau die Headsets, die der Gamer verlangt. Optimaler Tragekomfort, der auch stundenlange Spiele-Sessions möglich macht. Eine wunderbare und wertige Verarbeitung, die sich in erster Linie in der Materialauswahl zeigt und das Design definiert. Hier punktet das Arctis 7P mit seinem Weiß und den leichten blauen Akzenten und seine Zugehörigkeit zur PlayStation 5 unterstreicht, weil es eine saubere moderne Linie malt. Da wirkt das Arctis 9 fast schon etwas langweilig, kann aber gerade mit dem Bluetooth-Feature für 20 Euro extra kräftig punkten – was eine Farbauswahl so alles bewirken kann.

Das Arctis 7P spricht gezielt die Gamer an der PlayStation an, während das Arctis 9 eher Spieler am PC und der PlayStation entgegenkommen wird. Beide Headsets nehmen sich im direkten klanglichen Vergleich nichts und können an einer Vielzahl an Geräten ihre Qualitäten offenbaren. Mit der SteelSeries-Engine bieten sie Räume für den E-Sport als auch imposante Adventures zugleich. Preislich trumpft natürlich das Arctis 9 etwas besser auf, denn wir haben in dieser Klasse kein vergleichbares Headset finden können, das mit dieser Ausstattung und Leistung mithalten kann. Beim Arctis 7P wird das Feld etwas größer, kann aber an vorderster Front mitlaufen. Unsere Liebe gilt aber mehr dem Arctis 7P, weil die Optik und Flexibilität uns eher angesprochen hat. Beide Headsets sind aber auf jeden Fall herausragend und werden wohl auch an der PlayStation 5 uns überzeugen können. 

 

 

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973