Hardware Test

[ TEST ] Teufel Ultima 40 Standbox – die Macht der zwei Türme

Nachdem ich schon so manchen AV-Receiver getestet habe, wollte ich mir nun auch ein paar passende Standboxen dazu anschauen. Hier stachen mir zuerst die Ultima 40 Boxen von Teufel ins Auge, denn schließlich ist dies die aktuell meistverkaufte Standbox in Deutschland. Um diese auf Herz und Nieren testen zu können, ziehe ich unterschiedliche AV-Receiver hinzu, jeweils einen Onkyo, Pionieer und den Cambridge Audio. Mit diesen Dreien wird somit die Mittelklasse, das Premiumsegment und der High-End Bereich abgedeckt.

Die Teufel Ultima 40 Standbox kann mit oder ohne Stoffblende in Erscheinung treten

Teufel ist ein deutscher Hersteller von Lautsprechern , Hi-Fi- und Heimkinosystemen. Das Unternehmen wurde 1979 in Berlin gegründet. Schon damals wollte der Gründer Peter Tschimmel den Hi-Fi-Enthusiasten erschwingliche Lautsprecher bieten und so wurden Teufel-Produkte bereits im Jahr 1988 als Referenz-Lautsprecher ausgezeichnet. So etablierte sich das deutsche Unternehmen sogar zum Heimkino-Pionier und gehört heute zu den angesehensten Lautsprecher-Herstellern der Welt. Teufel kann heute auf eine über 30-jährige Erfolgsgeschichte blicken, deren Grundsatz sich bis heute nicht geändert hat: Lautsprecher zu einem erschwinglichen Preis anbieten, ohne dabei auf hochwertige Qualität verzichten zu müssen.

Ersteindruck, Ausstattung

sportlicher Hightech oder schlichte Eleganz

Im Jahr 2018 legte Teufel die beliebte Ultima-Serie neu auf und spendierte den Standlautsprechern neue unauffällige Designelemente. Die Standbox erhielt einen neuen Fuß und zwei waagerechte Linien auf der schwarzen Blende, die sich nun matt, statt glänzend zeigt. Zu den weiteren Änderungen gehört ein neuer Hochtöner, sowie farblich angepasste Einfassungen des Mitteltöners und der Tieftöner. Die Datenblätter lassen allerdings kaum Änderungen erkennen. Lediglich, dass die MK3 (2018) gegenüber der MK2 (2017) über 2 Liter mehr Netto-Innenraum-Volumen verfügt, ist zu erkennen. Die Abmessungen von rund 106 cm in der Höhe, 32 cm in der Tiefe und 21,5 cm in der Breite, sind relativ gleichgeblieben sind. Die Berliner sprechen bei der Ultima 40 (Mk3) von Feintuning, um noch mehr hören zu können.

Schon beim Auspacken und Aufstellen fällt einem dieser 165 mm große Mitteltöner auf. Die aus Kevlar gewebte Membran, in Indian-Kupfer, ist ein ganz besonderer Hingucker. Im Zentrum sticht einem ein in Chrom gehaltener Phase-Plug entgegen, um im Zusammenspiel mit dem schwarzen Rand, den typischen Charakter der Ultima-Serie zu prägen. Direkt darunter und somit dicht anliegend, wurde der neue Hochtöner verbaut, der von einer glanzvollen Spinne geschützt wird. Diese soll für eine plastische, homogene Wiedergabe sorgen. Für den Druck und Bass sind die zwei 165 mm Tieftöner aus gewebten Fiberglas zuständig, die sich in einer Kernhöhe von 50 cm befinden. Beide Bässe haben ausreichend Bewegungsfreiheit und können somit genügend Schub erzeugen. Damit der Bass auch den Weg in den Raum findet, hat Teufel auf der Rückseite gleich zwei parallel liegende Bassreflex-Rohren angebracht. Mit einer verbauten Frequenzweiche auf der Rückseite, lässt sich die Ultima 40 auch im Bi-Amping/ Bi-Wiring betreiben. Das dürfte die Herzen der Hi-Fi-Puristen auf jeden Fall höher schlagen lassen. In meinen Augen scheiden sich hier die Geister und eine Nutzung von Bi-Wiring ist sicherlich noch möglich, während die Nutzung von Bi-Amping immer noch vom verwendeten Verstärker abhängt.

Die neue Ultima 40 Standbox wurde nicht mehr foliert, sondern in einem matten Farbton lackiert. So darf man sich zwischen einer schwarzen oder weißen Gehäusefarbe entschieden. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, da sich die Standboxen hier besser in meine weiß gehaltene Innenarchitektur einfügen und mit der schwarzen Front, für einen gewissen Kontrast sorgen. Zusätzlich kann ich mich zwischen dem sportlichen Hightech oder einer Stoffblende, die von schlichter Eleganz zeugt, entscheiden. Dank einer guten Materialauswahl, kombiniert mit den farblichen Aspekten, wirkt die Ultima 40 Standbox sehr hochwertig, auch wenn mir der Standfuss nicht ganz in den Kram passt. Hier hätte ich mir doch lieber etwas Hochwertigeres gewünscht. …. doch Teufel denkt mit und so kann auf der Unterseite der Fussplatte, dank vorhandener Gewinde, eine Umrüstung von Spikes, zu Resonanzdämpfer erfolgen.

Teufel verkauft die Ultima 40 Standbox immer nur paarweise und nicht einzeln. Zur weiteren Auswahl der Ultima 40 Serie gehören ein Centerlautsprecher, Surround-Regalboxen, ein Universal-Subwoofer (siehe Cinesystem Pro Soundbar), zusätzliche Atmos-Höhenlautsprecher oder gar gleich ein Komplett-Sets samt Receiver oder aktive Ultima Lautsprecher.


Klangbild

…nicht ohne Grund so beliebt

Im Hi-Fi-Bereich gibt es eine kleine Grundregel: das Stereo-Boxenpaar sollte preislich ungefähr dem Preis des AV-Receivers/ Verstärkers entsprechen. So spricht Teufel auch eine Empfehlung aus: die Ultima 40 Standboxen sind für alle AV-Receiver/ Verstärker ab 400 Euro geeignet. Wie schon angesprochen, habe ich die Ultima 40 einmal an einen Onkyo, Pioneer und Cambridge Audio angeschlossen. Die Ultima 40 Standbox liefert 120 Watt Nennleistung, bei maximal 200 Watt Musikleistung. Hier kann die Standbox der Berliner mit 4-8 Ohm an den AV-Receivern/ Verstärkern betrieben werden. Dies ist im Allgemeinen ausreichend für Räumlichkeiten von bis zu 35 Quadratmetern.

Doch fange ich mal im Mittelklassesegment mit dem Pioneer VSX-933/ Onkyo TX-NR676E an, da beide sich im 400 Euro Preisbereich bewegen und mit einer Leistung von 160 Watt aufwarten können. Hier zeigt die Ultima 40 Standbox zum ersten Mal was sie kann. Die Anordnung der Lautsprecher folgt auch einem direkten Ziel: die Mitteltöner mit den angrenzenden Hochtönern befinden sich genau auf Ohrenhöhe in Sitzposition und sprechen einen daher sofort an. Die Höhen sorgen für eine gute Transparenz und arbeiten mit dem großen Mitteltöner Hand in Hand. Dadurch kann ich Musik erleben und auch mit ihr fühlen, während die Tieftöner für einen sehr ausgewogenen Bass sorgen. Es folgte eine leichte Entscheidung: gänzlich auf einen separaten Subwoofer zu verzichten, der im Endeffekt doch mehr zum Dröhnen neigte.

Mit einem Receiver aus dem Premiumbereich, wie dem Onkyo TX-RZ830, bekommen die Ultima 40 Standboxen so richtig Feuer. Mit diesem Premium-Receiver legt Teufel in Sachen Sound noch ordentlich eine Schippe obendrauf. Die Tiefen kommen nochmals stärker und volumenreicher zur Geltung, die Höhen sind noch klarer und können selbst die einfache Wiedergabe eines Amazon Echo Dot zur einem wahren Klangerlebnis werden lassen. So spiegeln die Ultima 40 Standboxen ein wunderbares Bühnenbild wieder und können eine herrliche Akustik erzeugen, die mich als Vinyl-Fan erst richtig glücklich macht. Beim Onkyo TX-RZ830  habe ich erst gar nicht meinen Subwoofer in Betrieb genommen, da der Bass selbst bei actionreichen Filmen mehr als nur ausreichend arbeitet. Ich erlaube mir zu sagen: die Ultima 40 können im Einstieg- und Mittelklassesegment zeigen was sie können, gehören aber eindeutig in den Premiumbereich. Daher schmeißt Teufel die These, dass ein Boxenpaar ungefähr preislich dem AV-Receiver/ Verstärker entsprechen sollte, glatt über den Haufen. Bei den Teufel Ultima 40 Standlautsprechern darf der Verstärker/ AV-Receiver auch gerne doppelt so teuer sein.

Letztendlich wollte ich noch wissen, ob die Ultima 40 sich auch im High-End-Bereich bewegen können und schloss diese an den Cambridge Audio CXR200 an. Ganz ehrlich gesagt, stehen der AV-Receiver und die Standboxen in keinem Verhältnis, denn die Boxen kosten nur ein Viertel gegenüber dem Cambridge Audio. Hier wären die Teufel Theater 500 sicherlich eine bessere Wahl gewesen, doch die Ultima 40 brauchen sich nicht verstecken und können selbst Geräte aus dem High-End-Bereich bedienen und (fast) alles aus ihnen herausholen. Gerade hier offenbart sich die ganze Klasse der Ultima 40 Standbox. Ich bekomme einen butterweichen Klang, perfekt abgemischt und bis auf die Haut ehrlich bleibend. Zwar werden auch einige Schwächen deutlich, etwa dass die Ultima 40 doch eher basslastig ausgelegt ist. Das fällt aber weniger ins Gewicht und kann mit einem Dreh reduziert werden. Zusätzlich habe ich dann die Standboxen im Bi-Wiring betrieben und kann sagen: es lohnt sich ein weiteres Kabel zu verlegen. So kann im Bi-Wiring einfach mehr Klang zur Geltung kommen und man setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Es spielt somit keine Rolle in welchem Zusammenhang die Ultima 40 Standboxen genutzt werden wollen. Egal ob nun Stereo-Verstärker mit dem analogen Klang einer Vinyl oder gar im Heimkinosystem integriert, immer bringen sie klare Höhen, schöne Mitten und doch eher basslastige Tiefen. Wie schon erwähnt, habe ich letztendlich meinen Würfel vom Subwoofer verbannt, denn den brauche ich nun nicht mehr.


Fazit

die Macht der zwei Türme 

Mit den Ultima 40 Standboxen bringen die Berliner wahre Allrounder in die heimische Stube um auch jedliche Art von Musik, Heimkino oder Gaming-Sound erleben zu können. Dabei können diese, je nach genutzter Quelle, die Nuancen eines Verstärkers oder AV-Receivers aufzeigen und somit auch locker im High-End-Bereich mitspielen. Im Premiumsegment zeigt sie aber ihre Berechtigung und wird zum wahren Preis-Leistungssieger. Die Ultima 40 bieten eine wunderbare Akustik. Auch in zugestellten Stuben, können sie mit optischen Akzenten aufwarten und werden zu einem wahren Blickfang und Ohrenschmaus. Zwei Türme, die gemeinsam eine wahre Macht des Klangs erzeugen und die ich einfach nicht mehr missen möchte. Einzig allein der Standfuss gefällt mir nicht, allerdings hat dieser keinen merklichen Einfluss auf das Klangbild und die Akustik. Wer schon immer auf der Suche nach guten und preislich erschwinglichen Boxen ist, sollte unbedingt bei Teufel vorbeischauen. Acht Wochen Probe hören und dann eine Entscheidung treffen. Meine Ultima 40 bleiben definitiv hier und ich gebe sie nicht mehr ab! 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.