[ 2020 ] Wieviel Wahrheit steckte in den Gerüchten & Spekulationen zur PlayStation 5?

Das Jahr 2020 neigt sich nun dem Ende zu und wir begeben uns auf eine Reise in die Vergangenheit, denn in diesem Jahr gab es soviel Gerüchte und Spekulationen zur PlayStation 5, denen wir nun mit der Veröffentlichung der neuen Konsolen mehr Glauben schenken können. Wer hatte recht, wer wollte sich wichtig machen und wer brachte wahre Leaks an das Tageslicht? Schauen wir mal zurück.

Schon im Januar 2020 tauchten die ersten Bilder zum neuen Controller der PlayStation 5 auf, welches aber nur eine veränderte Variante des DualShock 4 zeigten. Ohne das es einem bewusst war, wurde hier auch ein Bruchstück des neuen DualSense gezeigt, da hier nur ein Arm im Ansatz sichtbar ist (rechts im Bild).

Im Februar meldeten sich die ersten Analysten zu Wort, welche aus den Produktionskosten der PlayStation 5 einen Preis im Verkauf heraussehen wollten. Damals betrugen die Produktionskosten noch 450 Dollar, was zu einer Preisannahme von 499 Dollar führte. Hier wollte man sich aber nicht festlegen, da viele hofften, der Preis der PlayStation 5 werde unter dem Preis der Next-Gen-Konsole von Microsoft liegen.

Im Monat März offenbarte Sony in einer ersten Präsentation die Systemstruktur der PlayStation 5, denn der Architekt Mark Cerny haute ein Video raus, welche die „Arbeitsweise“ der PlayStation 5 derartig veranschaulichte, dass wohl kaum ein Casual-Gamer hier mitgekommen ist. Sony nannte diese Unternehmung „The Road to PS5“. Endlich wurde auch einige Spezifikationen bekannt, die auch heute noch Bestand haben.

Im April tätigte Sony den nächsten Schritt und enthüllte über den PlayStation Blog endlich den neuen Controller. Das war zwar etwas trocken, machte aber Lust auf mehr und hielt die Spannung aufrecht, da man sich in Bezug zum Design und Preis der PlayStation weiterhin in einen Mantel des Schweigens hüllte.

Im Mai machten dann zwei Namen die Runde, da wohl GamesBeat Reporter Jeffrey Grubb als auch der ehemalige Kotaku-Redakteur Jason Schreier, der  jetzt als Bloomberg Redakteur arbeitet, mal wieder mehr wussten als andere. Sie machten in einem Podcast den Gamern Hoffnung, dass Sony in einem riesigen Event pünktlich zur Corona-bedingten ausgefallenen E3 Messe die Katze aus dem Sack lassen wird. Währenddessen sorgte eine Stellenanzeige von Sony für Aufregung, die PlayStation 5 könnte schon im Oktober erscheinen. Dies stellte sich aber letztendlich als falsch heraus. Dafür wurde ein Video, basierend auf der Unreal Engine 4.25, veröffentlicht, die das Potenzial der PlayStation 5 zeigte.

Am Abend des 12. Juni war es dann endlich so weit und Sony präsentierte das Design der PlayStation 5 sowie das umfangreiche Zubehör, doch der Preis blieb weiterhin ein offenes Geheimnis. Damit hatten die Design-Studien diverser Künstler im Internet ausgespielt zu haben. Hier konnte ein niederländisches Magazin mächtig für Furore sorgen, die mehrfach diverse Designs präsentierten. Alle schienen aber mächtig danebenzuliegen, denn nicht eine Studie reichte an das endgültige Design der heutigen PlayStation 5 heran. Beim Thema Preis schienen dann aber die Verantwortlichen bei Sony in Frankreich mächtig gepennt zu haben, denn auf amazon.fr wurde die PlayStation 5 samt Preis und Releasedatum gelistet. Der dort angegeben Preis von 499,- Euro bewahrheitete sich letztendlich für die Standard-Edition, während wir von einem Preis von 399,- Euro für die Digital-Edition ausgingen – Dieser Preis bewahrheitet sich letztendlich auch, was uns in gewisser Weise auch zu Insidern machte, denn viele nahmen sich dieser Meinung an und publizierten diesen weiter.

Die PlayStation 5 erschien bei uns in Europa am 19. November für 499,- Euro

Der Juni sorgte weiterhin für Aufmerksamkeit bei den Gamern, denn auch das Zubehör sollte preislich geleakt worden sein. Hier sorgte ein Twitter-Account unter dem Namen „Iron-Man“ für Aufmerksamkeit, der dann doch sich nur als unglaubwürdig herausstellte, denn die von ihm genannte Preise entsprachen keineswegs der uns nun bekannten UVP.

Der Monat Juli war von weiteren möglichen Spekulationen geprägt, denn bisher hat Sony das offizielle Releasedatum, welches weiterhin nur mit Holiday 2020 angegeben wurde, nicht verkündet. Auch beim Thema Preis wurden die Gerüchte weiterhin von diversen Beiträgen mit frischem Wind bestückt. Einmal mehr trat hier der GamesBeat Reporter Jeffrey Grubb in Erscheinung, lag aber diesmal nicht auf der richtigen Fährte. Dafür wurde der Preis der Digital-Edition erstmal in einem Forum für 399,- spekuliert. Nach den ersten Bildern der PlayStation 5 aus der Produktion, tauchten weitere Bilder der Seitenteile der PlayStation 5 auf und verdeutlichten einmal mehr dessen riesige Größe.

Im August stelle Sony das PlayStation 5 Zubehör ausführlich vor, hielt sich aber weiterhin beim Thema Release und Preis zurück. Das sorgte weiterhin für Spekulationen, denn jedes angekündigte „State Of Play“ von Sony könnte endlich Fakten schaffen und für Klarheit sorgen. Dem war leider nicht so, denn erst im September verkündete Sony nun endlich das Datum der Veröffentlichung sowie dessen Preis. Doch hier beginnt das Desaster der Vorbestellungen der PlayStation 5, denn obwohl Sony die Vorbestellungen erst am Folgetag starten wollte, legten erste Händler schon kurz nach Mitternacht los und starteten die erste Welle der Vorbestellungen, welche auch binnen weniger Minuten vergriffen war.

Damit hat sich der einst bei amazon.fr geleakte Preis von 499,- Euro und der von uns spekulierte Preis von 399,- Euro bewahrheitet. Das Releasedatum, welches auch von einem 13. November sprach, kam nicht, denn immerhin war der 13. November ein Freitag und Sony wird wohl an so einem schwarzen Tag keine Konsole in den Handel bringen. Es war der 12. November und der 20. November!

Nachdem die erste Vorbesteller-Phase der Playstation ein regelrechtes Desaster war, wollte Microsoft alles besser machen, lief aber ebenfalls in die Arme bekannter Reseller und die Xbox Series X war schnell vergriffen. Kurioserweise war die Xbox Series S, das kleine Modell der leistungsstarken XSX, immer noch zu haben und erweckte den Eindruck, dass diese Konsole niemand haben will.

Im September nahm Sony noch die Playstation 5 auseinander und zerlegte sie regelrecht in ihre Einzelteile. Auch schienen die ersten Muster sich bei Redaktionen und Testern zu befinden, die sich an einem falsch beschrifteten HDMI-Kabel die Münder zerrissen. Diese falsche Annahme wurde von Sony im November dementiert und richtig gestellt. Der PlayStation liegt ein Ultra-High-Speed Kabel mit der HDMI-Spezifikation 2.1 bei.

Alles Weitere ist noch gar nicht so weit entfernt und Sony kann trotz der Probleme in diesen schweren Zeiten der Covid-19-Pandemie von einem erfolgreichen Start der PlayStation 5 sprechen. Leider hat nicht jeder eine bekommen und Reseller bestimmen auch noch nach Weihnachten die Preise, die letztendlich dafür sorgen, dass viele PS5-Konsolen vor sich hin stauben, während andere mit der PlayStation 5 ein Millionengeschäft gemacht haben. Die Lage wird sich wohl auch nicht so schnell ändern, auch wenn ein neues Kontingent auf dem Weg nach Europa ist. Sättigen wird auch die neue Welle der Bestellungen die Lage nicht und zu den großen Verlierern in der Zeit der PlayStation 5 gehört eindeutig Media Markt & Saturn, welche hier Bestellungen angenommen haben, über dessen Masse sie nicht verfügen. Noch heute stehen Gamer trotz Zahlung mit leeren Händen da – Der Ruf von Media Markt & Saturn hat einen deutlichen Schaden davongezogen. Wann es die PlayStation 5 wieder geben wird? Das Jahr 2021 ist lang und wird weitere Wellen der Bestellungen geben. Vor dem Sommer 2021 wird sich die Lage aber nicht beruhigen.

Wir sind jetzt nicht auf jede Spekulation und jeden Insider eingegangen, das aber verdeutlicht, nicht jeder hatte recht mit seiner Annahme und wollte sich eigentlich nur wichtig machen.

Viktor Kaczmarek
Seit Anbeginn der Datasette von Computergames begeistert. Spielt alles was sich bewegt und für Atmosphäre sorgt. Nimmt gerne Peripherie unter die Lupe und auch auseinander, es bleiben immer Schrauben übrig. Germany 48.406558, 9.791973
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