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Breiter geht nicht! – AOC Ultrawide AG493UCX im Test

Wir haben ja mittlerweile schon einige Monitore getestet und auch Ultrawide-Geräte waren schon dabei. Im heutigen Test haben wir aber ein Gerät am Start, das die 49 Zoll-Marke erreicht und damit in der obersten Liga der Gaming-Monitore spielt. Wir stellen vor: Der AOC 493UCX

AOC wurde 1967 von Ross Siragusa als Admiral Overseas Corporation in Chicago gegründet und stellte den asiatischen Zweig seiner seit 1934 operierenden, auf Elektronik spezialisierten Firma Admiral dar. Man begann in Taiwan mit der Herstellung von Farbfernsehern.  AOC International ist ein Anbieter von Hightech-Produkten aus Taiwan mit dem Schwerpunkt der Herstellung von Computermonitoren, TV-Bildschirmen und Displays. Heute arbeitet AOC als Tochterunternehmen des Hongkong-basierten Elektronikherstellers TPV Technology und verkauft Produkte in über 40 Ländern weltweit. Quelle: Wikipedia


Lieferumfang und Verarbeitung

Groß ist untertrieben

Muss man live gesehen haben – AOC 493UCX

Den Karton des AG493UCX als groß zu bezeichnen wäre untertrieben, denn er ist riesig. Kein Wunder, steckt doch das absolute Schlachtschiff der gesamten AOC-Flotte darin. Der AG493UCX ist, wie der Name schon sagt, ein 49 Zoll Monitor im Format 32:9 und fällt damit in die Kategorie Ultrawide. Wie groß dieses Gerät ist, offenbart sich aber wirklich erst beim Auspacken. Im Karton liegt einiges an Zubehör, aber grundsätzlich wird man damit von AOC meist gut versorgt. Der zweiteilige Standfuß aus grau lackiertem Gussmetall bietet eine Kabelführung und erlaubt es den Monitor um 100 mm in der Höhe zu verstellen. Außerdem bietet er ein zweiachsiges Gelenk, um das Display zu kippen und zu schwenken. Der Fuß ist sehr robust verarbeitet und der formschöne Bogen des Sockels bietet einen stabilen Stand. In einem kleinen zusätzlichen Karton sind alle nötigen Kabel, eine Software-CD, die mehrsprachige Anleitung und Sicherheitshinweise. An Kabeln liegen dem AG493UCX, ein HDMI 2.0-, ein DisplayPort 1.4-, ein USB-C- und ein USB-A-Kabel bei. Zusätzlich bietet das Zubehör eine kleine Fernbedienung, mit der wir das OSD-Menü bedienen können. Das riesige VA-Display ist mit seinen Maßen von knapp 1,2 Metern Breite und einer Höhe von 37 Zentimetern allein schon ein Prachtstück. Es steck in einem schwarzen, rauh texturierten Kunststoffgehäuse und bietet eine Krümmung von 1800 R. Seitlich und über dem Display ist der Rahmen etwa 2 Millimeter stark, was einem fast randlosen Design entspricht. Die Unterkante wird von einem zwei Zentimeter breiten Streifen eingefasst, auf dem ein glänzendes AGON-Logo prangt. Unter der rechten unteren Kante befinden sich die obligatorischen Tasten für die Bedienung des OSD-Menüs, eine Status-LED und der Empfänger der Fernbedienung. Rückseitig finden sich die Eingänge für jeweils zwei Displayportkabel und zwei HDMI-Kabel, ein USB-C-Kabel und die Zuleitung per USB-B für das eingebaute USB-Hub mit drei Ausgängen. Ein zusätzlicher Kopfhörerausgang ist auch vorhanden sowie eine Stromzufuhr und ein Schalter für das interne Netzteil. Im Display sind außerdem zwei Lautsprecher verbaut. Hinten verfügt es über einen VESA-Aufnahmepunkt für die Montage an Halterungen und die Aufnahme für den eigenen Standfuß. Alle Komponenten sind hochwertig verarbeitet und machen einen sehr guten Eindruck. Aber das sind wir von AOC gewohnt.


Installation und Betrieb

Obere Gewichtsklasse mit vielen Features

Dank KVM lassen sich zwei Systeme mit einer Tastatur und Maus bedienen

Der AG493UCX mit seinen 49 Zoll (1,24 m) und knapp 20 Kilogramm Gewicht ein richtiger Brocken ist, muss man definitiv besonnen bei Montage und Aufstellung sein. So deutet auch die Bedienungsanleitung an, dass wir den Standfuß zuerst montieren. Dafür werden beide Einzelteile zusammen gesteckt und verschraubt. Der wirkliche Knackpunkt ist die Befestigung am Display. Dafür liegen 4 Schrauben bereit, weil ein herkömmlicher Klickmechanismus hier möglicherweise nicht ausreicht oder gar zu ungewolltem entriegeln führen könnte. So wird der Fuß mit dem im Karton liegenden Display zuerst verschraubt und dann komplett herausgehoben. Am besten hat man eine helfende Hand dabei, denn solch ein großer Monitor ist wirklich nicht sehr leicht zu handhaben. Steht das Teil aber erst einmal auf eurem Tisch ist der größte Aufwand geschafft. Etwas fummelig ist die Montage der Kabel, da AOC die Anschlüsse immer auf der Rückseite nach unten ausrichtet, was leider auch einen kleinen optischen Nachteil hat, zu dem wir gleich noch kommen. So haben wir also schon etwas Mühe alle Kabel einzustecken und würden uns eher eine sinnvollere Ausrichtung der Steckkontakte wünschen. Etwas rückseitig neben der Aufhängung, wäre perfekt. Da nun eine Menge Kabel zu verbergen sind, legt AOC kleine Klemmen zum Aufkleben bei, die allerdings so schlecht kleben, dass man sie direkt weglassen kann. Die Kabel lassen sich auch leider nicht sinnvoll durch den Fuß legen, weil die Öffnung unten im Fuß ist und man so automatisch die Kabel sieht. Schön ist anders.

Der Breite hat ne kleine Fernbedienung dabei – AOC 493UCX

Schön ist es allerdings, wenn der Monitor das erste Mal angeschaltet wird. Prächtig ist das Bild und natürlich breit, breiter, am breitesten. Die kleine Fernbedienung bietet uns die Möglichkeit das OSD Menü zu bedienen und hat außerdem einige Schnelltasten für Helligkeit, Lautstärke und voreingestellte Gaming-Modi. Damit macht die Bedienung Spaß und geht sehr praktisch von der Hand. Im Menü selbst können wir aus diversen Gaming-Modi wählen, die sich durch verschiedene Farb- und Helligkeitseinstellungen unterscheiden. Außerdem gibt es Shadow Control, Adaptive Sync und einen Overdrive Modus. In den Bildeinstellungen können wir einen HDR-Modus aktivieren, den wir aber auch im Betriebssystem einstellen müssen. Auch hier sind verschiedene Einstellungen möglich. In den Farbeinstellungen stehen uns ein Low-Blue-Modus, verschiedene Farbmodi, sowie sRGB und Dynamic Color Boost zur Verfügung. Natürlich gibt es viele weitere Einstellungen, die alle aufzuzählen allerdings diesen Rahmen sprengen würden. Interessant ist ein solcher Monitor aber nicht nur für Gaming-Fans, wenn es ums extrabreite Bild für Spiele geht. Mit dem verbauten USB-C 3.1 Anschluss übertragen wir Videosignale direkt vom Laptop, den wir sogar gleichzeitig laden können. Dank KVM-Unterstützung kann man zwei Systeme gleichzeitig bedienen und da wir eine Picture-By-Picture-Option haben, können wir zwei Quellen anschließen und entweder zwischen ihnen umschalten oder beide Bilder nebeneinander anzeigen. Durch die beliegende Software kann man allerdings auch den einzelnen Desktop aufteilen und mehrere Fenster nebeneinander anzeigen. Das geht beim Spielen, als auch beim Arbeiten. Und weil wir sonst auch zwei Monitore nutzen, ist das eine wirklich praktische Sache. Allerdings gilt natürlich zu beachten, dass bei zwei Bildern auch deren Auflösung maximal 2560 x 1440 sein darf, um sinnvoll damit zu arbeiten oder zu spielen. Im Alltag als Arbeitsgerät macht der 493UCX definitiv Sinn, wenn man es gewohnt ist mit zwei Monitoren zu arbeiten. Vom Spielbetrieb natürlich ganz zu schweigen, denn davon kann man einfach nur schwärmen. Ob MMOs, Shooter oder Strategiespiel, ein derartig breites Bild erhöht die Immersion eines Spiels, egal welchen Genres, immens. Von Simulatoren oder Rennspielen mal ganz zu schweigen. Übrigens, die beiden kleinen Lautsprecher sind eher als Notlösung anzusehen.


Fakten und Technikcheck

Bringt die Grafikkarte ins Schwitzen

Steht stabil und sicher – AOC 493UCX

Die 49 Zoll des AG493UCX sind natürlich eine Hausmarke und die gilt es dennoch mit weiteren Features aufzuwerten. So bietet das hintergrundbeleuchtete VA-Display, nicht nur Vesa-zertifiziertes HDR 400, sondern auch eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz. Sicher, werden einige nun fragen, warum nicht mehr drin ist. Wir halten das aber für Jammern auf hohem Niveau, denn immerhin muss unsere Grafikkarte diese Framezahl erst einmal in einer Auflösung von maximal 5120 x 1440 abliefern. Die Auflösung des AG493UCX nennt sich fachlich übrigens DQHD, also Dual Quad HD. Leider gibt es auch einige Spiele, die damit noch nicht so ganz klarkommen. Die im Test verwendete MSI RTX 2080Ti hatte bei aktuellen Spielen einiges zu leisten und wurde erstmals richtig warm, dass wir die Kühlleistung des Systems etwas anpassen mussten. Dank Adaptive-Sync und unterstütztem FreeSync Premium Pro, sind Tearing und Artefakte keiner Rede wert. Anfangs gab es bei aktiviertem Adaptive-Sync zwar einiges Flackern, was aber nach einem Treiberupdate behoben war. Dank der Krümmung im Radius 1800 ist die Immersion noch einmal stärker als bei flachen Displays. Die Helligkeit wird vom Hersteller mit 550 Nits angegeben, was einem guten Mittelwert darstellt. Die Displayoberfläche ist gegen Reflexionen behandelt und hat einen Härtegrad von 3. Der Pixelabstand beträgt 0.2331, bei 108 Pixeln pro Zoll. Die Reaktionszeiten sind mit 4 Millisekunden GTG und 1 Millisekunde MPRT angegeben. Das statische Kontrastverhältnis liegt bei 3000:1 und das dynamische bei 80M:1. Im sRGB liegt der Gamut bei einem Wert von 121%, in Adobe RGB bei 90% und im NTSC Farbraum bei 85%. Soweit die Angaben des Herstellers.

In den ersten Tests untersuchten wir die Güte des Displays, die Verarbeitung ist hervorragend, es sind keine Pixelfehler zu finden und in den Graustufentests fiel die sehr gute Homogenität des Bildes auf. Im Schwarztest wies der Monitor eine sehr einheitliche Beleuchtung nach, die lediglich an den Rändern des Panels etwas heller wirkt. Außergewöhnlich gut stellt der 493UCX allerdings auch geringste Farbabstände dar. So sind auch feinste Nuancen von einstelligen Werten deutlich zu erkennen. Die gute Performance des Displays zeigte sich auch in den Verlaufstests und in der Textdarstellung. Die Blickwinkelstabilität ist sogar, trotz der Krümmung, unserer Meinung nach höher als die vom Hersteller angegebenen 178 Grad. Im Test der Reaktionszeit GTG konnten wir mit aktiviertem Overdrive eine Zeit von 4,5 Millisekunden ermitteln. Im allgemeinen Spielbetrieb fielen uns keine Probleme mit schnell wechselnden Frames und Drehungen mit starker Schlierenbildung auf. Auch die Abbildungen im Farb- und Moiretest waren gut. Aufgrund fehlender Messinstrumente ist uns eine Kontrolle der präzisen Farbräume nicht möglich. Augenscheinlich sind aber in der Farbdarstellung keine Ausreißer zu erkennen.


Fazit

Eine riesige Leinwand für Spiele und mehr

Ein riesiges Prachtstück ist der AG493UCX von AOC, denn er kann nicht nur mit seiner großen Leinwand, sondern auch mit weiteren sinnvollen Features bei uns punkten. Die Verarbeitung aller Komponenten ist, wie von AOC gewohnt, sehr hochwertig. Der gusseiserne Fuß gibt sicheren Stand und die Fernbedienung erleichtert die Bedienung ungemein. Lediglich das Kabelmanagement ist verbesserungsbedürftig, denn die Klebepads dafür halten nicht. Etwas fummelig ist auch die Installation der Kabel. Auch die verbauten Lautsprecher dürften ruhig etwas mehr Sound liefern. Dennoch bietet der AG493UCX viele tolle Features wie 120 Hz, HDR 400, Adaptive-Sync und eben eine unfassbar geile Auflösung von 5120 x 1440, die unsere Grafikkarte arg ins Schwitzen bringt. Nicht nur, dass man mit ihm zwei herkömmliche Monitore ersetzen, und dank einer hohen Farbtreue auch als Grafikprofi gut damit arbeiten kann, wer Spiele auf einem solchen Display genießt, will definitiv nicht wieder auf ein kleineres Format wechseln. Ob im Flugsimulator, Rennspiel oder Shooter, als Spieler profitiert man deutlich von der Immersion eines solchen Displays. Wir sprechen eine deutliche Empfehlung aus, auch wenn der Preis von 999 Euro sicherlich nicht für jeden ein Schnäppchen ist. Dennoch liegt der Preis sogar noch im unteren Bereich, wenn man sich vergleichbare Produkte ansieht.

Top-Angebot
AOC AGON AG493UCX - 49 Zoll DQHD Curved Gaming Monitor, 120 Hz, 1ms, HDR400, FeeSync Premium Pro (5120x1440, HDMI, DisplayPort, USB-C, USB Hub) schwarz
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  • die End-Ausbausstufe des Gaming: 1 ms Reaktionszeit (MPRT), FreeSync Premium Pro, Dual QHD Auflösung (DQHD) durch hochwertiges VA Panel
  • Flicker Free und Low Blue Light Technologie sorgen für eine Reduzierung der Augenermüdung und gleichzeitige Erhöhung des Sehkomforts. Die Adaptive Bild Synchronisation ermöglicht schlierenfreie Bilder
  • hellen Sie dunkle Bereiche durch die AOC Shadow Control Technologie auf ohne den Rest des Bildes zu verändern