Welchen Monitor man sich für sein Setup aussucht, hängt oft von persönlichen Vorlieben oder rein technischen Leistungen ab. Wenn es um diese technischen Werte geht, ist der LG 27GN750 mit Sicherheit ein interessantes Produkt im Bereich der 27-Zöller. Darum haben wir den Monitor mit satten 240Hz und flottem IPS-Panel für euch getestet. Los gehts!

LG Electronics, mit Sitz in Seoul, Südkorea, ist ein Tochterunternehmen der LG Group, ehemals Goldstar. Seit 1958 produziert das Unternehmen vor allem Heimelektronik, wie Fernseher, Radios, Klimaanlagen und Staubsauger. 1995 wurde Goldstar in LG Electronics umbenannt, wobei LG die Abkürzung von Lucky GoldStar ist. Außerdem gehört LG zu den großen Herstellern im Bereich der Mobiltelefone und Bildschirme. In Deutschland sind die beiden Tochterunternehmen LG Electronics Europe sowie LG Electronics Deutschland mit Sitz in Eschborn, einem Vorort von Frankfurt/Main tätig.


Ausstattung und Verarbeitung

Hochwertig und Umfangreich

Dem 27GN750 liegt alles nötige Zubehör bei

Der LG 27GN750 steht in einem großen bunten Karton vor uns, der uns nicht direkt erkennen lässt, was das Gerät leistet, welche Technik verbaut ist und welche Features es bietet. Und darum wollen wir ihn auch nicht warten lassen. Wie immer ist auch dieser Monitor im Karton durch jede Menge Styropor geschützt. Obenauf finden wir das Zubehör. Dazu gehört natürlich auch der zweiteilige Fuß, der unserem Display einen hoffentlich festen Stand verschafft. Der untere Teil besteht auch einem großzügigen Winkel aus Gussmetall, welches von schwarzem Kunststoff überzogen ist. Eine dunkelrote Applikation in glattem Kunststoff sorgt für ein optisches Highlight und bricht das eigentlich einfache Design auf. Der zweite Part des Standfußes, bildet die Säule, an die das Display später eingehängt wird. Sie ist ebenfalls mit schwarzem Kunststoff überzogen und um 110 Millimeter höhenverstellbar und an der Montageplatte auch horizontal um 15° nach oben, sowie  5° nach unten neigbar. Außerdem verfügt der LG 27GN750 auch über eine Pivot-Funktion, mit der sich das Display um 90° ins Hochkant-Format drehen lässt. Das ist ideal  für die Bearbeitung von Dokumenten oder für Streamer, die ihre Zusatzprogramme darauf laufen lassen. Zusätzliches Zubehör ist natürlich eine Bedienungsanleitung und diverse Kabel liegen natürlich auch noch bei. Dazu gehören ein Displayport-Kabel, ein HDMI-Kabel und ein USB-Kabel mit dem sich der Monitor als USB-Hub nutzen lässt. Das externe Netzteil ist ebenfalls dabei und platzsparend direkt im Stecker untergebracht. Neben der Bedienungsanleitung findet sich außerdem eine CD, auf der die Anleitung ebenfalls verfügbar ist. Aus Mangel eines Laufwerks in unserem Testrechner lassen wir die CD unangetastet. In einer kleinen zusätzlichen Tüte ist ein merkwürdiger Pin, den wir auch mithilfe der Bedienungsanleitung nicht zuordnen können.

Fast Randlos – Das Gehäuse des 27GN750 trägt nicht dick auf

Kommen wir zum Display, welchen im zweiten Level der Verpackung aufgehoben ist. Um es sorgsam aus dem Karton zu entnehmen ist eine Vormontage des Standfußes erforderlich, welche wir weiter unten beschreiben. Das ungebogene 27 Zoll (68,58 cm) große, IPS-Display ist fast randlos verarbeitet. Das schwarze Gehäuse umrandet es mit etwa 3 Millimetern Wandstärke. Der untere Rand ist etwa einen Zentimeter hoch und bietet an seiner Unterkante einen Joystick für die Steuerung des OSD-Menüs. Die Rückseite des Panels bietet einen runden Sockel der von einem Ring aus rotem Kunststoff umrahmt wird. Toll ist, dass hier nicht nur die Halterung für Standfuß und VESA ihren Platz findet, sondern auch das Anschlusspanel für alle Kabel eingearbeitet ist. Leider bieten viele Monitore nicht immer den einfachen Zugang an alle Anschlüsse, den meist sind sie an der Unterseite untergebracht. Hier finden sich ein Displayport in Version 1.4, zwei HDMI-Anschlüsse, ein USB-Eingang für die Zuleitung vom PC und zwei USB-3.0-Anschlüsse für den Anschluss von Zusatzgeräten. Der LG 27GN750 verfügt zwar über keine internen Lautsprecher, bietet mit dem 3,5 Millimeter Klinken-Ausgang aber die Möglichkeit ein Audiosignal abzugreifen. Die Kabel lassen sich an der Säule des Standfußes mit einer beiliegenden Aufhängung fixieren und so ordentlich verbergen. Die gesamte Verarbeitung des LG 27GN750 ist hochwertig und macht einen durchdachten Eindruck. Die roten Applikationen in glattem Kunststoff lockern das Design auf und das direkt auf der Rückseite erreichbare Anschlusspanel manchen den Aufbau zu einem Kinderspiel.


Installation und Bedienung

Einfach montiert und eingestellt

Das Anschlusspanel befindet sich gut zugänglich auf der Rückseite

Die Montage des LG 27GN750 ist kinderleicht. Wir verbinden die beiden Teile des Standfußes miteinander und fixieren sie mit der Flügelschraube. Die Halterung wird nun nur noch in die Rückseite des Displays eingeklinkt und sitzt bombenfest. So können wir das Display auch sorgsam aus der Verpackung heben und aufstellen. Der Standfuß stützt den Monitor sehr gut und steht auch absolut fest, ohne Geklapper oder merkwürdiges Gewackel. Wir haben schon einiges bei anderen Monitoren erlebt… Wie schon beschrieben, lässt sich das Display am Fuß neigen, in der Höhe verstellen und um 90° drehen. Dank einfach zu erreichenden Anschlüssen ist die Verkabelung auch in wenigen Augenblicken erledigt. Das OSD-Menü wird über einen kleinen Joystick an der Unterseite des Monitors bedient und funktioniert dank intuitiver Aufteilung sehr gut. Drücken wir den Stick gelangen wir in ein Kreuz-Menü, drücken wir links oder rechts, können wir die Lautstärke verstellen. Drücken wir vor oder zurück, können wir direkt die Helligkeit beeinflussen. Über das Kreuz-Menü erreichen wir die Eingangswahl, die Einstellungen oder die Auswahl der voreingestellten Spiel-Modi. Diese können wir über die Einstellungen ebenfalls auswählen. Dabei sind verschiedene Helligkeits- und Farbanpassungen nach Spielgenre oder Verwendung verfügbar. In den Spieleinstellungen wählen wir Features wie Adaptive-Sync, den Schwarz-Stabilisator oder die Reaktionsgeschwindigkeit aus. Auch ein Fadenkreuz lässt sich hier verschiedenfarbig einblenden. Natürlich finden sich im Menü auch Einstellungen für Helligkeit, Kontrast, Gamma und Schärfe. Auch die Farbtemperatur und die RGB-Werte lassen sich hier definieren. In den allgemeinen Einstellungen können wir Sprache und diverse Stromsparmodi auswählen, auch der Displayport 1.4 lässt sich hier aktivieren. Nur über ihn ist die maximale Bildwiederholrate von 240Hz nutzbar. Diese stellen wir über die Nvidia-Systemsteuerung ein, wo wir auch 120Hz oder 144 Hz einstellen könnten.

Schönes Design trifft praktischen Nutzen – LG 27GN750

Diese ultraschnelle Bildwiederholrate nützt uns allerdings nur etwas, wenn wir auch Spiele spielen, die mit annähernd 240 Frames laufen und das sind nicht viele. Zumindest ist die Auswahl an aktuellen Titeln nicht so groß. Eventuell können auch aktuelle Spiele mit moderner Grafik diese Framezahlen erreichen, wenn wir ein zweite RTX 2080ti verbauen und zusätzlich DLSS 2.0 aktivieren. Dennoch zeichnet sich eine solch hohe Frequenz aus, wenn man grundsätzlich auf eine verzerrungsfreie Darstellung setzen möchte. Für zukünftige Leistungssteigerungen auf dem Grafikkartenmarkt ist das sicher eine sinnvolle Investition. Alle Hersteller, die mit 240Hz werben, beziehen sich auf die flüssige Darstellung, die man dann gerne in Ultra-Slow-Motion belegt. Witzig dabei ist jedoch, dass Menschen nicht in Slow-Motion spielen. Ab Werten von 80 Frames pro Sekunde, wirds schwer mit der Wahrnehmung. Dennoch belegen diese Aufnahmen, dass man mit der erhöhten Frequenz weichere Bildabläufe erzeugen kann und die sind immerhin gut für unsere Augen und die „Recheneinheit“ dahinter. Kommen wir nun aber mal zu den technischen Daten und dem Technikcheck.


Technikcheck

Flottes Panel, mit allem was das Spieler-Herz begehrt

Dank Pivot-Funktion und Höhenverstellung lässt sich der 27GN750 in vielen Bereich nutzen

Wie schon erwähnt steckt im LG 27GN750 ein IPS-Panel, mit einer GtG-Reaktionszeit von 1 Millisekunde, die wir auch im technischen Test bestätigen können. Keine Selbstverständlichkeit, denn IPS-Displays sind eigentlich immer etwas langsamer als etwa TN-Panels. Dennoch hat sich LG entschieden auf die bessere Blickwinkelstabilität und die deutlich bessere Farbdarstellung zu setzen. Der vom Hersteller angegebene maximale Betrachtungswinkel liegt horizontal bei 178°, was wir ebenfalls bestätigen können. Auch die Farbdarstellung bleibt im Rahmen dieses Blickwinkels auf hohem Niveau. Die maximale Auflösung beträgt zwar nur 1920 x 1080, was bei einem 27-Zöller aber noch in Ordnung ist. Die maximale Helligkeit beträgt 400 cd/m² und ist natürlich auch dem einstellbaren HDR-Modus geschuldet. Dieser lässt die Beleuchtung in Filmen und Spielen, die es unterstützen, deutlich dynamischer Wirken. Dabei wird übrigens HDR10 unterstützt. Wer einmal in HDR gespielt oder Filme geschaut hat, möchte es ungern wieder missen. Im normalen Desktopbetrieb ist der HDR-Modus, gerade bei Setups mit mehreren Monitoren unterschiedlicher Konfiguration etwas nervig, weil der Monitor dann regelmäßig umschaltet, was mit einem kurzen Abschalten des Displays quittiert wird. Wir raten dazu den Modus dediziert einzuschalten, wenn er benötigt wird. LG hat dem 27GN750 außerdem Free-Sync spendiert und gleichzeitig auf die Kompatibilität zu G-Sync gesetzt. So kann jeder Spieler in den Genuss angeglichener Frequenzen in den Bildwiederholraten kommen. Auch hier bedeuten die 240Hz des Monitors, dass nach oben hin noch etwas geht. Das Kontrastverhältnis des LG 27GN750 liegt bei 1000:1 und die Farbdarstellung bei 16,7 Millionen Farben. Das verbaute IPS-Display deckt 99 % des sRGB Farbraums ab und kann uns durch eine hervorragende Farbgenauigkeit und eine sehr lebendige Farbdarstellung überzeugen. So macht auch Video und Bildbearbeitung am LG 27GN750 Spaß. Dank Black-Stabilizer und HDR-Modus gibt das Display auch bei hoch eingestellter Helligkeit ein gestochen scharfes Bild mit leuchtenden Farben ab. Der Unterschied zu anderen Monitoren wird sofort deutlich, wenn wir mit diversen HDR-4K Demos und Signalen testen. Im Eizo Monitor Test, waren im Schwarztest leichte Aufhellungen am Displayrand zu erkennen, die aber so gering ausfallen, dass sie keine echte Relevanz darstellen. Auch bei einer Bewegungsgeschindigkeit von 3800 Pixeln pro Sekunde zeigt das Display so gut wie keine Schlierenbildung und bestätigt damit noch einmal die geringe Reaktionszeit. Im Monitor-Test-Utility unterbot das Display sogar teilweise die Herstellerangabe.


Fazit

Für Spieler gemacht…

Der LG 27GN750 ist definitiv für Spieler gemacht. Das schnelle IPS-Panel sucht in der Preisklasse seinesgleichen, vor allem wenn man HDR10 und die enorme Bildwiederholrate von maximal 240Hz dazu addiert. Hinzu kommen Adaptive-Sync und die Kompatiblität zu Nvidias G-Sync, sowie eine brilianten Farbdarstellung und tolle Schwarz- und Kontrastwerte. Damit liegt der schicke und gut verarbeitete 27GN750 ganz weit vorn und kann uns mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis überzeugen. Hier wird dem Spieler, aber auch Fans von Bild- und Videobearbeitung ein ordentliches Stück Technik geboten, dass sich von Produkten der Konkurrenz in dieser Preisklasse abhebt. Der HDR10-Modus ist grandios wenn man Spiele spielt und Filme schaut, die HDR unterstützen. Im Desktopbetrieb nervte er etwas, weil der Monitor beim Umschalten von Quellen jedes Mal neu startete. Dies kommt aber nur vor, wenn man mehrer Monitore nutzt und diese nicht im HDR laufen. Die Anschlüsse des 27GN750 sind hervorragend zu erreichen und der Aufbau ist dank einfacher Technik sehr simpel. Lediglich der kleine U-förmige Clip wollte sich seine Funktion nicht selbst erklären… Wir bewerten den LG 27GN750 natürlich trotzdem mit einem „Herausragend“. Der günstigste aktuell gefundene Preis ist mit 355,00 Euro auch wirklich in Ordnung.

Top-Angebot
LG 27GN750-B 68,58 cm (27") UltraGear™ IPS Gaming Monitor (240 Hz, 1 ms, HDR, 2x HDMI, Display Port, USB 3.0, Adaptive Sync und Nvidia G-Sync kompatibel), schwarz
  • 68,58 cm (27 Zoll) LED Monitor in nahezu rahmenlosem schlankem Design
  • Ultra schnelles Full HD IPS Panel mit kurzer Reaktionszeit von nur 1 ms (GTG) und 240 Hz Bildrate
  • Kompatibel zu Adaptive Sync und Nvidia G Sync, dazu HDR10, Black Stabilizer und verschiede Game Modi garantieren Spielspaß ohne Bildausreißer oder Ruckeln