Eine Legende kehrt zurück: Pünktlich zur diesjährigen Gamescom präsentierte Razer uns die Neuauflage des BlackShark-Headset, das einst schon vor Anbeginn der aktuellen Konsolen-Genration sich bei den PC-Gamern in der 1. Generation sehr beliebt machte. Vor allem Shooter-Gamer liebten das Design, das uns ein wenig an Headsets von Kampfhubschrauberpiloten erinnerte. Doch neben dem Design konnte das Razer BlackShark-Headset mit seiner hochwertigen Klangisolation für ungestörtes Gaming und Musikwiedergabe überzeugen, denn das ohrumschließende Design und die Lederdichtung der Ohrkissen garantieren einen störungsfreien Genuss von Audio und Games.

Links die 2020er Version, rechts die 2012 erschienen 1. Generation

Nun, 8 Jahre später, legt Razer das Headset neu auf und baute gemeinsam mit namhaften E-Sportlern ein Tunier-Headset, das eine explosive Mischung aus genialem Sound, überlegenem Mikrofon und perfekter Schallisolierung bieten soll. Gemeinsam mit THX bietet Razer zudem Surround-Mix von THX Spatial Audio. Ob es so ist, haben wir für euch getestet. Dazu haben wir uns das Razer BlackShark V2 mit externer Soundkarte auf die Rübe gesetzt. Aktuell ist das Headset bei amazon.de für 109,99€ erhältlich. Wer etwas weniger Geld in der Tasche hat, kann zum BlackShark V2 X greifen, das ohne externe Soundkarte ausgeliefert wird. Hier liegt der Preis dann bei 69,99€. Wo die Unterschiede sind, sagen wir euch im Laufe von unserem Test.

Verarbeitung und Komfort

glaziales Leichtgewicht

Razer präsentiert das Headset in einen uns bekannten Karton, der ganz in Schwarz mit dem typischen „Razer-Gift-Grün“ in Erscheinung tritt. So liegt das BlackShark V2 in einem nachhaltigen Bett, das uns neben dem Headset und der externen Soundkarte sogar noch einen Transportbeutel vorfinden lässt. Schon hier bekommen wir dessen Leichtigkeit zu spüren, denn das Razer-Headset bringt nur 262 Gramm auf die Waage. Das geringe Gewicht ist auch eines der wichtigsten Aspekte, das von den E-Sportlern für einen dauerhaften Einsatz gewünscht wurde.

Optisch ist das BlackShark V2 natürlich kein so ansprechendes Designelement mehr wie die 1. Generation. So erinnert uns die Neuauflage eher an einen Kapselgehörschutz oder gar an die Headsets, die eine Crew in der Boxengasse im Motorsport verwendet. Das bringt aber auch Vorteile, denn die Bauform erwirkt eine passive Geräuschunterdrückung damit unschöne Außengeräusche vorab fern gehalten werden. Die Ohrmuscheln sind mittels feinen „Drähten“ mit dem Kopfband verbunden. So erreicht man minimalistisch ein sehr geringes Gewicht, was sicherlich zulasten der Robustheit geht. Doch ein Sportgerät wird auch nicht einfach in die Ecke geworfen oder gar vom Lkw überfahren. Es ist ein präzises Werkzeug, das dem Gamer zum Erfolg verhelfen soll. Dennoch ist das Razer-Headset sauber verarbeitet worden, damit wir auch viele Stunden den Sound im Spiel erleben können. So besteht das Kopfband aus zwei Komponenten, die auf der Oberseite ein robustes Leder hervorbringen und auf der Unterseite eine gute Polsterung offenbaren. Diese weiche Polsterung wird zudem an den Ohrmuscheln verwendet und ist Razer´s neues atmungsaktives Gewebe, um einen Hitzestau zu unterbinden und Schwitzen wohl schwierig gestaltet.

Obwohl sich das Mikrofon separat anbringen lässt, wurde leider das Kabel fest angebracht. Das ist in unseren Augen keine gute Ausführung, denn das Kabel ist immer das schwächste Glied bei Headsets und sollte austauschbar sein. Das Kabel wurde mit Textil umhüllt, wirkt aber viel zu zart und anfällig gegenüber gröberen Einflüssen. So befindet sich auch keine Remote-Control-Einheit am Kabel. Die Lautstärke wird über einem Drehknopf an der linken Ohrmuschel-Seite reguliert, während die Stummschaltung schon fast zu klein in dessen Nähe vorzufinden ist. Hier handelt es sich aber um ein PC-Gamer-Headset und da können wir diese Optionen auch direkt am Rechner und in der Software vornehmen. Da aber die V2 X-Version absolut baugleich ist und per 3,5 mm Klinke an zahlreichen Geräten angeschlossen werden kann, bedarf es wohl ein wenig Gewohnheit, um diese Optionen verinnerlichen zu können. Auch hat Razer dem BlackShark V2 X nur Polster aus Leder spendiert und nicht die weichen textilen Ohrpolster in Verwendung gebracht. Bisher haben wir aber noch keine Ersatzpolster ausfindig machen können, da das Headset wohl noch viel zu jung ist und die Nachfrage danach nicht besteht.

Setzen wir uns das Razer BlackShark V2 zum ersten Mal auf, so breitet sich Wohlwollen aus, denn die Leichtigkeit und die weichen Ohrpolster führen zu einem herausragenden Tragekomfort. Genauso haben wir uns das vorgestellt und wollen es auch nicht mehr missen. So dürfte einem sicherlich die Größenverstellung nicht ganz in das Bild passen, aber einmal eingestellt, behält es seine Größe auf Dauer.


Razer Synapse-Software

Feinjustierung für Profis

Das Razer-Headset erhält kostenfrei die passende Razer-Software dazu, die sich anfänglich auch als Razer Synapse zeigt, die eine Unterstützung für das komplette Razer-Portfolie bietet. Hier sollte aber eher die THX Spatial Audio Software heruntergeladen werden, die mit der externen Soundkarte das Headset gezielt unterstützt. Aber irgendwie ist das THX auch in der Synapse-Software integriert, was uns ein wenig durcheinander bringt. In der Synapse-Software können wir nämlich auch THX aktivieren und diverse Einstellungen nicht nur im Klang vornehmen, sondern auch beim Mikrofon. Sobald die USB-Soundkarte in den PC eingesteckt wird, erfolgt ein automatischer Download – Hier muss nicht lange nach der Software gesucht werden!

Bei dieser Software sollte aber bedacht werden, welche Soundkarte man selber im Rechner verbaut hat, denn eine hochwertige Soundkarte wie zum Beispiel eine Creative Sound Blaster AE-7 liefert ein deutlich besseres Klangbild von Haus aus wie eine On-Board Realtek. Auch sollten Änderungen mit Vorsicht getätigt werden, denn sonst kann eine Verschlimmbesserung eintreten.  Auf die einzelnen Einstellungen gehen wir nicht genauer ein, da sie im Grunde selbsterklärend sind.


Sound & Klangbild

gezielt auf den E-Sport ausgerichtet 

Das Razer BlackShark V2 wird in erster Linie über die beiliegende Soundkarte über USB-A angeschlossen, die wir doch eher als DAC (Audioverstärker) sehen. Natürlich kann das Headset auch direkt per 3,5 mm Klinke an weiteren Geräten genutzt werden. Den Sinn der externen Soundkarte zu erkennen ist etwas schwierig, da es uns leider nicht gelungen ist unsere Einstellungen in der Software darauf abspeichern zu können – So könnten wir unsere personalisierten Einstellungen auch zu weiteren Geräten einfach mitnehmen. Auch hätten wir uns eher einen USB-C-Anschluss gewünscht, damit das Headset auch in Zukunft an modernen Geräten zum Einsatz kommen kann – Ein beiliegender Adapter hätte die Zeit, solange überbrücken können.

Auch wenn Razer das BlackShark V2 als Multiplattform-Headset angibt, so wurde leider die USB-Soundkarte nicht von unserer PlayStation 4 erkannt. Das nehmen wir jetzt Razer aber nicht übel, da hier nur schwammige Angaben zur Nutzung an der PlayStation 4 gemacht werden. So haben wir das Razer-Headset dennoch per Klinke an weiteren Geräten ausprobiert, was soweit auch sehr gut funktionierte. An dem Dualshock 4 der PlayStation kommt es leider sehr leise rüber. Wie aber schon erwähnt, ist das Razer BlackShark V2 ein für den PC-Bereich ausgerichtetes Headset, das auch den Weg an anderen Geräten möglich macht – aber nicht garantiert.

Technische Daten

Beim BlackShark V2 verbaute Razer 50 mm TriForce-Titanium-Treiber, die uns einen Frequenzbereich von 12 Hz – 28 kHz, bei 32 Ohm bieten. Die günstigere V2 X-Version bietet nur TriForce-Treiber. Wo jetzt hier der genaue Unterschied liegt, können wir nicht sagen, da es uns nicht zur Verfügung stand. Das beiliegende verbaute Mikrofon arbeitet unidirektional (aus einer Richtung) und bietet einen Frequenzbereich von 100 Hz – 10 kHz  mit einem Rauschabstand von 60 dB. Sehr interessant sind jedoch die TriForce-Treiber, eine neue Entwicklung von Razer, die hier die Höhen, Mitten und Tiefen separat wiedergeben, um ein noch besseres Klangbild liefern zu können. Das klingt im ersten Moment sehr vielversprechend, da hier wohl ein Effekt wie bei einem Studiolautsprecher erzielt werden soll.

Nicht ohne THX-Software!

In Zusammenarbeit mit Unternehmen THX Ltd., das einst 1983 vom Star Wars Schöpfer George Lucas gegründet wurde, entwickelte Razer nicht nur das Headset, sondern liefert auch gleich eine passende Software dazu. Alleine ist das BlackShark V2 sehr interessant, kommt aber erst mit der Software richtig zur Geltung. Hier wird aber auch die Zusammenarbeit mit bekannten E-Sportler deutlich, denn das Headset ist in erster Linie dafür ausgelegt worden, dass die Ortung von Schritten, Gegner und anderen wichtigen Geräuschen schnell und deutlich wahrgenommen wird.

Um es ganz kurzzumachen: Das Razer BlackShark V2 ist sehr höhenlastig! Dabei werden zwar die Mitten und Tiefen mit in Szene gesetzt, aber in actionlastigen Situationen zu stark in den Hintergrund gestellt. Das muss der Gamer mögen, wird aber gerade Shooter-Spielern sehr entgegenkommen. Wie deutlich die Auslegung des Klangprofils des Headset wird, zeigt sich in Adventures und beim Hören von Musik, wo wir dann Dynamik und Volumen gerade in den Bässen vermissen. Dafür bleiben aber zu jederzeit die Höhen ehrlich und runden im Grunde den Sound beim Spielen deutlich ab. So zeigt es sich auch beim Mikrofon. Dieses ist absolut auf die klare Kommunikation definiert worden und zeigt keine Probleme gerade in Umlauten und den bekannten Zischlauten. Wir würden es als perfekt bezeichnen, müssen aber deutlich machen, dass es kein Studiomikrofon ist. Hier sollten keine Aufnahmen für Youtube-Videos mit gemacht werden. Für einen Stream bei Twitch & Co. kann es aber seine Dienste anbieten.


Fazit

Ein Sportgerät für alle E-Sport-Gamer

Mit dem BlackShark V2 liefert Razer ein erstklassiges Headset ab, das sich in erster Instanz durch seinen leichten und schönen Tragekomfort hervorhebt. Über das Design lässt sich sicherlich streiten, doch uns gefällt es. Klanglich wurde das Razer BlackShark V2 gezielt für Anwendungen im E-Sport-Bereich ausgelegt, was damit zahlreiche Shooter-Spieler ansprechen wird. Hier geht auch kein schleichender Indianer an den eigenen Ohren unentdeckt verloren, da wir selbst seinen leisen Atem hören können. Leider ist aber auch das! die größte Schwäche: Für Musik, Filme oder andere Spiele vermissen wir die kraftvolle Dynamik und immersive Volumen. So wird der Einsatzbereich sehr deutlich: Call Of Duty, Battlefield, Counter Strike & Co – Hier fühlt sich das Headset zu Hause und wird auch seinen Beitrag für einen Sieg leisten. Ein Sportgerät, statt Allrounder ist das BlackShark V2: Aber dafür sehr zu empfehlen.

Razer Blackshark V2 mit USB Soundkarte - Premium Esports Gaming Headset (Kabelgebundene Kopfhörer mit 50mm-Treiber, Rauschunterdrückung für PC, Mac, PS4, Xbox One & Switch)
  • RAZER TRIFORCE 50MM-TREIBER: Unser brandneues patentiertes Design kann hohe, mittlere und tiefe Töne individuell abstimmen und ist wie 3 Audio-Treiber in 1 — es erzeugt einen klareren Sound mit volleren Höhen und einem noch kräftigeren Bass
  • RAZER HYPERCLEAR NIEREN-MIKROFON MIT USB-SOUNDKARTE: Dank extra Feinabstimmung nimmt das abnehmbare Mikrofon des Headsets nur die eigene Stimme auf, und mit der USB-SoundKarte lässt sich über Razer Synapse die Sprachausgabe noch weiter optimieren
  • NEUSTE PASSIVE RAUSCHUNTERDRÜCKUNG: Vom jubelnden Publikum bis hin zu PC-Geräuschen, dank der speziellen geschlossenen Ohrmuscheln werden Geräusche von außen herausgefiltert und bieten eine tolle Schallisolierung
Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973