Hardware Test

[ TEST ] Sennheiser GSP 550 Gaming Headset – Surround-Sound vom Feinsten?

Wenn es um professionellen Sound geht, ist die Marke Sennheiser vielen Menschen ein Begriff. Doch im Portfolio des Herstellers aus dem Raum Hannover finden sich nicht nur Hifi-Kopfhörer und Mikrofone, sondern auch eine Reihe hervorragender Gaming-Headsets. Wir haben das Surround-Flaggschiff GSP 550 für euch getestet.

Die Sennheiser electronic GmbH & Co. KG ist ein Unternehmen mit Sitz in Wedemark-Wennebostel in der Region Hannover, wo es am 1. Juni 1945 als „Labor W“ von Fritz Sennheiser gegründet wurde. Im Jahr 1957 wurde „Labor W“ dann in Sennheiser electronic umbenannt. Die Hauptgeschäftsfelder sind die Entwicklung und Produktion von Mikrofonen und Kopfhörern. Außerdem entwickelt und vertreibt man Drahtlostechnik für den Broadcast-Bereich, Konferenztechnik, Hörhilfen, sowie Anwendungsprodukte wie Headsets für PCs und Callcenter. Außerdem wird Unterhaltungselektronik für Privatkunden hergestellt. Sennheiser beschäftigt weltweit etwa 2600 Mitarbeiter.


Verarbeitung und Zubehör

Leicht und doch Robust

Dank klappbarem Mikrofon sehr komfortabel

Wer die Marke und damit die Produkte von Sennheiser kennt, der weiß, dass sie meist einfach und praktisch verpackt sind. So ist es auch beim GSP 550. Man spart sich vielen Schnickschnack, den es bei den meisten Verpackungen gibt. Im Pappkarton finden wir unser Headset, ein kurzes USB-Kabel mit Mikro-USB-Stecker und ein knapp zwei Meter langes Kabel samt Surround-Dongle, welches wir mit einem 2,5mm Klinkenstecker an unser Headset binden. Dazu gibt’s eine Gratulation, eine Kurzanleitung und obligatorische Sicherheitshinweise. Die notwendige Software, samt Treiber, finden wir auf der Seite des Herstellers zum Download. Der Ersteindruck des GSP 550 ist, obwohl das Headset augenscheinlich hauptsächlich aus Kunststoff besteht, durchweg gut. Es wirkt griffig, sehr robust und ist dennoch ziemlich leicht.  Der breite Bügel ist mit einem weichen Polster versehen und lässt sich in der Spannkraft verstellen. So etwas gibt es selten bei Headsets und lässt einen gewissen Tragekomfort vermuten. Die offen gestalteten Ohrmuscheln sind mit Gelenken aus Aluminium befestigt und so auf zwei Achsen schwenkbar. Da das GSP 550  über den Ohren getragen wird, wirkt sich die leicht anatomische Form der Ohrmuscheln auch auf den Tragekomfort aus. Diese sind darüber hinaus mit weichem Schaumstoff gepolstert und mit Velours überzogen. An der rechten Ohrmuschel findet sich außerdem ein großer, leicht geriffelter Lautstärkeregler, während sich an der linken Kapsel das Mikrofon herunterklappen und damit aktivieren lässt. Ebenso wird hier das Kabel mit dem USB-Dongle per 2,5mm Klinkenstecker verbunden. Dieser Anschluss ist besonders mit einer Hülse geschützt, welche verhindert, dass sich der Klinkenstecker löst oder gar durch später auftretende Wackelkontakte durch ständige Bewegungen unbrauchbar wird. Hier haben sich die Ingenieure von Sennheiser offensichtlich Gedanken gemacht. Wir mögen das!

Bestens verarbeitet und ohne Schnickschnack

Das schon erwähnte, klappbare Mikrofon ist ebenso wie der Rest des GSP 550 sehr robust verarbeitet und bietet uns laut den Unterlagen des Herstellers echte Broadcast-Qualitäten, was wir in unserem Testvideo bestätigen können. Aufgesetzt bestätigt sich unsere Vermutung. Das Headset ist, mit seinen knapp 360 Gramm, angenehm leicht und schmiegt sich sehr gut an die Kopfform an. Durch den einstellbaren Bügel lässt es sich für große und kleine Köpfe anpassen. Hier drückt nichts und selbst die Brille verursacht keine Druckstellen. Der Stoffbezug der Ohrmuscheln allerdings, erzeugt in Kombination mit dem Kunststoffrahmen einer Brille ein unangenehmes Quietschen. Hier wäre eine Variante mit Kunstlederbezug nützlich. Durch die ziemlich weite Bauform des Kopfbügels schaut man mit dem Headset auch etwas merkwürdig aus. Aber hier geht’s ja auch eigentlich nicht um unser Aussehen, sondern um den Sound. Oder Heidi?


Installation und Sound

Anschließen und Genießen

Das GSP 550 ist leicht anzuschließen und zu konfigurieren

Um das Sennheiser GSP 550 mit unserem PC zu verbinden, benötigen wir lediglich das beiliegende Mikro-USB-Kabel, welches wir mit dem am Hauptkabel befindlichen USB-Dongle verbinden. An diesem befindet sich ein einzelner Schalter, mit dem wir bei Bedarf den Surround-Sound aktivieren können. Nur noch den Stecker in einen freien USB Port und schon wird das Headset erkannt. Eigentlich könnten wir nun direkt mit dem Soundcheck beginnen, wenn wir nicht noch den Treiber samt Steuersoftware installieren müssten. Dieser findet sich auf der Seite des Herstellers zum Download und ist schnell eingerichtet. Überraschend übersichtlich finden sich in der Software nur wenige Auswahlmöglichkeiten. Es gibt einen simplen Equalizer, den wir wahlweise deaktivieren oder aber per Klick für Musik, eSport oder Spiele einstellen können. Außerdem können wir einen Filter für Nebengeräusche aktivieren oder die Lautstärke den Monitorings einstellen. Zwar ist solch ein Feature bei offen gestalteten Ohrmuscheln nur bedingt notwendig, dennoch trägt es zum Tragekomfort enorm bei, wenn man die eigene Stimme im Ohr hat. So wirkt ein Headset, als wäre es nicht da. Mit einem weiteren großen Knopf lässt sich in der Software außerdem der Surround-Sound aktivieren oder abschalten. Wie klingt es denn nun?

Am Dongle aktivieren wir den Surround Sound

Anfangs haben wir einige Schwierigkeiten den 7.1 Surround-Sound korrekt zu testen. Nicht aber weil wir nicht wissen wie es geht oder weil das rote Leuchten der LED am USB-Dongle bedeutet, dass er deaktiviert ist. Nein, der Sound des GSP 550 ist selbst im reinen Stereobetrieb im wahrsten Sinne umwerfend und breit aufgestellt. Erst mit eindeutigen und ausgewählten Test-Sequenzen für die korrekte Ortung der Surround Signale lassen sich deutliche Unterschiede zu anderen Headsets erkennen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen oder eher die schlechten Surround-Signale von den guten. In Spielen die zwar Surround unterstützen aber diesen nicht eindeutig für diese Schnittstelle aktivierbar machen, ist die Ortung der Signale meist undeutlich. Hier sollte im Betriebssystem auf 5.1 Surround umgeschaltet werden. Bei einem Battlefield V, oder auch dem neuen Anthem halten wir die Nutzung des GSP 550 ohne 7.1 Surround für einen wahren Frevel. Hier setzt Sennheiser klare Maßstäbe und steuert die eingebauten Lautsprecher perfekt an. Auch in Filmen und Serien stößt die 7.1 Qualität nicht an ihre Grenzen obwohl sie lediglich simuliert wird.

Die Software könnte umfangreicher sein

In Sachen Klangqualität sind wir nach nun rund zwei Wochen Testphase allerdings etwas hin und her gerissen. Eine eierlegende Wollmilchsau ist nämlich auch dieses Headset nicht. Der Bassbereich des GSP 550 ist sehr voluminös gehalten und kommt in den Frequenzen auch bis tief in den Basskeller. Das kann man mögen oder nicht. Allerdings wirkt sich dies bei Filmen und Spielen bei angehobener Lautstärke negativ aus. Hier wirken Explosionen etwas zu dominant und nahe am Dröhnen. Der Mitten- oder Grundtonbereich wist hingegen sauber definiert. Hier hat Sennheiser eine gute Wahl getroffen. Die Frequenzen sind klar getrennt und erlauben auch bei der Wiedergabe von Musik ein ausgewogenes Hörerlebnis. Auch die räumliche Wahrnehmung ist in den oberen Mitten sehr deutlich und ermöglicht gerade im Gaming-Bereich eine gute Ortung. Auch in Hochtonbereich werden wir vom Sennheiser GSP 550 sehr gut bedient. Hier stechen feinste Geräusche wie das Zirpen von Grillen oder Zischlaute gut heraus und runden das Klangbild damit ab. Die Mittel- und Hochtonwiedergabe setzt somit dem kleinen Manko im Bassbereich genug entgegen. Bei einer Impedanz von 28 Ohm und einem Frequenzbereich von 10 bis 30.000 Hz deckt das GSP550 alle notwendigen Frequenzen umfassend ab.


Fazit

Eines der besten seiner Art

Das Sennheiser GSP 550 zählt mit einem Preis von 250 Euro mit Sicherheit nicht zu den günstigen Gaming-Headsets. Wer allerdings ein hochwertiges aber dennoch leichtes Headset sucht, wird im unteren Preissegment sicher nur schwer fündig. Gerade in Kombination mit dem hervorragenden Surround-Sound, den man hier im Vergleich mit dem GSP 600 quasi für lau dazu bekommt, lohnt sich der Gedanke an eine Anschaffung. Die gute Verarbeitung und der hohe Tragekomfort tragen zu einem langlebigen und hochwertigen Produkt bei. Wer Surround und Dolby will, findet im GSP 550 das ideale Headset für lange Gaming-Sessions. Lediglich der Umfang der Software ist unserer Meinung nach etwas zu gering ausgefallen. Die Equalizer-Funktion könnte man sinnvoller nutzen oder ganz einsparen. Ein manueller Equalizer wäre vielleicht nützlicher. Leider ist das Klangbild durch den unschönen Bass-Peak etwas getrübt, was aber durch breite Mitten und kristallklare Höhen wunderbar ausgeglichen wird.

Wer Spiele spielt, die 7.1 Sound unterstützen, wird mit dem Sennheiser GSP 550 seine wahre Freude haben. Unser Autor und Tester möchte es vorerst nicht eintauschen. Wir geben damit eine Kaufempfehlung für dieses Gaming-Headset, denn es ist das weltbeste USB-Gaming-Headset.

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